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qage 20130528 1344719675 Titel:
Interpret:
Label:
VÖ:

Titel:
"Stop the Clocks"
Q.Age
Tt7 Records
29.04.2013

1. Still I'm Sad
2. Freedom Of A 1000 Miles
3. I Live
4. Seven Clicks Away
5. Stand Up
6. Mountains
7. Your Man
8. Stop The Clocks
9. Children Of The Underworld
10. You Anyway
11. Verona





Das Album "Stop the clocks" ist schlichtweg ein Hammer. Eingespielt wurde es in neuer Besetzung von der Band Q.Age, die man in Rockkreisen seit Jahren kennt, der aber bisher nie der ganz große Wurf gelungen ist. Die Musiker der aktuellen Besetzung sind alles andere als heurige Hasen und das hört man dem Album auch an. "Stop the clocks" ist vom ersten Ton an ein echtes Rock Album. Eines der besten, die ich in letzter Zeit gehört habe. Ein Album, das sich mit großen Vorbildern messen kann. Q.Age bestechen durch die Vielzahl toller musikalischer Ideen, blitzsauber, mitunter virtuos gespielte Instrumente, sowie eine außergewöhnlich vielfältige Rockstimme im Gesang. Die Zutaten sind perfekt miteinander verwoben, so dass ein technisch außergewöhnlich gut klingendes Rockalbum entstanden ist. Und was für eins...

Bei den ersten Klängen des Albums, einer schneidenden Gitarre und einem stampfenden Schlagzeug wird klar, Q.Age sind waschechte Rocker. Mit dem einsetzenden Gesang kommen Assoziationen zu verschiedenen großen Namen der Szene. An großen musikalischen Ideen mangelt es der Band nicht. Man findet Titel für Titel eine paar tolle Riffs, Rockthemen und Motive die direkt ins Ohr gehen. Die Jungs von Q.Age wissen mit solchem Material umzugehen. Die Songs bauen sich allesamt um solche musikalischen Highlights auf.
Ist "Still I'm Sad" einfach ein guter Rocksong, brettert es einen bei "Freedom of a 1000 miles" fast weg. Man könnte es so beschreiben: Die Stimme Fred Dursts zu ZZ Top Gitarrenklängen. Dazu ein paar ordentliche Effekte und einen eingängigen Refrain - solche Lieder werden nicht allzu oft geschrieben. Einige davon haben Platin- und Kultstatus. Wie um zu beweisen, dass sich Q.Age nicht auf einen Rockstil festlegen lässt, werden bei "I live" neue Tone angestimmt. Ich fühlte mich speziell zu Beginn ganz extrem an Pink Floyds Frühwerk "Cyruss Minor" mit einer Prise King Crimson erinnert. Nicht dass da auch nur eine Note abgekupfert wäre, aber die Stimmung des Songs und auch einige Stilmittel sind durchaus vergleichbar. Das muss nicht jedem gefallen. Ich finde es überaus gelungen und beeindruckend. Einen ähnlichen Eindruck hatte ich beim Titelsong "Stop the clocks" Speziell am Anfang fühlte ich mich ganz stark an King Crimsons "The Court of the Crimson King" erinnert. Das mag an der Gesangsstimme oder einer kurzen Melodiefolge liegen und ist auch nicht weiter tragisch, denn der Song entwickelt sich zu einem sensationellen Stück, das in seiner musikalischen Vielfalt der uneingeschränkte Höhepunkt des Albums - zumindest für mich - ist. Es ist einfach toll zu erleben, welche grandiose Wirkung eine einfache akustische Gitarre haben kann, wenn sie gekonnt eine leicht kehlige und zugleich sehr warme runde Stimme unterlegt und hin und wieder von ein paar gekonnt eingebauten Gitarrenriffs oder einem sensationell stimmig gespielten Bass unterstützt wird. Das Lied wird zum Hit, wenn die Streicher und der Backgroundchorus einsetzen. Genau das sind die Zutaten eines zeitlosen Übertitels. Mag kitschig klingen, ist aber Gänsehaut pur.
Für mich am ehesten vergleichbar mit "Stop the clocks" ist "Your man". Der Titel startet mit einer grandiosen Gitarrenphrase aus wenigen Tönen, steigert sich in wenigen Takten in einen brettharten, stampfenden Rocksound, dessen Spannung ins Unendliche gesteigert wird durch ein paar darübergelegte, glasklar gespielte, sehr hohe, schrille Töne einer E-Gitarre. Das alles passiert in gerade mal 30 Sekunden und ist ein Klangerlebnis für den Zuhörer, für das die Umschreibung "musikalisches Feuerwerk" gelinde gesagt untertrieben scheint.
Zudem ist das Album sensationell gut gemixt und gemastert. Dadurch entsteht ein Sound, der seines gleichen sucht. Jede noch so kleine Feinheit ist gestochen klar hörbar und entfaltet so ihre Wirkung im jeweiligen Song. Das wird besonders deutlich bei "Seven clicks away", in dem viele Geräusche und Soundmixes eingeflossen sind, die man eher im Rap und Hip Hop als im Rock erwarten würde, was ihn recht modern wirken lässt.
Q.Age können aber auch weiche Klänge anschlagen. "Mountains" ist so ein weicher, balladesker Song, der mich vor allem durch seinen Übergang von der Strophe zum Refrain beeindruckt hat. Das ist eine Rockphrase vom Allerfeinsten, die aus dem Titel etwas besonderes macht, auch wenn der abschließende Part mir etwas zu lang geraten ist.
Eher zu kurz geraten ist für mich "Children of the underworld". Wow, was für ein Brett. Dieser Titel gehört in die Hall of Fame des Rock. Besser kann man Rock nicht spielen. Besser haben ihn die großen Namen nie gespielt. Jedes erklärende Wort für diesen Titel wäre verlorene Liebesmühe. Wer wissen will, was ich meine, warum ich so begeistert bin, der muss "Children of the underworld" einfach selbst hören.
Die beiden anschließenden Titel reichen für mich nicht an "Stop the clocks" und "Children of the underworld" heran, passen aber dennoch stimmig in das Album.

Das Album "Stop the clocks" von Q.Age ist zu einem grandiosen, vielfältigen Rockalbum geraten, dass Vergleiche mit großen Alben des Genres nicht scheuen muss, aber in seiner Umsetzung frisch und unverbraucht daherkommt. Wer richtig guten handgemachten Rock mit großen Gitarrenparts mag, dem kann ich das Album nur wärmstens ans Herz legen. Ich bin sehr gespannt, ob sich Q.Age damit in der Szene etablieren kann, wo die Band hingehört - ganz weit oben. Das Album hat zweifelsohne das Zeug dazu, auch deutlich über die Grenzen Deutschlands hinaus nicht nur Beachtung, sondern höchste Anerkennung zu finden.
(Fred Heiduk)




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