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Matthias Walter & Tristan Becker:
"Gundermann - Blasse Blume auf Sand"


gundermann2024 20250106 2066433546VÖ: 11.10.2024; Label: Buschfunk; Katalognummer: BF04492; Musiker: Matthias Walter (Gesang), Tristan Becker (Gesang, Gitarre, musikalische Leitung); Bemerkung: Dieses Album ist ausschließlich auf CD erhältlich. 2 CDs in aufklappbarem 6-seitigen Digipak mit 12 Seiten Booklet;

Enthaltene Titel:
"Alle oder keiner", ""Wenn ich wär", "Vögelchen", "Hoywoy 1 und 2", "Drachentöters Vater", "Vater", "Gras", "Die Zukunft", "Der 7te Samurai", "Brigitta", "Grüne Armee", "Soll sein", "Schwarze Galere", "Es kommt der Tag", "Fliegender Fisch", "Ich mache meinen Frieden", "Keine Zeit mehr", "Linda", "Weistunoch", "Einmal", "Herzblatt", "Leine los", "Zweitbester Sommer", "Brunhilde"


Rezension:


"Gundermann - Blasse Blume auf Sand" steht seit über drei Jahren auf dem Spielplan des Neuen Theaters in Halle und ist damit ein Erfolgsstück. Zwei Dutzend Songs von Gerhard Gundermann hat Sophie Scherer montiert mit Original-Interviewpassagen aus Gesprächen von Gundermann mit dem Journalisten Hans-Dieter Schütt sowie Ausschnitten eines Textes von Volker Braun aus dem Buch "Tankstelle für Verlierer". So entsteht ein "inszeniertes Konzert" mit Blitzlichtern auf die Biografie Gerhard Gundermanns.

Die Doppel-CD liefert einen Mitschnitt vom Oktober 2022 und bietet eine komplette Hörfassung der Inszenierung, bei der man durchaus immer wieder vergessen kann, dass man nicht einem Live-Solo-Auftritt Gundermanns folgt, der mehr als ein Vierteljahrhundert nach seinem frühen Tod immer noch mit seinen Werken präsent ist wie nur wenige andere Singer/Songwriter mit Wurzeln in der DDR. Die meisten von "Gundis" Originalalben entstanden in der Nachwendezeit, die Texte seiner Lieder können heute noch nachempfunden werden, Empathie mit den Menschen im Osten und Interesse für die Probleme, die mit dem Umbruch verbunden waren, vorausgesetzt. Vieles wirkt ja bis heute nach oder bricht wieder auf.

Tristan Becker, musikalischer Leiter der Produktion, ist ein Beispiel dafür, dass Gerhard Gundermann auch bei Künstlern aus dem Westen auf Resonanz stößt und wenn man bedenkt, dass der gebürtige Kölner erst 1996 das Licht der Welt erblickte, kann man auch von einer generationenübergreifenden Faszination von Gerhard Gundermann sprechen. Gundermanns Biographie ist nicht glänzend und makellos, sein Wesen ist wie seine Texte nicht immer eindeutig zu entschlüsseln. Er ist jedenfalls mehr ein deutscher Bruce Springsteen als alle anderen bekannten Deutschrocker mit Faible für gitarrengetriebenen Songwriter-Rock; dabei natürlich eher dessen düstere und melancholische Seite übersetzend. Von der Songzusammenstellung her und wegen des dramaturgisch gelungenen Aufbaus des Konzerts eignet sich das Doppelalbum durchaus als Einstieg in Gundermanns Welt und ist nicht nur eine Angelegenheit für Hardcore Fans.
(Rainer Buck)



 
Seh- und Hör-Bar:









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