
Ein Bericht mit Fotos von Thorsten Murr
Am Samstag, dem 2. Mai 2026, gab es mit dem Auftritt der Band Flying Circus eine lang ersehnte und längst überfällige Berlin-Premiere. Flying Circus wurde 1990 in Grevenbroich gegründet und verortet sich musikalisch im Spektrum zwischen Hard- und Progressive Rock. 1997 erschien das erste Album und seitdem wurden rund 15 weitere Studio-, Live-, Konzept-, Reload- und Best-of-Alben veröffentlicht. Das bislang letzte ist das im November 2025 in drei verschiedenen Editionen veröffentlichte Konzeptwerk "The Eternal Moment".
Endlich live in Berlin!
Nun also hat es diese fleißige und produktive Band dank des Engagements von Eventmanager Torsten Starke, vielen Musikfreunden sicherlich besser bekannt als "Spreewilder" und etlicher Fans - es hatte zuvor sogar eine Newsletter-Umfrage gegeben, ob es in Berlin überhaupt ein hinreichendes Interesse an einem Konzert gäbe - endlich geschafft, die Hauptstadt zu erobern. Genaugenommen findet die Eroberung im "Brickhouse" in Berlin-Weißensee statt. Das Brickhouse ist eine kleine bis mittlere, etwas unspektakulär gelegene, aber erstklassig ausgestattete, zünftig mit Rock-Memorabilia dekorierte und liebevoll betriebene Location, die inzwischen bei vielen Musikern und Fans bestens bekannt und beliebt ist. Neben wöchentlichen Jam-Sessions finden hier konzertante Highlights mit ausgewählten, meist aufstrebenden, nationalen und internationalen Acts wie heute statt, sodass man das Brickhouse insbesondere für talentierte Bands von außerhalb als ein Einfallstor in die Berliner Szene bezeichnen kann.
Seit Wochen ausverkauft
Dass Flying Circus in der Hauptstadt und ihrer Umgebung offenbar seit langem über eine große Anhängerschaft verfügen, wird klar, als schon Wochen vor dem Termin verkündet werden musste, dass das Konzert restlos ausverkauft sei. Wow, das muss man hier an einem Samstag - mit vorangegangenem Feiertag - auch erstmal hinkriegen! Und ja, der Laden ist wirklich randvoll. Trotzdem versuchen noch einige Musikfreunde, von anderen Besuchern ein überzähliges Ticket abzustauben - vielleicht hat es ja geklappt. Als es drinnen losgeht, steht jedenfalls niemand mehr traurig vor der Tür.
Und wenn es so voll ist, ist freilich die Vorfreude groß und die Stimmung von vorneherein ganz besonders. Schnell noch ein paar Worte mit einigen befreundeten "Konzertnomaden" gewechselt, und schon startet die Show. Die vielen Fans im Publikum, die die Musik von Flying Circus schon kennen, sind sofort voller Begeisterung. Und die wenigen, für die es heute das erste Mal sein mag, lassen sich mitreißen. Ich selbst kenne einige Alben, auf die ich vor rund zwei Jahren eher zufällig gestoßen bin. Die hatten mir so gut gefallen, dass ich mich in den Newsletter-Verteiler hab aufnehmen lassen, somit immer "up to date" war und heute nun wie viele andere auch voller Spannung auf die Live-Performance bin.
Wie ein fliegender Zirkus
Flying Circus sind Rüdiger Blömer an Keyboard und Geige, Dietmar Berteld, seit 2025 am Bass dabei, Ande Roderigo am Schlagzeug, Michael Rick an den Gitarren sowie Michael Dorp, der vor allem als Frontmann und Sänger agiert, im weiteren Verlauf aber auch unterstützende Schlag- und Klanginstrumente beisteuert. Der Sound ist fett, die Songs sind stark. Alles wirkt sehr dicht und kompositorisch durchdacht. Es ist ja dieser Hard-Progressive-Musik wesenseigen, zugleich kraft- und machtvoll wie auch filigran, mit vielen klanglichen Details und mitunter längeren solistischen Exkursen gewürzt, zu erscheinen. Diese sympathische Band zählt zweifellos zu den Könnern dieses anspruchsvollen Genres, das sie mit Leidenschaft und auf handwerklich hohem Niveau zelebrieren. Und ja, die Vielfalt der stilistischen Mittel könnte man mit einem verschmitzten Lächeln tatsächlich mit einem Zirkus vergleichen.
Pure Freude an der Musik
Was mich daheim und auf langen Zug- und Autofahrten bereits nachhaltig beeindruckt hat - sonst wäre ich ja heute nicht hier -, bestätigt sich im Live-Vortrag mehr als überzeugend. Sänger Michael Dorp ist ein talentierter und überaus agiler Rock-Performer, der die Show in Bewegung und den direkten Kontakt zum Publikum hält, während seine versierten und virtuosen Mitspieler ein facettenreiches, aber stets homogenes rhythmisches und melodisches Gesamtbild erzeugen. Die Freude am gemeinsamen Musizieren steht allen sehr offenkundig ins Gesicht geschrieben, und für mich ist es ein großes Vergnügen, während der ausgedehnten Stücke mal mehr auf das eine und dann wieder auf das andere Instrument zu hören, genauer hinzuschauen und den Melodien zu folgen. Es passiert so viel - und es passt doch alles zusammen.
Im Repertoire bin ich nicht ganz so bewandert - immerhin sprechen wir wohl eher von kompositorischen Werken, als von griffigen Songs -, aber durch erläuternde Worte von Michael erfahren wir zumindest, dass wir eine Auswahl aus so ziemlich allen Schaffensperioden dieser langjährigen Band zu hören bekommen. Für mich selbst ist das gar nicht so wichtig, mir geht es um das Gesamtwerk und das musikalische Erlebnis, um den fortwährenden Genuss dieser feinen Musik - und dieser Wunsch wird mir mehr als erfüllt. Der Applaus zum Ende einer jeden dieser musikalischen Reisen ist heftig, und in den Pausen zwischen den drei Sets wird lebhaft über das Gehörte und Gesehene geredet. Wie konnte es nur sein, dass diese Band erst jetzt nach Berlin kam?
Ein großartiges Erlebnis!
Die Stücke sind lang, der Abend ist lang. Flying Circus geben alles, so scheint es. Zumindest geben sie uns viel von dem, was sie draufhaben. Und wir greifen dankbar zu. Die Begeisterung ist auf und vor der Bühne groß. Irgendwann aber sind wir erschöpft und irgendwann, es ist schon spät, muss ja dann auch mal Schluss sein, wobei die Band aber sicherlich noch ein paar Stücke in Reserve gehabt hätte. Als sich das Brickhouse nach und nach leert, hört man in den Gesprächen ausnahmslos Zustimmung und Freude über das erlebte. Ja, es darf nicht nochmal so viele Jahre brauchen, bis der Fliegende Zirkus mal wieder in der Hauptstadt landet!
Vielen Dank, Flying Circus! Vielen Dank dem Brickhouse, dieses außergewöhnliche Konzert veranstaltet zu haben. Und vielen Dank denjenigen, die die Unternehmung in Angriff genommen, eingefädelt und unterstützt haben! Das war sehr gute Arbeit mit einem grandiosen Ergebnis. Bis bald!
Endlich live in Berlin!
Nun also hat es diese fleißige und produktive Band dank des Engagements von Eventmanager Torsten Starke, vielen Musikfreunden sicherlich besser bekannt als "Spreewilder" und etlicher Fans - es hatte zuvor sogar eine Newsletter-Umfrage gegeben, ob es in Berlin überhaupt ein hinreichendes Interesse an einem Konzert gäbe - endlich geschafft, die Hauptstadt zu erobern. Genaugenommen findet die Eroberung im "Brickhouse" in Berlin-Weißensee statt. Das Brickhouse ist eine kleine bis mittlere, etwas unspektakulär gelegene, aber erstklassig ausgestattete, zünftig mit Rock-Memorabilia dekorierte und liebevoll betriebene Location, die inzwischen bei vielen Musikern und Fans bestens bekannt und beliebt ist. Neben wöchentlichen Jam-Sessions finden hier konzertante Highlights mit ausgewählten, meist aufstrebenden, nationalen und internationalen Acts wie heute statt, sodass man das Brickhouse insbesondere für talentierte Bands von außerhalb als ein Einfallstor in die Berliner Szene bezeichnen kann.
Seit Wochen ausverkauft
Dass Flying Circus in der Hauptstadt und ihrer Umgebung offenbar seit langem über eine große Anhängerschaft verfügen, wird klar, als schon Wochen vor dem Termin verkündet werden musste, dass das Konzert restlos ausverkauft sei. Wow, das muss man hier an einem Samstag - mit vorangegangenem Feiertag - auch erstmal hinkriegen! Und ja, der Laden ist wirklich randvoll. Trotzdem versuchen noch einige Musikfreunde, von anderen Besuchern ein überzähliges Ticket abzustauben - vielleicht hat es ja geklappt. Als es drinnen losgeht, steht jedenfalls niemand mehr traurig vor der Tür.

Und wenn es so voll ist, ist freilich die Vorfreude groß und die Stimmung von vorneherein ganz besonders. Schnell noch ein paar Worte mit einigen befreundeten "Konzertnomaden" gewechselt, und schon startet die Show. Die vielen Fans im Publikum, die die Musik von Flying Circus schon kennen, sind sofort voller Begeisterung. Und die wenigen, für die es heute das erste Mal sein mag, lassen sich mitreißen. Ich selbst kenne einige Alben, auf die ich vor rund zwei Jahren eher zufällig gestoßen bin. Die hatten mir so gut gefallen, dass ich mich in den Newsletter-Verteiler hab aufnehmen lassen, somit immer "up to date" war und heute nun wie viele andere auch voller Spannung auf die Live-Performance bin.
Wie ein fliegender Zirkus
Flying Circus sind Rüdiger Blömer an Keyboard und Geige, Dietmar Berteld, seit 2025 am Bass dabei, Ande Roderigo am Schlagzeug, Michael Rick an den Gitarren sowie Michael Dorp, der vor allem als Frontmann und Sänger agiert, im weiteren Verlauf aber auch unterstützende Schlag- und Klanginstrumente beisteuert. Der Sound ist fett, die Songs sind stark. Alles wirkt sehr dicht und kompositorisch durchdacht. Es ist ja dieser Hard-Progressive-Musik wesenseigen, zugleich kraft- und machtvoll wie auch filigran, mit vielen klanglichen Details und mitunter längeren solistischen Exkursen gewürzt, zu erscheinen. Diese sympathische Band zählt zweifellos zu den Könnern dieses anspruchsvollen Genres, das sie mit Leidenschaft und auf handwerklich hohem Niveau zelebrieren. Und ja, die Vielfalt der stilistischen Mittel könnte man mit einem verschmitzten Lächeln tatsächlich mit einem Zirkus vergleichen.
Pure Freude an der Musik
Was mich daheim und auf langen Zug- und Autofahrten bereits nachhaltig beeindruckt hat - sonst wäre ich ja heute nicht hier -, bestätigt sich im Live-Vortrag mehr als überzeugend. Sänger Michael Dorp ist ein talentierter und überaus agiler Rock-Performer, der die Show in Bewegung und den direkten Kontakt zum Publikum hält, während seine versierten und virtuosen Mitspieler ein facettenreiches, aber stets homogenes rhythmisches und melodisches Gesamtbild erzeugen. Die Freude am gemeinsamen Musizieren steht allen sehr offenkundig ins Gesicht geschrieben, und für mich ist es ein großes Vergnügen, während der ausgedehnten Stücke mal mehr auf das eine und dann wieder auf das andere Instrument zu hören, genauer hinzuschauen und den Melodien zu folgen. Es passiert so viel - und es passt doch alles zusammen.

Im Repertoire bin ich nicht ganz so bewandert - immerhin sprechen wir wohl eher von kompositorischen Werken, als von griffigen Songs -, aber durch erläuternde Worte von Michael erfahren wir zumindest, dass wir eine Auswahl aus so ziemlich allen Schaffensperioden dieser langjährigen Band zu hören bekommen. Für mich selbst ist das gar nicht so wichtig, mir geht es um das Gesamtwerk und das musikalische Erlebnis, um den fortwährenden Genuss dieser feinen Musik - und dieser Wunsch wird mir mehr als erfüllt. Der Applaus zum Ende einer jeden dieser musikalischen Reisen ist heftig, und in den Pausen zwischen den drei Sets wird lebhaft über das Gehörte und Gesehene geredet. Wie konnte es nur sein, dass diese Band erst jetzt nach Berlin kam?
Ein großartiges Erlebnis!
Die Stücke sind lang, der Abend ist lang. Flying Circus geben alles, so scheint es. Zumindest geben sie uns viel von dem, was sie draufhaben. Und wir greifen dankbar zu. Die Begeisterung ist auf und vor der Bühne groß. Irgendwann aber sind wir erschöpft und irgendwann, es ist schon spät, muss ja dann auch mal Schluss sein, wobei die Band aber sicherlich noch ein paar Stücke in Reserve gehabt hätte. Als sich das Brickhouse nach und nach leert, hört man in den Gesprächen ausnahmslos Zustimmung und Freude über das erlebte. Ja, es darf nicht nochmal so viele Jahre brauchen, bis der Fliegende Zirkus mal wieder in der Hauptstadt landet!
Vielen Dank, Flying Circus! Vielen Dank dem Brickhouse, dieses außergewöhnliche Konzert veranstaltet zu haben. Und vielen Dank denjenigen, die die Unternehmung in Angriff genommen, eingefädelt und unterstützt haben! Das war sehr gute Arbeit mit einem grandiosen Ergebnis. Bis bald!
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