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Ein Bericht von Christian Reder mit Fotos von Petra
Meißner, Hans-Helmut Wiencke und Karsten Hildebrand




Es ist schon ein paar Jahre her, da bekam ich meine erste Einladung für ein PUHDYS-Fantreffen nach Braunsdorf. Alle zwei Jahre fand dieses Treffen dort statt und Gastgeber waren Kerstin und Ulli Neumann, die zu sich auf den Hof einluden. Leider hatte das nie geklappt, dass ich den Weg aus dem Ruhrgebiet in den für mich weit entfernten Landkreis Oder-Spree fand.a 20160718 1624519127 Die PUHDYS sind inzwischen zwar Geschichte, aber das Fantreffen fand in diesem Jahr trotzdem wieder statt. Es hat einen anderen Namen bekommen, aber an der Gastfreundschaft, dem Herzblut und dem Organisationstalent der Gastgeber hat sich nichts geändert ...

Zum 1. Braunsdorfer Rock-Stammtisch ging es also am Donnerstag, den 14. Juli 2016, in Richtung Berlin. Reiseziel war das zwischen Erkner und Storkow gelegene Spreenhagen, dessen Ortsteil Braunsdorf ist. Als ich morgens gegen 8:00 Uhr mein Auto in Bewegung setzte, strahlte die Sonne vom Himmel. Es versprach ein schöner Juli-Tag in einem Sommer zu werden, der den Namen eigentlich nicht verdient hat. Am Donnerstag gab es aber ideales Wetter zum Reisen und Feiern. Hinter Hannover war der Himmel allerdings schon wolkenverhangen, und just in dem Moment, als ich die A10 verließ und auf die A12 wechselte, hing dort eine graue Wand aus Regen, Wolken und Ungemütlichkeit wie ein bleierner Vorhang in der Landschaft rum. Das wäre ja übel, wenn Kerstin und Ulli mit ihrem Fest wettertechnisch so ein Pech haben würden. In Markgrafpieske (so heißt der Ort wirklich) links abgebogen, und schon befand man sich auf den letzten Metern bis zum Ziel. Die ehemalige Jugendherberge Braunsdorf incl. Außengelände wurde von Kerstin, Ulli und fleißigen Helfern aus der Gegend schön hergerichtet. Gleich im Eingangsbereich war ein großes Zelt aufgebaut, unter dem allerlei Platten, Poster, T-Shirts, Magazine, Bücher, CDs, DVDs, Autogrammkarten und andere Fanartikel zum Verkauf angeboten wurden. Der Erlös dieses Verkaufsstandes geht nach dem Fest an die Krebshilfe, für die sich die beiden Gastgeber ja schon längere Zeit engagieren. So kaufte Ulli z.B. die großen Werbebanner der inzwischen beendeten PUHDYS-Ausstellung auf der Burg Storkow und versteigerte diese meistbietend über das Internet und live bei Konzerten. Bei den Geburtstagskonzerten der PUHDYS bauten die Neumanns vorher auch schon Verkaufsstände auf, und suchten im Tausch gegen harte Währung neue Eigentümer für verschiedene Dinge, die sie von Musikern und Fans eingesammelt hatten. Die Erlöse gingen immer wieder an die Krebshilfe. Eine tolle Sache, denn da ist das Geld gut aufgehoben. Genug Freunde, Familienmitglieder und Musiker haben wir durch diese beschissene Krankheit schließlich alle schon verloren. Darum wurde auch beim 1. Braunsdorfer Rock-Stammtisch für diese gute Sache Geld gesammelt.b 20160718 1135049472 Im hinteren Bereich des Hofes war ein Unterstand mit Getränkeversorgung aufgebaut und links in Richtung Bettenhaus drehte sich schon das Schwein am Holzspieß über dem Lagerfeuer. Der Regenguss wurde im Haupthaus der ehemaligen Jugendherberge abgewartet. Im dortigen Speisesaal waren die Tische und Stühle schon gut belegt. Seit dem Mittag kamen die ersten Gäste auf den Hof und jetzt zur Kaffeezeit, wo man es sich im Speisesaal mit Kaffee und Kuchen gut gehen lassen konnte, kamen immer mehr bekannte und weniger bekannte Gesichter an.

Und das ist auch der Sinn dieses Treffens. Das Verbinden von Menschen. Bekannte und Unbekannte treffen hier aufeinander. Es gibt Wiedersehensfreude und die Möglichkeit, bisher noch nie persönlich getroffene Leute aus dem Internet kennenzulernen. So traf ich lieb gewonnene Menschen wieder, die ich bereits einige Zeit nicht mehr gesehen hatte und mit denen man sonst auch nur über das Netz oder Telefon Kontakt halten kann. Außerdem Vereinskollegen, mit denen man schon so lange zu tun hat, aber aufgrund der Entfernung bisher noch nie persönlich aufeinander traf. Hans-Helmut Wiencke, der am Donnerstag die Fotos gemacht hat, ist z.B. so ein Kollege. Deutschland ist einfach zu groß und Gelegenheiten wie diese eher selten. In ungezwungener Atmosphäre wurde nun geplaudert, gelacht und manchmal auch in Erinnerungen geschwelgt. Zum Otto-Normal-Verbraucher gesellte sich im Laufe des Tages auch das eine oder andere prominente Gesicht dazu. Big Joe Stolle war einer der ersten, der den Weg nach Braunsdorf gefunden hatte. Später kamen noch Hans die Geige, Detlef Seidel und Martin Schreier von der Stern-Combo, Robert Gläser von SIX, die Monokel-Kraftblues-Brigade (leider ohne Pitti Pflüger, der verhindert war), passend dazu auch Dr. Kinski, mit denen Teile der Kraftblueser ja auch eine gemeinsame AC/DC-Show betreiben, Werther Lohse von LIFT, sowie Klaus Scharfschwerdt, Quaster und Bimbo von den ehemaligen PUHDYS dazu. Eigentlich wollten auch die Musiker von KARUSSELL erscheinen, mussten aber wegen eines Fernseh-Termins leider kurzfristig absagen. Dafür entsandten sie einen Herrn aus Jarmen in MeckPomm, der für die Band im Norden der Republik tätig ist. Dieter Beich heißt der Mann, der sich unter das Volk mischte und mit dem man sich nett unterhalten konnte. Ich habe davon jedenfalls rege Gebrauch gemacht, denn manchmal verbindet einen mehr als nur die Musik. Schöne Grüße in meine "zweite Heimat". Ebenso angenehm waren die Gespräche mit den vielen Leuten, die man bis dahin nur von Fotos kannte, und denen man immer wieder mal irgendwo im Internet begegnet war. Ingo ist so einer, der unlängst ein Buch über die PUHDYS schrieb und der mir von meiner Vereinskollegin und Freundin Petra erst mal vorgestellt wurde.d 20160718 1359478672 Nun bin auch ich Besitzer eines seiner Bücher - vielen Dank, Ingo! Karsten ist ein weiteres Gesicht, das mir gleich in der Menge aufgefallen war und dem ich hier endlich mal live und in Farbe die Hand schütteln konnte. Tina, die früher immer "mit Hut" unterwegs war, und die schon so oft schöne Fotos geschossen und für Beiträge bei Deutsche Mugge beigesteuert hat, traf ich auch zum ersten Mal. Aber es fehlten auch Freunde und Bekannte, wo man hoffte, sie wieder- oder erstmals hier treffen zu können (Schade Hans und Mary, dass Ihr es nicht geschafft habt). Es sind aber noch viele mehr, mit denen man ins Gespräch gekommen ist und wo sich diverse Kreise schlossen. Fühlt Euch an dieser Stelle bitte alle angesprochen, die ich jetzt nicht namentlich erwähnen kann.

Die Überraschung des Tages kam aber erst, nachdem der Regen aufgehört hatte und der Hof gut gefüllt war. Ulli, einer der Gastgeber, griff zum Mikrofon und machte aus dem "Stammtisch" dann auch einen richtigen Stammtisch, an dem bekanntlich ja immer Fachsimpeleien und Gespräche stattfinden. Er bat darum Interviewgäste zu sich an den Stehtisch. Und hier kamen ungeahnte Talente ans Tageslicht. Völlig ohne Vorbereitung stellte er seinen Gesprächspartnern locker und léger Fragen und entlockte ihnen so spannende und nahrhafte Antworten. Kein belangloses BlaBlaBla, sondern amüsante und inhaltsreiche Plaudereien. Chapeau, lieber Ulli, das wäre mir so locker aus der Hüfte und ohne Vorbereitung nicht gelungen ... Hans die Geige machte als erster Promi den Anfang bei den Interviews. Es wurde locker geplaudert, eine Anekdote von Infos über das, was der Geigenhans gerade so macht und kurz bevor der Mann mit den langen Haaren und dem Glitzerhemd den Stehtisch wieder verließ, öffnete er einmal mehr sein großes Herz. Er hatte Kerstin und Ulli in Sachen Krebshilfe in der Vergangenheit schon sehr oft unterstützt, war mit Sachspenden und Hilfestellungen immer wieder mal zur Seite gesprungen und setzt dies nun fort: Von seiner Tour im Advent wird er 10% der Einnahmen stiften und an die beiden Neumanns für ihre Aktion weiterleiten, so kündigte er es an. Es sei ihm ein dringendes Bedürfnis, fügte er hinzu. Das ist eine große Geste und Hilfe zugleich. Respekt!

c 20160718 1530407137Inzwischen war auch das über dem lodernden Feuer gegrillte Schwein angeschnitten. Die knusprige Schwarte gab es kurze Zeit vorher schon vorab, nun war auch das Fleisch durchgebraten. Dazu waren dort, wo vorhin noch Kaffee und Kuchen standen, allerlei Salate, "Fingerfood", Brot und andere Leckereien aufgebaut, u.a. auch passend zum Schwein das Sauerkraut. Hier blieben keine Wünsche offen, egal ob man Fleischesser ist oder nicht. Satt und zufrieden wurde jeder!

In der Interview-Runde ging es mit Quaster und seinem "Schatten" weiter. Die beiden haben ein gemeinsames Programm und sie erzählten uns darüber. Außerdem lüfteten sie das Geheimnis, warum der Schatten eigentlich "Schatten" heißt. Ingo Friedrich, der eben schon erwähnte Autor der aktuellen PUHDYS-Biographie, ließ eines seiner Bücher in der Urfassung versteigern. Wohin der Erlös geht? Genau ... an die Krebshilfe. Toll! Detlef Seidel und Martin Schreier standen ebenfalls Rede und Antwort und auch Dieter Beich, der Booker von KARUSSELL, kam zu Wort und hatte von KARUSSELL ein paar Sachen zum Versteigern mitgebracht. Es folgten Gespräche mit Werther Lohse und Peter "Bimbo" Rasym (beide LIFT), und zu fortgeschrittener Stunde bildeten Big Joe Stolle und Robert Gläser den Abschluss der Interview-Runden. Robert verriet die neusten Nachrichten seiner Gruppe SIX und plauderte darüber, was er und seine SIX-Kollegen mit Carlos Santana beim Stadtwerkefest Potsdam eine Woche zuvor erlebt bzw. eben NICHT erlebt hatten. Unterstützt wurde Robert dabei teilweise von seinem kleinen Sohn, der ganz offenbar auch irgendwann mal einen Job am Mikrofon übernehmen wird. Das Ding scheint auf ihn eine magische Anziehungskraft auszuüben. Lampenfieber? Fehlanzeige! Die Herzen der Leute drum herum hatte der kleine Mann jedenfalls im Sturm erobert.

Es gäbe noch so viel zu erzählen über diesen wunderbaren Tag, z.B. dass sich mein Freund und Vereinskollege Hartmut seine Klampfe von Quaster hat signieren lassen, um diese dann für eine Versteigerung zur Verfügung zu stellen. Kein Wunder, hatte auch HH aus ehemals EE, wie es immer noch auf seinem T-Shirt steht, mit dem Thema Krebs reichlich Berührungen. Ich weiß, wie sehr ihn jeder einzelne Verlust hart getroffen hat. Auch das spontane und vorher nicht angekündigte "Kurzkonzert" von Lars Senn alias Dr. Kinski mit Bimbo am Bass, Dicki Grimm am Cajon, Lefty Linke und Frank Wellfair an den Gitarren muss noch erwähnt werden. Die akustischen Versionen von "All Night Long" und AC/DC's "Thunderstruck", quasi als Ständchen für Kerstin und Ulli dargeboten, waren eine echte Perle und für die beiden Gastgeber eine Riesenüberraschung. Der DJ, der die Gäste den gesamten Tag mit toller Musik versorgte, hat ebenfalls einen guten Job gemacht. Zwar hatte er den Wunsch einer einzelnen Dame nach "Wir sind die Sonne" von Stern Meißen nicht parat und fragte etwas überraschend, wer denn die "Combo" sei, dafür hatte er aber lange nicht gehörte Perlen wie z.B. "Der Clown" von NRC im Gepäck,e 20160718 1321823911 was mir wiederum reichlich Spaß bereitete. Ach, es gibt noch vieles mehr zu sagen. Auch Neuigkeiten, wie die über eine bekannte Bluesband aus DDR-Zeiten, die demnächst ein Comeback feiern wird, oder über neue Alben die in Mache sind, über die man aber öffentlich noch nicht sprechen möchte ... Dann tun wir das an dieser Stelle auch nicht. Und dann sind da noch die fleißigen Damen in der Küche, die für die Versorgung der Gäste mit Speisen verantwortlich waren und die den Tisch im Eingangsbereich des Haupthauses immer gut gedeckt hielten. Und obwohl bis in die Puppen gezaubert wurde, stand am anderen Morgen für alle Übernachtungsgäste ein reichhaltiges Frühstück bereit, das ebenfalls mit ihren Händen gezaubert wurde. Ganz, ganz große Klasse und ein ebenso großes Dankeschön! Dies geht auch an die fleißigen Jungs und Mädels, die beim Auf- und Abbau geholfen haben und mit dazu beigetragen haben, dass der 1. Braunsdorfer Rockstammtisch reibungslos und ohne Probleme über die Bühne ging. In 12 Stunden prasseln reichlich Dinge auf einen ein, darum habe ich sicher etwas oder jemanden vergessen zu erwähnen. Das bitte ich an dieser Stelle zu entschuldigen.

Ich möchte mich an dieser Stelle auch im Namen von Nicola noch bei Kerstin und Ulli bedanken, die uns eingeladen und so herzlich bei sich aufgenommen haben. Es ist mit wenigen Worten nicht zu beschreiben, was Ihr da leistet und allein für Donnerstag auf die Beine gestellt habt. Ich schreibe bewusst "für Donnerstag", denn die Arbeit für diesen einen Tag hat Euch ja schließlich auch schon Tage davor und auch danach begleitet. Dass Ihr das Ganze auch noch für einen guten Zweck macht und selbst - außer den Spaß und das Erlebnis - nichts davon habt, muss einfach mal gesagt und dick unterstrichen werden. Ihr habt vielen Leuten viel Freude bereitet und man hat sich bei Euch und mit Euch sehr wohl gefühlt. Es ist gut zu wissen, dass es neben einer Vielzahl von dauerknipsenden und Filmchen-drehenden Selbstdarstellern, immer in unpassenden Momenten aufkreuzenden Schwätzern und selbstverliebten Zeitdieben im realen und virtuellen Leben noch so besondere Menschen wie Euch gibt, die sich kümmern, machen und tun. Vielen Dank dafür und bitte eine Fortsetzung Eures Festes!

P.S.: Wer nicht dabei war, aber trotzdem etwas Gutes tun möchte, der kann auch direkt bei der Krebshilfe seine Spende "abgeben". Der Weg dahin führt HIER entlang


Bitte beachtet auch:
• Off. Homepage der Krebshilfe: www.krebshilfe.de
• Homepage mit Infos über Braunsdorf: HIER entlang




 
 
 



   
   
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