© Deutsche Mugge (2007 - 2026)
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Ein Konzwerbericht mit Fotos von Reinhard Baer
Foto oben: Pressematerial Band



Am Samstag setzte ich mich gegen 17:00 Uhr in mein Gefährt und fuhr über die B 96, und damit über die einstmals längste Fernverkehrsstraße der DDR, bis hinter Luckau. Da geht es dann irgendwann nach Gehren ab, dem Ziel meiner Fahrt. Bei Gehren liegt, eingebettet in den Lausitzer Höhenrücken und mitten im Wald, die Waldbühne Gehren. Ich war am Samstag nicht zum ersten Mal an diesem idyllischen Ort. Auch 2025 gab es hier ein Event unter o. g. Namen und ich habe darüber berichtet. Damals standen DIE OSSIS auf der Bühne und als Gast hatten sie WOLFGANG ZIEGLER mit dabei. Es war ein toller Abend und das sollte es auch in diesem Jahr werden. Dieselben OSSIS waren auch in diesem Jahr wieder angesagt und als Gast hatten sie dieses Mal Mike Kilian, den Sänger von ROCKHAUS und der Rolling Stones-Coverband STARFUCKER mit dabei.

Zuerst gehörte die Bühne aber den OSSIS und ihrem Ostrockprogramm allein. Es begann mit einem Intro vom Band, bestehend aus etlichen Floskeln aus dem DDR-Jargon, gipfelnd in dem Ulbricht-Zitat „…mit dem Yeah Yeah Yeah, und wie das alles heißt, sollte man doch Schluss machen“. Aber der Aufforderung von olle Ulbricht wollte hier in Gehren niemand nachkommen. Die Band schon gar nicht, denn direkt nach der Durchsage bzw. dem Intro erklang der erste Song: „Jede Stunde“, im Original von KARAT. Sänger Acki Noack, der an diesem Tag Geburtstag hatte, begrüßte alle und versprach einen tolles Konzert. Die Titelliste des Abends hatte mir Fred, einer der Mitorganisatoren der Veranstaltungen auf dieser Bühne, als Nachricht auf mein Smartphone gesendet und sie ist in der Fotostrecke enthalten, falls ich hier im Bericht eine der gespielten Songperlen vergessen sollte zu erwähnen. Als nach Titeln wie „Wer die Rose ehrt“, „Nach Süden“, „Casablanca“ dann „Alt wie ein Baum“ von den PUHDYS erklang, stürmten etliche Besucher auf die freie Fläche vor der Bühne und es wurde getanzt. Mit zum Programm gehörte auch, genau wie im letzten Jahr, das BERLIN STRING ENSEMBLE, welches bei einigen Titeln den Streichersound, bestehend aus Cello, Bratsche und zwei Geigen, beisteuerte.
 
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Nach dem Titel „Bataillon d’Amour“, dem Überhit von SILLY, gingen alle Musiker bis auf den Schlagzeuger Heinz Haberstroh von der Bühne. Heinz trommelte jetzt auf all seinen Becken und Trommeln ein Solo. Am Ende seiner Trommelei rief er dann mehrmals in sein Mikrofon :“Ich heiße Heinz“. Möglicherweise bedeuteten diese Rufe für seine Kollegen: „Ihr könnt langsam wieder rauskommen, ich habe fertig“. Auf jeden Fall kamen diese dann auch wieder auf die Bühne und mit „Blumen aus Eis“, einer weiteren KARAT-Nummer, und „Am Fenster“, einer weiteren Begegnung mit CITY, ging es in Richtung Special-Guest. Aber vorher gab es noch etwas Besonderes zu hören, denn bei „Am Fenster“ trat die erste Geigerin Suse in die vorderste Reihe und spielte die Parts, die im Original von Joro Gogow zelebriert werden. Das machte sie großartig.

Danach wurde Mike Kilian herzlich begrüßt. Gibt es hier noch jemanden, der ihn nicht kennt? Echt? Ok, dann hier eine kleine Vorstellung. Mike Kilian ist einer der markantesten Rockmusiker Deutschlands. Bekannt wurde er als Sänger, Komponist und Texter der Kultband ROCKHAUS, mit der er seit den 80er Jahren große Erfolge feiert. Darüber hinaus schrieb er Songs unter anderem für Die Prinzen, mit denen ihn eine enge Freundschaft verbindet, und Edo Zanki, er leitete das internationale Projekt Wagnerama, tourte mit Sabrina Setlur und war in verschiedenen Bands wie den schon genannten STARFUCKER und FINAL STAP aktiv. Neben seiner Arbeit mit ROCKHAUS veröffentlicht Mike bisher auch regelmäßig Soloalben und begeistert sein Publikum mit akustischen Konzertprogrammen. Hier in Gehren sang er mit Verstärkung der OSSIS auch einige Titel aus dem ROCKHAUS-Repertoire. Außerdem zeigte er einmal mehr, dass er ein schlagfertiger und humorvoller Plauderer ist. Man hatte ihm gesagt, dass er einen der Musiker von den OSSIS kennen müsste und er überlegte, wer das wohl sein könnte. Bis zum Ende seines Auftritts wolle er es aber rausbekommen haben, sagte er. Bald fiel ihm aber ein, wer bei ROCKHAUS trommelt, nämlich der Heinz. 😉

Was Mike aus seiner Stimme herausholt, ist schon beachtlich. Wenn man sich all die dünnen Stimmchen in Deutschlands erster Reihe anschaut fragt man sich wirklich, wieso aus Mike Kilian in all den Jahren nach der Wende nicht DER Superstar geworden ist, den man bei einem Privatsender schon seit über 20 Jahren verzweifelt sucht und nicht findet. Manchmal ist die Welt echt ungerecht. Die Musikwelt erst recht. Erstmals in seiner Karriere hat er einen Scheidungssong eingesungen. Inwieweit es da einen wahren Hintergrund gibt oder ob es sich um reine Phantasie handelt, konnte man seinen Worten dazu nicht entnehmen. Aber hören durften wir ihn … Mit „I.L.D.“ kam – nach einer Hand voll von Mike gesungenen Stücken - dann erstmal der letzte Titel mit ihm am Mikrophon. Im Anschluss verabschiedete sich Mike unter großem Beifall von der Bühne.
 
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DIE OSSIS gaben noch zwei Titel hinterher, zu denen Acki bereits andeutete, dass sich das Konzert langsam dem Ende nähern würde. Es gab noch den „Clown“ von NEUMIS ROCK CIRKUS und von den PUHDYS die „Eisbären“. Dabei stellte Acki noch die Mitwirkenden auf der Bühne vor. Bei den OSSIS sind das neben Acki Noak und Heinz „Angel“ Haberstroh der Bassist, Backgroundsänger und „Master of the office“ Bert Eulitz, Gitarrist und Backgroundsänger Till Paulmann und der Mann an den Tasten, Thomas Glatzer. Alle durch die Bank erstklassige Musikanten und Könner ihres Fachs … Anschließend gab es mit „Lebenszeit“ von den PUHDYS noch eine Zugabe, und dann kam schließlich auch der Gast, Mike Kilian, nochmal nach vorne. Er wollte mit dem Geburtstagskind Acki zusammen singen und mit den „Sieben Brücken“ von KARAT ging dann irgendwann nach 22.15 Uhr der Abend zu Ende. Der Mond stand hell am Himmel als ich heimfuhr. In diesem Moment hätte noch ein weiterer KARAT-Klassiker sehr gut gepasst. Wisst ihr welcher?






Fotostrecke:
 





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