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Interview vom 15. Juni 2021



001 20210620 1792258831Es ist seit dem 40. Jubiläum vor drei Jahren medial gesehen etwas ruhiger um die Gruppe POND geworden. Corona kam hinzu und es lief deshalb auch live nicht so viel. Aber die Hände in den Schoß gelegt hat Band-Chef und -Gründer Paule Fuchs nicht. Im Gegenteil: Jetzt, wo das Spiel wieder angepfiffen wird, hat Mastermind Fuchs einiges im Gepäckm und ist bereit, wenn das Leben auf und vor den Bühnen wieder weitergehen kann. Was genau Euch ab Herbst erwartet, welche personellen Änderungen es gibt und womit er zuletzt beschäftigt war, erfahrt Ihr jetzt in diesem Interview ...






Gleich am Anfang möchte ich Dir die Frage stellen, die ich allen Musikern stelle: Wie hast Du die letzten anderthalb Jahre verbracht?
Für mich war das studiotechnisch gesehen keine große Herausforderung, weil ich es nicht anders kenne. Ich gebe ja grundsätzlich jedes Jahr nur wenige, ausgesuchte Konzerte, deshalb war das für mich auch keine wirkliche Umstellung.

Aber fleißig bist Du in dieser Zeit gewesen. Eins der Konzerte, die Du gegeben hast, fand unter dem Namen "Behind closed doors" statt. An Deiner Seite stand Thorsten Quaeschning von TANGERINE DREAM. Wie seid Ihr zusammengekommen, wie habt Ihr Euch gefunden?
Thorsten hat diese Sachen während der Corona-Zeit ziemlich oft gemacht. Immer mit anderen, ausgesuchten Künstlern. Normalerweise wäre er ja nach wie vor mit TANGERINE DREAM unterwegs, aber hier hat er aus der Not eine Tugend gemacht. Was ihn genau dazu bewogen hat, kann ich nicht sagen, aber er hat sich immer bekannte Leute ausgesucht, wie z.B. SCHILLER, mit dem er eine Stunde lang rumexperimentiert und improvisiert hat. Und nun war eben der Paule Fuchs aus dem Osten auch mal dran.

Woher kennt er Dich denn überhaupt?
Man kennt sich alleine schon vom Namen her. Und im Juli 2007 haben wir auf einem Open Air in Eberswalde schon einmal zusammengespielt. Das heißt, POND spielte natürlich im Vorprogramm bzw. am Vormittag. An dieses Konzert erinnere ich mich allein schon deshalb, weil mich während des Spielens die Kanzlerin per Handschlag begrüßte. Die eine Hand schüttelte also die Hand der Kanzlerin, mit der anderen Hand spielte ich weiter. Davon gibt es auf meiner Homepage ein Foto. Abends stand dann TANGERINE DREAM auf der Bühne. Ich kannte Edgar Froese vorher schon ein wenig und so kamen wir dann miteinander ins Gespräch.

Nun war das kein Konzert im üblichen Sinne, also ihr Musiker steht auf der Bühne und davor steht die Konzertgänger-Schar. Deshalb hieß das Ganze ja auch "Behind closed doors". Erzähl doch mal, wie das abgelaufen ist.
Als wir in der Location ankamen, hatte Thorsten seine Sachen bereits aufgebaut. Ich tat es ihm dann gleich und baute ebenfalls mein Equipment auf. Nicht alles, aber die wichtigsten Sachen, die ich dazu brauchte. Eine Woche vorher bekam ich eine bestimmte Tonart und ein Tempo, also die bpm - beats per minute - mitgeteilt und dann wurde ohne vorherige Probe drauf los gespielt. Für mich war das eine sehr interessante Erfahrung, da ich es gewöhnt bin, immer äußerst akkurat und perfektionistisch vorzugehen. Auch wenn diese Art zu spielen für mich völlig neu war, habe ich mich eingeklinkt und meinen Teil beigetragen. Es uferte in eine Art Frage-Antwort-Spiel aus, also Thorsten gab etwas vor, worauf ich geantwortet habe. Geplant war ursprünglich eine Dreiviertelstunde, aber uns beiden machte das einen solchen Spaß, dass der Gig weit über eine Stunde dauerte. Wie das Ganze letztendlich zusammengeschnitten wird, darüber werden wir in den nächsten Tagen mal reden. Thorsten würde davon gerne einen Tonträger in Form einer DVD produzieren, was ich gerne übernehmen würde, da das durchaus mein Metier ist und ich mir mit der ganzen Optik und der Veröffentlichung immer sehr viel Mühe gebe.

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Das klingt sehr nach Improvisation, was Ihr da gemacht habt.
Richtig, es war sogar zu einhundert Prozent Improvisation!

Es war also nicht so, dass Du gesagt hast, ich spiele jetzt meinen "Planetenwind" und Thorsten Quaeschning steigt ein, während Ihr danach etwas von TANGERINE DREAM bringt, sondern Ihr habt einfach nur gejammt.
Genau, wir haben die ganze Zeit wunderbar gejammt. Damit musste ich mich auch erst anfreunden, denn ich bin, wie eben schon gesagt, eigentlich immer optimal vorbereitet. Diesmal war es eben völlig anders, aber ich muss ehrlich sagen, diese neue Erfahrung hat mir wirklich gefallen und hat großen Spaß gemacht. Immer auf den anderen zu reagieren, schnell zu schalten, die richtigen Tasten zur richtigen Zeit zu drücken, die richtigen Sounds an der richtigen Stelle zu platzieren, das war schon aufregend. Ich bin selber gespannt, wie es geworden ist, denn ich habe die Bilder davon noch nicht gesehen und auch noch nichts gehört.

Veröffentlicht wird das Ganze dann wahrscheinlich bei YouTube und auf Euren Homepages?
Das ist erst einmal Thorstens Sache, der ja schon vorher einiges auf Youtube veröffentlicht hat. Man kann sich den Inhalt wohl streamen, aber er zeigte auch großes Interesse, das Konzert auf einen physischen Tonträger zu pressen und wollte wissen, was ich denn davon halte. Nun gut, ich hätte ihm genau das ohnehin vorgeschlagen, denn das ist natürlich ein großes Highlight in meiner Karriere gewesen, ähnlich wie das große POND-Jubiläumskonzert, welches ich 2013 mit Manne gespielt habe. Der Abend mit Thorsten Quaeschning reiht sich da wunderbar ein. Die Covergestaltung, das ganze Layout und die Produktion würde ich, wie gesagt, gerne federführend übernehmen.

Einen konkreten Termin für die Veröffentlichung im Internet gibt es aber noch nicht, oder?
Ursprünglich war die Veröffentlichung für den Juni geplant. Aber wie das so ist, es ist manchmal sehr kompliziert, so etwas zu schneiden usw. Ich weiß, wovon ich rede, da ich selber so eine Sendung vorbereite. Das kann sich schon mal endlos hinziehen, weil plötzlich dieses und jenes Problem auftaucht, dann fehlt auch mal die nötige Zeit und was weiß ich noch alles passieren kann. Ich denke mal, realistisch wird der Juli sein, ohne dass ich mich darauf festnageln lassen möchte.

Sobald es so weit ist, funken wir es nach draußen zu unseren Lesern.
Das ist prima.

Ihr habt ja, wie Du sagtest, mehr als eine Stunde lang gemeinsam musiziert. Was war für Dich das Beeindruckendste an diesem Auftritt?
Am meisten hat mich beeindruckt, über was für eine unglaubliche technische Ahnung Thorsten Quaeschning verfügt. Das habe ich vorher noch nie erlebt, dass jemand dermaßen technisch versiert ist und auf jede kleinste Einzelheit eingehen kann. Ich habe zum Beispiel meine Wave Drum, auf der ich mit den Fingern trommle. Es gab dabei eine ständige Rückkopplung und niemand wusste, woher die kam. Bis Thorsten dann mit der größten Selbstverständlichkeit sagte, da sei ein Grenzflächenmikrofon drin und man müsse den Cut-Off-Schalter und den Mixer unten zumachen. Wir haben uns schon viele Konzerte lang einen Wolf gesucht, woher diese Rückkopplung kommt, und Thorsten findet die Ursache innerhalb von Sekunden heraus. Das war jetzt nur ein Beispiel für sein technisches Verständnis. Er verfügt ja auch über ein wahnsinnig umfangreiches Equipment, was auf vielen Wegen miteinander gekoppelt ist. Da kann ich wirklich nur staunen. Nebenbei gibt er noch Workshops, in denen er Interessenten seine Technik ausführlich erklärt. Aber er ist eben nicht nur ein genialer Techniker, sondern auch ein ebensolcher Musiker, was es in dieser Kombination nicht allzu oft gibt auf der Welt. Soweit zu Deiner Frage, was mich am meisten beeindruckt hat. Ansonsten denke ich, um mal auf die musikalische Schiene zurückzukommen, dass Otto Normalverbraucher mit dieser Art Musik nicht viel anfangen kann. Man muss sich schon in die Materie rein denken und herantasten, sonst wird es für den Zuhörer schnell langweilig. Aber wir machen das ja auch eher für die Freaks, die so etwas gerne hören und Spaß daran haben. Als Musiker ist man allerdings viel zu beschäftigt, um daran teilzunehmen, da man sich auf sein Spiel konzentriert. Mein Techniker bemängelte nach dem Konzert auch, dass ich nicht ein einziges Mal zu ihm geguckt und ein Zeichen gegeben hätte. So war es tatsächlich, denn ich war absolut gefangen und hochkonzentriert. Das wiederum dem Zuhörer zu vermitteln, ist die große Kunst, damit auch er sich in die Musik reinfühlen kann. Ich habe schon in den 80er Jahren gesagt, die elektronische Instrumentalmusik wird zwar mit Maschinen gemacht, aber trotzdem muss die Musik auch eine Art menschliches Feeling besitzen. Deshalb habe ich versucht, meine Parts nicht so stoisch runterzurasseln, sondern beim Spielen mit wohligen, klaren Klängen bestimmte Gefühle zu erzeugen, was auch den Eindruck erwecken soll, dass die Maschine lebt.

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Jetzt bist Du Gast bei Thorsten Quaeschning gewesen und könntest sagen, dass Thorsten bei Deinem nächsten Projekt zu Dir kommt. Ist da etwas geplant oder war das mit Euch beiden eine einmalige Sache?
Das kann ich im Moment noch nicht sagen. Zunächst habe ich mich über sein Feedback gefreut und dass er unseren Auftritt ebenfalls als sehr gelungen bezeichnete. Das Ganze war ja in gewisser Weise auch etwas abnorm, vor allem im Vergleich zu den anderen Konzerten, die Thorsten vorher schon gespielt hat. Ich hatte meine Percussions-Instrumente sowie den großen Gong und die riesige Glocke und auch meine elektronischen Drums dabei, wodurch ich eine gänzlich andere Spielweise an den Tag legen und eine völlig neue Farbe ins Spiel bringen konnte. Das war für mich mehr als nur eine erfrischende Ergänzung. Nicht umsonst fragte Thorsten, ob wir den Gig nicht als DVD erscheinen lassen wollen. Was sich letztlich daraus ergibt, müssen wir abwarten. Ich hatte ja auch mal SCHILLER angeschrieben, ob er sich das mal vorstellen könne, mit mir als Percussionisten zusammen was zu machen. Dazu muss man wissen, ich bin ja weder ein Keyboarder noch ein Pianist, sondern ich komme eigentlich vom Schlagzeug. Ohnehin fühle ich mich mehr als Komponist, weniger als Pianist. Aber genau diese Kombination macht wahrscheinlich den Reiz aus.

. Als nächstes steht auf Deiner Agenda ein weiterer Teil der MDR-Sendung "Die größten Ost-Hits". Wie sieht denn da Deine Aufgabe aus?
Das ist Teil 3 der Serie "Die größten Ost-Hits". Das Ganze wird organisiert und durchgeführt von Jörg Stempel, dem AMIGA-Chef, von Christian Hentschel und einem Mitarbeiter von MDR Jump aus Leipzig. Dort werden jeweils ein paar Gäste in die Sendung eingeladen, mit denen man dann über die erfolgreichsten Ost-Bands und die größten Ost-Hits fachsimpelt. Vor allem wird auch die entsprechende Musikhistorie mit beleuchtet. Wir durften ja mit POND gleich drei Langspielplatten in der DDR aufnehmen, was Wahnsinn war. Die ersten beiden Scheiben waren auch richtig erfolgreich, während die dritte Platte, die wir bei Christoph Franke im TANGERINE DREAM-Studio einspielen durften, leider in den Wirren der politischen Wendezeit unterging. Jörg Stempel und Christian Hentschel können sowieso unendlich viel Interessantes zum Gespräch beitragen, so dass die Sendung alles andere als langweilig ist. Und POND ist dabei, weil unser "Planetenwind" der erfolgreichste Instrumentaltitel in der DDR-Musikgeschichte war. Ich habe die Nummer später nochmal mit Manne Hennig neu eingespielt, aber ich habe es mir nicht nehmen lassen, den Titel kürzlich erneut aufzunehmen, diesmal unter dem Titel "Am Fenster versus Planetenwind". Da vermische ich die beiden Songs in drei Minuten Laufzeit ineinander. Der neue Mann an meiner Seite, Torsten Jänsch, hat das Ganze wunderbar bebildert. Dieser Titel wird in der MDR-Sendung auch gezeigt und ich erzähle dann die Geschichte dazu. So erfährt man u.a., dass das eigentlich ursprünglich ein richtig langer Riemen war, aber Walter Cikan mir schnell klarmachte, dass ich die Nummer auf maximal vier Minuten runterbreche oder er kann eben nicht produziert werden. Mir bleib also nichts anderes übrig, als die eigentliche Achtzehn-Minuten-Fassung auf vier Minuten zu kürzen. Als Belohnung ging der "Planetenwind" dann aber über Nacht durch die Decke und war überall in den DDR-Wertungssendungen auf vorderen Plätzen zu finden. Es war also kein Zufall, dass die Platte über einhunderttausend Mal verkauft wurde. Davon erzähle ich also in der Sendung.

. Wann läuft die Sendung? Und wie verliefen die Aufnahmen im Studio?
Im Prinzip sind alle Großen aus der damaligen Zeit dabei. Wir sind da quasi im Stundentakt angetreten und haben unsere Parts abgearbeitet. Pro Tag waren wohl drei Künstler dran. Der genaue Sendetermin steht noch nicht fest, aber es wird wohl irgendwann im September oder Oktober sein.

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In den letzten Jahren war es ein bisschen ruhiger um Euch, es gab auch keine neue Platte oder größere Live-Aktivitäten. Was aber durchaus auffiel, war die Tatsache, dass Manne Hennig zuletzt wieder an Deiner Seite stand. Jetzt aber wieder nicht mehr - warum?
Unser Kontakt war auf einmal abgerissen. Davor trafen wir uns sieben Jahre lang jede Woche, haben zusammen gefrühstückt und sind dann runter in mein Studio. In dieser Zeit entstand viel Gutes. Das Problem war allerdings, dass Manne mit CITY total eingespannt war. Die sind wirklich an jedem Wochenende auf Tour gewesen, so dass es mir unmöglich war, für uns vorab Auftritte zu terminieren. Einmal nannte Manne mir ein CITY-freies Wochenende. Nun bin ich aber kein Booker, sondern nur ein einfacher Musiker und so hatte ich Schwierigkeiten, für genau dieses Wochenende etwas Passendes zu finden. Das Wochenende davor und danach hätte ich jeweils zwei Angebote gehabt, aber ausgerechnet da, als Manne gekonnt hätte, stand nur eine Mugge im Kalender. Aber für nur eine Show fahre ich nicht ewig durchs Land mit drei Tonnen Technik und fünf Technikern im Schlepptau. Ich lege bei meinen Live-Sachen immer großen Wert auf Perfektion. Dazu gehören eine tolle Lasershow und riesige Leinwände, über die meine Videos und Filmchen gezeigt werden. Da muss sich der Aufwand schon rechnen. Außerdem wäre das ein kleinerer Saal gewesen. Also CITY hat 2018/19 jeden Monat ca. fünfzehn Gigs gespielt, da hatte ich keine Chance, ordentlich zu planen. Deshalb ging ich 2019 dann alleine auf Tour, so wie früher auch schon. Und ich muss sagen, das waren in der Regel hervorragende Konzerte. Zum Beispiel im Planetarium, in Güstrow, in Stralsund in der Kirche… Erstaunlicherweise waren die Konzerte auch immer gut besucht. Durch Zufall entdeckte ich eines Tages auf YouTube einen Konzertmitschnitt von POND aus dem Jahr 1984 in Löbau. An dieses Konzert konnte ich mich überhaupt nicht mehr erinnern. Aber das war so super gemacht, dass ich meinen Technikern bat, mir mal die Adresse des Typen zu besorgen, der das auf Youtube eingestellt hat. Dabei stellte sich heraus, dass es sich um einen echten POND-Fan handelte. Der fragte mich seinerzeit, ob er das Konzert mitschneiden darf. Also lötete er sich ein Kabel zusammen, schnitt unseren Auftritt mit und stellte das jetzt ins Netz. Der Ton ist phantastisch! Wir haben auch kaum Verspieler drin, was ansonsten aufgefallen wäre, denn wir hatten alles live gespielt. Außerdem hat er das Video wunderbar bebildert, das gefiel mir wirklich gut. Wir telefonierten daraufhin, waren uns sympathisch und so kam er mich kurze Zeit später mal besuchen. Wir tranken zwei, drei Bier, quatschten in aller Ruhe miteinander und ich bot ihm an, einfach mal bei POND mitzumachen. Das fand Manne scheinbar nicht ganz so toll, denn seitdem haben wir leider keinen Kontakt mehr, was mich sehr traurig macht. Manne war 45 Jahre lang mein bester Freund und plötzlich ist das alles nicht mehr da.

. Und mit diesem Torsten Jänsch stehst Du nun zusammen auf der Bühne.
Genau. Torsten war früher bei jedem unserer Konzerte im Raum Löbau/Görlitz dabei, war ein großer POND-Fan. Heute haben wir dank ihm einen Tribute-Block von KRAFTWERK, TANGERINE DREAM und JEAN-MICHEL JARRE in unseren Konzerten drin. Und wir werden künftig als Überraschung noch ein paar Ostrock-Titel in der Setlist haben, aber das ist noch nicht so ganz spruchreif. Ich kann aber schon so viel verraten, dass ich einen POND-Titel mit drei anderen vermische. Und das mit einem richtig schnellen Beat, das wird der Hammer werden! Kennst Du noch die STARS ON 45? Bei mir wird das OSTROCK-STARS ON 45 heißen. Die Nummern sind mit einem 130er Beat unterlegt, und das wird richtig geil werden, wenn auf diese Art "Alt wie ein Baum", "Der blaue Planet" oder "Am Fenster" mit POND-Titeln vermischt werden.

. Dann wäre POND also auch mal etwas für das eine oder andere Stadtfest im Sommer?
Auf jeden Fall! Allein schon unsere Tribute-Sachen, z.B. von JEAN-MICHEL JARRE, kommen sehr gut bei den Leuten an. Oder auch "Wir sind die Roboter" von KRAFTWERK. Das sind Reminiszenzen an unsere Vorbilder. Auch die Ostrock-Nummern sind echt gut und witzig. Ich denke, dass dann auch mal wieder ein paar Radiosender zugreifen werden, denn das ist so anders und einzigartig, wenn wir beispielsweise "Der blaue Planet" und "Jumbo" miteinander vermischen, denn da bauen wir jede Menge orientalische Klänge ein. Aber ich will noch nicht zu viel ausplaudern. Im Herbst kommt die geballte Ladung auf uns zu. Zunächst die Sache beim MDR und dann will ich unseren neuen Youtube-Kanal mit meiner neuen Sendung eröffnen.

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Dann lass uns noch über Deine aktuellen Pläne sprechen.
Ganz neu hinzugekommen ist ein Termin in der nächsten Woche. Genauer gesagt am 24.06. Das ist ein Donnerstag. In der Nähe vom Kürfürstendamm in Berlin gibt es eine kleine, aber feine Galerie, in der eine Ausstellung zum 100.Geburtstag von Willi Sitte eröffnet wird. Jemand gab der Galerie-Chefin den Tipp, dass ein gewisser Paule Fuchs schon mal Bilder von Willi Sitte vertont hatte. Prompt bekam ich einen Anruf mit der Anfrage, ob ich da nicht hinkommen und die Musik spielen könnte. Natürlich musste ich der Dame den Zahn ziehen, denn ich kann ja schlecht mit meinen drei Tonnen Equipment in diese kleine Galerie einrücken. Wir einigten uns stattdessen darauf, dass ich ein bisschen was über Willi Sitte erzählen werde, denn wir kannten uns gut und ich war auch oft bei Willi Sitte zuhause. Ich werde an dem Abend also nicht nur locker vom Hocker darüber reden, was Willi für ein Typ war, sondern es wird auch um die Entstehung des Albums gehen. Mir ist damals die Musik für die Platte regelrecht aus den Fingern geflossen, während andere Musiker immer wieder davon erzählen, dass sie Schreibblockaden haben. Das war hier überhaupt nicht der Fall. Nach einem Jahr waren die zwölf Titel fertig. Und wenn ich mir heute mit dem Abstand von vier Jahren die Titel anhöre, dann staune ich, was da alles zu hören ist und ich frage mich immer wieder, ob das wirklich ich bin, der das geschrieben hat. Da sind Nuancen drin, die nicht von mir sein können. All das werde ich in der Galerie zum Besten geben und wir freuen uns schon alle ganz doll auf den Abend. Frau Sitte wird wahrscheinlich auch anwesend sein. Ich bin sicher, es wird eine tolle Sache werden. Nichts Großes, aber etwas, wo nicht das Geld im Vordergrund steht.
 
Wo genau befindet sich die Galerie und wann geht es los?
Die Galerie heißt "Feinart" und die Adresse ist die Niebuhrstraße 71 in 10629 Berlin-Charlottenburg. Ab 17 Uhr soll Einlass sein und da kann man sich zunächst in aller Ruhe die Bilder ansehen, ehe es mit dem Programm losgeht. Ich bringe übrigens selber ein paar Gemälde von Willi Sitte mit, die wir als Repro gemacht haben. Ich stelle die Bilder vorher auf Staffeleien auf, damit die Besucher sich das in Ruhe angucken können. Später rede ich dann über die Bilder und lasse zu jedem Bild etwa neunzig Sekunden lang meine Musik abspielen.
 
Das klingt alles sehr interessant. Ich finde toll, dass Du nicht untätig bist, sondern dass da viel Neues von Dir kommt, wofür ich Dir natürlich alle Daumen drücke.
Ich bedanke mich sehr für Euer Interesse.



Interview: Christian Reder
Bearbeitung: Torsten Meyer
Fotos: Pressematerial PONDerosa Records, Paule Fuchs privat, Torsten Jänsch






   
   
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