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Reinhold Heil: "FREIHEIT GEILHEIT MÄNNLICHKEIT" (Album)

solo34 20250529 1438581428VÖ: 30.05.2025; Label: Künstlerhafen/Kontor New Media; Katalognummer/EAN: 4260486641098; Musiker: Reinhold Heil (Gesang, alle Instrumente); Bemerkung: Dieses Album ist digital und auf CD erhältlich;

Titel:
"BRO", "Die Ballade vom Incel", "Aschebeschää", "NFT", "Schwülstiges Pathos", "Weg da, weg da", "Besteuert die Kirchen", "Dick", "Corona", "Ich föhne meinen Bart", "Serielle Monogamie", "Hut aus Alu", "Tapfer, tapfer", "Tschüss Mama"


Rezension:


Reinhold Heil, einst Keyboarder bei SPLIFF und Autor von Hits wie "Das Blech" und "Carbonara", veröffentlicht mit 70 Jahren sein erstes deutschsprachiges Solo-Album. Das heißt nicht, dass er nach dem Ende von SPLIFF musikalisch untätig gewesen wäre, aber in der Hauptsache schrieb er Filmmusik. Als er in den 90ern einmal über die Veröffentlichung eines Solo-Album nachgedacht hatte, musste er feststellen, dass trotz seiner Meriten die Aktien bei den großen Plattenfirmen für Musiker seiner Generation eher schlecht standen. Jetzt aber ließ sich sein Drang nach Kreativität offensichtlich nicht mehr bremsen und er liefert auf dem einstündigen Album gleich 14 Kabinettstückchen.

Es sind Werke fernab vom Mainstream, die an die experimentierfreudigen Zeiten der Neuen Deutschen Welle erinnern. Zeitkritik humorvoll verpackt und mit reichlich Gimmicks serviert. Die beiden ersten Singles sind Beispiele für ein unkonventionelles Sammelsurium von Einfällen. "Bro" erinnert mich ein wenig an die stampfenden Tanznummern der Deutsch-amerikanische Freundschaft. "NFT" klingt zunächst wie Reggae aus dem Kofferradio und erzählt die tragische Geschichte eines Wallstreet-Investors. In anderen Songs geht es um unfreiwillig zölibatär lebende Männer oder es gibt stilecht durch sakrale Klänge untermalte Kirchenkritik. Heil bewegt sich auf der Höhe der Zeit, spiegelt gesellschaftliche Entwicklungen und wirkt nicht verkrampft mit seinen Botschaften. Sein Electropop kommt sicher nicht allen Geschmäckern und Hörgewohnheiten entgegen, aber wer seinerzeit zum "Blech" mittanzte, wird auch für Heils neue Schlager Gefühle entwickeln.
(Rainer Buck)




Seh- und Hör-Bar:












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