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Ein Bericht mit Fotos von Reinhard Baer. Weitere Fotos Pressematerial der Band, zur Verfügung gestellt von Bert Stephan



Der Name DEKAdance war auf mehreren Plakaten zu lesen, als ich kürzlich mal wieder in Luckenwalde war. Sofort dachte ich an den Titel "SackRestEi", den ich mal bei Rockradio hörte und der mich nachforschen ließ, von wem dieser Song denn eigentlich stammt. So kam ich auf die Band DEKAdance aus Dresden. Am Samstag spielten sie in Luckenwalde, also in direkter Nachbarschaft. Eine günstige Gelegenheit, den Herren aus Sachsen mal einen Besuch abzustatten und Euch darüber zu berichten. Darum meldete ich mich für das Konzert dort auch an.a 20160320 1560782454 Ich betrat das Luckenwalder Stadttheater nicht wie üblich durch den großen Haupteingang, sondern durch den Eingang für die Studiobühne. Dann hieß es noch eine Treppe nach oben steigen und man war in einem kleinen Zuschauerraum. Ich hatte noch etwas Zeit, mich mit der Örtlichkeit vertraut zu machen und stellte fest, dass der kleine Zuschauerraum die Große Bühne des Theaters war. Hier war alles so hergerichtet, dass etwa 100 Leute Platz hatten. Dort, wo sich eigentlich der Vorhang zum großen Zuschauersaal befindet, war jetzt eine feste Wand und auf der gegenüberliegenden Seite war eine wesentlich kleinere Bühne aufgestellt, auf der die Band bereits ihr Equipment aufgebaut hatte. Über den Zuschauern befand sich der sogenannte Schnürboden, von wo aus bei Aufführungen die Kulissen oder Wände heruntergelassen oder hochgezogen werden können. Das alles passiert hier mittels moderner Technik. Auch einen Sitzplatz für den Feuerwehrmann gab es, und natürlich auch eine Theke, an der man sich ein Getränk oder etwas zum Essen holen konnte. So kann ein großer Saal auch ganz wunderbar für kleinere Veranstaltungen genutzt werden. Eine echt gute Lösung!

Gegen 20:00 Uhr war der kleine Zuschauerraum auf der großen Bühne fast gefüllt und nur noch wenige Stühle waren unbesetzt. Das glich sich aber mit Stehplätzen aus, die einige Zuschauer dem eines Sitzplatzes vorzogen. Nach einem akademischen Viertel ging es dann los. Vier Musiker im knallgelben Anzug gingen auf die Bühne, weiterhin eine scheinbar weibliche Schlagzeugerin und eine weitere Person Latzhose. Die Musiker von DEKAdance tragen zum Teil Spitznamen. Der Mann in der Latzhose heißt Hansi (auch "brutaler Hansi") alias Hans-Jürgen Noack und er spielt die Geige. Ab und an rief er spontan "Hallo Luckenwalde" und darauf kam dann als Antwort aus dem Zuschauerraum ein lautes "Hallo Hansi" zurück. Über die "Schlagzeugerin" ist auf der Band-Homepage zu lesen, dass ihr Name Astrid Kumbernus lautet und sie sich mit Gabi Schubert bei Konzerten abwechselt.b 20160320 1159748935 Am Samstag wurde Astrid aber als Anne Will vorgestellt und ich könnte wetten, dass Astrid alias Anne nach drei rasierfreien Tagen für eine Frau einen ziemlich kräftigen Bartwuchs entwickelt ;-) Bei den vier in gelb gekleideten Musikern handelt es sich um Feuer Buster alias Marc Dennewitz an der Gitarre, White Buster alias Jens Bürger am Saxophon, Black Buster alias Christoph Hermann an der Posaune und am Keyboard sowie Florian Salewski am Bass, als Vertretung für Tom Götze (spielt u.a. in der Band von Günther Fischer).

Nachdem der erste Titel - ein instrumentales Stück - verklungen war, betrat der Frontmann die Bühne: Gründer und Chef der Band Bert Stephan. Sein Anzug war hellblau mit weißem Muster, und damit stand nun im wahrsten Sinne des Wortes eine bunte und farbenfrohe Truppe auf der Bühne. Bert Stephan sang, erledigte die Moderation und spielte sowohl Trompete als auch Gitarre. Die Moderation erstreckte sich nicht nur auf die Ansage der einzelnen Titel. Allerhand Nonsens wurde dargeboten, und neben guter Musik wurde auch allerhand für das Training der Lachmuskeln getan. Gleich am Anfang ging Bert Stephan ins Publikum und überreichte einem Paar eine Langspielplatte anlässlich der goldenen Hochzeit, die die beiden hier im Saal bei DEKAdance begingen. Das Paar kam angeblich aus dem Städtchen Baruth. Als ich von Bert nach dem Konzert noch etwas zu den beiden Jubilaren wissen wollte, sagte er mir, dass er das Paar überhaupt nicht kenne. Das alles war also auch nur ein Jux, gehörte zum Programm und es würde mich nicht wundern, wenn Bert den Namen Baruth auf der Fahrt nach Luckenwalde zum ersten Mal gelesen hat. Wir erfuhren auch, dass dieses Konzert eines der letzten Jazzkonzerte sei, denn der Jazz würd ja bald verboten. Man wisse nur noch nicht, ob vom IS oder von der NPD. Bert werde dann jedenfalls in einen sicheren Drittstaat auswandern. Ihm schwebe Tschechien vor, da gibt es wenigstens zum Frühstück schon Bier. Solche und ähnliche Kommentare, die das Publikum zum Lachen brachten, gab es zwischen den einzelnen Titeln immer wieder.

Die Musik von DEKAdance ist eine Mischung aus Rock und Jazz mit Einflüssen des Funk und auch lateinamerikanische Elemente waren heraus zu hören. Alle Musiker sind Meister auf ihren Instrumenten. Der Bläsersatz erinnerte an Bands wie CHICAGO oder die MODERN SOUL BAND, und allen auf der Bühne war der Spaß am Spiel anzusehen. Die Texte beinhalten eine ganze Menge Nonsens, und manchmal wurde auch absichtlich mit schwarzem Humor oder Griffen unterhalb der Gürtellinie gearbeitet. Der Song "SackRestEi", der mein Interesse an der Band - wie eingangs erwähnt - auslöste, wurde an diesem Abend leider nicht gespielt. Die Band DEKAdance wurde von Bert Stephan ja schon bereits 1985 gegründet und in all den Jahren entstanden so viele Titel, dass die Auswahl für die Konzerte inzwischen wohl schon schwer fällt. Die an diesem Abend gespielten Songs waren also nur eine kleine Auswahl von dem, was die Band in über 30 Jahren geschrieben hat.

Der Abend im Stadttheater Luckenwalde dauerte volle zwei Stunden, die wie im Fluge vergingen. So war man irgendwann am Ende des Konzertes angelangt. Bert Stephan stellte nochmal seine Mitstreiter einzeln vor und wie ein Schulmeister bewertete er auch gleich die an diesem Abend von jedem erbrachtenen Leistungen. Nach der obligatorischen Verbeugung vor dem Publikum wurden noch zwei Zugaben gespielt.c 20160320 1495568176 Die erste war ein langsames Lied, diesmal gesungen vom Posaunisten und Keyboarder Black Buster alias Christoph Hermann. Er zeigte, in welche Höhenlagen er es mit seiner Stimme schafft. Als letztes gab es noch einen rockigen Titel, wieder gesungen vom Meister Bert höchst selbst. Danach gingen die Musiker von der Bühne.

Später konnte man beim "brutalen Hansi" noch CDs und Langspielplatten von DEKAdance erstehen. Auf der Bühne wurde währenddessen schon das Equipment abgebaut. Nicht unerwähnt lassen möchte ich, dass sowohl Ton als auch Licht an diesem Abend perfekt waren. Der dunkle Bühnenhintergrund und im Kontrast die grelle Kleidung der Akteure waren mehr als optimal zum Fotografieren. Hinterher am PC waren kaum Nacharbeiten notwendig. Im Theater lichteten sich nun die Reihen. Es ging die Treppe wieder runter und mit dem Auto nach Hause. Es waren kaum Autos auf der Straße in dieser Nacht, dafür aber viele Hasen, die im Scheinwerferlicht rumhoppelten. Ist ja auch klar, denn nächste Woche ist ja auch Ostern ;-)


Setlist:
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Termine:
• 03.04.2016 - Weinböhla - Zentralgasthof Weinböhla, Ballsaal

Alle Angaben ohne Gewähr. Nähere Infos auf der bandeigenen Homepage



Bitte beachtet auch:
• Off. Homepage von DEKAdance: www.dekadance.de
• Portrait über DEKAdance auf Deutsche Mugge: HIER klicken





 
 
 



   
   
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