Eisbrecher: "Liebe Macht Monster" (Album)

eisbrecher2021 20210304 1818679512VÖ: 12.03.2021; Label: RCA/SONY; Katalognummer: n.n.b.; Musiker: Alexander Wesselsky (Gesang), Noel Pix (Leadgitarre, Keyboard), Jürgen Planegger (Gitarren), Rupert Keplinger (Bass), Achim Färber (Schlagzeug); Bemerkung: Auf CD und Schallplatte erhältlich. Dazu gibt es das Album auch als "Limitierte Fanbox" mit allerlei Zugaben (Turnbeutel, Mütze, Autogrammkarte etc.). Die CD steckt in einem aufklappbaren Digipak, inkl. Booklet mit Abdruck aller Texte;

Titel:
Es lohnt sich nicht ein Mensch zu sein • FAKK • Nein danke • Im Guten Im Bösen • Frommer Mann • Dagegen (feat. Dero Goi) • Liebe Macht Monster • Systemsprenger • Wer bin ich • Himmel • Kontrollverlust • Leiserdrehen • High Society • Es lebe der Tod


Rezension:
Wie ich einigen Musik-Freunden kürzlich schrieb, hat die deutschsprachige Musik-Kultur über Jahrzehnte lang und breit seine ureigene Geschichte geschrieben und damit ein ordentliches und starkes Wurzelwerk entwickelt. Da braucht man sicher nicht ständig auf die Nordsee-Inseln oder Transatlantisch schauen. Ein erfolgreicher Bereich ist die Neue Deutsche Härte (NDH), eine Musikrichtung die sich nicht nur in Deutschland, sondern auch in Europa und sogar weltweit großer Beliebtheit erfreut. Sie wird selbst von einigen Vertretern aus anderen Regionen in Europa versiert gespielt. Es gibt einige frühe Überflieger mit sehr hohen Verkaufszahlen, Chart-Positionierungen und großen Bekanntheitsgrad wie OOMPH!, RAMMSTEIN oder WITT. In diese Kategorie gehören sicher auch MEGAHERZ und das nachfolgende elektronisch angelegte Projekt EISBRECHER. Letztere Formation, gegründet von Alexander ALEXX WESSELSKY und Jochen NOEL PIX Seibert, die zuvor auch schon seit 1993 bei Megaherz zusammengearbeitet haben und die ersten vier Studio-Alben mit denen veröffentlichten. Ihren speziellen Musikstil bezeichnete Eisbrecher 2003 damals selbst als elektronischer Trip-Rock. Da aber diese Begrifflichkeit im Laufe der Zeit über den Stil der Band nicht mehr deutlich genug aussagte, spricht man heute von deutschsprachiger Rock-Musik mit Elektro-Elementen. Eine generelle Zuordnung zum Genre Neuen Deutschen Härte, sagt der Band selbst jedoch nicht zu. Dennoch weiß damit jeder Fachkundige nun ungefähr was ihn bei dieser Combo erwartet.

Im quasi 2-Jahres-Murmeltier-Rhythmus bringen die Eisbrecher seit 2004 (Debüt "Eisbrecher") regelmäßig erfolgreiche und beachtete Alben heraus. Mehr als nur einmal hätte man in den zurückliegenden Monaten den Eindruck gewinnen können, die Welt sei stehengeblieben. Doch sie dreht sich noch. Für einige vielleicht gefühlt etwas langsamer als erwartet, für andere jedoch in gewohntem Tempo oder auch etwas beschleunigt. Bei EISBRECHER allerdings rotiert der Planet derzeit noch viel schneller als bei anderen. Zuletzt wurde in der Corona-Phase "Schicksalsmelodien!" (Oktober 2020, Rezension siehe HIER) mit Cover-Songs von Rio Reiser, Falco weiter über Extrabreit, Trio bis Ärzte, Witt und Doro veröffentlicht. Das Album, das sich postwendend auf Rang 4 der Albumcharts platziert hat, gibt es auch als auf 2.500 Stück limitierte und handsignierte Sonderausgabe mit einem Sack voller Zugaben. Weiterhin Tag genau zur selben Zeit dann auch noch die Live-EP "M'era Luna Live", mit 4 Songs aus den letzten drei Alben. Und während die letzten Töne dieser in vielerlei Hinsicht bemerkenswerten Scheiben noch nicht einmal ganz verhallt sind, hat die Band nachvollziehbar mangels Live- und Tour-Aktivitäten genug Zeit um neues Material zusammen zu bringen und das als "Liebe Macht Monster" als reguläres, insgesamt achtes Studioalbum nun schon wieder als Nachschlag am 12. März 2021 zu veröffentlichen. Und natürlich auch wieder, wie in diesem Segment nicht unüblich, als limitierte Fan-Box bestehend aus edler Blech-Box, CD im Digipack, Beanie mit besticktem Logo, Eisbrecher-Kondom, Poster-Flagge, Schlauch-Schal, Gym-Bag, Postkarte und Sticker, da bleibt kein Auge trocken.

Auf der CD, mehr als ein Dutzend neue facettenreiche und überaus kraftvoll produzierte Eisbrecher-Hymnen. Sänger ALEXX WESSELSKY meint stolz und zutreffend: ewige eisbrecherische Blut-Grätschen zwischen schwerem Rock und fettem Metal sowie aber auch wieder Elektro-Industrial-Pop, für uns galt immer schon: nur was einen selbst umhaut, kann auch andere wegpusten! Welche Weisheit und Erfahrung spricht da aus seinem biologischen Arbeitswerkzeug. Dreieinhalb Jahre nach ihrem Nummer-Eins-Album "Sturmfahrt" (2017) haben der singende Frontmann ALEXX WESSELSKY und Gitarrist, Produzent, Programmierer NOEL PIX sämtliche Stellschrauben ihres unverwechselbaren Sounds noch einmal neu justiert und jedes noch so kleine Detail auf den Prüfstand gestellt, um den Fans ein packendes und vielseitiges Werk zu präsentieren. Unterstützt wurden sie von JÜRGEN PLANGGER (seit 2006, Gitarren), RUPERT KEPLINGER (seit 2013, Bass), und ACHIM FÄRBER (seit 2011, Schlagzeug). Und während viele Kunst-Schaffenden und Kultur-Aktivisten aufgrund der aktuell schwierigen Zeiten in Starre und Lethargie verfallen, haben EISBRECHER eine wahre Kreativitätslawine losgetreten. Nicht in der eigenen künstlerischen und produktionstechnischen Dauerschleife festzuhängen unterstreicht NOEL PIX mit Aussagen wie: die Taste Rücksetzen frühzeitig drücken, Altbewährtes mitunter über Bord werfen, sorgsam gesammelte Ideen auch mal verwerfen oder von der To-Do-Liste streichen, auch ein leeres Blatt Papier kann inspirieren und anspornen. Wie wahr, ich kenne das gut !!

Man meint beim Hören der aktuellen Mucke, dass EISBRECHER die Kreativpause gutgetan hat, sie klingen stark, frisch, modern, vielfältig, zeitgemäß, hoffnungsvoll. Wenig ist zu spüren von Depression und Niedergeschlagenheit, die ich im Moment leider bei vielen Kulturschaffenden spüre. Als stolzes Resultat dieser Ideen-Sammlung werden nun also insgesamt 14 neue Kompositionen erst mal auf den deutschsprachigen harten Fan-Typ losgelassen. Sie dokumentieren aktuell einerseits alle bewährten Stärken dieser Combo aus der Region München, zeigen andererseits die vielfältige stilistische Bandbreite und das große künstlerische Potential der Band. "Liebe Macht Monster" belegt, dass ALEXX und NOEL mit Erfolg an den musikalischen Parametern gefeilt und sich neu positioniert haben, ohne die unverwechselbare Grundrichtung, geschickte Vermengung elektronischer Elemente mit harten Gitarren als Herzstück der Eiszerstörer einzubüßen. Die für die Band charakteristischen Grenzgänger heißen diesmal "Kontrollverlust" oder auch "Dagegen", letzterer übrigens inklusive einer kollegialen Zusammenarbeit mit DERO, Frontmann von OOMPH!. Weiter reicht die Bandbreite von typischen kraftvollen Eisbrecher-Tracks wie "Nein Danke", "Es Lohnt Sich Nicht Ein Mensch Zu Sein", bis zu spannenden neuen Einflüssen "Systemsprenger", "Wer Bin Ich" und "Leiserdrehen". Warum denn leiser drehen?? Alles nur das nicht, Lethargie hatten/haben wir zuletzt zu viel. Fan-Box kaufen, aber direkt von der Heimseite der Band, sich mit Mütze und Schal dekorieren, CD in die Abspiel-Maschine und los geht es !!

Am 12. März 2021 erscheint mit "Liebe Macht Monster" das insgesamt achte reguläre Studioalbum der Münchner Erfolgs-Rocker. Mit dem ausgekoppelten Titel "Im Guten Im Bösen" (Clip siehe unten) erschien diese Woche, nach der ersten provokanten Single-Auskopplung "FAKK" (inklusive eines sehenswerten Videos) am 15. Januar 2021, eine weitere neue Single auch als Bild-Ton-Vorbote. Gedreht wurde das Video zu "Im Guten Im Bösen" in Berlin. Hauptdrehort waren das 25 Hours Hotel und die Wilhelmstraße am E-Werk, das während der Kriegszeiten in den Hinterhöfen versteckt für die Umspannung und lokale Stromverteilung sorgte. Das dunkle, verwinkelte Gebäude, das gerne auch für Events aller Art genutzt wird, diente als perfekte Kulisse für diese Single, in der es darum geht, dass jeder Mensch gute wie auch schlechte Seiten in sich birgt und im Laufe des Lebens beide zum Vorschein kommen. Dreieinhalb Jahre nach dem erfolgreichen Werk "Sturmfahrt" (2017) haben Sänger ALEXX WESSELSKY, Gitarrist, Produzent, Programmierer NOEL PIX und die drei Mitspieler früh die kreative Pause genutzt und ein deutlich hörbares Signal gegeben und ein Zeichen gesetzt. Klingende Grüsse ...
(Roland "Der SchoTTe" Koch)





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