Inka Bause: "Mit offenen Armen" (Album)

lp11 20180920 1987515756VÖ: 21.09.2018; Label: Elektrola/Universal; Katalognummer: 060256795672; Musiker: Inka Bause (Gesang), Jörg Weisselberg (Gitarre, Bass), Roland Spremberg (Tasteninstrumente, u.a.), Steffen Häfelinger (Gitarre), Simon Allert (Schlagzeug, Keyboards, u.a.), Uwe Fischer (Gitarre), u.a.; Produzent: Thomas Remm, Anja Krabbe u.a.; Bemerkung: CD im Jewel-Case, Booklet mit Abdruck der Songtexte. Ausschließlich auf CD und als Download/Stream erschienen. Kompositionen u.a. von Annette Humpe, Anja Krabbe, Tobias Künzel u.v.a.;

Titel:
Mit offenen Armen • Die Liebe findet mich schon • Alléz Alléz - ich bin bereit zu leben • Wenn Liebe da ist • Hand aufs Herz • Wo der Himmel das Meer berührt • Warum denn nicht • Sommer Sonne Himbeereis • Zweites erstes Mal • Wenn du ein Lied wärst • Das kann kein Mann • Auf dem Dach der Welt • Eddi


Rezension:
Die zweite Hälfte des Jahres 2018 wird für Inka Bause so richtig spannend. Am Freitag (21.9.) erscheint ihr neues Studioalbum "Mit offenen Armen" bei Universal, aus dem es schon zwei Songs gibt, die als Single im Umlauf und im TV präsentiert worden sind. Es ist das erste Album seit 10 Jahren und damit ist sie ab dem 2. Oktober bis zum 30. November auf Deutschland-Tour (Termine siehe unten). Mittendrin wird die blonde Sängerin und Moderatorin auch noch 50. Da stehen ihr heiße Tage und Nächte bevor. Was die neue Platte angeht, hören wir doch einfach mal rein, was die "Spielverderber"-Interpretin knapp 35 Jahre nach ihrem Karrierestart und nach 10-jähriger Sangespause so anzubieten hat.

Und das ist so einiges. Auch wenn wir uns mit den neuen Songs bei all dem popmusikalischen Übergewicht doch im Schlagerbereich bewegen, so hat Inka Bause eine ganz spezielle Art, eben diesen Schlager an ihre Hörer zu transportieren. Das ist jetzt nichts Neues bei ihr, doch im direkten Vergleich mit den älteren Titeln hat sie gesanglich und von der Musik her einen Satz nach vorn gemacht.
Gleich der Opener "Mit offenen Armen" betritt mit einem großen Schritt die gute Stube des Konsumenten. Flott arrangiert von Thomas Remm (Valicon; Produzent u.a. von Jeanette Biedermann, Ella Endlich, The Baseballs und Christian Haase) und maßgeschneidert auf den Leib komponiert von Anja Krabbe (AK4711) versprüht die ab Oktober auch wieder im landwirtschaftlichen Verkupplungs-Gewerbe agierende Künstlerin ordentlich Lebensfreude und auch Lebensmut. Der Sommer nimmt mit der Nummer hier nochmal neuen Anlauf - so kurz bevor es draußen schmuddelig wird. Ohrwurm-Qualitäten hat das Stück auch.
Gleich das nächste Lied "Die Liebe findet mich schon" hätte auch von der Gruppe LAING sein können, so war mein Gedanke, als es zum ersten Mal aus meinen Boxen geschossen kam. Annette Humpe hat das Lied für Inka geschrieben und betextet und die Anleihen bei "Ich bin morgens immer müde" von eben erwähnter Band sind erstmal unüberhörbar. Das verläuft sich aber recht schnell und - auch durch Inkas Art zu Singen - kristallisiert sich etwas Eigenes heraus. Eine Sache für sich und kein Abklatsch. Inhaltlich kokettiert Inka hier ein bisschen mit ihrer eigenen Situation und vermittelt eine gewisse Gelassenheit damit, dass sie die Liebe bis hierher wohl selbst noch nicht gefunden hat und Single ist.
Dass sie dazu aber bereit ist, von der Liebe entdeckt zu werden, schildert sie in der tanzbaren Disko-Nummer "Alléz Alléz", in der sie ganz deutlich zu verstehen gibt, offen für das Leben zu sein und auch Hals über Kopf lieben zu können.
Dem entgegen stellt sie im Verlauf des Albums allerdings das Lied "Das kann kein Mann", in dem sie - verpackt in elektronisch verspieltem Arrangement - die Vorteile des Lebens einer Single-Frau aufzeigt. In der von Tobias Künzel (Die Prinzen) geschriebenen Nummer stellt sie im Refrain augenzwinkernd fest, dass "manche Sachen mit Männern doppelt schön sind", sie sich aber trotzdem freut, wenn sie dann wieder geh'n.

Natürlich geht es auf dieser CD ausschließlich um die Liebe und die angenehmen Dinge des Lebens. Themen, die den Hörer runterziehen oder in schlechte Stimmung versetzen könnten, sucht man vergeblich. Das ist auch nicht die Absicht, die die hier zu hörende Musik verfolgt. Sie und die Künstlerin wollen unterhalten und das tun beide hier sehr gut. Und bei aller Einseitigkeit der Themenwahl versteht es Inka, ihre Inhalte appetitlich und ohne irgendwelche Wiederholungen an den Mann und die Frau zu bringen. Viele Songs versprühen dieses eingangs schon erwähnte Sommer-Gefühl, das einen locker und flockig durch den Herbst bringen dürfte ("Hand aufs Herz", "Warum denn nicht"), aber sie scheut sich auch nicht, die leisen Töne anzustimmen, die man im ruhigen Moment des Tages genießen kann. So befinden sich mit "Wenn Liebe da ist", "Zweites erstes Mal" und "Auf dem Dach der Welt" auch Balladen zwischen all dem Pop und dem Schlager. Dass man nicht nur zwischenmenschlich Gefühle austauschen, sondern sein Herz auch an eine ganze Landschaft verschenken kann, macht uns die chillige Liebeserklärung "Wo der Himmel das Meer berührt" deutlich, denn hier outet sich die Künstlerin als schwer in die Ostsee und seine Strände verliebt.

Viele der Songs auf dem neuen Album stammen aus der Feder von Anja Krabbe und trotzdem diese stattliche Zahl von Liedern aus ein und derselben Kompositionsschmiede gekommen sind, lassen sie es an Vielseitigkeit nicht vermissen. Jeder Titel scheint irgendwie passgenau an die Bedürfnisse und die Lebenseinstellung der Inka Bause angelegt worden zu sein. Den Rest an Überzeugungsarbeit leistet dann natürlich die Sängerin selbst. Erfreulich ist außerdem, dass "Mit offenen Armen" kein Album von der Stange ist. Hier klingt nichts wie auf Biegen und Brechen erzwungen oder im Labor zusammengebraut. Man kennt sie ja, die Platten der hübschen Damen der Schlagerszene, auf der sich ein Song wie der andere anhört, oder die tonalen Abstuhlungen von ballermannesken Herren, die von sich in der dritten Person reden, in Sachen Kunst aber nur Krempel abliefern. Das findet man hier nicht. Und so darf man sich auch ruhig mal trauen, ins Schlager-Fach zu greifen und die CD von Inka heraus zu grabbeln. Die Scheibe macht Spaß und hat mit dem einstigen Pop-Teenie der 80er nicht mehr so viel zu tun. Aber mit "Alte-Leute-Mucke" fürs Bierzelt auch nicht und damit liefert sie Pop bzw. Schlager mit Seltenheitswert. So wird die zweite Hälfte des Jahres 2018 nicht nur für Inka, sondern auch für ihre Fans und Sympathisanten spannend.
(Christian Reder)


Tour-Termine:
• 02.10.2018 - Potsdam - Nikolaisaal
• 06.10.2018 - Zwickau - Ballhaus
• 12.10.2018 - Halle - Steintor Variete
• 13.10.2018 - Cottbus - Stadthalle
• 26.10.2018 - Schwerin - Capitol
• 27.10.2018 - Rostock - Stadthalle
• 28.10.2018 - Neubrandenburg - Konzertkirche
• 01.11.2018 - Leipzig - Haus Auensee
• 02.11.2018 - Görlitz - Kulturbrauerei
• 10.11.2018 - Magdeburg - AMO
• 23.11.2018 - Berlin -Admiralspalast
• 29.11.2018 - Dresden - Schlachthof
• 30.11.2018 - Erfurt - Alte Oper







   
   
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