Fury in the Slaughterhouse: "Now" (Album)

fury2021 20210430 1593689356VÖ: 23.04.2021; Label: Sony Music/Starwatch Entertainment; Katalognummer: 0194398364018 (Vinyl), 0194398363721 (Doppel-CD), 0194398364025 (Fan-Box; Musiker: Kai Wingenfelder (Gesang, Gitarre), Thorsten Wingenfelder (Gitarre, Gesang), Christoph Stein-Schneider (Gitarre, Gesang), Gero Drnek (Keyboards, Gitarre, Mandoline, Gesang), Christian Decker (Bass, Keyboards, Gesang), Rainer Schumann (Schlagzeug); Produzent: Vincent Sorg; Bemerkung: Erschienen als Vinyl, Doppel-CD sowie als Fan-Box mit folgendem Inhalt: limitierter CD-Edition, limitierte Live-CD "Fahrvergnügen", Mini Boxhandschuhe schwarz mit FURY-Boxer-Logo, FURY Backdrop gerahmt & signiert von der Band sowie FURY-Sticker-Set;

Titel:
Sometimes (stop to call) • 1995 • The Beauty • Letter to myself • All about us • Now • Good luck on your way • Replay • Sorry • This will never replace Rock`n Roll • Not the time to live a lie • Walk on


Rezension:
2008 lösten sich FURY IN THE SLAUGHTERHOUSE offiziell auf. Ich gebe zu, dass da wahrscheinlich bei mir auch etwas die Rache der späten Geburt zuschlägt, denn ich habe mich mit der Band nie wirklich befasst. Als ich meinen Mann kennenlernte, brachte er mir die Musik von WINGENFELDER näher, die Band um die Brüder Kai und Thorsten. "Die kennst du bestimmt, die haben früher mal bei den FURYs gespielt." Ja gut, alles klar.

Wir schreiben eine Weile später das Jahr 2017. Eigentlich wollten die beiden Brüder mit WINGENFELDER ein neues Album rausbringen. 2017 wurde aber auch das 30-jährige Bandjubiläum von FURY IN THE SLAUGHTERHOUSE begangen. Das gehörte natürlich gefeiert, und so sollten sie für ein großes Konzert spielen. Doch daraus wurde nichts - es wurde vielmehr sogar eine Tour daraus. Innerhalb kurzer Zeit waren 36.000 Tickets verkauft. Die Männer sind anschließend völlig unbefangen in die Zukunft gegangen und haben getreu dem Swingerclub-Motto "Alles kann - nichts muss" den Dingen ihren Lauf gelassen. Was dabei rauskam? Ein in meinen Augen sehr grandioses Album, in Zusammenarbeit mit dem Produzenten Vincent Sorg.

Schon das erste Lebenszeichen "Sometimes (stop to call )" hat regelrecht Sehnsucht nach mehr ausgelöst, und die Wartezeit bis zur Veröffentlichung schier lang erscheinen lassen. Entstanden ist der Song nach einer Idee von Thorsten. Seine Partnerin hat das Plakat einer Künstlerin mit dem Schriftzug "Sometimes a person never comes back" fotografiert - damit war die Idee geboren.
"1995" ist wie ein kleiner Backflash in eben jenes Jahr. Die FURYs waren auf Tour in den USA. Rückblickend ist es wohl wirklich fast ein Wunder, dass sie diese wilde Zeit überlebt haben. Kleiner Nebenhinweis: es sei auch wärmstens der Podcast der Band (Radio Orchid) empfohlen, denn hier erfährt man so einiges über die Zeit und vieles mehr. Doch natürlich gibt es auch ernsthaftere Töne.
"Sorry" hat Kai als Entschuldigung an seinen Sohn und alle Kinder geschrieben, dafür, dass wir den Planeten mit so vielen Problemen wie dem Klimawandel hinterlassen.
Einen irischen Einschlag enthält das Album mit "The Beauty". Dabei stellte sich Kai vor, wie man im Pub sitzt, vielleicht das eine oder andere Pin zu viel trinkt und vor lauter Gedanken nicht erkennt, wie gut und schön man es eigentlich hat. Hier gibt es eine Besonderheit, denn Rami Jaffee von den Foo Fighters spielt das Keyboard. Man kennt sich schon eine Weile, spielte er doch auch für das letzte WINGENFELDER-Album das Keyboard für einen Song ein.
Die neuerliche Harmonie hört man meiner Meinung nach besonders bei "All about us". Gerade dort kommt der chorale Gesang im Chorus toll rüber. Aber auch bei "This will never replace Rock`n Roll". Man merkt deutlich das Feuer und die Leidenschaft der Männer, Musik zu erschaffen.
Der letzte Song "Walk on" rundet die Platte vollständig ab und lässt den Hörer mit einem positiven Gefühl zurück und vermittelt einfach Optimismus.
Bei dem Song "Now" gibt es ebenfalls eine Besonderheit, denn hier startet Herr Stein-Schneider mit einer Art Sprechgesang. Die Vergangenheit kann man nicht mehr ändern, die Zukunft nicht immer beeinflussen - es geht darum, das Beste aus dem Jetzt zu machen.

Insgesamt umfasst das Album 14 Songs, die einem 42 Minuten lang eine gute Zeit bescheren. Auch wenn 13 Jahre nach dem letzten Album vergangen sind, erkennt man sofort den typischen Sound von FURY IN THE SLAUGHTERHOUSE. Was aber nicht heißt, dass es sich bei den neuen Songs nur um einen Aufguss von Altbekanntem handelt. Die Musik der FURYs lässt sich nicht in eine Schublade stecken, eher braucht man einen ganzen Schrank. Wahrscheinlich war es genau die Entspannung und die daraus resultierende Kreativität, die die Scheibe im wahrsten Sinne des Wortes hat rund werden lassen. Leider kann man in der aktuellen Situation nicht wie gewohnt die Veröffentlichung des Albums feiern. So gab es einen Livestream, der im Rahmen der Sendung "Rockpalast" online gezeigt wurde. Die Musik an sich wurde bereits im Vorfeld aufgezeichnet, lediglich die Gespräche waren live. Es war trotzdem grandios zu erleben, wie gut es zwischen den Männern funktioniert und dass es inzwischen sehr harmonisch zugeht. Zudem erzählten sie die eine oder andere Anekdote.

Auch an eine normale Tour ist natürlich nicht zu denken. So wurden einige Konzerte in das nächste Jahr verschoben. In diesem Jahr können allerdings doch noch einige Konzerte stattfinden, die nach den aktuellen Vorgaben geplant wurden. So sitzt man in Strandkörben, um Abstände zu gewährleisten. Aber selbst in einem Strandkorb: ich kann es kaum erwarten, die Songs live zu hören und das Feeling mit anderen Fans zu genießen. Man kann sich wahrlich gut vorstellen, wie.

This is not the time to wonder - this is just the time for NOW.
(Antje Nebel)





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