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Ein Konzertbericht mit Fotos von Gerd Müller







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Im Rahmen seiner Europatour 2014 "L'Appartenenza" ("Zugehörigkeit", wie die aktuelle CD gleichen Namens), die ihn u.a. auch nach München, Paris, Wien, Berlin und Dresden und in die USA führt, machte der Liedermacher Pippo Pollina mit seiner Band PALERMO ACOUSTIC QUARTETT Station im unterfränkischen Haßfurt. Die Halle in einem historischen Gebäude mit schönem Ambiente bietet sich für derartige Konzerte in idealer Weise an.a 20140202 2043449965 Wer nachzählte, merkte allerdings schnell, dass auf der dezent beleuchteten Bühne das Quartett zum Quintett mutierte und zu seiner Begleitung aufspielte. Dazu später mehr. Jedenfalls ist es Kulturamtsleiterin Petra Lettang nach dem vergangenen Jahr wieder gelungen, diesen Ausnahmemusiker, diesmal mit seiner genialen Begleitband, in die mit 400 Zuschauern ausverkaufte Stadthalle zu locken.

Dass neben

Pippo Pollina (Gesang, Piano, Gitarren, Tambourin) mit
Roberto Petroli (Klarinette/Saxophone),
Tino Horat (Keyboard, Akkordeon),
Max Kämmerling (Gitarre),
Luca Lo Bianco (Bass) und
Fabrizio Giambanco (Schlagzeug/Percussion)

nur hochkarätigste Musiker auf der Bühne musizierten, verstand sich von selbst. Dabei stach Roberto Petroli heraus, der seiner Klarinette und seinen Saxophonen traumhafte Sequenzen und Improvisationen entlockte.

Für diejenigen, die den italienischen Liedermacher Pippo Pollina überhaupt nicht oder gerade mal dem Namen nach kennen, sollte man etwas ausholen. Im letzten Jahr feierte er seinen 50. Geburtstag an drei Abenden (17. bis 19. Mai 2013) im ‚Volkshaus Zürich' mit insgesamt ca. 5.000 Zuschauern. Dieses Ereignis ist auf einer sehr empfehlenswerten 3-DVD-Box festgehalten, die die ganze Vielfalt eines Ausnahmekünstlers zeigt. Dabei wirkte u.a. auch Konstantin Wecker mit. Pollina, gebürtig in Palermo/Sizilien, war bei Weckers 60. Geburtstag vor fünf Jahren einer der Überraschungsgäste. Ein Videoclip von dieser Geburtstagsparty ist weiter unten zu sehen.b 20140202 1108177770 Während seines Jura-Studiums engagierte er sich als politischer Journalist. Vor 25 Jahren "emigrierte" er schließlich aus politischen Gründen in die Schweiz.

Zurück zum Konzert. Eine instrumentale Einleitung stimmte die gebannt lauschenden Zuschauer auf das Konzert ein, bevor seine zärtliche Stimme einsetzte, die aber auch ungemein kraftvoll sein kann. Dann begann ein Reigen lyrischer Balladen, Protestsongs (deren Übersetzung ins Deutsche auf einer Leinwand karaokegleich ablief) bis hin zum mitreissenden Ohrwurm.

Er verstand es wunderbar, zwischen seinen Songs Geschichten einzustreuen. Mal aus seiner Jugendzeit, seinen Kampf um soziale Gerechtigkeit, mal von anderen Städten, in denen er gastierte. Alles in perfektem deutsch und immer mit dem ihm eigenen Mutterwitz. So berichtete er, dass er bei einem Konzert in Wilhelmshaven morgens um 10:00 Uhr gefragt habe, wie weit dort das Meer entfernt sei, weil er dahin wolle. Man habe ihm gesagt, ca. 3 km, aber das Meer sei jetzt nicht da. "Wie bitte? Nicht da? Verstehe ich nicht." "Naja ist halt jetzt weg, kommt aber um 12:00 Uhr wieder". Großes (Gezeiten-)Gelächter im Publikum, wie man sich denken kann. Die Sehnsucht nach dem Seelentröster Meer kann wohl nur er in seinen Kompositionen so unverwechselbar poetisch ausdrücken. Daran schloss sich natürlich der brandneue Song "Mare mare mare" aus seiner aktuellen CD als i-Tüpfelchen an. "Sambadio'", "Zwischen Inseln" ... bildeten weitere Höhepunkte eines Konzerts mit Tiefgang.

c 20140202 1218590237In der Pause gab Pollina bereitwillig Autogramme. Er liebt es, mit seinen Fans in Kontakt zu treten und sie in Gesprächen an seinem natürlichen italienischen Charme teilhaben zu lassen.

Berührend das Zusammentreffen mit dem Überraschungsgast des Abends, der mitten unter den Zuschauern weilte und in dunklem Anzug die Bühne betrat: Francesco Buzzurro. Lt. Pollina der "beste süditalienische klassische Gitarrist".
In aberwitzigen Stakkati zauberte er ein beeindruckendes, langes Solo aus den Saiten. Danach intonierte Pippo Pollina am E-Klavier "Nostalgia de Tango".
Ein weiterer Song, "Questa nova realta'", ließ nicht nur hier das Publikum mitklatschen. Ein paar mal imitierte er dabei die Stimme Konstantin Weckers, mit dem er u.a. dieses fetzende Lied bei dessen Geburtstagsparty schmetterte.

Bei den letzten vier Songs im Rahmen des zweieinhalbstündigen Konzerts, darunter der Gassenhauer "Bella ciao" und den herbeigeklatschten Zugaben hielt es die enthusiastischen Fans nicht mehr auf den Sitzen. Die ausgelassene, fast südländische Stimmung übertrug sich spontan auf den Künstler und seine Band. Sie gaben alles dankbar und voller Spiellust an ihr Publikum zurück. Es war ein unvergessliches Erlebnis, dieses Energiebündel hautnah zu erleben. Musik, die süchtig macht nach mehr ....
sig 20140202 1020208289



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Kommende Termine in Deutschland:

• 22.02.2014 - Stuttgart - Theaterhaus
• 23.02.2014 - Biberach - Stadthalle
• 06.03.2014 - Gersthofen - Stadthalle
• 07.03.2014 - Landshut - Rathaus Prunksaal
• 08.03.2014 - Garmisch Partenkirchen - Bayernhalle
• 22.03.2014 - Wehr - Stadthalle
• 26.03.2014 - Gailingen - Mehrzweckhalle Hegau
• 27.03.2014 - Kaufbeuren - Stadtsaal
• 28.03.2014 - Rosenheim - Ballhaus
• 29.03.2014 - Pforzheim - Kulturhaus Osterfeld
• 30.03.2014 - Schweich - Synagoge
• 03.04.2014 - Kiel - KulturForum
• 04.04.2014 - Berlin - Babylon
• 06.04.2014 - Dresden - Staatsschauspiel (Kleines Haus)

Alle Angaben ohne Gewähr. Nähere Infos und weitere Termine auf Pippos Homepage.



Bitte beachtet auch:

• Off. Homepage von Pippo Pollina: www.pippopollina.com
• Homepage von Pippo Pollinas Künstleragentur: HIER klicken
• Gerd Müllers Juwelenseite über Pippo Pollina: HIER klicken




Fotostrecke:





Videoclips:

"Questa nuova realtà" (Konstantin Wecker & Pippo Pollina)


"Passa il Tempo" (Schmidbauer Pollina Kälberer) - Live Arena die Verona am 12.08.2013


Beitrag der "Abendschau" (BR) vom 8. Januar 2014


 
 
 

   
   
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