Gerd Hufnagel & Chris Holzer: "Boogiedogs" (Buch)

boogiedogs 20210202 1945275436VÖ: 25.10.2020
Verlag/Herausgeber: AAA Culture GmbH
ISBN-13: 978-3981736342
Beschreibung:
Taschenbuch/broschiert, 192 Seiten


Rezension:
Pavors Ritt durch die rockige Musikgeschichte - Auch mit der nun brandaktuell vorliegenden bereits dritten Buchausgabe geht AAA Culture konsequent und qualitativ den eingeschlagenen Weg weiter. Nach der geballten Sammlung von 50 Szene-Kurzgeschichten "Er Hatte Sie Alle" vom Rock'n'Roll Reporter MICHAEL FUCHS-GAMBÖCK und weiter mit der Lebensgeschichte von Legende Robert Johnson mit Arbeitstitel "Crossroads" (Hinweis dazu hinten im vorliegenden Buch) von den beiden Kennern TOM GRAVES und Blues-Man NORBERT EGGER, nun bereits der dritte Streich mit "Boogiedogs". Diesmal ist es ein Roman geworden, eine mit vielen realen Details gespickte fiktive, informative, lesenswerte Europareise an viele interessante Schauplätze der bunten Welt der Rockmusik. Allein schon mit diesen drei ausgezeichneten Werken hat AAA Culture viel für die seriöse Berichterstattung im Bereich rockiger Musik geleistet. Nur wenn wir diese Bücher kaufen und dann Eintauchen in die drei verschiedenen Welten, hat sich die großartige Arbeit aller Beteiligten in vollem Umfang gelohnt und wird dadurch noch wertvoller. Wie von AAA Culture nicht nur bei den Büchern gewohnt, gibt es angefangen vom sehr strukturierten Design und natürlich besonders dem literarischen Inhalt auf diesmal fast 200 kompakt gedruckten Seiten absolut nichts zu bemängeln. Leider ist einer meiner Wesenszüge, auch immer das Haar in der Suppe zu suchen - scheint einigen Vielschreibern so zu gehen -, habe aber nichts gefunden.

Dass die beiden Autoren, Biologe GERD HUFNAGEL und Unternehmensberater CHRIS HOLZER, keine unerfahrenen Theoretiker sind, zeigt allein schon, dass sie seit 20 Jahren stabil "The Sky Is Crying Blues Radio" der Radiofabrik Salzburg gestalten und moderieren. Dort sind inzwischen für über 300 Radio-Sendungen viele Blues-Geschichten detailliert recherchiert worden. All das spürt man auch oft deutlich beim Lesen der vorliegenden spannenden Geschichte, denn es scheint nun sogar auch für ein Buch-Projekt wie "Boogiedogs" genug Material gesichtet und Erfahrungen gesammelt worden zu sein. Richtig, so ist es, dazu ein paar Brisen Inspiration, Zuspruch, Mut, Leidenschaft und auf ging es auf die Reise für dieses fulminante Roman-Debüt. Der Aufwand hat sich absolut gelohnt. Die Haupt-Personen des Romans sind der schillernde Vater Hans Lindner (Musiker), ein durchaus beliebter Vorname für einen österreichischen Künstler, und sein biederer Sohn Robert, dem bodenständigen ledigen Bankangestellten aus Wien. Hier schon wieder eine Verbindung zum Blues, zu "Crossroads" und Robert Johnson.

Es wird eine facettenreiche, verschachtelte Geschichte um ein Vermächtnis erzählt, bei der Erbe Robert zusammen mit einigen Helfern eine Schnitzeljagd durch ganz Europa antreten muss um an das wertvolles Erbgut seines Vaters Hans heran zu kommen. Im Kern geht es immer um musikalische Stationen und dort lebende Personen zu denen der verstorbene Vater seinen Sohn schrittweise postmortal schickt. Alles ist geschickt verpackt in für Musikfans sehr lesenswerte Erlebnisse mit vielen interessanten Details zu geschichtlichen Fakten und berühmten Protagonisten aus der frühen, bunten, wilden Welt des Musik-Show-Geschäft. Natürlich wird auch Fiktion und Interpretation geschickt mit eingewoben, vermischen sich zu den Tatsachen, sodass man oftmals unsicher ist ob es tatsächlich so war oder gewesen sein könnte. Aber dieses Gefühl habe/hatte ich auch beim Lesen und durcharbeiten so mancher Biographie und/oder manchem Tatsachenbericht. Was will ich damit sagen? Dieser Roman wirkt trotz der vielen fiktiven Sachverhalte wie eine vom Protagonisten selbst geschriebene Lebensgeschichte. Zu jedem der insgesamt 24 Kapitel gibt es dann auch noch jeweils eine Vielzahl von genreübergreifenden Empfehlungen zu passender Musik. Und diese Tipps sind echt gehaltvoll. Lässt man sich auf Geschichte, Tipps und Anekdoten ein und verfolgt einige Spuren weiter, dann werden selbst Fachkundige öfters überrascht sein. Ich war es auch mehrfach. Hier bekommt man reihenweise Anregungen weiter auf Spurensuche zu gehen, von Robert Johnson, über Bob Dylan bis Jimi Hendrix. Gelernt habe ich darüber hinaus auch viel über die österreichische Sprache und Kultur, kann sicher noch mal bei zukünftigen Exkursionen und Recherchen nützlich sein.

Die Dichte, Breite und Qualität an musikalischen Aspekten, Sachverhalten, Hinweisen die von den beiden Autoren GERD HUFNAGEL und CHRIS HOLZER zusammengefasst wurden, ist schier unglaublich, wahrlich bündelweise lesenswerte Seiten. Also, hier hält man tatsächlich eine AAA-Wundertüte in den Händen, ein Buch das trotz Wagenladungen von unterschiedlichsten Druckwerken immer scheinbar so günstig liegt, dass man einfach zugreifen MUSS. Macht doch, dieses Lesefutter lohnt sich, besonders auch jetzt in Zeiten in der man Hoffnung auf Ausblicke braucht für ein zukünftig wieder buntes, lebendiges Beieinandersein !!
(Roland "Der SchoTTe" Koch)




   
   
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