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Interview vom 6. Dezember 2016



Nachdem FERENC HUSTA im Jahre 2012 bei seiner Band WISE GUYS, in der er immerhin seit 1995 aktiv war, ausgestiegen war fragten sich viele Leute, was er nun machen würde. Nach 17 Jahren Bandarbeit wurde erstmal pausiert. Doch irgendwann fehlt einem die Musik, wenn man sie von Herzen liebt. So wurde dem Sänger alsbald auch langweilig und es kribbelte wieder in ihm. Die Zeit war reif für ein eigenes Album und die Rückkehr ins Rampenlicht. Seit November liegt nun "Weihnachten mal anders" in den Plattenläden (Rezension siehe HIER) und FERENC HUSTAs Solo-Karriere hat begonnen. Im Zuge dieser Album-Veröffentlichung hatte unsere Kollegin Antje Gelegenheit, sich mit dem Sänger über eben dieses Album und einiges mehr zu unterhalten ...




001 20161207 1972059137Hallo Ferenc, sehr nett dass du dir die Zeit für ein Interview mit uns nimmst.
Na klar, das mache ich gerne.

Wer oder was hat Dich inspiriert, nach so vielen Jahren als Musiker nun endlich ein Soloalbum aufzunehmen?
Das geht zurück auf meinen Produzenten Uwe Baltrusch. Wir haben irgendwann mal zusammengesessen und Uwe fragte mich, ob ich nicht mal wieder etwas singen möchte. Wir haben dann hin und her überlegt und waren uns schnell einig, dass es in Richtung Weihnachten gehen soll.

Das Album heißt dann ja auch "Weihnachten mal anders" und erschien am 11.11.2016. Warum hast Du Dich denn gerade für eine Weihnachtsplatte entschieden?
Ich habe für meine Familie in den vergangenen Jahren immer mal wieder das eine oder andere Weihnachtslied geschrieben und alle diese Lieder dann auch aufgenommen. So entstand die Idee, daraus ein Weihnachtsalbum zu machen.

Weihnachtsalben gibt es ja nun sehr viele. Was ist für Dich denn anders an diesem Weihnachtsalbum, wodurch hebt es sich von der Masse ab?
Das hat mich Uwe auch gefragt. Für mich ist an diesem Weihnachtsalbum das Mitwirken vieler verschiedener Sänger aus unterschiedlichen Bands so besonders. Das ist ja nicht unbedingt normal und auch nicht üblich. Zudem wird neben den Weihnachtsliedern durch die Gedichte von Heinz Erhardt oder eben auch den Beiträgen von Loriot eine große Bandbreite geschaffen.

002 20161207 1811227679Wie lange hat die Arbeit an dem Album gedauert?
Länger als gedacht. Eigentlich wollten wir damit letztes Jahr schon rauskommen. Aber es hat seine Zeit gedauert, bis ich die Band zusammen hatte und bis es alle zeitlich einrichten und wir endlich die Songs aufnehmen konnten.

Wer hat an dem Album noch mitgearbeitet?
Unter anderem sind die MEDLZ dabei. Das ist eine großartige a-capella-Gruppe aus Dresden, deren Sängerinnen vorher alle im Philharmonischen Kinderchor Dresden gesungen haben. Und auch die Band 6-ZYLINDER, die ich persönlich vorher noch nicht kannte, ist auf dem Album vertreten. Besonders freue ich mich, dass Clemens Tewinkel mitgewirkt hat. Clemens war bis Ende 2008 Mitglied und mein Kollege bei den WISE GUYS.

"Du wirst vermisst" mutet traurig an. Ist das Lied für dich eine Art Therapie?
Nein, eine Therapie ist es nicht. Aber ich habe immer eine Gänsehaut wenn ich den Song singe, weil ich den Text so wunderschön finde. Geschrieben hat das Lied übrigens Sabine Kaufmann von den MEDLZ.

003 20161207 1666052055Hast du sonst einen Favoriten auf dem Album?
Einen richtigen Favoriten hab ich nicht auf dem Album. Die Reihenfolge der Titel auf dem Album könnte man aber durchaus als Gradmesser heranziehen. So gefällt mir "Let it snow", der erste Song auf der CD, tatsächlich am besten.

Die Platte ist auf dem Label "Cube Music" erschienen. Wie habt Ihr euch gefunden?
Nun, sie haben uns am Ende das beste Angebot gemacht. Mit "Cube Music" hat einfach alles gepasst.

Bist du ein Weihnachtsfan?
Seit meine Kinder da sind, bin ich es auf jeden Fall wieder. Das kann man ohne Übertreibung sagen.

Sind die Kinder für dich auch das Besondere an Weihnachten?
Ja, auf jeden Fall. Es ist immer wieder schön zu beobachten, wie die Spannung in ihnen steigt, wenn die Vorbereitungen laufen. Zur Bescherung dürfen die Kinder aber erst reinkommen, wenn das Glöckchen geläutet hat. Dann die strahlenden Augen zu sehen, ist ein wunderbarer Moment.

Wirst Du die Songs auch auf die Bühne bringen?
Nein, von der Bühne habe ich mich erst mal verabschiedet. Im Moment sehe ich auch einfach nicht den Bedarf. Bei den vielen verschiedenen Sängern wäre es ohnehin schwierig, alle unter einen Hut zu bekommen, so dass ich derzeit keine Live-Auftritte plane.

004 20161207 1565305571Kannst Du Dir vorstellen, weitere Soloalben aufzunehmen, ist da etwas geplant?
Mit Sicherheit wird es in der Zukunft weitere Platten von mir geben, es ist aber noch nichts konkretes geplant.

Warum bist Du bei den WISE GUYS ausgestiegen? Am mangelnden Erfolg kann es ja nicht gelegen haben.
Es waren einfach zwischenmenschliche Sachen, die nicht mehr gepasst haben. Die Konzerte jedenfalls machten mir bis zum Schluss richtig Spaß. Das Touren war zwar manchmal hart, aber wenn man einmal drin war, war das auch toll.

Wie bist du 1995 eigentlich zu den WISE GUYS gekommen?
Nun das war zu einer Zeit, als ich noch gearbeitet habe. Die Band hat damals jemanden gesucht. Wie das so ist - ich mochte sie, sie mochten mich - das hat einfach gepasst. Damals hat die Entwicklung der WISE GUYS auch erst so richtig angefangen, was man u.a. daran erkennt, dass sie gerade mal zwei bis drei Konzerte im Jahr gespielt haben.

Du warst ja sehr lange bei den WISE GUYS, insgesamt siebzehn Jahre. Wie fühlt es sich an, nun allein zu arbeiten?
Das ist echt super. Man ist für alles selber verantwortlich, man macht die ganze Planung selber. Vor allem aber gibt es eben nicht noch vier andere Querköpfe, die dir da rein quatschen. Man kann sich logischerweise viel mehr selbst verwirklichen, als man es in einer Band kann. So gesehen ist mein erstes eigenes Album schon was ganz besonderes.

005 20161207 2091306932Bleibst du weiter dem A-Capella treu?
Nein. Es war ein Vorschlag von Uwe, dass das Album als a-capella-Werk entstanden ist. Das war sicher auch gut so. Ich habe natürlich nichts gegen a-capella, schließlich habe ich es ja selber jahrelang gemacht. Aber es muss nicht bei a-capella bleiben, um Gottes Willen. Doch es wird jetzt auch nicht plötzlich etwas mit einer riesigen Bigband entstehen. Aber generell einfach mal etwas anderes als a-cappela aufzunehmen, darauf hätte ich schon Bock.

Nach dem Abitur stand für Dich fest, dass Du "niemals Musiker!" werden wolltest. Stattdessen hast Du eine Lehre als Reiseverkehrskaufmann gemacht. Wie hast Du letztlich doch noch den Bogen zur Musik gekriegt?
Den Bogen zur Musik hatte ich immer. Mein Vater war ja jahrelang selbst als Berufsmusiker unterwegs. Musik war für mich immer wichtig und gut. Ich wollte eben nur nie Berufsmusiker werden. Das hat sich dann später mit den WISE GUYS einfach so eingeschlichen.

Du bist des Weiteren auch als Sprecher und Synchronsprecher tätig. Siehst du das als Ausgleich zur Musik?
Es ist für mich nach den WISE GUYS klar gewesen, dass ich erst mal keine Musik mehr machen möchte. Also musste ich mir ja eine neue Profession suchen. Ich hab überlegt: "Was willst du jetzt machen?" Auf jeden Fall wollte ich der Musik treu bleiben und mit meiner Stimme arbeiten. Da kam mir die Idee, mein Glück als Sprecher zu versuchen. Doch der Schritt ist ja auch nicht gleich gemacht, sondern es hat ein paar Jahre gedauert. Ein wichtiger Punkt ist der, dass ich mir zu Hause ein eigenes Studio aufgebaut habe, wo ich die ganzen Aufnahmen machen kann.

006 20161207 1227819208Welche Art von Musik hat dich geprägt und prägt dich?
Ich mag total gern Swing. Frank Sinatra und solche Sachen. Ich mag gern Jazz, ich mag gern Klassik. Wenn es vernünftig gemacht ist, mag ich sogar Pop, moderne Sachen. Ich mag eigentlich jede Musik, die mich irgendwo anspricht. Es ist völlig egal, ob da nur getrommelt wird, einer mit der Gitarre singt, oder ob das Klassik oder Hip-Hop heißt. Wenn mich etwas berührt, bin ich überhaupt nicht festgelegt.

Im nächsten Jahr feierst Du Deinen 50. Geburtstag. Welche Ziele hast Du Dir für Deine weiteren Jahre als Musiker gesetzt, wohin soll Dein Weg gehen?
Ich bin momentan mit meiner Auftragslage als Sprecher zufrieden. Auch freue ich mich, dass ich wieder angefangen habe, Musik zu machen. Für mich ist es Moment nur wichtig, dass ich Spaß an dem habe, was ich mache und dass genug Zeit für meine Familie bleibt. Solange es mir noch Spaß macht, mache ich auf jeden Fall weiter. Wenn es mir aber eines Tages keinen Spaß mehr macht, höre ich sofort auf.

007 20161207 1864892804Gibt es noch andere Projekte, die du verwirklichen möchtest?
Ich würde gerne mal zur internationalen Raumstation fliegen, aber das ist was anderes und passt nicht hierher. Nein, im Moment freue ich mich einfach an dem, was ich habe und was ich mache. Weitere Projekte habe ich derzeit nicht im Blick.

Möchtest Du unseren Lesern noch etwas mit auf den Weg geben?
Ich hoffe sehr, dass den Leuten die CD gefällt. Und wenn ihnen die CD gefällt, dürfen sie die auch gerne kaufen. Uwe und ich haben da eine Menge Arbeit reingesteckt. Ich bin froh darüber, dass es ein so schönes Produkt geworden ist und höre es selber gerne. Auch wenn ich es wahrscheinlich an Weihnachten dann nicht mehr hören kann. Ich wünsche allen Lesern von Deutsche Mugge auf jeden Fall frohe Weihnachten.

Vielen Dank für das Interview. Wir wünschen dir viel Erfolg für das Album!
Ich danke dir vielmals.


Interview: Antje Brandt
Bearbeitung: tormey, cr
Fotos: Facebookseite Ferenc Husta, Pressematerial




   
   
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