POND erhält Schallwelle Ehrenpreis
Ein Beitrag von Christian Reder mit Fotos von Nicola Reder
Ein Beitrag von Christian Reder mit Fotos von Nicola Reder
Tief im Westen … Genauer gesagt in Bochum - der Heimat von Herbert Grönemeyer - ist der Verein "schallwende - Freunde und Förderer der Elektronischen Musik e. V." beheimatet. Der Verein vergibt einmal im Jahr den Schallwelle-Preis für elektronische Musik in verschiedenen Kategorien. Die Preisträger werden von einer Fachjury bestimmt, bestehend aus Fans der Musik und langjährigen Beobachtern der Szene. In den Kategorien "Bester Künstler" und "Bestes Album" - jeweils national und international - wird neben der Juryentscheidung zusätzlich eine Hörerwahl berücksichtigt. Auch ein Ehrenpreis wird in jedem Jahr verliehen.Für den Verein, seine Mitglieder und Freunde ist elektronische Musik (EM) ein Kulturgut, das es zu bewahren gilt. Die Wurzeln der EM liegen in den siebziger Jahren, als deutsche Pioniere wie Kraftwerk, Klaus Schulze oder Tangerine Dream den Grundstein für zahllose nachfolgende Künstler und Bands legten. Bis heute genießt elektronische Musik national und international hohes Ansehen, und der Verein zeichnet ihre Protagonisten regelmäßig aus. Zu Ehren der Gewinner richtet "schallwende e.V." gemeinsam mit Medienvertretern und Aktiven des Genres jährlich eine feierliche Preisverleihung aus. Diese findet seit 2008 statt, wurde ab 2011 im Planetarium Bochum veranstaltet und ist seit 2018 in der Rohrmeisterei Schwerte beheimatet.
Am Samstagabend (21.02.2026) stand dort auch "Paule POND" alias Wolfgang Fuchs auf der Bühne. Damit reiht sich der Berliner Künstler mit seinem Projekt POND in eine namhafte Liste früherer Preisträger ein, darunter Tangerine Dream, Winfrid Trenkler, Ashra, Klaus Schulze, John Kerr, Edgar Froese, Hans-Joachim Roedelius, Harald Grosskopf, Jean-Michel Jarre, Stefan Erbe, Michael Rother oder Eroc. Gemeinsam mit seinem Techniker Bernd Harder machte sich Paule von Berlin auf den Weg ins Ruhrgebiet. In Schwerte erhielt er den Ehrenpreis für’s Lebenswerk. 36 Jahre nach der Deutschen Einheit stand damit erstmals ein Künstler aus der DDR-Musikszene bei einer Preisverleihung des Vereins auf der Bühne.
Das Fachpublikum zeigte sich bestens informiert - viele kannten POND und die Musik schon seit Jahren. Die Szene der deutschen elektronischen Musik mag überschaubar sein, doch wer sich ernsthaft für dieses Genre interessiert, kommt an POND kaum vorbei. Besonders das Album "Planetenwind" gehört in jede gut sortierte Sammlung. Auch wenn es einige Jahrzehnte gedauert hat: Wolfgang Fuchs hat diesen Ehrenpreis für’s Lebenswerk mehr als verdient. Auch wenn eine Auszeichnung immer so ein wenig nach Abschied klingt, ist das bei POND allerdings nicht der Fall. Gerade eben ist neben der überarbeiteten und erweiterten Biografie mit "Planetenwind 2" auch ein neues Doppelalbum erschienen. Wolfgang Fuchs ist also nach wie vor aktiv - und wird es auch bleiben.

Der mehrere Kilogramm schwere Preis - aus Kristall oder Glas, das ließ sich bei der Inaugenscheinnahme durch den Schreiber dieser Zeilen am Sonntagvormittag nicht eindeutig feststellen. - trägt im Inneren Wolfgang Fuchs' per Laser eingraviertes Konterfei samt Namen sowie die Inschrift "Ehrenpreis für das Lebenswerk". Präsentiert wird die Skulptur auf einem beleuchteten Sockel, der das ohnehin edle Stück noch wirkungsvoller erscheinen lässt. Herzlichen Glückwunsch, lieber Wolfgang - für dich und deine Band POND. Und wir sehen uns spätestens im nächsten Jahr wieder, wenn du bei der Feier zum zwanzigjährigen Jubiläum von Deutsche Mugge bei uns auf der Bühne stehen wirst.
Seh- und Hör-Bar:
