Lukas Natschinski: "Rote Rosen [Eine
Hommage an Gerd Natschinski]" (Album)
Hommage an Gerd Natschinski]" (Album)
VÖ: 03.05.2024; Label: Eigenvertrieb; Katalognummer: ohne; Musiker: Lukas Natschinski (Gesang, Klavier); Produzent: Lukas Natschinski; Bemerkung: CD Album im aufklappbaren Digipak mit Booklet inkl. Abdruck der Songtexte und Liner Notes. Dieses Album ist ausschließlich auf CD und bei Konzerten des Künstlers oder über seine Homepage www.lukasnatschinski.de erhältlich;Titel: "Rote Rosen", "Mein Freund Bunbury (Medley)", "Wenn ein junges Mädchen weint", "Damals", "Kommt ein Mann in die 40", "Meine Frau macht Musik (Medley)", "I'll Remember You", "Die Heimat hat sich schön gemacht", "Servus Peter (Medley)", "Viola, Viola", "Über das weite, weite Mehr & Zwei gute Freunde", "Heißer Sommer (Medley)", "Gute Nacht, lieber Mann am Klavier", "I'll Remember You (Studio Version)" |
Rezension:
Lukas Natschinski ist Jahrgang 1995. Als er zur Welt kam, war sein Vater bereits Ende 60 und hatte in der DDR unzählige Hits für Solisten, Bands und für sich selbst geschrieben. Wir alle kennen natürlich die Musik zum Kinofilm "Heißer Sommer", aber auch Lieder für Frank Schöbel, die Theo Schumann Combo oder Chris Doerk, die er schuf, klingen uns noch im Ohr. Lukas wuchs mit dieser Musik auf, denn viele Lieder standen daheim im Plattenschrank oder lagen auf Notenpapier niedergeschrieben in Reichweite. Es war nur logisch, dass irgendwann auch in Natschinski junior das Interesse an der Musik wuchs. Anders als andere Altersgenossen landete er aber nicht im Rock- oder Pop-Bereich, sondern ist seit Jahren schon im Jazz zu Hause. Nach ersten eigenen Erfahrungen hat er nun anlässlich des 95. Geburtstags, den sein leider schon 2015 verstorbener Vater im vergangenen Jahr hätte feiern können, ein Programm mit den Liedern aus den 50ern, 60ern und 70ern zusammengestellt und bringt sie - sich selbst nur am Klavier begleitend - auf die Bühne.
Der Wunsch, diese Lieder nicht nur live auf der Bühne, sondern auch auf einem Album präsentieren zu können, wuchs in ihm als er merkte, dass sich sein Publikum nach den Konzerten gern was mit nach Hause nehmen wollte. Also fand Lukas eine Auswahl von Songs, die sich nun auf der CD "Rote Rosen" wiederfinden. Nicht live mitgeschnitten, sondern im Studio aufgenommen. Auf dem Silberling befinden sich nun 12 Titel des Vaters, eine eigene Komposition für seinen Papa und eine zusätzliche zweite Version dieser Eigenkomposition namens "I Remember You" als Bonustrack, der vom Arrangement her nicht zu den anderen 13 Liedern passt. Genau dieses, von Lukas selbst geschriebene Lied, gibt der ganzen Scheibe das gewisse Etwas. Es ist ein zu Tönen gewordener Rückblick auf das gemeinsame Leben mit dem Vater und eine tiefe Verbeugung vor ihm. Lukas ist es hier gelungen, damit jeden Hörer anzusprechen, der einen geliebten Menschen verloren hat, denn es ist übertragbar auf jeden, der sich angesprochen fühlt und den es erreicht. Sowohl in der Klavier- als auch in der im Band-Arrangement erklingenden Fassung zeigt das Stück seine volle Wirkung. Der, den es kalt lässt, hat scheinbar keine Gefühle. Eingebaut wurde es mitten ins Programm, auf Position sieben, und fügt sich zudem passgenau zu allen anderen Liedern nahtlos ein.
Die anderen Stücke auf dem Album sind mehr oder weniger bekannt. Sie sind zurückgenommen arrangiert, denn außer einem Klavier und bei einigen Stücken noch Gesang ist hier nicht viel an Zutaten verwendet worden. Das muss es aber auch nicht, denn die Melodie ist da, die Stimmung ist da und auch das Gefühl ist da, das die Lieder von Gerd Natschinski in ihrer Urform schon auszulösen vermochten. Es fehlt lediglich das schmückende Beiwerk, das einst im Studio die Orchester oder Bands geliefert haben. Auf der Bühne fehlt es einem erst recht nicht, denn dort füllt Lukas die Lücken mit Geschichten über seinen Vater aus, und neben diesen wirken die sparsam arrangierten Lieder wie die Musik in einer Andacht. Beim Hören daheim muss man sich da erst hinein denken und sich auch auf diese entkernten Versionen einlassen. Dann funktionieren sie auch. Hört man sie zwischen Tür und Angel, womöglich noch mit was anderem nebenher beschäftigt, geht einem vieles verloren und die Magie, die Gerd Natschinski seinen Liedern einst einpflanzte, kann ihre Wirkung nicht erzielen.
"Rote Rosen" dürfte sicher besonders gut als Mitbringsel vom Konzert funktionieren, wenn man die Bilder und das gesprochene Wort dazu noch vor Augen und im Ohr hat. Aber - wie gesagt - darauf eingelassen und aufmerksam hingehört klappt das auch ohne diese Erfahrung, und "Rote Rosen" zündet gleich in der ersten Stufe.
(Christian Reder)
Der Wunsch, diese Lieder nicht nur live auf der Bühne, sondern auch auf einem Album präsentieren zu können, wuchs in ihm als er merkte, dass sich sein Publikum nach den Konzerten gern was mit nach Hause nehmen wollte. Also fand Lukas eine Auswahl von Songs, die sich nun auf der CD "Rote Rosen" wiederfinden. Nicht live mitgeschnitten, sondern im Studio aufgenommen. Auf dem Silberling befinden sich nun 12 Titel des Vaters, eine eigene Komposition für seinen Papa und eine zusätzliche zweite Version dieser Eigenkomposition namens "I Remember You" als Bonustrack, der vom Arrangement her nicht zu den anderen 13 Liedern passt. Genau dieses, von Lukas selbst geschriebene Lied, gibt der ganzen Scheibe das gewisse Etwas. Es ist ein zu Tönen gewordener Rückblick auf das gemeinsame Leben mit dem Vater und eine tiefe Verbeugung vor ihm. Lukas ist es hier gelungen, damit jeden Hörer anzusprechen, der einen geliebten Menschen verloren hat, denn es ist übertragbar auf jeden, der sich angesprochen fühlt und den es erreicht. Sowohl in der Klavier- als auch in der im Band-Arrangement erklingenden Fassung zeigt das Stück seine volle Wirkung. Der, den es kalt lässt, hat scheinbar keine Gefühle. Eingebaut wurde es mitten ins Programm, auf Position sieben, und fügt sich zudem passgenau zu allen anderen Liedern nahtlos ein.
Die anderen Stücke auf dem Album sind mehr oder weniger bekannt. Sie sind zurückgenommen arrangiert, denn außer einem Klavier und bei einigen Stücken noch Gesang ist hier nicht viel an Zutaten verwendet worden. Das muss es aber auch nicht, denn die Melodie ist da, die Stimmung ist da und auch das Gefühl ist da, das die Lieder von Gerd Natschinski in ihrer Urform schon auszulösen vermochten. Es fehlt lediglich das schmückende Beiwerk, das einst im Studio die Orchester oder Bands geliefert haben. Auf der Bühne fehlt es einem erst recht nicht, denn dort füllt Lukas die Lücken mit Geschichten über seinen Vater aus, und neben diesen wirken die sparsam arrangierten Lieder wie die Musik in einer Andacht. Beim Hören daheim muss man sich da erst hinein denken und sich auch auf diese entkernten Versionen einlassen. Dann funktionieren sie auch. Hört man sie zwischen Tür und Angel, womöglich noch mit was anderem nebenher beschäftigt, geht einem vieles verloren und die Magie, die Gerd Natschinski seinen Liedern einst einpflanzte, kann ihre Wirkung nicht erzielen.
"Rote Rosen" dürfte sicher besonders gut als Mitbringsel vom Konzert funktionieren, wenn man die Bilder und das gesprochene Wort dazu noch vor Augen und im Ohr hat. Aber - wie gesagt - darauf eingelassen und aufmerksam hingehört klappt das auch ohne diese Erfahrung, und "Rote Rosen" zündet gleich in der ersten Stufe.
(Christian Reder)

VÖ: 03.05.2024; Label: Eigenvertrieb; Katalognummer: ohne; Musiker: Lukas Natschinski (Gesang, Klavier); Produzent: Lukas Natschinski; Bemerkung: CD Album im aufklappbaren Digipak mit Booklet inkl. Abdruck der Songtexte und Liner Notes. Dieses Album ist ausschließlich auf CD und bei Konzerten des Künstlers oder über seine Homepage www.lukasnatschinski.de erhältlich;