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Ein Bericht mit Fotos von Reinhard Baer




Am letzten Freitag war es wieder soweit. Nachdem in den letzten zwei Jahren das "Hörbar Blues Open Air" in Milow wegen Corona ausfallen musste, fand es nun wieder statt und das zum vierzehnten Mal. Drei hochkarätige Bands hatte der Veranstalter Carsten Fröhlich auf das Freizeitgelände am Havelufer eingeladen. Die weiteste Anreise hatte ROB TOGNONI, denn er kommt aus Australien. Nicht ganz so weit hatte es die Band TWO TIMER. Diese Band kam aus Polen und wurde dort 2008 in Poznan gegründet. Den kürzesten Weg nach Milow hatte dagegen HANF aus Rathenow.


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Gruppe HANF


Pünktlich um 19:00 Uhr begann das Konzert. Die Musiker von HANF nahmen schon mal ihre Instrumente in Beschlag, während Carsten Fröhlich den Abend eröffnete. Er begrüßte alle ganz herzlich, bedankte sich bei allen, die bei den Vorbereitungen geholfen haben und auch hinterher alles wieder abbauen und in Ordnung bringen. Danach gehörte die Bühne den fünf Musikern aus Rathenow. Sie spielten Titel aus dem Genre Blues-Rock. Es ging lautstark zur Sache. Zwar waren viele Titel für die Mehrheit der Zuhörer kaum bekannt, aber Namen wie ZZ-Top, Velvet Underground oder Lou Reed hat man doch irgendwie schon einmal gehört. Auch The Rolling Stones waren mit Songmaterial vertreten: "Dead Flowers" oder "Route 66" kennen doch viele. Wie kommt eine Band dazu, sich HANF zu nennen? Es hat nichts mit der Pflanze zu tun, die man auf dem T-Shirt des Frontmannes der Band sehen konnte. Die fünf Musiker haben das getan, was auch die PUHDYS oder ABBA in Sachen Bandnamen getan haben, sie haben nämlich die Anfangsbuchstaben der Vornamen aller Bandmitglieder aneinandergereiht und so wird aus Helge (Bassgitarre), Andreas (Gitarre), Norbert (Gitarre) und sowohl Frank bzw. "Franky" (Schlagzeug) und Fred (Gesang, Mundharmonika und Gitarre), die beide mit "F" anfangen, der Name "HANF". Fast eineinhalb Stunden spielte jede Band, und zum zeitlichen Ablauf kamen noch die kurzen Umbaupausen dazu.


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Gruppe Two Tiumer


Nach HANF ging es weiter mit fünf Musikern aus Polen. Als TWO TIMER bezeichnet man Menschen, die zwei Dinge gleichzeitig betreiben, sei es zwei Tätigkeiten auszuüben oder zwei Beziehungen gleichzeitig zu haben. Das passt ganz gut zur Band, denn die fünf Musiker aus Poznan machen schon eine Weile Musik, aber so richtig leben können sie davon noch nicht. Es macht jeder noch etwas anderes, um Geld zu verdienen. Ihre Musik aber bezeichnen sie als Blues und Boogie, und dass sie in dem Bereich so einiges drauf haben, erlebte das Publikum hier in Milow. Der Sänger Piotr Gorzkoski stand nicht nur singend hinter seinem Mikrofonständer, er ging auch mal von der Bühne unter die Leute und hielt einigen das Mikro hin, damit sie auch mal singen konnten. "Beer is the answer" (Bier ist die Antwort) hieß es in einem Titel, und da sangen alle vor der Bühne mit. Eine ausgefeilte Spieltechnik legte der Gitarrist Ernest Kalaczynski hin und alle Titel wurden von Wojcek Rudzinski auf der Bluesharp begleitet. Nennen möchte ich aber auch den Schlagzeuger Max Psuja und den Bassisten Lukasz Rudnicki, die einen tollen Job machten. Die Band durfte natürlich eine Zugabe spielen und in der Pause verkauften sie einiges an Tonträgern und gaben Autogramme.


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Rob Tognoni


Inzwischen hatte die nächste Band aufgebaut. Rob Tognoni (Vokal und Gitarre) wurde unterstützt duch einen Bassgitarristen und einen Schlagzeuger. Noch einmal wurde es richtig laut. Rob ist ein Meister auf der Gitarre, beherrscht viele Spieltechniken und singt dazu in den höchsten Tönen, die man sich bei einem Mann vorstellen kann. Auch er versteht es, sein Publikum mitzureißen und seine beiden Begleitmusiker machen voll mit. Auch sie durften mal zeigen, was sie so drauf haben, zunächst ein Schlagzeugsolo und der Bassist zeigte danach, was man mit tiefen Tönen alles so machen kann. Rob Toglioni ließ auch einmal duchblicken, dass aus Australien ja AC/DC kommen. Kurz mal den Riff von "Back in Black" angespielt und jeder wusste Bescheid. Ansonsten muss ich ehrlich sagen, ich habe von dem was er da erklingen ließ nur einen Titel gekannt, und das war "Hey hey my my" von Neil Young. Aber Rob hat alle voll begeistert. Auch er und seine Musiker bekamen viel Beifall und spielten noch eine Zugabe.

Nach dem Auftritt von Rob Toglioni war es schon weit nach Mitternacht. In der Waldbühne Berlin hätte um diese Zeit die Polizei schon längst den Strom abgedreht. Dass es diesbezüglich in Milow jemals Ärger gab, ist zumindest mir nicht bekannt. Hier geht alles noch ein wenig entspannter ab. Es war ein toller Abend und so bitter es ist, das wohl nun zum letzten Mal. Das hatte Carsten Fröhlich nämlich zu Beginn des Konzertes verkündet. Er gibt demnächst seine Gaststätte "Zur Scheune" auf und wird somit auch keine Veranstaltungen wie das BLUES OPEN AIR mehr organisieren. Das ist leider die bittere Pille, die wir am Freitag schlucken mussten. Wieder geht eine tolle Veranstaltungsreihe verloren.






Fotostrecke:
 
 
HANF
 
 
 
 
TWO TIMER
 
 
 
 
ROB TOGNONI
 




   
   
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