stahlqueck 20121014 1151736060
Titel:
Interpret:
Label:
VÖ:
Titel:
"Quecksilber"
Stahlmann
AFM
20. Januar 2012
1. Engel der Dunkelheit
2. Spring nicht
3. Tanzmaschine
4. Asche
5. Mein Leib
6. Am Grunde
7. Goetter
8. Schmerz
9. Diener
10. Tanzmaschine (Club Remix)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Dass sich die Neue Deutsche Härte auch viele Jahre nach den großen Hits wie z.B. "Engel" von Rammstein, "Die Flut" von Joachim Witt oder "Augen auf" von OOMPH nach wie vor größter Beliebtheit erfreut, wird zum Beispiel dadurch deutlich, dass die Gruppe UNHEILIG unlängst (na gut... vor 2 Jahren) nicht nur den Bundesvision Song Contest gewannen, sondern auch anschließend noch mit Album und Single-Veröffentlichungen erfolgreich war. Ein weiterer Beleg ist der Erfolg der Gruppe Rammstein, die mit ihrem Ende letzten Jahres veröffentlichten, ersten Best Of-Album "Made in Germany (1995 - 2011)" ohne Umwege in der Top 10 der Media Control Album Charts landete. Auf der noch längst nicht abgeebbten Erfolgswelle dieser harten musikalischen Gangart versucht seit 2008 auch die Göttinger Gruppe STAHLMANN mit zu surfen. Und weil es sich im Fahrwasser so großer Namen wie RAMMSTEIN, UNHEILIG, OOMPH oder MEGAHERZ gut schippern lässt, landete das am 20. Januar bei AFM veröffentlichte zweite Album von STAHLMANN, "Quecksilber", direkt nach VÖ auf einen sehr guten Platz 39 der Media Control Charts. Doch steht die Platte da zu Recht?
 
STAHLMANN mischen in ihrer Musik fleißig Neue Deutsche Härte, alternativen Metal und elektronische Musik zusammen. Das klingt auf den ersten Blick reizvoll... keine Frage... aber das Wort "Härte" kommt in ihrer Musik für meinen Geschmack etwas zu kurz. Im Vergleich zu ihren Mitbewerbern in Sachen Neue Deutsche Härte von der Gruppe MEGAHERZ klingt STAHLMANN wie die Begleitband von Helene Fischer. Zwar krachen auch hier die Gitarren, klingen aber stellenweise sehr handzahm und weichgespült. Dafür wird phasenweise ausreichend mit elektronischen Elementen gespielt. So manche Nummer könnte im Herbst ganz wunderbar auf der nächsten Kuschelrock-Ausgabe Verwendung finden. Um es kurz zu machen: Die Gruppe STAHLMANN verschwindet mit ihren Songs irgendwo im Mittelfeld aller NDH-Bands - schlimmer noch: im Mainstream. Es fällt schwer, sich einen Song aus dem Album herauszupicken und ihn beim nächsten Hören der Platte auf Anhieb wiederzuerkennen. Da fällt das Wort schon: Wiedererkennbarkeit! Diese ist bei der STAHLMANN-Musik leider nicht sonderlich hoch. Wenn die Band von Anfang an vorhatte, ein Album ohne Ecken und Kanten zu machen, um damit in die Charts zu kommen, ist ihnen das wohl gelungen (wie wir mit der Chartplatzierung eingangs ja schon feststellen konnten). Bleibenden Eindruck in Sachen harter Musik hinterlassen die Jungs dabei jedoch nicht. Es fehlt die Abwechslung und ebenso gute sowie neue Ideen, um in der Szene für Aufsehen zu sorgen. Das Album "Quecksilber" ist eine Mischung aus allem. Es klingt nach Eisbrecher, Rammstein, Unheilig und einigen anderen Vertretern mehr, dummerweise nur nicht nach STAHLMANN. Wo sind die Songideen bei denen man sagt, "Geil! Das klingt frisch und anders"? Wo ist der Mut, musikalisch mal die Fesseln abzuwerfen und einfach mal amtlich los zu rocken?
 
Neben der dünnen Musik kommt bei "Quecksilber" noch ein weiterer nachteiliger Fakt dazu: Die Laufzeit des Albums. Hier kann man sich gerade mal 10 Songs und 37 Minuten Musik anhören. Zu kurz? Zu wenig? Richtig! Und nicht nur das: Song Nr. 10 ist der Club Remix des Stücks "Tanzmaschine". So einen "Mut", nur eine Handvoll Songs auf eine Album CD zu packen, hat heute kaum noch einer... Das ist eine bessere Maxi CD aber ganz sicher KEIN Album! Da kommt man sich als CD-Käufer schon etwas auf den Arm genommen vor. Hört man dann den Inhalt, erst recht...
(Christian Reder)

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