Dirk Zöllner, Manuel Schmid,
André Gensicke & Marek Arnold
Berlin | Neu Helgoland | 11. und 12. Februar 2026
Die schönsten Balladen aus
dem Land vor unserer Zeit
Ein Bericht mit Fotos von Reinhard Baer
Unter dieser Überschrift sind die Musiker Manuel Schmid, Dirk Zöllner, André Gensicke und Marek Arnold derzeit unterwegs und am 11. und 12. Februar gaben sie zwei Konzerte im Berliner „Neu Helgoland“. An beiden Abenden waren die Karten ausverkauft.
Ich war am Freitag schon fast eine Stunde vor Konzertbeginn dort. Auf der Bühne leuchtete alles in rot. Im Hintergrund hingen vier Banner mit den Bildnissen der vier Künstler. Davor stand das nicht gerade üppige Equipment der Hauptdarsteller, und die Nebelmaschine lief bereits. Was ist nun das Anliegen, das Projekt unter dieser langen Überschrift zu starten? Damit, was aus der DDR kam - und damit ist das „Land vor unserer Zeit“ ja gemeint -, ist zweifelsohne die Musik des nicht mehr existierenden Landes und ihre Schöpfer gemeint. Allerdings nicht die Erzeugnisse aus dem Schunkel- und Stimmungsbereich wie der „Himmelblaue Trabant“ und Lieder über Affen, die auf die Bäume müssen, weil der Wald gefegt wird, sondern das Musik- und Textmaterial, das Musiker, Komponisten und vor allem Texter im Bereich des sogenannten Ostrocks erschaffen haben. Und hier genauer gesagt die etwas ruhigeren Stücke, also Balladen. Lieder, deren Inhalte sich oft an der Zensur durch geschickte Metaphern vorbei gemogelt haben, und auf diese Weise für die Staatsführung inhaltlich problematische Botschaften zum Publikum transportiert werden konnten. Alle Musiker der DDR mussten eine musikalische Hochschulausbildung haben und das war auch ein Grund, warum in dem kleinen Land echte Meisterwerke in hoher Qualität entstehen konnten. Diese Lieder neu zu interpretieren war das Anliegen der vier Musiker und was sie da uns hören ließen, war ebenso von hoher Qualität wie das Ausgangsmaterial selbst.
Ich war am Freitag schon fast eine Stunde vor Konzertbeginn dort. Auf der Bühne leuchtete alles in rot. Im Hintergrund hingen vier Banner mit den Bildnissen der vier Künstler. Davor stand das nicht gerade üppige Equipment der Hauptdarsteller, und die Nebelmaschine lief bereits. Was ist nun das Anliegen, das Projekt unter dieser langen Überschrift zu starten? Damit, was aus der DDR kam - und damit ist das „Land vor unserer Zeit“ ja gemeint -, ist zweifelsohne die Musik des nicht mehr existierenden Landes und ihre Schöpfer gemeint. Allerdings nicht die Erzeugnisse aus dem Schunkel- und Stimmungsbereich wie der „Himmelblaue Trabant“ und Lieder über Affen, die auf die Bäume müssen, weil der Wald gefegt wird, sondern das Musik- und Textmaterial, das Musiker, Komponisten und vor allem Texter im Bereich des sogenannten Ostrocks erschaffen haben. Und hier genauer gesagt die etwas ruhigeren Stücke, also Balladen. Lieder, deren Inhalte sich oft an der Zensur durch geschickte Metaphern vorbei gemogelt haben, und auf diese Weise für die Staatsführung inhaltlich problematische Botschaften zum Publikum transportiert werden konnten. Alle Musiker der DDR mussten eine musikalische Hochschulausbildung haben und das war auch ein Grund, warum in dem kleinen Land echte Meisterwerke in hoher Qualität entstehen konnten. Diese Lieder neu zu interpretieren war das Anliegen der vier Musiker und was sie da uns hören ließen, war ebenso von hoher Qualität wie das Ausgangsmaterial selbst.

Leider konnte ich keine Titelliste erhaschen oder abfotografieren, so habe ich mir nur einige Notizen gemacht. Mit dabei waren z. B. „Sommernacht“ und „Guten Tag“ (komponiert von Franz Bartzsch für Veronika Fischer), „Nach Süden“, „Am Abend mancher Tage“, „Wind trägt alle Worte fort“ (für LIFT), „Nachtigal“ (4 PS), „Wer die Rose ehrt“ und „Als ich wie ein Vogel war“ (RENFT), „Asyl im Paradies“ (SILLY), „Reichtum der Welt“ (Holger Biege), die „Tagesreise“ (Horst-Krüger-Band bzw. LIFT), „Viel zu weit“, Käfer auf’m Blatt (Chicoree) und „Abendstunden“ (KARAT).
Wer erinnert sich noch an Reinhard Lakomys Titel „Heute bin ich allein“? Das war so Anfang der 70er Jahre. Lakomy, seinerzeit Pianist in der Band von Günther Fischer, begann plötzlich zu singen. Ich höre ihn noch in einem Interview im Rundfunk sagen, er sei Pianist, Komponist und Arrangeur, und habe nicht vor, jetzt eine Laufbahn als Sänger einzuschlagen. Anscheinend hatte ihm aber sein Texter Fred Gertz doch so tolle Texte geschrieben, dass am Ende doch mehrere LPs bei Amiga entstanden, und aus seiner Band mit dem Mädchenchor ging dann „die Lütte“, Angelika Mann, hervor, die auch einige mal im „Neu Helgoland“ auf der Bühne stand und nun leider von uns gegangen ist. Auf jeden Fall sangen Manuel und Dirk auch Lakomys Erstlings-Hit „Heute bin ich allein“ und bauten ihm damit ebenfalls ein Denkmal wie all den anderen kreativen Köpfen, deren schönsten Arbeiten wir bei den Konzerten in Neuauflagen genießen durften.
Ins Heute übertragen werden die alten Klassiker übrigens nur durch den Sound von zwei Keyboards und verschiedenen Saxophonen und natürlich den beiden unterschiedlicher nicht klingen könnenden Stimmen von Manuel Schmid und Dirk Zöllner. Mit viel Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen schaffen es die Musiker, die Herzen dieser Lieder auf eine andere Art und Weise schlagen zu lassen, ohne sie zu verfremden. Ihre Mission, die Musik von gestern in die Neuzeit zu übertragen und auch für heutige Hörgewohnheiten frisch klingen zu lassen, ist ihnen jedenfalls absolut gelungen.

Man merkte kaum, wie schnell die Zeit verging, und am Ende hieß es einfach nur ganz kurz und knackig, „So, das war‘s“, und man ging von der Bühne. Die vier Musiker wollten ihr in absolute Hochstimmung versetztes Publikum aber nicht einfach so verlassen, und kamen deshalb auch sofort wieder. Bevor der allerletzte Ton erklang, gab es dann doch noch einen kleinen Nachschlag. Den gab es schließlich auch noch Abseits der Bühne, denn am Merchendising-Stand konnte man im Laufe des Abends CDs, Platten und auch noch einige andere Dinge erwerben, die die Künstler gern mit ihren Schriftzügen versahen. Sie hatten noch eine Weile zu tun um Autogramme zu geben und für Fotos in Pose zu gehen. Die beiden Konzerte im „Neu Helgoland“ sind inzwischen Geschichte und hier in Worten und Bildern festgehalten, aber es stehen noch einige Termine auf dem Tournee-Plan. Am Freitag, den 13., waren sie in Schwedt. Bis zum Ende der Tour am 14. März folgen noch Konzerte in Pirna, Bad Elster, Leipzig, Potsdam, Fürstenwalde, Rostock, Stralsund und Wittenberg. Es gibt eine absolute Empfehlung, sich noch eine dieser Muggen anzuschauen.
