John McSchultz: "Ein Tag in einer anderen Welt" (Album)
VÖ: 07/2024; Label: Screambyrd Records; Katalognummer: 0745125045894; Musiker: John McSchultz (Gesang, alle Instrumente); Produzent: John McSchultz; Bemerkung: CD Album im Pappschuber (ohne Abdruck der Songtexte), erhältlich über die Homepage des Künstlers auf www.johnmcshultz.com;Titel: "Sommerkleid", "Wenn", "Liegst Du neben mir", "Mutter Einsamkeit", "Klage, "Ein Tag in einer anderen Welt", "Cowgirl", "Unterwegs", "Fiktives Liebeslied", "Nimm", "Deine Hände" |
Rezension:
Eins vorweg: Ich möchte niemandes Zeit verschwenden. Wer also wirklich nur eine Empfehlung zu einem guten Album lesen möchte, sollte gleich zum nächsten Beitrag auf unserer Seite klicken. Die gibt es an dieser Stelle leider nicht. Dafür aber eine Empfehlung, seine Zeit anders zu nutzen. Trotzdem interessiert? Dann lest bitte weiter …
John McSchultz' Album "Ein Tag in einer anderen Welt" funktioniert nicht bei der Masse von Musikhörern. Nicht, weil es so erfrischend andersartig ist und deshalb dem Massengeschmack nicht folgt, sondern weil es so erschreckend schlecht ist. Ich habe nun fast eine Stunde tatsächlich in "einer anderen Welt" verbracht, und muss das erst mal sacken lassen. Meine Welt war das definitiv nicht, denn in meiner Welt der Musik kann mich ein Musikant - egal ob Profi oder Amateur - mit dem Ergebnis seiner Arbeit unterhalten und auch mit Kompositionen und Arrangements abseits des Erwartbaren überraschen. Da kann durchaus auch mal was Schräges dabei sein, Hauptsache es steckt eine gute Idee darin. Das alles kann John McSchultz NICHT. Warum das so ist, ist schnell beantwortet: Auf diesem Album ist alles, wirklich alles, viel zu belanglos, künstlich und weit weg von dem, was sich als angenehme Erinnerung ins Langzeitgedächtnis einprägen könnte.
Schon der Opener "Sommerkleid" fügt Dir nur schwer heilbare Wunden an Körper und Geist zu. Die Mundharmonika, die eigentlich ein wunderbarer Teil im Gesamtbild eines Songs sein kann, klingt hier, als wolle der Künstler den Ruf des kleinen Instruments nachhaltig beschädigen. Die E-Gitarre ist nicht nur "seltsam" gespielt, sondern auch viel zu laut in den Vordergrund gemischt. Überhaupt muss die Frage erlaubt sein, ob der Protagonist dieses Instrument vorher schon mal in der Hand hatte, oder ob es tatsächlich das erste Rendez Vous damit war. Dann nämlich wäre auch dieser Sound und die vielen vielen, nicht zueinander passen wollenden Töne zu erklären. Aber längst nicht zu entschuldigen. Und dann wäre da noch die Stimme von John McSchultz zu erwähnen, die an der einen Stelle den Charme eines Heiratsschwindlers und an anderer die des Onkels hat, der im Park Lutscher verteilt. Oder anders: Gesund klingt das nicht. Bei all dem, was auf den ersten Blick gar nicht passt und nicht klingt, hab ich noch gar nicht den künstlich wirkenden Bass und die sich stark nach "Magic Music Maker" anhörenden Percussions erwähnt. Als das Lied dann endlich zu Ende ist, wünscht man sich baldige Genesung für den Absender dieser seltsam zusammengewürfelten Lied-Simulation und die Stille Hoffnung, dass es Menschen in seinem Umfeld gibt, die sich seiner annehmen und sich etwas um ihn kümmern.
Nun ist ein schlechtes Lied - unglücklicherweise gleich an den Start des Albums platziert - noch längst kein Indiz dafür, dass der Rest auf dem gleichen Niveau rangiert … Doch … hier schon. Denn es geht auch bei den folgenden Stücken so weiter. Die seltsame Gesangsstimme, an die man sich auch nach Minuten des Hörens nicht gewöhnen will und bei der auch Alkohol komplett an seine Grenzen stoßen dürfte, zieht sich wie ein roter Faden durch das 50-minütige Programm und wird nur in verschiedene Verpackungen gesteckt.
Bei "Wenn" versucht man sich musikalisch ein bisschen an Bob Dylan, allerdings an die Version für Kassenpatienten, und narkotisiert den Hörer schon nach wenigen Sekunden mit gleichbleibend langweiliger Musik.
Bei "Liegst Du neben mir" kommt ein Klavier zum Einsatz, aber leider auch ein vom Computer erzeugtes Schlagzeug, das einmal mehr ein "Magic Music Maker-Deja Vu" in einem aufsteigen lässt. Dabei war man so froh, dass die 90er und frühen 2000er endlich vorbei waren. Schnell liegt man so zwar nicht neben John McSchultz, aber wenn man nicht aufpasst bewusstlos neben der eigenen Stereoanlage. Ein weiteres ganz fürchterliches Erzeugnis aus des Herrn McSchulzens Wohnzimmerstudio.
Für "Mutter Einsamkeit" greift der Mann mit dem englisch klingenden Namen, der aber durchweg deutsch singt, dann wieder zur Stromgitarre und beweist ein weiteres Mal sehr eindrucksvoll, dass er das Ding nicht wirklich beherrscht (und wohl auch nicht leiden kann). Nicht immer kann man fehlendes Talent durch Lautstärke ersetzen. Das klappt nur beim Punk!
Die Krönung auf diesem Album ist aber das Lied "Ein Tag in einer anderen Welt", und damit will ich die Vorstellung dieser CD dann auch beschließen. Für diese Nummer hat Mr. McSchulz die Funktion für den Dancefloor-Sound in seinem Computerprogramm entdeckt. Schnell mal drauf gedrückt, klang für seine Ohren wohl gut (aber das tut seine Stimme ja wohl auch), und schon fand es Verwendung. Dazu brauchte es unbedingt noch ein Klavier. Flugs ist eine langweilige Melodie gefunden, die aus nicht ganz so vielen Tönen besteht, um sich auch selbst nicht zu überfordern. Die wird dann immer wieder wiederholt und feddich ist die Auslegeware für die hier schon mehrfach als wenig für Gesang geeignet identifizierte Stimme des Kollegen McSchulz. Zack, und schon steht eine weitere gruselige Nummer im Raume. Das ist alles so verstörend …
Musikalisch und auch von der Vortragskunst haben wir uns nun wirklich eine Menge bieten lassen, da müssen einen aber doch wenigstens die Songinhalte für das aus Tönen zusammen Geklöppelte entschädigen, oder? Nö! Ich möchte und kann dazu wirklich nicht viel sagen, außer dass es mich schon interessieren würde, an welchen Pilzen man geleckt haben muss, um solche Reime und Gedanken zu Songtexten werden zu lassen. Inhalte wie die in den Songs "Sommerkleid" (der zu einem Song gewordenen feuchten Hose) oder "Liegst Du neben mir" würden Dir und mir sicher nicht in der tiefsten Depression aufs Papier gehen. Dem Absender dieser Zeilen scheint dies jedoch mit Leichtigkeit gelungen zu sein. Ob uns John McSchultz mit seiner "Kunst" die eigene emotionale Zerrissenheit deutlich machen wollte oder hier nur unfreiwillig alle Defizite in Sachen Komposition, Arrangement und Textdichtung (hahaha) offenlegt, ist meiner Meinung nach schnell beantwortet. Letzteres dürfte der Fall sein, da wirklich jedes Lied einen Text hat, der nicht nur seltsam anmutet, sondern auch schnell in der Belanglosigkeit einsickert. Das ist alles nur Murks.
Ich hätte so gern etwas Nettes über das Programm auf "Ein Tag in einer anderen Welt" geschrieben, aber es will mir partout nicht gelingen. Ich finde einfach nix. Doch! Tu ich wohl … Es ist wirklich mutig, mit so wenig Talent und Können ein eigenes Album aufzunehmen, es auf CD pressen zu lassen und dann in Umlauf zu bringen. Davor ziehe ich meinen Hut, das würde ich mich nicht trauen. Den Mut, das live zu präsentieren, hat der Musikant aber wohl nicht, denn ich konnte beim besten Willen keine Konzerttermine finden, wo man sich dieses Erzeugnis dann hätte auch mal live geben können. Warum wohl? Auch wenn es weh tut: Die Minuten, die man zum Hören dieses Albums investiert, sind eine unglaubliche Zeitverschwendung. Wem das noch nicht reicht … Hier folgen noch ein paar Clips mit Musik aus dem Werk.
(Christian Reder)
John McSchultz' Album "Ein Tag in einer anderen Welt" funktioniert nicht bei der Masse von Musikhörern. Nicht, weil es so erfrischend andersartig ist und deshalb dem Massengeschmack nicht folgt, sondern weil es so erschreckend schlecht ist. Ich habe nun fast eine Stunde tatsächlich in "einer anderen Welt" verbracht, und muss das erst mal sacken lassen. Meine Welt war das definitiv nicht, denn in meiner Welt der Musik kann mich ein Musikant - egal ob Profi oder Amateur - mit dem Ergebnis seiner Arbeit unterhalten und auch mit Kompositionen und Arrangements abseits des Erwartbaren überraschen. Da kann durchaus auch mal was Schräges dabei sein, Hauptsache es steckt eine gute Idee darin. Das alles kann John McSchultz NICHT. Warum das so ist, ist schnell beantwortet: Auf diesem Album ist alles, wirklich alles, viel zu belanglos, künstlich und weit weg von dem, was sich als angenehme Erinnerung ins Langzeitgedächtnis einprägen könnte.
Schon der Opener "Sommerkleid" fügt Dir nur schwer heilbare Wunden an Körper und Geist zu. Die Mundharmonika, die eigentlich ein wunderbarer Teil im Gesamtbild eines Songs sein kann, klingt hier, als wolle der Künstler den Ruf des kleinen Instruments nachhaltig beschädigen. Die E-Gitarre ist nicht nur "seltsam" gespielt, sondern auch viel zu laut in den Vordergrund gemischt. Überhaupt muss die Frage erlaubt sein, ob der Protagonist dieses Instrument vorher schon mal in der Hand hatte, oder ob es tatsächlich das erste Rendez Vous damit war. Dann nämlich wäre auch dieser Sound und die vielen vielen, nicht zueinander passen wollenden Töne zu erklären. Aber längst nicht zu entschuldigen. Und dann wäre da noch die Stimme von John McSchultz zu erwähnen, die an der einen Stelle den Charme eines Heiratsschwindlers und an anderer die des Onkels hat, der im Park Lutscher verteilt. Oder anders: Gesund klingt das nicht. Bei all dem, was auf den ersten Blick gar nicht passt und nicht klingt, hab ich noch gar nicht den künstlich wirkenden Bass und die sich stark nach "Magic Music Maker" anhörenden Percussions erwähnt. Als das Lied dann endlich zu Ende ist, wünscht man sich baldige Genesung für den Absender dieser seltsam zusammengewürfelten Lied-Simulation und die Stille Hoffnung, dass es Menschen in seinem Umfeld gibt, die sich seiner annehmen und sich etwas um ihn kümmern.
Nun ist ein schlechtes Lied - unglücklicherweise gleich an den Start des Albums platziert - noch längst kein Indiz dafür, dass der Rest auf dem gleichen Niveau rangiert … Doch … hier schon. Denn es geht auch bei den folgenden Stücken so weiter. Die seltsame Gesangsstimme, an die man sich auch nach Minuten des Hörens nicht gewöhnen will und bei der auch Alkohol komplett an seine Grenzen stoßen dürfte, zieht sich wie ein roter Faden durch das 50-minütige Programm und wird nur in verschiedene Verpackungen gesteckt.
Bei "Wenn" versucht man sich musikalisch ein bisschen an Bob Dylan, allerdings an die Version für Kassenpatienten, und narkotisiert den Hörer schon nach wenigen Sekunden mit gleichbleibend langweiliger Musik.
Bei "Liegst Du neben mir" kommt ein Klavier zum Einsatz, aber leider auch ein vom Computer erzeugtes Schlagzeug, das einmal mehr ein "Magic Music Maker-Deja Vu" in einem aufsteigen lässt. Dabei war man so froh, dass die 90er und frühen 2000er endlich vorbei waren. Schnell liegt man so zwar nicht neben John McSchultz, aber wenn man nicht aufpasst bewusstlos neben der eigenen Stereoanlage. Ein weiteres ganz fürchterliches Erzeugnis aus des Herrn McSchulzens Wohnzimmerstudio.
Für "Mutter Einsamkeit" greift der Mann mit dem englisch klingenden Namen, der aber durchweg deutsch singt, dann wieder zur Stromgitarre und beweist ein weiteres Mal sehr eindrucksvoll, dass er das Ding nicht wirklich beherrscht (und wohl auch nicht leiden kann). Nicht immer kann man fehlendes Talent durch Lautstärke ersetzen. Das klappt nur beim Punk!
Die Krönung auf diesem Album ist aber das Lied "Ein Tag in einer anderen Welt", und damit will ich die Vorstellung dieser CD dann auch beschließen. Für diese Nummer hat Mr. McSchulz die Funktion für den Dancefloor-Sound in seinem Computerprogramm entdeckt. Schnell mal drauf gedrückt, klang für seine Ohren wohl gut (aber das tut seine Stimme ja wohl auch), und schon fand es Verwendung. Dazu brauchte es unbedingt noch ein Klavier. Flugs ist eine langweilige Melodie gefunden, die aus nicht ganz so vielen Tönen besteht, um sich auch selbst nicht zu überfordern. Die wird dann immer wieder wiederholt und feddich ist die Auslegeware für die hier schon mehrfach als wenig für Gesang geeignet identifizierte Stimme des Kollegen McSchulz. Zack, und schon steht eine weitere gruselige Nummer im Raume. Das ist alles so verstörend …
Musikalisch und auch von der Vortragskunst haben wir uns nun wirklich eine Menge bieten lassen, da müssen einen aber doch wenigstens die Songinhalte für das aus Tönen zusammen Geklöppelte entschädigen, oder? Nö! Ich möchte und kann dazu wirklich nicht viel sagen, außer dass es mich schon interessieren würde, an welchen Pilzen man geleckt haben muss, um solche Reime und Gedanken zu Songtexten werden zu lassen. Inhalte wie die in den Songs "Sommerkleid" (der zu einem Song gewordenen feuchten Hose) oder "Liegst Du neben mir" würden Dir und mir sicher nicht in der tiefsten Depression aufs Papier gehen. Dem Absender dieser Zeilen scheint dies jedoch mit Leichtigkeit gelungen zu sein. Ob uns John McSchultz mit seiner "Kunst" die eigene emotionale Zerrissenheit deutlich machen wollte oder hier nur unfreiwillig alle Defizite in Sachen Komposition, Arrangement und Textdichtung (hahaha) offenlegt, ist meiner Meinung nach schnell beantwortet. Letzteres dürfte der Fall sein, da wirklich jedes Lied einen Text hat, der nicht nur seltsam anmutet, sondern auch schnell in der Belanglosigkeit einsickert. Das ist alles nur Murks.
Ich hätte so gern etwas Nettes über das Programm auf "Ein Tag in einer anderen Welt" geschrieben, aber es will mir partout nicht gelingen. Ich finde einfach nix. Doch! Tu ich wohl … Es ist wirklich mutig, mit so wenig Talent und Können ein eigenes Album aufzunehmen, es auf CD pressen zu lassen und dann in Umlauf zu bringen. Davor ziehe ich meinen Hut, das würde ich mich nicht trauen. Den Mut, das live zu präsentieren, hat der Musikant aber wohl nicht, denn ich konnte beim besten Willen keine Konzerttermine finden, wo man sich dieses Erzeugnis dann hätte auch mal live geben können. Warum wohl? Auch wenn es weh tut: Die Minuten, die man zum Hören dieses Albums investiert, sind eine unglaubliche Zeitverschwendung. Wem das noch nicht reicht … Hier folgen noch ein paar Clips mit Musik aus dem Werk.
(Christian Reder)
Seh- und Hör-Bar:

VÖ: 07/2024; Label: Screambyrd Records; Katalognummer: 0745125045894; Musiker: John McSchultz (Gesang, alle Instrumente); Produzent: John McSchultz; Bemerkung: CD Album im Pappschuber (ohne Abdruck der Songtexte), erhältlich über die Homepage des Künstlers auf