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Ein Bericht von Conny Kökert & Udo
Eckardt
mit Fotos von Bodo Kubatzki



a 20210602 1167960005Für stimmungsvolle Musik beim letzten Konzert, das der Chef des Bergkellers Reichenbach, Uwe Treitinger, vor dem sogenannten Wellenbrecher-Lockdown Anfang November 2020 im Bergkeller organisierte, sorgten ebenfalls Marek Arnold und Manuel Schmid. Die damaligen Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie sollten bis zum 10. Dezember gelten. Keiner konnte zu dem Zeitpunkt auch nur erahnen, dass daraus mehr als ein halbes Jahr Stille in der deutschen Kulturlandschaft werden würde.

Die Inzidenz im Vogtlandkreis, bis vor kurzem noch Hochrisikogebiet, liegt derzeit bei 15. Somit sind einige bis vor kurzem noch geltenden strengen Regelungen inzwischen obsolet und Kulturveranstaltungen im Freien seit dem 29. Mai wieder möglich. Daher waren die beiden Musiker auch bestens prädestiniert, den Neubeginn im Bergkeller zu eröffnen.

Bei durchwachsenem, aber immerhin trockenem Wetter, fanden sich über den Nachmittag verteilt insgesamt ca. 100 Gäste im Außenbereich des Bergkellers ein. Die ersten kamen bereits in den frühen Nachmittagsstunden. Meist handelte es sich um Stammgäste, die sich seit Jahren untereinander kennen. Entsprechend herzlich fiel nach dieser langen Abstinenz auch so manche Begrüßung aus. Ob nun Handschlag und Umarmung angesichts der immer noch latenten Gefahr eines erneuten Aufflammens der Pandemie wirklich angebracht waren, oder vielleicht auch etwas Leichtsinn mit im Spiel war, mag ich nicht zu beurteilen. Doch solche Rituale konnte man sehen, als ob es das Gespenst Corona nie gegeben hätte. Da die meisten von uns die 50 oder gar 60 bereits überschritten haben, waren viele der Gäste altersgerecht durch- oder auch nur erst-geimpft und wähnten sich entsprechend in Sicherheit. Ohne jegliche Abstandsreglungen oder gar Maskerade nahmen die Gäste frei und ungezwungen auf Uwes neu gestrichenen Gartenstühlen und Bänken Platz, und manch einer wird sich beim Betrachten seiner Jeans und Jacken an den berühmten Sketch von Diether Krebs und Iris Berben erinnert haben. ‚Na du alte Schabracke, die Bank ist frisch gestrichen' - ‚Wie?' - 'Grün'.

Nachdem Uwe Treitinger die beiden "Gaukler" angekündigt hatte, betraten Marek und Manuel gegen 15:30 Uhr die provisorische Bühne, deren Boden aus 6 Europaletten bestand, darüber ein Gartenpavillon, mit dem der Wind spielte. Aber immerhin lag ein Teppich auf der üppigen Spielfläche. Marek brachte seine Saxofone mit, und Manuel hatte mit seinem E-Piano sogar einen Fensterplatz.b 20210602 1592091803 Das Wichtigste war jedoch die wunderbare Stimme des Multitalents Manuel Schmid. Mehr brauchten die beiden nicht. In den folgenden dreieinhalb Stunden wurde uns ein bunter Querschnitt aus 50 Jahren DDR Rockmusik präsentiert, dessen Songs die meisten im Publikum noch lückenlos mitsingen konnten. Texte, die sich bis heute im kollektiven Bewusstsein festgesetzt haben, auch wenn wir viele Songs zu deren Entstehungszeit nicht für voll genommen oder gar ignoriert haben. Einerseits befanden wir uns selbst noch in unserer Sturm-und-Drang-Zeit, und der Sinn stand uns nach Anderem, als dem, was täglich im Radio als DDR-Kultur präsentiert wurde. Betrachtet man die Songs im Abstand von einigen Jahren, und vielleicht auch mit der entsprechend gewachsenen Reife, so muss man zugeben, dass insbesondere die Texte von Holger Biege oder auch Lift schon damals von einer bemerkenswerten Tiefsinnigkeit zeugten. Titel wie 'Reichtum der Welt' oder 'Sagte mal ein Dichter' sind zeitlos und auch nach 40 Jahren aktueller denn je. Aber auch neue Stücke von dem gemeinsamen Album ‚Zeiten' von Marek & Manuel sowie Songs von dem aktuellen Album ‚Freiheit ist' von Manuels Stammband Stern Meißen, hatten die beiden im Programm.

In einer kurzen Konzertpause erschien doch tatsächlich ein Polizeiauto und drehte eine Runde. Nachdem die Insassen feststellten, dass hier weder eine Querdenker Demo noch ein Revoluzzer Aufstand von Corona Leugnern stattfindet, oder auch die uns Sachsen immer angedichteten Rechten, in unserer Mitte keinen Platz hatten, verließen die Ordnungshüter das Terrain wieder, ohne auch nur auszusteigen und friedlich, wie sie gekommen waren.

c 20210602 1514805451Auch im zweiten Teil des Konzerts merkte man den beiden Musikern an, wie sehr es ihnen Spaß macht, endlich wieder vor Publikum aufzutreten. Lockere witzige Ansagen und diverse Slapsticks kamen beim Publikum gut an und wurden mit viel Applaus bedacht. Dass der Auftritt fast dreieinhalb Stunden dauerte, bemerkten die meisten erst, als sich bei ihnen der 'kleine Hunger' meldete. Doch auch dafür hatte der Gastwirt gesorgt. Neben Würstchen, Bouletten und Fleischkäse, gab es auch die Eigenkreation 'Rock-Brätel', serviert auf einem Brett in der Form einer E-Gitarre. Und selbst das leckere Fassbier reichte bis zum Schluss. Zu verdanken ist das sicher auch dem Sponsoring von Christa Treitinger (Foto rechts), der Mutter des Gastgebers und dem 'guten Geist' des Bergkellers. Die freundliche Dame ließ es sich nicht nehmen, die gesamte Zeit mit im Publikum zu sitzen. Immerhin feiert sie demnächst ihren 90. Geburtstag. Hut ab und danke Christa, für die langjährige Unterstützung, die du unserem Uwe noch immer zuteilwerden lässt.



Termine:

Manuel Schmid und Marek Arnold
• 13.06.2021 - Pirna - Markt
• 25.06.2021 - Halberstadt - „Halberstädter Hof“
• 01.10.2021 - Berlin - Neu-Helgoland
• 19.11.2021 - Erfurt - DieVino
• 29.12.2021 - Heringsdorf - Kurverwaltung

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