Schmidbauer Pollina Kälberer: "Süden II" (Album)

schmidbauer2019 20190121 2063870594VÖ: 25.01.2019; Label: Jazzhaus Records; Katalognummer: JHR 164; Musiker: Werner Schmidbauer (Gesang, Gitarren, Guitarlele), Pippo Pollina (Gesang, Gitarren, Piano), Martin Kälberer (Piano, Keyboards, Akkordeon, Vibrandoneon, Harmonium, Perkussion, Hang, Gubal, Chorgesang), Jean-Pierre von Dach (E-Gitarren), Walter Keiser (Schlagzeug), Alex Klier (E-Bass), Sven Faller (Kontrabass), Reinhard Greiner (Flügelhorn/Trompete), Madleina Pollina (Solostimme bei "But then again"), Roberto Petroli (Saxofon, Klarinette, Streicher-Arrangements), Mariana Beleaeva (Violine), Beate Palier (Violine), Vadim Makhovskiy (Viola), Stefania Verata (Cello), Roberta Prestigiacomo (Chor), Adriana Prestigiacomo (Chor), Claudia Sala (Chor), Jonas Steter (Chor), Julian Pollina (Chor); Bemerkung: CD im aufklappbaren Digipak. Ausschließlich auf CD und digital als Stream erschienen;

Titel:
Richtung Süden • D'Altro Canto • Fensterbank • Le città dei bianchi • Stolz drauf • Io E te • Ganz schee weit • But Then Again • Gubaldoria • Vita D'Artista • Nia vorbei • Tra terra e il cielo • Stell da vor • Per sempre se lo vuoi • A jeder, der do moant


Rezension:
Da haben sich drei Musiker gefunden, die im Dreierpack seit 2011 regelmäßig konzertieren. Der bayerische Liedermacher Werner Schmidbauer und frühere Moderator von Musiksendungen im Bayerischen Fernsehen. Pippo Pollina, der gebürtige Sizilianer aus Palermo, der seit vielen Jahren solo mit wunderschönen, nicht selten pathosbeladenen Balladen und auch sehr engagierten Liedern gegen den Zeitgeist und bestimmten politischen Strömungen begeistert. Außerdem Multiinstrumentalist Martin Kälberer, der mit Schmidbauer schon viele Jahre gemeinsam tourt. Alle drei kannten sich jedoch schon Jahre zuvor, tourten ab und zu und so entstand schließlich 2012 die Idee zum Album "Süden". Alleine dieses Wort verbreitet schon Urlaubsstimmung. Über 100 Süden-Konzerte folgten. Ein denkwürdiger Abschluss war der Auftritt am 12. August 2013 in der Arena di Verona vor sage und schreibe 10.000 Fans, die bis aus Deutschland anreisten. Die dabei entstandene Doppel-DVD "Grande Finale" mit Orchester und zusätzlicher Band ist auch jetzt noch ein unbedingtes MUSS für alle Musikfreunde und ein überzeugender Beweis für die Süden-Idee. Für den in der Schweiz lebenden Pippo Pollina war das quasi ein viel umjubeltes Heimspiel. Ist so ein überwältigender Erfolg noch zu toppen? Diese Frage stellten sich wohl auch die Musiker. Es sollte ein Neustart sein, weil viele neue Ideen zum Thema geboren waren. Weil man sich des Erfolges sicher ist, sein kann, stehen ab 9. März 50 Konzerte in größeren Hallen in Deutschland, Österreich und in der Schweiz auf dem Tourplan.

Auf der neuen CD fanden auf 62 Minuten 15 Kompositionen Platz. Das Konzept umfasst Lieder, von Schmidbauer in bayerischem Dialekt solo vorgetragen, gemeinsam aber auch mit Pollina (abwechselnd deutsch/italienisch) und natürlich mit instrumentaler Begleitung durch Kälberer.
Der erste Song "Richtung Süden" von Werner Schmidbauer stimmt mit schönen, filigranen Musikarrangements auf die Reise ein. Mir fällt allerdings hier sein doch etwas zu aufgesetzter Gesangsstil auf. Dass er auch anders kann, beweist er im mitreißenden Lied "Stolz drauf", das auch seiner Feder entstammt.
Es gibt einige Überraschungsmomente, denn ein Song fällt ein bisschen aus dem Rahmen: Die Tochter von Pollina, Madlaina, besingt in englischer Sprache "But then again". Der Text stammt von ihr, die Melodie von ihrem Vater. Und auch Kälberer ist mit der ideenreichen Instrumentalnummer "Gubaldoria" vertreten und einer weiteren Komposition, die Schmidbauer interpretiert ("Ganz schee weit"). Hier kam auch das außergewöhnliche Musikinstrument, die Hang, zum Einsatz. Die Hang wird aus zwei verklebten Halbkugelsegmenten aus Stahlblech hergestellt und ist erst im Jahr 2000 von zwei Schweizern erfunden worden. Nicht nur auf diesem exotischen Instrument ist Kälberer ein wahrer Meister.
Die Songs von Pippo Pollina verleihen der Scheibe nicht nur wunderschöne Farbtupfer. Sie sind wahre Glanzlichter. "Io e te" ist zum Beispiel ein echter Schmachtfetzen und das ist überhaupt nicht negativ gemeint. Ein aufwändiges Streicherarrangement begleitet diese Komposition und zusammen mit seiner prägnanten, leidenschaftlichen Stimme verbreitet sich südliche Sehnsuchts-Aufbruchs-Stimmung.
"Le Citta die Bianchi" mit ernsterem Inhalt handelt von einem kleinen Jungen, der mit seinem Vater in Richtung Norden (= Norditalien) unterwegs ist, in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

Das ausführliche Inlet ist vorbildlich. Alle bayerischen Mundarttexte sind auch in hochdeutscher Übersetzung (!) abgedruckt - die italienischen Titel sind sowohl in italienisch, als auch in deutsch enthalten. Der musikalische und personelle Aufwand ist immens - siehe Kasten oben. Die Aufnahme selbst und die Abmischung des Albums ist vom Feinsten. Man kann den Protagonisten zu dieser ausgereiften Produktion nur das Beste wünschen. Live im Konzert werden die drei Ausnahmemusiker nicht nur "Süden II", sondern sicher auch mit vorangegangenen Süden-Songs und anderen Highlights die Besucher begeistern. Im Videoclip erzählen die Musiker in Selbstinterviews und Konzertausschnitten weitere Einzelheiten zu CD und Tour.
(Gerd Müller)





Videoclip:








   
   
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