Kossowska & Klunker: "Wildflowers" (Album)

kossowskaklunker 20190829 1389605403VÖ: 05.07.2019; Label: 7us Music; Katalognummer: 7M-287-7; Musiker: Beata Kossowska (Gesang, Gitarre, Mundharmonika), Eberhard Klunker (Gesang, Gitarre); Produzent: Bodo Kommnick; Bemerkung: CD im aufklappbaren Digipak mit Booklet inkl. Abdruck der Songtexte;

Titel:
Let The Night Be Over • After Love • Daily Daydream • Searching For Love • Keep You Working • Not Again • Memories • Somewhere


Rezension:
Hansi Biebl, Modern Soul Band, Klaus Lenz, Theo Schumann … überall dort hinterließ Eberhard Klunker seine Spuren als exzellenter Gitarrist. Er ist ein absoluter Könner auf seinem Instrument, was er Anfang der 80er und auch nach der Wende weiterhin sehr eindrucksvoll bei der Gruppe WINDMINISTER unter Beweis stellte. So ganz nebenbei gab es bis heute zahlreiche Kooperationen mit anderen Musikern, quasi ein sich gegenseitig befruchten mit den jeweils eigenen Talenten. Christiane Ufholz und Klunker bildeten lange Zeit ein tolles Duo ... der eine spielte die Gitarre, die andere sang. Beeindruckend und ziemlich nachhaltig. Jetzt haben sich Klunker und die polnische Blues-Musikerin und -Sängerin Beata Kossowska gefunden, um an Songs für ein gemeinsames Album zu arbeiten und es unter dem Titel "Wildflowers" zu veröffentlichen. Beata Kossowska ist die derzeitige Allzweckwaffe auf jedem Blues-Konzert, das in und um Berlin stattfindet. Mal steht sie mit der Gruppe Engerling auf der Bühne, dann verstärkt sie die Rocker von der Band Klosterbrüder bei ihrer Mugge zum Dorfrock in Schmadebeck, kurz vorher war sie noch bei Bernd "Kuhle" Kühnerts Geburtstagsfeier als Musikerin im Einsatz, bei Monokel lief man ihr schon über den Weg und wenn zuletzt irgendwo eine Benefiz-Mugge stattfand - entweder für das Neu Helgoland oder den verstorbenen Blueser54 -, steuerte sie auch dort ihren Beitrag bei. So machte sich die Frau, die für ihr Mundharmonika-Spiel bekannt ist, schnell einen Namen in der deutschen Blues-Landschaft. Und nun eben ein Album mit Klunki.

Ganze acht Songs - drei davon in Überlänge, also mit einer Laufzeit von über vier Minuten - haben die beiden Musiker auf den Silberling gebannt. Erfreulicherweise handelt es sich dabei komplett um eigene Lieder, die man sich nicht irgendwo zum Nachspielen ausgeborgt, sondern selbst geschrieben und betextet hat. "Daily Daydream", "Keep You Working" oder "Memories" heißen die Lieder, die alle durch die Bank englische Texte haben. So ist man mit dem Transportmittel seiner Botschaften genauso international aufgestellt, wie in der Besetzung. Warum auch nicht?! Musikalisch ist auf "Wildflowers" natürlich das ganz hohe "C" der Bluesmusik zu hören. Das Spiel auf den sechs Saiten des Herrn Klunker ist einmal mehr zum Niederknien und raubt einem beim Hören immer wieder den Atem. Wenn Klunker ansetzt und ein Solo spielt, fehlen einem die Worte um das zu beschreiben, was man da hört. Aber auch Frau Kossowska hat's auf der Gitarre gut drauf. Beide spielen nebeneinander und miteinander, und auch sie macht dabei keine krumme Figur. Zwischendrin gibt es aber auch immer wieder Momente, in denen das Instrument zum Einsatz kommt, mit dem ich Beata Kossowska kennenlernen durfte: Die Mundharmonika. Damit fängt sie Dich als Hörer immer wieder ein und fasst Dich mit ihrem Spiel an. Mal sacht, mal fester. Hammer! Ehe man sich versieht, beginnt schon das Stück "Somewhere" und somit der letzte Titel des Albums. Mit ruhigen Klängen und entspanntem Gesang startet das Stück und wird erst zum Ende hin etwas lauter. Ein wunderbarer Schluss für eine CD, die echt beeindruckt.

So positiv der Eindruck auch ist, an ein paar Stellen der Platte entdecke ich Schwächen. Dafür kann aber keiner der beiden Künstler etwas, das ist ein Problem, das ich mit mir selbst ausmachen muss. Ich werde bei einigen Songs nicht mit der Stimme von Beata Kossowska warm, die mal im Duett mit Eberhard Klunker singt, aber auch eigene Solo-Passagen hat. Das ging gleich am Anfang der CD los, als "Let The Night Be Over" losging. Hier klingt ihr Gesang etwas drüber. So, als wollte sie in Höhen abheben, für die der Treibstoff aber nicht reichte. Dies ist aber mein persönliches Empfinden. Möglich, dass andere Hörer da ganz anderer Meinung sind. Gleiches Gefühl überkam mich auch beim folgenden Stück "After Love". Der Gesang wirkt auf mich gekünstelt. Sorry. Das ändert sich aber im Verlauf der CD. Schon bei "Searching For Love" hat sie mich dann auch überzeugt.

Das Fazit fällt kurz aus: "Wildflowers" ist eine gelungene Platte mit zwei Schönwetterwolken, die im Großen und Ganzen keinen Einfluss auf das Postkartenmotiv haben, das dieses Gesamtwerk musikalisch darstellt.
(Christian Reder)





Videoclip:




   
   
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