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Ein Konzertbericht von Hartmut Helms mit Fotos von M. & S. Ziegert
Bonus: Videoclip am Ende der Seite von Petra Meißner






Freitag, 12. September 2014
Heute vor 50 Jahren war ich knapp 15 Jahre alt. Mein täglicher Schulweg führte mich in die EOS an der Schwarzen Elster in meiner Heimatstadt, wo die Klassenkameraden einer 9. Klasse mit mir die Schulbank drückten. Die Freizeit nutzten wir, um ins Kino zu gehen, in der "Quelle" Billard zu spielen oder über die neuesten Hits von den Beatles, den Rolling Stones oder den Small Faces zu quatschen.a 20140916 1676504238 An den Wochenenden fanden wir uns beim Jugendtanz im Gesellschaftshaus Hoppenz wieder, wo die Bands aus Dresden, Leipzig und Berlin auf der Bühne die Musik aus dem (West)Radio nachspielten. In jenem Jahr 1964 lief auch der erste Trabant 601 in Zwickau aus der Werkhalle und im nahe gelegenen Meißen übernahmen ein paar junge und musikbegeisterte Männer den Namen einer ausgedienten Tanzkapelle, um als STERN-COMBO MEISSEN sowie mit Gitarren, Bass und Schlagzeug die Beat-Musik unserer westlichen Idole nachzuspielen. Zu deren Klängen haben wir in Elsterwerda getanzt.

Schlappe 50 Jahre später fahre ich, wenn auch nicht mit einem Trabbi, doch nun mit knapp 65 Lenzen wieder zur STERN-COMBO MEISSEN an die Elbe. Diese Band gibt es noch immer und von damals sind immerhin der Bandleader MARTIN SCHREIER und der Manager DETLEF SEIDEL dabei. Mit ihm hatte ich noch wenige Tage zuvor telefoniert und so ganz nebenbei hatte er bemerkt, dass ich ja nun auch bald im Rentenalter sein müsse. Da fahre ich wohl einem Treffen von lauter "alten Säcken" entgegen, die der Rock'n'Roll über 50 Jahre im Herzen jung erhalten hat. Bin ganz schön neugierig, wer mir dort in den nächsten Stunden vielleicht über den Weg laufen wird.

Das kleine Theater befindet sich inmitten der Altstadt, eingeklemmt zwischen Bürgerhäusern und zu Fuße der Albrechtsburg. Käme man als Unkundiger von hinten an das Gebäude heran, könnte man glattweg daran vorüber laufen, ohne den Bau wirklich als ein Theater wahrzunehmen. Man muss schon von vorn kommen und direkt vor dem Eingangsportal stehen.b 20140916 1039114316 Dann fällt jedem Besucher der liebevoll und auffallend gestaltete Eingangsbereich sofort auf und man spürt, der Anlass hat sich ohne Zweifel den richtigen Ort zum Feiern ausgesucht und jeder, der hier durch die engen Gassen pilgert, kann davon erfahren, ob er nun deutsch, tschechisch oder englisch spricht. Ein jeder kann lesen, dass hinter diesen Mauern das Jubiläumskonzert "50 Jahre STERN-COMBO MEISSEN" gefeiert wird und genau dort gehe ich, nicht zum ersten Mal, hinein. Wer hier allerdings noch kurzfristig hoffte, eine der Karten zu bekommen, der hatte, um im Bild zu bleiben, schlechte Karten. Die Spielstätte war seit Wochen ausverkauft, denn viele Fans fiebern genau so lange dem Ereignis entgegen und sie kamen wirklich von ziemlich weit her: Gera, Haldensleben, Berlin, aus dem Harz oder dem Erzgebirge. Es ist schön, deren Gesichter hier zu entdecken oder von ihnen in der Menge entdeckt zu werden. Auf diese Weise stellt sich unweigerlich Feierstimmung ein.

Während wir alle nach und nach unsere Plätze einnehmen, laufen Filmsequenzen aus 50 Lebensjahren der Rockband über eine Leinwand. Vieles davon war vor Jahren einmal über den Schirm geflimmert, doch manches war auch völlig neu und bei einigen der gezeigten Aufnahmen war ich sogar live dabei. Ohne es als Beginn wahrzunehmen, sind wir auf diese Weise schon mittendrin im Geschehen und als dann DETLEF SEIDEL, der Mann im Hintergrund, der Bandgeschichte mit ausgesprochenen Namen von über 50 Musikern, die irgendwann einmal in der Band aktiv waren, jeweils ein Gesicht zuordnete, wurde auch dem letzten im Saal wieder klar, was für eine monumentale Lebensleistung in der Musik und Geschichte der Band manifestiert ist. Allein die Namen derer noch einmal zu hören, die heute den Sound anderer Größen prägen, löst leises Staunen aus und irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass die Combo aus Meißen eine wichtige Drehscheibe im turbulenten Rockzirkus der DDR darstellte. Rechts vor mir sitzen BERND FIEDLER und NOBERT JÄGER und links HENNING PROTZMANN.c 20140916 1723257665 Andere werden später auf der Bühne zu sehen sein. Mit warmen Worten erinnert DETLEF SEIDEL an all jene Musiker, die nicht mehr unter uns weilen und in besonderer Weise an THOMAS KURZHALS, der in den 1970er Jahren das einzigartige Profil der Band formte und mit ihr ausgestaltete.

Wenn jemand seinen Geburtstag feiert, noch dazu einen runden, dann lädt er sich Gäste ein und die sind, von den vielen Fans einmal abgesehen, zahlreich erschienen. Das erste musikalische Ständchen aber, bestehend aus einem "Reigen eigener Volkslieder" singt uns allen die Gruppe KARUSSELL. Klingende Perlen, wie das vom "kleinen Fischlein unterm Eis", oder jenes von einem "der fort ging, als die Straße steil war", gehören ebenso zu unserem Leben, wie "Die Sage" der Sterne. Die Herren RASCHKE Senior und OSCHECK, die "sächsische Nachtigal", bescheren uns die ersten Gänsehautmomente. Ganz für mich allein stelle ich fest, dass der "singende Huth" von Jahr zur Jahr besser trällert, seine Stimme klarer und heller als je zuvor die alten Nummern meistert. Klasse Oschek!

Mit zauberhaften Liedern wissen auch die drei Herren vom "Kleinen Sachsendreier" zu überzeugen. Wenn WERTHER LOHSE und STEPHAN TREPTE mit dem Fundus von LIFT, REFORM und ELECTRA wuchern, bleibt beim Erzählen kein Auge trocken. Wenn sie im Trio mit ANDREAS LEUSCHNER vom "Herz, das ein Wasser sein soll" singen, werden viele Erinnerungen wach und bei "Seh in die Kerzen" leuchten viele Augen im Saal, als wäre es schon Weihnachten. Das Lied singt von Freunden, die man im Leben traf, mit denen man ein Stück gemeinsam ging und einer dieser Freunde ist ganz sicher der ehemalige Sänger der Combo aus Meißen, REINHARD "Reini" FISSLER.

Wenn alle im Saal wie ein einziger Mann aufstehen, wenn es plötzlich ganz komisch still wird, obwohl der Beifall aufbrandet, wenn stämmige Kerle feuchte Augen bekommen und selbst die Musiker auf der Bühne um Fassung ringen, dann muss etwas ganz Besonderes geschehen.d 20140916 1352355968 Ein einfacher Mensch ist das Besondere. Ein Musiker, der schon mit seinen Liedern zu begeistern wusste, nun aber seit vielen Jahren mit seiner einzigartig ehrlichen Einstellung zum Leben, sich gegen die Krankheit ALS stemmt und dem scheinbar nahen Tod trotzt. Das ringt mir mehr Respekt und Hochachtung ab, als jede noch so skurrile Show via Gesichtsbuch. Da vorn im Kegel des Spots liegt, für alle sichtbar, das Gesicht mit den lebendigen blauen Augen von REINHARD FISSLER und der wünscht sich, gewendet zu werden, um auch denen auf der andere Seite in deren Augen sehen zu können. REINHARD spricht zu uns, meckert über den "Schlauch, der ihm seit langem zum Halse heraus hängt" und die meisten ahnen wohl nur, was er uns allen zu sagen hat. Mir hat er gesagt, dieses schöne Leben zu lieben, sich an ihm zu erfreuen, aber auch aufzupassen, dass es uns nicht schon wieder von ein paar Wahnsinnigen vergällt wird. Sagt es mit kratziger, undeutlicher Stimme und beginnt dann leise, für uns "Die Sage" zu singen. Da konnte auch ich meine Tränen nicht mehr länger halten. DANKE, lieber Reini, Du bist ein großartiger Kämpfer und einer, obwohl liegend, an dem man sich in schwachen Stunden wieder neu aufrichten kann. Die nachfolgende Pause brauchten danach sicher alle, um ihre Emotionen wieder in den Griff zu bekommen.

Das eigentliche Jubiläumskonzert beginnt zu vorgerückter Stunde. Es liegt eine knisternde Spannung in der Luft, als sich vor dem Blau der Bühne die Silhouette der Band abzeichnet und mit glasklarem Sound zwei und eine halbe Stunde geballte musikalische Power STERN-COMBO MEISSEN, quer durch die fünf Jahrzehnte, zu rocken beginnen. Genau so lange braucht es, um einige glänzende Musikperlen einer beeindruckenden Bandkarriere zu präsentieren und, welch Überraschung, einige "große Brocken", wie den "Frühling" nach Vivaldi oder "Das weiße Gold" von THOMAS KURZHALS wenigstens anzudeuten. Für jeden und von jeder Epoche ist etwas dabei und von Mal zu Mal ist auch eine Steigerung drin. Kaum zu glauben, welche musikalische Vielfalt einen einzigen Sound prägen können. Die leise und einfühlsame Ballade erklingt ebenso, wie der brachiale Rocker aus den Boxen kracht. Doch ein Stück des Abends hat es mir besonders angetan und so sitze ich, gleich all den anderen, wie ein Mäuschen und erlebe einen zauberhaft arrangierten und gespielten "Bolero" nach Ravel, der von einem Rausch der Farben auch für die Augen faszinierend in Szene gesetzt wird. Das Stück dehnt sich, gleich einem orgiastischem Liebesspiel über Minuten dahin und entlässt jeden der Zuhörer irgendwie in eine andere Dimension des Seins. Männer - der blanke Wahnsinn und STERN-COMBO MEISSEN in absoluter Höchstform!

Was wären 50 Jahre STERN-COMBO MEISSEN ohne die netten Zwischenfälle, die das Musikerleben so interessant und abwechslungsreich machen? Ich jedenfalls hätte diesen "technischen Defekt" nicht einmal bemerkt, wenn ihn Martin nicht formuliert und die Techniker nicht nach ihm gesucht hätten.e 20140916 1270351925 Die Suche wäre dramaturgisch sogar noch verwertbar geworden, hätte jemand einen rauchenden Lötkolben auf die Bühne gebracht. Stimmungsabbruch? Fehlanzeige! Die große Feier geht danach einfach weiter und MANUEL SCHMID beweist spielerisch, dass er auch ohne die nun fehlende "Maschine" ein Gewinn für die Band und ein Meister seines Faches ist. Ein Glücksgriff hin oder Fügung her - der Mann ist längst integriert und die STERN-COMBO MEISSEN, wieder einmal, bei sich selbst angekommen. Die Sterne spielen den Abend aus einem Guss, stellen locker und flockig die Set-List immer wieder um, haben sichtbar Spaß an ihrem Tun und reißen jeden in ihrer Begeisterung mit. Die Combo rockt die Hütte, inzwischen mit MICHAEL LEHRMANN, einem ehemaligen Gitarrist als Gast, und im Saal brennt die Luft, die zum Schneiden dick geworden ist, während die Kulthits aus den 80er Jahren heiß abgefackelt werden.

Bleibt zu erwähnen, dass mit "Kein einziges Wort" ein neues Stück von neuer CD live gespielt wird und wir mit dem "Lebensblues" sogar eine Uraufführung erleben. Dieses kleine Lied, so scheint es mir, ist wohl so etwas wie "das Wort auf den Weg" des Komponisten THOMAS KUZRHALS, das gemeinsam mit Manuel entstanden ist und zaghaft andeutet, was die beiden gemeinsam hätten anstellen können. Doch ohnehin sind große Teile des Konzertabends vom Schaffen des "Kurzen" geprägt und das wird ganz sicher auch in Zukunft nicht anders sein.
Als der Abend sein Ende erreicht, bin auch ich fertig. Eigentlich sollte ich jetzt mit Freunden, Fans und den Musikern weiter feiern und vielleicht auch in Erinnerungen schwelgen. Ich habe mir die "Party nach der Show" verkniffen. Stattdessen bin ich ein wenig über einsame nächtliche Landstraßen einer süßen Schwere im Bett entgegen geirrt, um am Morgen danach mit all den schönen Erinnerungen an die erlebten Stunden wieder aufzuwachen. Mein nächstes Ziel, die Matinee mit Gästen am Nachmittag, haben die müden Augen eines Musikliebhabers da längst schon wieder im Visier.

Samstag, 13. September 2014
Aus meiner Zeit an einem Theater in Senftenberg weiß ich, wie schwer es ist, an einem Wochenende nachmittags Menschen in eine Vorstellung zu locken. Der Reiz sollte schon außergewöhnlich und das Gebotene möglichst einmalig sein. Beides beinhalten 50 lange Jahre einer Rockband, zumal der Erfolg hier in Meißen seine Startlöcher hatte.f 20140916 1935297968 Den daraus resultierenden "langen Weg" zu betrachten, das Erreichte zu werten, Meinungen zu hören und vielleicht auch einige Fragen in den Raum zu stellen, dazu hatte Manager DETLEF SEIDEL einige Gäste geladen und sowohl JÖRG STEMPEL, der Hüter des Amiga-Erbes, als auch WALTER CIKAN, einst Produzent der STERN-COMBO MEISSEN, waren dem Ruf in die Stadt an der Elbe gefolgt.

Beide werden auf die Bühne gebeten. Hinzu kommt der Gründer der Combo, MARTIN SCHREIER, und als Vierter komplettiert der Jüngste im Bunde, MANUEL SCHMID, die Gesprächsrunde. Es gibt keine Kunstpause, denn "Mr. Amiga" hat eine Menge zu sagen und auch der einstige Produzent der Sterne weiß interessante Argumente, vor allem in Sachen "Ostrock", in die Waagschale zu werfen. Bei mir rennt WALTER CIKAN mit seiner Meinung offene Türen ein und innerlich bin ich glücklich über die vielen Denkansätze, die er mir vermittelt. Zu wissen, dass ein solcher Typ mit diesem Background und Erfahrungen nicht gern über Rock in der DDR als "Ostrock" spricht und dessen Argumente zu hören, das allein war mir diesen Nachmittag wert! Auch zu erfahren, wie JÖRG STEMPEL die Vernichtung von 30.000 Exemplaren fertig gepresster Exemplare der dritten Diestelmann-LP mal anders herum beleuchtet, macht einiges noch deutlicher, aber erst recht nicht besser. Plötzlich bekommen Schatten der Vergangenheit deutlichere Konturen und Zusammenhänge werden durchschaubarer, statt einfach nur plakativ zu bleiben.

Da sitzt MARTIN SCHREIER zwischen den beiden Protagonisten und sein Lächeln strahlt in die Runde. So gelöst, so zufrieden und in sich ruhend erleben wir den Senior der Band, dass es eine Lust ist, auch seinen Worten zu lauschen. Er erzählt uns von einem Interview und man kann deutlich seine große Begeisterung spüren, von seiner Band berichten zu dürfen und fühlt dann auch die Enttäuschung, die er beim Lesen einer reißerisch und blödhaft aufgemachten Überschrift einer Boulevardzeitung gehabt haben muss.g 20140916 1186393365 Auch in diesem Zusammenhang verstehe ich die Worte von WALTER CIKAN noch besser. Als Abschluss zu diesem Thema erleben wir, wie MANUEL in aller Ruhe den Fetzen Schmierpapier zu ganz belangslosen Schnipseln zerreißt. Weg damit!

Viele Themen werden angesprochen und über den Sinn oder Unsinn von Quoten wie 60:40 wird laut nachgedacht. Wir erfahren einiges über Musikantenfreundschaften und TV-Formate und hören von guten Ideen, die auch heute in Schubladen verschwinden. Doch letztlich mündet all das Gesagte in die eine Frage, wie es möglich sein könnte, gute Musik all unserer Bands besser und umfassender in die Medien und damit in die Öffentlichkeit zu tragen. Wir hören Meinungen und Anregungen aus dem Publikum und dann wenden sich all unsere Blicke nach hinten, zur letzten Reihe. Noch einmal sehen wir ihn und noch einmal spricht er zu uns: REINHARD FISSLER. Trotz seines schweren Leidens ist er als Moderator bei Rockradio.de aktiv und wir alle vernehmen sein Anliegen, man möge junge Künstler von hier mehr unterstützen. Dem ist nichts hinzuzufügen außer, dass wir alle aufgefordert sind, jeder nach seinen Möglichkeiten, auch etwas für dieses Anliegen zu tun.

Keiner hatte wohl erwartet, bei der angekündigten Gesprächsrunde mit Gästen Live-Musik zu hören zu bekommen und doch ist das Equipment im Hintergrund nicht nur Kulisse. Es ist Kaffeezeit in Meißen und früher gingen wir, als Teenager und mit jeder Menge Flausen im Kopf, nachmittags zum Tanztee, um unseren lokalen Idolen zu huldigen. So ungefähr fühle ich mich, als die STERN-COMBO MEISSEN gegen 16.00 Uhr noch einmal richtig in die Tasten haut und - welch Überraschung - mit einem Gast aufwartet. Als "Ersatz" zupft in der kommenden Stunde PETER "Bimbo" RASYM, heute Hausbassist bei den PUHDYS, die dicken Saiten am Bass. Eigentlich ist er von FEUERKITT und SCHUBERT kommend, erst bei den STERNEN von Meißen richtig ins Lampenlicht der Öffentlichkeit gerückt und irgendwann, als es den Harry in die Südsee zog, bei den Berlinern gelandet.

Schon nach den ersten Tönen ist der feine Unterschied wahrnehmbar und man grinst sich durch die Reihen zu. Gucke an und höre einmal, wie Bimbo am Bass auch klingen kann! "Also was soll aus mir werden" haut richtig rein und der "Stundenschlag" bekommt gar einen Touch von Funk. Der Mann fühlt sich im ehemaligen Umfeld sichtlich und hörbar wohl. Auch MANUEL SCHMID ist noch einmal, diesmal solistisch, zu hören und begeistert uns mit "Du komm her" und als MANUEL dann noch die alte LIFT-Ballade "Sommernacht" in die Tasten drückt und dazu singt, gerät die Hütte restlos aus dem Häuschen.h 20140916 1791813543 Die Erinnerungen an die Zeiten mit ZACHAR und PACHOLSKI sind auf einmal wieder da und ich wage gar nicht erst, diesen Gedanken weiter zu spinnen, den dann einer hinter mir doch ausspricht. Eines jedoch ist und bleibt unbestritten, was sind doch für tolle und wunderschöne Lieder in diesem Land entstanden, die von unser aller Leben und Gefühlen späteren Generationen erzählen werden!

Während da vorn die STERNE die Gluthitze der "Sonne" versprühen und das Charisma und die Power eines jungen Rockers, den vor mehr als zwei Jahren kaum einer "in der Szene" wirklich kannte, die Reihen zum Tanzen und Toben hinreißt, sitze ich nur noch da und versuche zu begreifen, was gerade geschehen ist. Wie beschreibt man nüchtern ein Erlebnis, das vor lauter sehr persönlichen Emotionen beinahe aus allen Nähten zu platzen droht und was erleben eigentlich die da vorn auf der Bühne, und wie geht es all den anderen hier? Da gehen Rocker irgendwo nach so und so vielen Jahren in eine Endlosschleife, die sie Abschiedstour nennen, um sich feiern zu lassen und derweil ist hier in Meißen eine noch viel ältere Band gerade dabei, sich völlig neu zu erfinden. Sie wirken alle einfach nur "Taufrisch", um im Kontext zu bleiben. Ich habe die Augen von MARTIN SCHREIER gesehen und sein Lächeln auch. Der Alte, mit allen Wassern dieser Szene hier im Osten getaufte, weiß ganz genau, dass er wohl steinalt wird werden müssen, um dann immer noch seine Band jung und dynamisch zu erleben. Genau das ist es, was mir, und sicher auch einigen anderen, durch den Kopf geht. Wenn nicht er selbst, seine Band wird sie alle toppen, da bin ich mir inzwischen sicher.

Auf einem Button, den die Band an diesem Abend verteilt, kann man lesen: 50 Jahre STERN-COMBO MEISSEN - ICH WAR DABEI! Ja, ich war dabei und bin sehr glücklich, diesen Moment nicht verpasst zu haben, denn diese 50 Jahre STERN-COMBO MEISSEN sind eben auch fünf Dekaden meines Lebens, von "Rock'n'Roll Music", die uns alle wach gerüttelt, über "Hey Joe", den MARTIN einst besungen hat, bis zur "Lebensuhr" und, wenn alles gut geht, weit darüber hinaus. Nix Rockerrente, nix Ruhestand und gleich gar nicht klein beigeben. Auch REINHARD FISSLER schließt Aufgeben kategorisch aus, denn diese 50 Jahre einer Band aus dem Osten sind wesentlich mehr als einfach "nur" Musik - zum Glück und, wem auch immer, sei Dank! Herzlichen Glückwunsch, meine Herren STERN COMBO, und meinen Respekt vor dieser Lebensleistung. In spätestens weiteren zehn Jahren, wenn ich dann 75 sein werde, treffen wir uns dann zu Eurem 60. Geburtstag in Meißen wieder. Jede Wette, aber mindestens im kommenden Jahr zum nächsten Geburtstagsständchen.




 

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Termine:

• 03.10.2014 - Pirna - Kleinkunstbühne Q24
• 04.10.2014 - Glauchau - Stadttheater
• 11.10.2014 - Dresden - Lukaskirche
• 17.10.2014 - Wismar - St. Georgen Kirche
• 24.10.2014 - Güstrow - Ernst-Barlach-Theater
• 08.11.2014 - Schleife - Sorbisches Kulturzentrum
• 15.11.2014 - Dessau - Schlossplatz
• 19.12.2014 - Ortrand - Stadtkirche St. Barbara

Alle Termine ohne Gewähr. Weitere Infos und Termine auf der bandeigenen Homepage.



Bitte beachtet auch:

• off. Homepage der Stern-Combo Meißen: www.stern-combo-meissen.com
• off. Homepage von Karussell: www.karussell-rockband.de
• Portrait über die Stern-Combo Meißen: HIER klicken

 







Fotostrecke:

 

 



Auftritt Karussell:

 


Auftritt Sachsendreier light:

 


Auftritt Reinhard Fißler:

 


Jubiläumskonzert der Stern-Combo Meißen:

 


Die Aftershow-Party:

 


Matinee mit Konzert am Samstagnachmittag:

 

 

 



Videoclip:



"Eine Nacht" (live beim Jubiläumskonzert am 12. September 2014)



 


   
   
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