108 Fahrenheit: "Kein Herz" (Album)

108fahrenheit2 20181026 1279141478VÖ: 19.10.2018; Label: Sound So Records/edel; Katalognummer: SO20180; Musiker: Kai Niemann (Gesang, Gitarre), Marco Pfennig (Banjo), Alexander Henke (Gitarre), Thomas Hübel (Gitarre, Buzuki), Adrian Kehlbacher (Bass), Stephan Salewski (Schlagzeug), Christian Keymer (Keyboard), Nils Heinrich (Posaune), Ludwig Kociok (Posaune), Berthold Brauer (Trompete), Maximilian Fleischhack (Trompete), Steve Kuhnen (Saxophon), Felix Wiebicke (Horn), Nora Scheidig (Violine), Juliane Liebing (Violine), Tabea Zeigner (Cello), Daniel Wirtz (Mandoline); Texte: Kai Niemann; Kompositionen: Kai Niemann, Adrian Kehlbacher; Produzent: 108 Fahrenheit; Bemerkung: CD im aufklappbaren Digipak mit Abdruck aller Texte im Booklet;

Titel:
Halt dich an mir fest • Wie früher • Endlich nach Haus • Nur verlieren • Hier und überall • Ganz nach oben • Abschied • Vermissen • Kein Herz • Bergauf • Bevor ich geh • Alles was bleibt


Rezension:
Auch wenn die CD "Kein Herz" heißt, habe ich selten ein Album mit soviel Herz gehört. Den erste Song: "Halt Dich an mir fest" widmete Kai seiner Tochter. Noch ungeboren, sang er ihr diesen Titel vor ... Ich höre das Lied als "etwas Ältere" und fühle mich gut dabei. Wenn jemand sagt, "Halt Dich an mir fest", kann es nur gut sein! Das Banjo ganz sanft, dazu Kais Stimme ... trostspendend, aufmunternd. Jeder Mensch braucht eine Burg, in die er sich zurückziehen kann, wenn es ihm schlecht geht. Genau das fühle ich hier: eine Burg, ein Schutzwall gegen die Unbilden des Lebens.
Der nächste Titel "Wie früher" berührt mich tief. Sehr tief ... Beziehungen enden halt manchmal. Eine letzte Begegnung ... Warum nicht? Auch wenn man weiß, dass man nichts zurückholen kann.
Jeder Mensch möchte irgendwann ankommen, endlich dort sein, wo er sich zu Hause fühlt. "Endlich nach Haus" ...
"Nur verlieren", sanfte Gitarrenklänge und der Klang der Trompete lassen Raum zum Nachdenken.
"Hier und überall" war wohl der erste Song der CD, der im Netz erschien. Vermutlich ist er auch der aufwendigste, was die Anzahl der eingebrachten Instrumente betrifft. Jetzt, wenn ich ihn auf CD höre, sehe ich in meinem inneren Auge Bilder meines Lebens, ich identifiziere mich mit dem Titel. Wenn auch anders, ganz anders als der Schreiber des Textes.
"Ganz oben", völlig anderer Sound, aufrüttelnd und verdammt, die Zeilen stimmen. Alles, wirklich alles kann sich jeder Einzelne zutrauen, für sich bejahen. Der Rhythmus fühlte sich teilweise wie ein Schlag an, ein Schlag zum Aufwecken des eigenen "Ichs".
Nein, ich will nicht jeden einzelnen Song des Albums so auseinander nehmen. Jeder muss sich sein eigenes Urteil bilden. Hört es Euch an. Nur noch ein Gedanke zum Titelsong, "Kein Herz". Sparsam die musikalische Untermalung am Anfang. Wehmütiger Rückblick, eine gescheiterte Beziehung. Der zweite Teil des Songs, völlig anderer Rhythmus. Die Musik, der Gesang - ich würde es fast "trotzig-wütend" bezeichnen.

Hervorragende Musiker und "Gastmusiker" sorgen hier auf der Scheibe für einen Sound, der einfach bewegt, der die sensible Seite des "ICHs" weckt. Musiker, Texter haben immer eine ganz bestimmte Vision, einen ganz bestimmten Gedanken im Kopf. Das kann der Hörer natürlich nicht nachvollziehen, er kennt die Gegebenheiten nicht. Aber wenn es eine Band schafft, den Hörer zu inspirieren, seinen eigenen Gedanken freien Lauf zu lassen, hat sie schon gewonnen. Und genau das schafft 108 Fahrenheit mit "Kein Herz". Der Wert des Albums liegt weit über "schlicht schwarz mit silbernen Lettern" (so ist das Cover gestaltet worden) - das Album "Kein Herz" hat einfach Herz!
(Marion Dudel)





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