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Ein Konzertbericht von Antje Brandt mit Fotostrecke von
Sandy Reichel. Foto in der Überschrift: Pressematerial





Eine Krankheit fängt sich bekanntlich jeder mal ein. Egal, ob Otto Normal von nebenan oder eine bekannte Persönlichkeit, da wird kein Unterschied gemacht. Dies war auch der Grund, warum Marius Müller Westernhagen sein für April geplantes Konzert in Berlin absagen musste: Er war krank!a 20140527 1260205811 Doch MMW versprach, dass dieses Konzert nachgeholt würde. Der Mann hielt Wort und lud samt Band am letzten Freitag zum Abschlusskonzert seiner aktuellen Tour in die Columbiahalle zu Berlin ein. Die Tour stand ganz im Zeichen seines aktuellen Albums "Alphatier". Dieser Titel entbehrt sicherlich nicht einer gewissen Selbstironie des Musikus.

Schon allein die Parkplatzsuche gestaltete sich interessant und dauerte ein Weilchen. Ein Indiz dafür, dass die Columbiahalle gut gefüllt sein würde. Beim Betreten der Halle bestätigte sich die Vermutung: der Laden war rappelvoll. Die Fans waren bester Stimmung und konnten es kaum erwarten, dass Marius den Konzertabend eröffnen würde. Pünktlich um 20:30 Uhr war es soweit und Marius Müller Westernhagen kam auf die Bühne.

Ohne große Umschweife legte er mit "Hereinspaziert" vom neuen Album los und brachte sich und sein Publikum sofort auf Betriebstemperatur. Mit "Alphatier", "Liebe", "Oh Herr" und einigen weiteren Songs wurde in der ersten Hälfte des Konzertes das komplette neue Album live dargeboten. Zwischendurch begrüßte der Altmeister das Publikum und entschuldigte sich dafür, dass das ursprünglich geplante Konzert abgesagt werden musste. Doch das Publikum schien es ihm gar nicht übel genommen zu haben und feierte den Musiker während des gesamten Abends.

Im weiteren Verlauf kam die Background-Sängerin und neue Lebensgefährtin Westernhagens, Lindiwe Suttle, nach vorn auf die Bühne und stellte die Band vor. Nachdem alle Protagonisten namentlich erwähnt wurden, stellte Lindiwe Marius als letzten Musiker und als "Mr. Sexy" vor. Auffallend war, dass er die frische Liebe an diesem Abend das eine oder andere Mal feierte - sie sei ihm gegönnt.b 20140527 2091172076 Als Bonustracks nicht nur auf dem Album, sondern auch am Freitagabend angekündigt, spielten Marius und seine Band die Songs "Hast Du vergessen" und "Ich bin besessen". Die Fans merkten, dass sich der Programm-Teil mit den Liedern des neuen Albums langsam dem Ende zuneigte. Vereinzelte Zugabe-Rufe wurden ziemlich schnell fordernd und lauter. "Wir ziehen uns nur kurz um und spielen dann noch ein paar ältere Stücke", kam als Antwort von der Bühne. Nach einer kurzen Pause wurde dies auch in die Tat umgesetzt.

Und dieser Zugabenblock hatte es in sich: Es gab die Westernhagen-Klassiker schlechthin als Nachschlag. "Sexy" und "Willenlos" wurden als Vertreter der End-80er und frühen 90er dargeboten. Ebenso "Taximann", den fast 40 Jahre alte Song von Marius' Debütalbum aus dem Jahre 1975, und "Mit 18" von der '78er Langrille "Mit Pfefferminz bin ich dein Prinz" als Titel aus seiner Anfangszeit. "Wir schließen traditionell jede Show mit diesem Lied ab, so auch diese", kündigte Westernhagen den letzten Song des Abends an. Das Lied, das das Konzert abschließen sollte, war "Johnny Walker". Die Betonung liegt auf "sollte"! Auf ein Ende des Abends hatte das Publikum nämlich noch gar keine Lust. Und weil es den Musikern auf der Bühne in Berlin wohl genauso gut gefiel wie den Leuten davor, gab es noch einen allerletzten Nachschlag, der - wenn man der Setlist Glauben schenken darf - tatsächlich nicht vorgesehen war: "Halt mich noch einmal" vom "Alphatier"-Album bildete den endgültigen Schlusspunkt eines tollen Konzerts. Mit sichtlicher Freude auf dem Gesicht verließen Marius und die Band die Bühne.

Das Licht, der Ton ... es gab an diesem Abend nichts auszusetzen. Beides war super abgestimmt. Auf eine große Show mit spektakulären Einlagen verzichtet Marius Müller Westernhagen inzwischen. Das kann er auch, denn seine Stimme und Bühnenpräsenz genügen um das Konzertpublikum zu überzeugen. Westernhagen selbst spielte ein Konzert auf hohem Niveau und mit absoluter Professionalität. Obwohl alles wie am Schnürchen lief, wirkte seine Performance jedoch nicht künstlich, statisch oder übertrieben.c 20140527 1395247235 Der Spaß an der Musik war deutlich zu spüren und ging - wie schon erwähnt - auch sofort auf das Publikum über. Auch die Band, bestehend aus von Westernhagen selbst handverlesenen Könnern ihres Fachs, überzeugte auf ganzer Linie und machte einen tollen Job.

Für den einzigen Makel des Abends konnten Marius und seine Band aber nichts. Obwohl das Publikum gut aufgelegt und in Feierlaune war, war es an diesem Abend doch sehr rastlos und immer wieder abgelenkt. Einfach mal zwei Stunden an einer Stelle zu bleiben, zu tanzen und die Musik zu genießen, ist scheinbar nicht jedem möglich. Gerade während der ersten Hälfte des Konzertes waren doch viele Besucher ständig in Richtung Bar oder nach draußen unterwegs. Andere waren in Gespräche vertieft, die offenbar nicht bis nach dem Konzert warten konnten, und ließen andere Konzertbesucher ungewollt daran teilhaben. Dies störte extrem und machte das Konzert doch sehr unruhig.

Auf der Fahrt nach Hause erwischte ich im Autoradio zufällig den Sender, der das Westernhagen-Konzert präsentierte. Aus diesem Anlass gab es eine kleine Sondersendung mit vielen alten und neuen Stücken aus seiner langen Karriere. So konnte ich den Abend bei der Fahrt nach Hause mit dem passenden "Soundtrack" perfekt ausklingen lassen. Das Konzert bildete einen grandiosen Abschluss von Westernhagens Tour. Vielen Dank, Marius Müller Westernhagen!



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Bitte beachtet auch:

• Off. Homepage von Marius Müller Westernhagen: www.westernhagen.de
• Homepage des 'C-Club' in Berlin: www.c-club-berlin.de




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