puhdyseswarschoen 20121115 1233813490 Titel:
Interpret:
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VÖ:

Titel:

"Es war schön"
PUHDYS
Polydor/Universal
23. November 2012

1. Schiffsouvertüre
2. Unser Schiff
3. Draussen warten die Sterne
4. Es war schön
5. Hoffnung
6. Die Welt ist ein Wunder
7. Wenn ein Mensch
8. Für Dich lebe ich
9. Einfach leben
10. Heut' ist wieder so ein Tag
11. Wieder zu Hause
12. Ein Lied, das nicht vergisst
13. Aus der Tiefe des Herzens

Anmerkung: Es gibt noch zwei Bonustracks,
die aber nur in der Download-Variante des Albums enthalten sind.

 

Rezension 1:
Lange haben die Fans gewartet. Für Frühjahr 2012 hatte man schon damit gerechnet. Es hat halt etwas länger gedauert und pünktlich zum Weihnachtsgeschäft ist die Scheibe endlich zu haben: "Es war schön". "Diese Platte muss laut gehört werden", fordert die Plattenfirma in ihrem Begleitschreiben. Dabei ist speziell die Vorabsingle "Es war schön" alles andere als ein lautes Stück. Im Gegenteil, sie klingt nach Abschied... nach einem nahen Ende der Bandarbeit und wie ein leises "Auf Wiedersehen" in Richtung Fans. Diese Vermutung wird nicht nur durch den Text ("Es war schön / Einfach schön / Endgültig vorbei, aber schön / Winde dreh'n, Menschen geh'n / Was war, kann uns keiner mehr neh'm / Denk an unsre Zeit, sie war schön") genährt, sondern auch das Cover lässt vermuten, dass hier am letzten Werk gefeilt wurde. Das Cover zeigt vorne ein Gesicht, das wie eine Landschaft von der Natur zurückerobert worden ist. Auf der Rückseite ist gar eine E-Gitarre zu sehen, die das gleiche Schicksal ereilt hat. Ebenfalls ist sie von grünem Moos und Schlingpflanzen überwuchert. So, als hätte man sie lange nicht mehr gespielt. Ein weiteres Vorzeichen? Zu allem Überfluss denkt Peter Meyer in den Medien laut über ein Aufhören nach. Gut, die Zeitung, die diese Aussage abgedruckt hat, ist alles andere als glaubwürdig und bekannt dafür, Aussagen völlig aus dem Zusammenhang zu reißen. Aber diese Vorzeichen sind da. Wenn man genau hinhört und hinschaut, kann man sie kaum übersehen. Doch was ist davon zu halten? Sind die Männer tatsächlich müde vom Rock'n Roll? Steht jetzt wirklich die Rockerrente an? Hören wir rein, in das neue Werk. Vielleicht gibt es weitere Antworten auf diese Fragen...

Die Vorab-Single "Es war schön" ist ja bereits ein paar Tage im Umlauf. Als ich sie zum ersten Mal gehört habe, habe ich mich erschrocken. Das soll also der neue PUHDYS-Sound sein? Eine Akustikgitarre, im Hintergrund ein Orchester und zu Dieter Birrs Gesang singen seine Kollegen im Background-Chor? Das sind nicht die PUHDYS, die wir kennen. Das muss irgendein Kompromiss sein, aber keinesfalls das, was uns für das neue Album versprochen wurde. Es sollte doch rockig werden. Deutschrock ist jedenfalls anders. Aber es gibt ja noch mehr auf der CD.
So z.B. das passende Gegenstück zum PUHDYS-Klassiker "Wenn ein Mensch lebt". Dieses kommt unter dem Titel "Wenn ein Mensch" daher. Das Stück beschäftigt sich (Achtung!) mit dem Verlust eines Menschen. Im Pendant zum 70er Klassiker sind die Fragen zum Tod aktueller geworden - auf die heutige Zeit und die Gesellschaft bezogen. Im Lied werden heute tiefergehende Fragen gestellt: "Hat er gekämpft für Freiheit in Ländern so fern? / Starb er aus Liebe, aus Hass oder Wut? / War zum Schluss in Gedanken jemand bei ihm?" Wir leben in einer Zeit, in der wieder deutsche Soldaten im Einsatz sind, obwohl man nach 1945 nie mehr damit gerechnet hätte, dass sowas noch einmal sein kann, und - schlimmer noch - dass wieder deutsche Soldaten fallen würden. Andere schenken ihr Leben bei einem Anschlag für Allah her. Auch sterben viele Menschen in der heutigen Zeit einsam in Heimen. Die Zeit ist eine andere geworden, die Gesellschaft hat sich verändert und die Texte der PUHDYS sind offenbar mit dieser Zeit gegangen.
Die etwas flotter angelegte Hymne "Unser Schiff" ist ein positiver Blick auf's Leben. Das Schiff ist letztlich das Leben selbst, eines das man nicht einfach so verlässt. Und wir alle hinterlassen Spuren auf dem großen Meer, auf dem wir schippern ("Und wenn das Meer dann unsere Geschichte erzählt / Vom Lachen, vom Lieben, vom Leben / Dann kann uns keine Macht dieses Wunder mehr nehmen / Das Lachen, das Lieben, das Leben"). Ein Stück mit Gänsehautgarantie und für meinen Geschmack typisch PUHDYS!
"Draußen warten die Sterne" ist ein ebenso positives Stück, das dem Leben ein optimistisches "Ja!" zuruft. Wir alle wissen um unsere Endlichkeit, doch zwischen Geburt und Tod liegt eine ganze Menge Lebenswertes. Und hier wird im Text kräftig mit Bildern gearbeitet, so z.B. dass selbst die Dunkelheit, die abends hinaufkriecht, keine Angst verursachen sollte, denn erst dann sieht man die Ewigkeit hoch am Himmel blinken. Ebenso hat das Lied die Botschaft, dass selbst wenn irgendwann mal die Tränen fließen, sie das nicht ewig tun werden. Glück und Traurigkeit wechseln sich ab - liegen dicht beieinander.
Sehr nachdenklich zeigt sich das Stück "Hoffnung", das vom Arrangement her, mit der Kirchenorgel und der Klavier-Figur, überzeugt. Abgelöst wird diese eher ruhige Nummer von dem Stück "Die Welt ist ein Wunder", eine von der Gangart her wesentlich schnellere Komposition, bei der erstmals auf diesem Album Dieter "Quaster" Hertrampf als Sänger in Erscheinung tritt. Eine richtige Gute-Laune-Nummer mit dem Zeug zum Hit. Das Stück erscheint mir als Single wesentlich geeigneter, als der Album-Track. Besonders schön ist auch das kurze Gitarrensolo im Mittelteil, das dieser Rocknummer den letzten Schliff verleiht.
Ebenfalls erwähnenswert sind noch ein paar weitere Songs dieses Albums. "Einfach leben" gehört z.B. dazu. Auch dieses Stück ist flott arrangiert und beinhaltet ebenfalls den typischen und vertrauten PUHDYS-Sound. Ganz im Stile von "Alt wie ein Baum" posaunt dieses Lied eine gehörige Portion Optimismus heraus ("Wir wollen einfach leben / Wir woll'n unsterblich sein / Wir werden alles geben - jeden Tag / Doch heute feiern wir, und werden nichts bereu'n").
Gänsehaut pur gibt's beim Song "Ein Lied, das nicht vergisst". Es geht um einen Typen, der seiner großen Liebe ein Lied schreibt. Ein Abschiedslied in dem Moment, "bevor die Zeit sein buntes Leben schwärzt". Es hat eine Melodie, die nur für sie ist und die alles überlebt, "mit Zeilen, die nur sie allein versteht". Sie hört es, sieht dabei sein Herz und seine Seele und sieht auch Bilder aus der Vergangenheit ("Sie lebt und stirbt mit ihm jeden Tag aufs Neu'"). Hat man von der Geschichte nicht schon längst eine Gänsehaut, kommt sie spätestens beim Gospel-Chor am Ende des Stücks. Großartig! Mein absoluter Favorit auf dieser CD.
Musikalisch ist "Es war schön" eine Achterbahnfahrt. Viele Balladen, wenige echte Rocksongs - der "Moll-Ton" überwiegt. Keine fröhlichen Nummern á la "Stars", "Keine Ahnung", "Leck mich am Arsch" oder "Rockerrente". Dafür viele Lieder mit dem Thema Abschied. Man könnte meinen, dass die Fröhlichkeit bei den PUHDYS abhanden gekommen ist, gäbe es da nicht diese Optimismus versprühenden Songs, die ich eben erwähnt habe. Einige der neuen Lieder haben diese für die PUHDYS typischen Elemente in sich, die man mit Worten nicht beschreiben kann. Sie sind einfach da und wenn man sie hört weiß man: das sind die PUHDYS. Das ist aber nicht bei jedem Stück der Fall. Denkt man sich bei einigen Liedern die Stimme von Dieter Birr weg, könnten sie von jedem x-beliebigen Künstler sein.

Wer die Endzeitstimmung in "Es war schön" sucht, der wird sie auch finden. Natürlich gibt es Anzeichen für einen Abschied der Musiker von der Bühne und aus den Tonstudios. Die konnte man aber auch schon in früher veröffentlichten Liedern hören - sogar schon in den 70ern! Wer Party-Nummern auf dem neuen Album sucht, wird enttäuscht sein. "Es war schön" ist ein insgesamt sehr ruhiges Album, das trotzdem irgendwie wieder typisch PUHDYS ist, auch wenn es dieses Mal nicht unbedingt was für den Partykeller ist. Die Musik ist unverkennbar die der Berliner Kultband - zumindest teilweise. Allerdings hat die Band in den vergangenen vier Jahren offenbar einen Prozess durchlebt, der sie auf andere Dinge mehr achten lässt als früher. Mit Liedern wie "Einfach leben" knüpft die Band zwar an die Machart ihres Erfolgstitels "Alt wie ein Baum" an, hat musikalisch aber insgesamt ein paar Gänge zurückgeschaltet. Es gibt Lieder, die so gar nicht PUHDYS sind. Dazu gehört - wie schon erwähnt - der Albumtitel "Es war schön" und auch Songs wie z.B. der letzte Titel der CD "Aus der Tiefe des Herzens". Ich hatte vor dem ersten Hören der Single ehrlich gesagt ganz schlimme Befürchtungen, was die neue CD betrifft, bin aber letztlich doch positiv überrascht worden. Es ist die Zeit, inhaltlich auch mal tiefer zu blicken, sich mit den Dingen des Älterwerdens zu beschäftigen, denn das betrifft uns schließlich alle. Die einen früher, die anderen später. Und auch die PUHDYS werden nicht "ewig leben", auch wenn sie es sich auf ihrer gleichnamigen Single von 1995 gewünscht haben. Auch wenn das Cover ein Gesicht und eine Gitarre zeigt, das von der Natur zurück erobert wurde, ist es auch ein Zeichen dafür, dass es trotzdem weitergeht, denn das Cover zeigt Leben... die grüne Natur!
Die PUHDYS waren immer für "Anleihen" gut... So klingen einige Lieder auf "Wilder Frieden" nach RAMMSTEIN, und auch Gruppen wie SLADE, QUEEN oder BARCLAY JAMES HARVEST lieferten in der Vergangenheit schon "Songideen" - eben immer die Bands, die gerade schwer angesagt waren. Erfreulicherweise klingt das neue Album aber nicht nach UNHEILIG oder TIM BENDZKO. Auch eine sehr positive Eigenschaft des neuen Albums!
(Christian Reder)

 


 

Rezension 2:
So ist das manchmal im Leben: Etwas, das man Monate zuvor für ewig richtig und unumstößlich hielt, ist plötzlich Schnee von gestern. Genau so, wie man es anderen eigentlich unter die Nase reiben wollte, gilt es plötzlich nicht mehr. Die PUHDYS singen davon, dass in ihrer eigenen Vergangenheit vieles schön und lebenswert war, und schon ist die eigene Meinung von damals Käse und als Puhdys-Fan stimmt man natürlich in den "Singsang seiner Idole" mit ein. Egal, was man vorher noch völlig anders formuliert hatte. Auf ein Mal "war es (doch ein wenig) schön". Was hab' ich in den letzten Tagen in mich hinein gegrinst!

Stell' dir vor, der Himmel öffnet nicht seine Pforten, sondern nur eines seiner Fenster. Doch statt, dass Gott sein Antlitz zeigt, hörst du eine Stimme. Engelsgleich, zumindest versucht sie es, und damit es doch so zu klingen vermag, stimmen andere in den entrückten Gesang ein und ein Glöckchen klingt im Hintergrund. Nein, dort singen keine Engel und auch kein himmlischer Chor. Was in unserem Ohr ankommt, ist die Stimme von Dieter "Maschine" Birr, der versucht, uns den Engel zu machen. Wie ein zarter Hauch aus dem fernen Vergangenen könnte es sein und gleich wird "Es war schön", die neue Scheibe der Puhdys, beginnen.

Doch diese "Schiffsouvertüre" dauert nur kurze 38 Sekunden, dann krachen schwere wuchtige Akkorde in die tosende See, auf der "Unser Schiff", also das der Puhdys, auf schwer stampfenden Wogen, irgendwo zwischen Rammstein und Apokalyptika, schippert. Das sind die Puhdys, wie man sie seit Jahren kennt und doch meine ich, tief im Innern noch mehr zu spüren, wenn sie singen "uns hat es nicht umsonst gegeben". Darin liegt eine Menge Nachdenklichkeit auf manch stolz gelebtes Leben, ein Stolz, den so mancher, den ich kannte, sich nun wahrscheinlich traut, wieder heraus zu holen und auszusprechen. Nur statt diesem lapidaren "La La Lei" als Füllmasse hätte ich mir doch eher ein schneidendes Gitarrensolo a la Ehle oder Hassbecker gewünscht.

Mit dem folgenden "Draußen warten die Sterne" ist der Band einer ihrer typischen Ohrwürmer gelungen, der sich vor allem durch seinen Refrain und den überraschenden Break in Maschines Gesang, aber auch durch die entstehenden Assoziationen, die sich jeder selbst farbig ausmalen kann, in die Gehörgänge frisst. Die positive und glückliche Grundstimmung kann man dann gleich mit hinüber nehmen zum Titelsong "Es war schön (einfach schön)". Hier darf jeder nach Belieben in seinen eigenen schönen (Jugend?)Erinnerungen schwelgen und wer bisher meinte, dass jeder, der in einer Diktatur lebte, auch gleichzeitig ein kleiner Diktator war, darf nun, DANK der Puhdys, diese Meinung noch einmal überdenken und merkt dann vielleicht, dass er selbst ja auch Freunde und glückliche Erlebnisse in jenen Jahren hatte. Ein Bösewicht, der anderes in diesem Song zu finden sucht. Für mich sind die "Sterne" und dieses "Schön sein" eine inhaltliche Einheit von Gleichklang und Gegensatz, so wie das wahre Leben auch, in dem so viele "unheilbare Wunden mit Schweigen zugedeckt" werden, weil die bittere Wahrheit keiner hören, lesen oder wissen soll - Afghanistan, Schmiergeldaffären & Co. lassen grüßen. So nah am politischen Zeitgeist, wie mit dieser "Hoffnung", war die Band schon lange nicht mehr und die Fragen stellen sich weiter, wer "Wenn ein Mensch (stirbt)" auf sich wirken lässt. Mir gingen eine Menge Namen durch den Kopf und aktuell, während ich dies schreibe und "Ein Lied, das nicht vergisst" höre, denke ich an meine ehemalige Klassenlehrerin Gisela, die in diesen Tagen einen schier aussichtslosen Kampf gegen den Krebs kämpft, und der ich auf einer Facebook-Seite auch ein paar unbeholfene Worte gewidmet habe. So viele Fragen nach dem WARUM und WIESO und nicht immer findet man eine befriedigende Antwort. Mal ganz davon abgesehen, dass hier gekonnt ein gigantischer Bogen weit zurück bis "Wenn ein Mensch lebt" gebaut wird, quasi wie ein vorsichtiger Rückblick. Der Song trifft mich mitten im Leben und in mein Herz, siehe Gisela, und ein anderer, "Für dich lebe ich", holt mich aus der Lethargie wieder raus.

Schnitt! Wer die LP "Computer Karriere" (1983) im Ohr hat, wird jetzt "Oups!" ausrufen, denn genau auf diese Scheibe würde der Sound von "Die Welt ist ein Wunder" auch passen. Nicht, weil 30 (!) Jahre dazwischen liegen, sondern, weil der Song genau so frisch daher kommt, wie damals genau diese Scheibe. Und endlich singt Quaster auch mal wieder und darf eine richtig geile Lead-Gitarre einspielen. Rock'n'Roll-Show pur und Rock'n'Roll ist auch "Einfach leben", ein Stück Lebensfreude irgendwo zwischen Status Quo und einem Chorus, der auch einem "Rocket Man" von Elton John zur Ehre gereichen würde, als er noch Rockmusik machte. Wer sich direkt danach mal "Biko" von Peter Gabriel auflegen sollte, kann sich auf ein weiteres Aha-Erlebnis gefasst machen. Und dann gelingt es denn PUHDYS sogar, einen Blues in ihre Platte einzuschummeln, lasziv, locker, ein wenig hinterhältig und mit einer Mundi machen "Heut' ist wieder so ein Tag" aus. Mehr davon, kann ich da nur sagen!

Beim wiederholten Hören der Lieder bleiben bei mir immer mehr Zeilen hängen. Das scheint mir eine der Stärken der neuen CD zu sein. Unweigerlich genießt man nicht nur die Melodien von "Wieder zu Hause" und "Ein Lied, das nicht vergisst", sondern bei mir fressen sich auch Worte wie "Bevor die Zeit sein buntes Leben schwärzt" fest, weil sie wie aus meinem eigenen Leben gemeißelt scheinen. So viele Freunde, so viele liebe Menschen, die schon gehen mussten und während ich ihrer gedenke, reißt mich der abschließende Chor in einem Wirbel der Emotionen mit. Wirklich großes Kino und eine tolle Umsetzung einer schwierigen, aber leider auch sehr aktuellen Problematik, mit der sich ein jeder von uns urplötzlich konfrontiert sehen könnte. Das zieht sich hin bis zum letzten Song "Aus der Tiefe des Herzens" und mit dem Gesamtwerk von "Es war schön" gelingt es den Puhdys endlich mal wieder, einen ihrer Skeptiker zu überzeugen, der "Wie ein Engel" aus dem Jahre 1992 für ihre letzte gute Scheibe hält und sich nach 20 Jahren wieder überraschen und zum Hören verleiten lässt. Kompliment, meine Herren. Ich kann nicht verleugnen, dass die Jungs von genau der Generation singen, die sie vom Jugendtanz in der Dorfkneipe, über die ersten Konzerte, die Werkstattwochen bis zur Wende und zur LP "Wie ein Engel" begleitet haben. Danach konnte ich lange Zeit mit ihnen und ihrer Musik, die mir eher den Verkaufzahlen nachzuhetzen schien, nicht mehr viel anfangen. Jetzt endlich wieder.

Wer seine Hörer so tief auf eine Reise in seine eigene Gedankenwelt mitnimmt, wo er viel über das Leben, Nachdenkliches, gar Schmerzliches, viel vom Altern, aber auch vom Glück erfährt, sollte auch die äußere Hülle, in der das steckt, entsprechend gestalten und genau das ist den Machern gelungen. Im Alter sehen unsere Gesichter halt anders aus, als damals und die Landschaften, in denen dieses Leben stattfand, ebenfalls. Fast könnte man meinen, das Leben sei schon am finalen Punkt angelangt, wäre da nicht der Fluss (des Lebens?), der sein Wasser aus dem Landschaftsgesicht heraus ins Irgendwo führt und wer weiß schon heute, was dort noch alles kommen wird. Egal, wie man diese Frage beantwortet, nur die Zukunft weiß eine Antwort darauf, wie dann Gesichter und Landschaften aussehen werden und ob dann noch jemand eine Gitarre spielt, womöglich spielen kann?

Die Zeit hat die Rocker und uns manchmal in gänzlich unterschiedliche Richtungen gejagt und genau davon scheinen die Lieder der CD eine Menge zu erzählen und genau deswegen werden sich auch endlich viele darin wieder finden. Durch die neue Scheibe zieht sich fast durchgängig eine Stimmung, die so kompakt bisher nicht in Songs der PUHDYS zu vernehmen war, denn nach langen 43 Jahren gemeinsamer Band-Historie darf man auch mal zurück schauen und seine Gedanken spielen lassen. Dabei entdeckt der geneigte und kritische Hörer ebenso Profanes und Erstaunliches, wie, dass es auch schön war in diesem, unseren und ihrem Leben! Den Puhdys sei es gedankt und wieder muss ich ein Mal mehr schmunzeln, siehe oben. Es hätte eine "stinknormale" weitere CD werden können, doch "Es ist schön", dass es anders gekommen ist.
(Hartmut Helms)

 

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Video-Clip: Off. Video zu "Es war schön"
 
 

 

 


   
   
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