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Ein Konzertbericht mit Fotos von Reinhard Baer


Am Ostersamstag loderten wieder in vielen Orten die Osterfeuer. Dies ist inzwischen ein schöner Brauch geworden, trägt es doch auch zur Geselligkeit der Menschen in unserem Land bei. Seit über zwanzig Jahren findet am Ostersamstag auch immer eine Veranstaltung im 'Turm' auf dem Funkerberg in Königs Wusterhausen statt, und somit ist zu Ostern auch dies schon ein schöner Brauch geworden ...a 20150408 1683522097 Viele Jahre war es die Gruppe LIFT, die man hier erleben konnte. Im vorigen Jahr war es erstmalig das Duo BLACKBIRD, und in diesem Jahr spielten die beiden "schwarzen Vögel" bereits zum zweiten Mal im 'Turm'. BLACKBIRD, das sind Ivonne Fechner (Geige, Keyboard, Mandoline, Gesang) und Bodo Kommnick (Gitarre, Gesang), die selbst viele Jahre bei LIFT spielten und sich vor einigen Jahren dieses Duo als weiteres Standbein erschaffen haben. Der Turm KW ist eine ganz besondere Lokalität und gleichzeitig ein ungewöhnlicher Ort für ein Konzert. Es handelt sich dabei um einen ehemaligen Wasserturm, in dem sich jetzt eine Gaststätte befindet. Dort, wo einmal der große Wassertank installiert war, befindet sich jetzt ein Veranstaltungsraum, in dem fünfzig Gäste Platz haben. Zu erreichen ist das alles über eine schmale Wendeltreppe, auf welcher auch das Band-Equipment hochgeschafft werden muss. Man kann hier also von schwerer Arbeit weit vor dem eigentlichen "Dienst" sprechen.

Ich habe BLACKBIRD im vorigen Jahr beim Konzert für Reinhard Fißler im 'Neu Helgoland' erleben dürfen. Damals wurde aber nur ein kurzer Beitrag gespielt und ich nahm mir da schon fest vor, die beiden Musiker bei einem ihrer eigenen Konzerte zu besuchen. Nachdem ich vom Turmchef Stefan Burkert per Mail erfuhr, dass BLACKBIRD in diesem Jahr wieder im seinem Haus gastieren würden, fasste ich den Beschluss, mein Vorhaben in die Tat umzusetzen. Das diesjährige Konzert im Turm KW war im Gegensatz zum Vorjahr ausverkauft, und das ohne Werbung! Stefan Burkert hatte lediglich Mails verschickt und auf der Homepage des Hauses über das Konzert informiert. Die Qualität der Musik und deren Umsetzung durch BLACKBIRD scheint sich wohl schon rumgesprochen zu haben ...

Eine Bühne gibt es im Turm nicht. Man spielt gewissermaßen zu ebener Erde. Kurz nach 20:00 Uhr kamen die beiden Musiker die eiserne Wendeltreppe herunter um auf dieser ebenerdigen Bühne ihre Plätze einzunehmen. Das Konzert konnte also beginnen. Während Ivonne und Bodo bei LIFT in erster Linie Instrumentalisten waren und bestenfalls mal ein oder zwei Lieder sangen,b 20150408 1683784043 ansonsten aber nur als Backgroundsänger fungierten, sind sie bei BLACKBIRD die Hauptdarsteller. Hier sind sie als Sänger und Sängerin voll gefordert. Nicht nur das ... auch für das Programm sind sie jetzt alleinverantwortlich und müssen dies mit Leben füllen. Darum merkte Ivonne in ihrer Ansage zu Beginn auch an, dass man dem Publikum viele eigene Lieder singen und spielen würde. Aber man habe sich auch einige wenige Songs von anderen Künstlern ausgeliehen. So nahm dann der Abend auch seinen Lauf. Die beiden sangen und spielten ihre eigenen Songs, welche allesamt englische Texte haben. Zum besseren Verständnis dieser wurden dem Publikum aber zu jedem Titel einige erklärende Worten mit auf dem Weg gegeben. Bodo und Ivonne erklärten, worum es in den Texten geht und was das Anliegen des Titels ist.
Bodo ist bei BLACKBIRD Komponist der rockigen Songs, während Ivonne eher die leiseren und - wie sie selbst sagte - "schnulzigen" Titel geschrieben hat. Die beiden Musiker begleiten sich nicht nur selbst auf ihren Instrumenten, sondern haben für ihre Lieder ganz tolle Arrangements erschaffen, die sie ihrem Publikum voller Lust und Spielfreude darbieten. Es stehen bei BLACKBIRD nur zwei Musiker auf der Bühne, so dass ein paar externe Klänge dazu genommen werden, die Bodo vorab im Studio produziert hat und beim Konzert vom "Band" abspielt. So ist es den beiden Musikern möglich, bei ihren Auftritten auch mal ein Schlagzeug oder einen Bass erklingen zu lassen, ohne dass diese Gerätschaften auf der Bühne zu finden sind. Hier zeigt man sich ebenfalls sehr kreativ und äußerst erfinderisch. Eine komplette Live-Band ist schließlich auch immer ein Kostenfaktor. Die Akustikgitarre klang dank entsprechender Effektgeräte manchmal wie eine E-Gitarre und auch eine elektronische Trommel gab es, die für die Umsetzung der Lieder verwendet wurde. Für das alles steht Bodo eine Menge an Technik mit Knöpfen und Reglern zur Verfügung, die der "Sound-Zauberer" virtuos bediente und mit der er einen vollen Klang erzeugte.

Ivonne spielte neben ihren angestammten Instrumenten auch mal ein Tamburin oder ein Glockenspiel. Letzteres reichte sie bei einem Song an einen Herrn im Publikum weiter, der dann an bestimmten Stellen bestimmte Töne anschlagen durfte. Überhaupt wurde das Publikum in den Vortrag mit einbezogen, indem die Leute zum Beispiel mit den Fingern schnippen oder klatschten konnten. Dass die beiden Musiker nicht nur hervorragende Instrumentalisten, sondern mindestens ebenso gute Sänger sind, steht völlig außer Frage. Ich war z.B. völlig angetan, als Ivonne - schon bei der Zugabe - einen der "geborgten" Titel sang. Es war der Song "Thank U" von der kanadischen Sängerin Alanis Morissette, mit dem sie mich echt umgehauen hat. Die Frage, warum LIFT-Chef Werther Lohse in all den Jahren nicht auf diese Kreativität und den Einfallsreichtum von Ivonne Fechner und Bodo Kommnick zurückgegriffen hat, um damit auch etwas Neues für LIFT zu schaffen, darf an dieser Stelle durchaus erlaubt sein. Ich finde, hier ist eine gute Chance vertan worden. Umso schöner ist es, dass die beiden Künstler das jetzt für sich in ihrem neuen Bandprojekt ausleben.

Das Konzert von BLACKBIRD dauerte etwa zwei Stunden. Es gab vier Zugaben (!) und vom Publikum reichlich Beifall. Und das völlig zurecht! Schon während des Konzertes hielt Bodo immer mal wieder, wenn ein Titel davon gespielt wurde, die EP von BLACKBIRD hoch, und diese konnte man am Ende des Konzerts auch kaufen.c 20150408 1265965820 Wer wollte, konnte sich diese sogar noch signieren lassen und nach der Mugge auch noch ein paar Worte mit den Musikern wechseln. Der Abend war für die Konzertgäste zu Ende. Für die Band allerdings noch lange nicht, denn die gesamte Technik musste die nicht enden wollende Wendeltreppe wieder runter geschafft werden. Als ich den Funkerberg runter in Richtung meines Autos ging, stand der Vollmond hell am Himmel. Ich war einer von fünfzig Gästen, die ein absolut großartiges Konzert erleben durften. Das gerade Erlebt begleitete mich auf dem Heimweg und noch lange in den angebrochenen Abend. Ich glaube, dem Turmchef wird es kein Kopfzerbrechen bereiten, wen er im nächsten Jahr in seinen Turm einlädt.

Setlist:
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Termine:

• 11.04.2015 - Ostseebad Boltenhagen - Iberotel Weiße Wiek

• 25.04.2015 - Berlin - Winzerfest Schlossinsel
• 13.06.2015 - Perleberg - Perleberg Festival
• 14.06.2015 - Berlin - Kunstfest Pankow
• 21.06.2015 - Erfurt - Krämerbrückenfest
• 23.06.2015 - Suhl - Moist Corner

Alle Angaben ohne Gewähr. Nähere Infos und weitere Termine auf der bandeigenen Homepage.


Bitte beachtet auch:

• off. Homepage von Blackbird: www.blackbird-berlin.de
• Homepage vom 'Turm' in Königs Wusterhausen: www.der-turm-kw.de




Fotostrecke

 
 



   
   
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