Speiche's M.: "In memoriam Speiche" (Album)
VÖ: 08.12.2023; Label: John Silver Musikverlag; Katalognummer: JSLP0123; Musiker: Jörg "Speiche" Schütze (Bass), Peter Schmidt (Gesang, zus. Bass, Gitarre, Schlagzeug, Piano, Percussion), Bernd "Zuppe" Buchholz (Gesang), Olaf "Olli" Becker (Schlagzeug, Percussion), Ludger Wirsing (Piano); Bemerkung: Dieses Album ist ausschließlich auf Schallplatte (Vinyl) erschienen, auf 300 Exemplare limitiert und derzeit nur über Peter Schmidt direkt zu beziehen (HIER entlang);Titel: Seite 1: "My Life Is A Boogie", "Kindertraum", "Oma Krüger", "Landei", "Herz voller Seele", "Mama" Seite 2: "Soulshine", "Amboss", "Schwarze Marie", "Boogiemobil", "Lumpenlied" |
Rezension:
Als Jörg "Speiche" Schütze 70 Jahre alt wurde, nahm er dies zum Anlass, eine besondere Besetzung seiner Band Mr. Speiche's MONOKEL Blues Band auf die Beine zu stellen. Das war 2016 und im gleichen Jahr feierte er auch das 40-jährige Bestehen von MONOKEL. Es gab eine Tour und am Ende des Jahres beendete er seine Bandarbeit unter diesem Namen. Über Jahre hinweg schwelte ein Streit zwischen ehemaligen Musikern der ursprünglichen Gruppe MONOKEL, die sich seit den 1990ern in zwei verschiedene Lager aufteilten und die letztlich auch zwei verschiedene Bands gleichen Namens betrieben. Eben Mr. Speiches MONOKEL Blues Band und die Gruppe MONOKEL Kraftblues. "Speiche" reichte den Kollegen der anderen Fraktion am Ende des Jahres 2016 die Hand, schloss Frieden mit Bernd "Kuhle" Kühnert und gab seiner Band fortan den Namen SPREICHE'S M. Endlich war Frieden im Blues-Land und es gab Pläne für die Zukunft, u.a. Ideen für neue Songs.
Doch dann wurde "Speiche" krank. Schwer krank. Im Sommer 2018 erreichte uns alle die Nachricht, dass er an Lungenkrebs erkrankt war. Er nahm den Kampf auf, auch wenn ihm der Gegner überlegen war. Im Juli 2019 trat "Speiche" noch ein letztes Mal auf. Das war bei der "Rock- und Blues-Nacht" in Spremberg. Am Pfingstsonntag 2020 starb er schließlich, als ihm der Krebs sämtliche Kräfte und Reserven geraubt hatte. Auch als "Speiche" krank war, resignierte er nicht. Er machte weiter, traf sich mit seinem Kumpel Peter Schmidt zum gemeinsamen Jammen und schmiedete Pläne. Bis zuletzt, so erzählt Peter, habe er mit ihm zusammen Musik gemacht. Peter nannte es "Bass-Unterricht", für den sie sich bei ihm im heimischen Studio trafen. Es entstanden dabei auch neue Lieder für SPEICHE'S M. und man spielte dazu auch den einen oder anderen Klassiker von MONOKEL. Peter schnitt vieles davon mit und hatte die "Spielereien" deshalb auf Band. Irgendwann nach "Speiches" Tod fand Peter die Aufnahmen wieder, hörte sie sich über Kopfhörer an und hatte Tränen in den Augen. Mit der Raumsimulation, die den Aufnahmen inne wohnte, und über die Direktheit, die der Kopfhörer ihm bot, hörte es sich so an, als stünde "Speiche" hinter ihm und würde live spielen. Aus all den Mitschnitten und Skizzen, die Peter bei sich hatte, entstand schließlich die Idee, sie zu kompletten Liedern werden zu lassen. Mehr noch: Seinem alten Kumpel "Speiche" so ein Denkmal zu setzen.
Und dies ist nun passiert. Pünktlich zu Weihnachten ist die auf 300 Exemplare limitierte Vinyl-Scheibe "In memoriam Speiche" fertig geworden. Eine LP mit 11 Songs, bei denen "Speiche" am Bass zu hören ist. Um sein Bass-Spiel herum haben Peter Schmidt (Gesang, zus. Bass, Gitarre, Schlagzeug, Piano, Percussion), Bernd "Zuppe" Buchholz (Gesang), Olaf "Olli" Becker (Schlagzeug, Percussion) und Ludger Wirsing (Piano) alles Weitere an Zutaten beigesteuert, damit aus Skizzen und Demos komplette Lieder werden konnten. Wobei man aber schon sagen muss, dass der Großteil der Musik von "Pedda" Schmidt selbst eingespielt wurde, und dieser sich für den einen oder anderen besonderen Moment Kollegen hinzu geholt hat.
Eröffnet wird das Album mit dem Inga Rumpf-Song "My Life Is A Boogie" als Neuaufnahme, das sich "Speiche" im Wissen, dass sein Ende naht, für seine Beerdigung gewünscht hat. Die Bass-Parts hat er schwer krank und entkräftet noch selbst eingespielt, um den Rest kümmerten sich sein Kumpel Peter, so dass am Ende daraus ein druckvoller Blues-Schleicher mit positivem Grundton geworden ist, der auf "Speiches" Beisetzung zum Einsatz kommen konnte. Extrem heiß sind die E-Gitarre und das sich tief ins Inntere hinein grabende Grooven von "Speiches" Bass.
Letzteres ist auch bei jedem weiteren der insgesamt 11 Songs zu entdecken. Mit "Kindertraum", "Oma Krüger", "Das Landei", "Amboss", "Schwarze Marie" und "Boogiemobil" gibt es Neuaufnahmen von MONOKEL-Songs, mit dem "Lumpenlied" die einzige Studio-Aufnahme von SPEICHES MONOKEL BLUES BAND (mit Heinz Glass und Jürgen Baley), sowie "Herz voller Seele" und "Mama" als brandneue Stücke, die für SPEICHE'S M. gedacht waren. Allen Liedern liegt die gleiche Idee zu Grunde und in jedem der Songs ist die gleiche DANN zu entdecken. Die Handschrift von Peter Schmidt ist sozusagen unverkennbar. Der Sound ist vom Feinsten, die Mischung hervorragend und die Arrangements auf internationalem Niveau. Einzelne Lieder hier heraus zu heben, verbietet sich eigentlich von selbst, aber besonders angetan haben es mir "Landei" mit seinem treibenden Groove und der tänzelnden Gitarrenfigur von "Pedda" Schmidt, sowie das sich sofort ins Langzeitgedächtnis eingrabende "Herz voller Seele", das einen förmlich mitreißt und anschließend nicht mehr in Ruhe lassen will. Aber einmal angefangen, will man mit dem Nennen der Favoriten nicht wieder aufhören, denn auch der Klammer-Blues "Soulshine", im Original von Warren Haynes, die schwül-schwere "Schwarze Marie" und das krachende "Boogiemobil", das verschärft nach Lynyrd Skynyrd klingt, aber doch so einzigartig MONOKEL ist, fahren einem tief unter die Haut und sorgen für eine Menge Frohsinn. Darum findet hier keine Wertung statt sondern die Empfehlung, sich die Scheibe zu kaufen und die gleiche emotionale Achterbahnfahrt zu unternehmen, die ich beim Hören der Lieder hatte.
Wenn eine Idee richtig gut war, dann die von "Zuppe", der Peter Schmidt dazu ermutigte, aus den Demos und Mitschnitten komplette Songs zu machen und diese als Platte mit den letzten Arbeiten "Speiches" zu veröffentlichen. Mit dem Segen von "Speiches" Frau machte sich Peter dann ans Werk und erschuf diese wunderbare Scheibe, über die sein Kumpel "Speiche" wohl richtig stolz wäre, könnte er sie jetzt noch selbst in Händen halten und auf den Plattenteller legen. Er wird aber von oben hier hinunter schauen und seinem Kumpel "Pedda" für seinen Einsatz und seine Arbeit ganz sicher dankbar sein. "In memoriam Speiche" ist ein echtes Brett mit geilen Songs, tollen Arrangements und einer ganzen Menge Gänsehautgarantie. Nicht nur, weil man dort "Speiche" Bass spielen hört und weiß, dass er ja eigentlich nicht mehr da ist, sondern auch deshalb, weil die Musik es auszulösen vermag. Traurig macht einen aber zusätzlich die Gewissheit, dass man das hier zu hörende Material leider live nie erleben kann. Zumindest nicht mit dem Mann, der vorn auf dem Cover zu sehen ist … Ihr könnt diese Scheiblette direkt über Peter Schmidt beziehen. Sie kostet 50,00 EUR zzgl. Versand und ist auf wenige von Hand nummerierte Exemplare limitiert. Greift zu, bevor sie weg sind.
(Christian Reder)
Doch dann wurde "Speiche" krank. Schwer krank. Im Sommer 2018 erreichte uns alle die Nachricht, dass er an Lungenkrebs erkrankt war. Er nahm den Kampf auf, auch wenn ihm der Gegner überlegen war. Im Juli 2019 trat "Speiche" noch ein letztes Mal auf. Das war bei der "Rock- und Blues-Nacht" in Spremberg. Am Pfingstsonntag 2020 starb er schließlich, als ihm der Krebs sämtliche Kräfte und Reserven geraubt hatte. Auch als "Speiche" krank war, resignierte er nicht. Er machte weiter, traf sich mit seinem Kumpel Peter Schmidt zum gemeinsamen Jammen und schmiedete Pläne. Bis zuletzt, so erzählt Peter, habe er mit ihm zusammen Musik gemacht. Peter nannte es "Bass-Unterricht", für den sie sich bei ihm im heimischen Studio trafen. Es entstanden dabei auch neue Lieder für SPEICHE'S M. und man spielte dazu auch den einen oder anderen Klassiker von MONOKEL. Peter schnitt vieles davon mit und hatte die "Spielereien" deshalb auf Band. Irgendwann nach "Speiches" Tod fand Peter die Aufnahmen wieder, hörte sie sich über Kopfhörer an und hatte Tränen in den Augen. Mit der Raumsimulation, die den Aufnahmen inne wohnte, und über die Direktheit, die der Kopfhörer ihm bot, hörte es sich so an, als stünde "Speiche" hinter ihm und würde live spielen. Aus all den Mitschnitten und Skizzen, die Peter bei sich hatte, entstand schließlich die Idee, sie zu kompletten Liedern werden zu lassen. Mehr noch: Seinem alten Kumpel "Speiche" so ein Denkmal zu setzen.
Und dies ist nun passiert. Pünktlich zu Weihnachten ist die auf 300 Exemplare limitierte Vinyl-Scheibe "In memoriam Speiche" fertig geworden. Eine LP mit 11 Songs, bei denen "Speiche" am Bass zu hören ist. Um sein Bass-Spiel herum haben Peter Schmidt (Gesang, zus. Bass, Gitarre, Schlagzeug, Piano, Percussion), Bernd "Zuppe" Buchholz (Gesang), Olaf "Olli" Becker (Schlagzeug, Percussion) und Ludger Wirsing (Piano) alles Weitere an Zutaten beigesteuert, damit aus Skizzen und Demos komplette Lieder werden konnten. Wobei man aber schon sagen muss, dass der Großteil der Musik von "Pedda" Schmidt selbst eingespielt wurde, und dieser sich für den einen oder anderen besonderen Moment Kollegen hinzu geholt hat.
Eröffnet wird das Album mit dem Inga Rumpf-Song "My Life Is A Boogie" als Neuaufnahme, das sich "Speiche" im Wissen, dass sein Ende naht, für seine Beerdigung gewünscht hat. Die Bass-Parts hat er schwer krank und entkräftet noch selbst eingespielt, um den Rest kümmerten sich sein Kumpel Peter, so dass am Ende daraus ein druckvoller Blues-Schleicher mit positivem Grundton geworden ist, der auf "Speiches" Beisetzung zum Einsatz kommen konnte. Extrem heiß sind die E-Gitarre und das sich tief ins Inntere hinein grabende Grooven von "Speiches" Bass.
Letzteres ist auch bei jedem weiteren der insgesamt 11 Songs zu entdecken. Mit "Kindertraum", "Oma Krüger", "Das Landei", "Amboss", "Schwarze Marie" und "Boogiemobil" gibt es Neuaufnahmen von MONOKEL-Songs, mit dem "Lumpenlied" die einzige Studio-Aufnahme von SPEICHES MONOKEL BLUES BAND (mit Heinz Glass und Jürgen Baley), sowie "Herz voller Seele" und "Mama" als brandneue Stücke, die für SPEICHE'S M. gedacht waren. Allen Liedern liegt die gleiche Idee zu Grunde und in jedem der Songs ist die gleiche DANN zu entdecken. Die Handschrift von Peter Schmidt ist sozusagen unverkennbar. Der Sound ist vom Feinsten, die Mischung hervorragend und die Arrangements auf internationalem Niveau. Einzelne Lieder hier heraus zu heben, verbietet sich eigentlich von selbst, aber besonders angetan haben es mir "Landei" mit seinem treibenden Groove und der tänzelnden Gitarrenfigur von "Pedda" Schmidt, sowie das sich sofort ins Langzeitgedächtnis eingrabende "Herz voller Seele", das einen förmlich mitreißt und anschließend nicht mehr in Ruhe lassen will. Aber einmal angefangen, will man mit dem Nennen der Favoriten nicht wieder aufhören, denn auch der Klammer-Blues "Soulshine", im Original von Warren Haynes, die schwül-schwere "Schwarze Marie" und das krachende "Boogiemobil", das verschärft nach Lynyrd Skynyrd klingt, aber doch so einzigartig MONOKEL ist, fahren einem tief unter die Haut und sorgen für eine Menge Frohsinn. Darum findet hier keine Wertung statt sondern die Empfehlung, sich die Scheibe zu kaufen und die gleiche emotionale Achterbahnfahrt zu unternehmen, die ich beim Hören der Lieder hatte.
Wenn eine Idee richtig gut war, dann die von "Zuppe", der Peter Schmidt dazu ermutigte, aus den Demos und Mitschnitten komplette Songs zu machen und diese als Platte mit den letzten Arbeiten "Speiches" zu veröffentlichen. Mit dem Segen von "Speiches" Frau machte sich Peter dann ans Werk und erschuf diese wunderbare Scheibe, über die sein Kumpel "Speiche" wohl richtig stolz wäre, könnte er sie jetzt noch selbst in Händen halten und auf den Plattenteller legen. Er wird aber von oben hier hinunter schauen und seinem Kumpel "Pedda" für seinen Einsatz und seine Arbeit ganz sicher dankbar sein. "In memoriam Speiche" ist ein echtes Brett mit geilen Songs, tollen Arrangements und einer ganzen Menge Gänsehautgarantie. Nicht nur, weil man dort "Speiche" Bass spielen hört und weiß, dass er ja eigentlich nicht mehr da ist, sondern auch deshalb, weil die Musik es auszulösen vermag. Traurig macht einen aber zusätzlich die Gewissheit, dass man das hier zu hörende Material leider live nie erleben kann. Zumindest nicht mit dem Mann, der vorn auf dem Cover zu sehen ist … Ihr könnt diese Scheiblette direkt über Peter Schmidt beziehen. Sie kostet 50,00 EUR zzgl. Versand und ist auf wenige von Hand nummerierte Exemplare limitiert. Greift zu, bevor sie weg sind.
(Christian Reder)

VÖ: 08.12.2023; Label: John Silver Musikverlag; Katalognummer: JSLP0123; Musiker: Jörg "Speiche" Schütze (Bass), Peter Schmidt (Gesang, zus. Bass, Gitarre, Schlagzeug, Piano, Percussion), Bernd "Zuppe" Buchholz (Gesang), Olaf "Olli" Becker (Schlagzeug, Percussion), Ludger Wirsing (Piano); Bemerkung: Dieses Album ist ausschließlich auf Schallplatte (Vinyl) erschienen, auf 300 Exemplare limitiert und derzeit nur über Peter Schmidt direkt zu beziehen (