

Interview vom 14. April 2026
Die Heavy-Metal-Szene der DDR war ziemlich breit aufgestellt. Manch ein Musikfreund kennt aus dem Genre vielleicht nur die Gruppe Formel 1, aber da gab es weit mehr. Das Problem war nur, dass nicht ganz so viele Bands die Möglichkeit bekamen, beim staatlichen Plattenlabel Amiga eine eigene Veröffentlichung zu bekommen. Kein Wunder also, dass nahezu der Großteil aller Heavy Metal-Kapellen aus dem Arbeiter- und Bauernstaat inzwischen in Vergessenheit geraten sind. So ging es auch der aus dem Norden der Republik stammenden Gruppe CRYSTAL. CRYSTAL waren Sänger und Gitarrist „Funki“ alias Joachim Funk, Gitarrist „Schelle“ alias Thomas Preißler, Bassist „Franky“ alias Frank Maertin, Schlagzeuger Detlef Flade und eben unser Gast, Gitarrist „Friede“ alias Jörg-Rainer Friede. Und die Gruppe bestand von 1978 bis zur Wende. Nach der Wiedervereinigung gingen die fünf Musikanten getrennte Wege. Jörg-Rainer Friede gründete in der Nähe von Bremen sein eigenes Tonstudio und ist seitdem fast nur noch hinter dem Mischpult anzutreffen. Seinen Namen liest man z.B. auf allen Neuerscheinungen des Labels ROKKfilm, bei dem er seit gut drei Jahren für das Remastern alter Bänder verantwortlich zeichnet. Und hier schließt sich nun auch der Kreis, denn bei ROKKfilm ist jetzt unter dem Titel „Alles Lüge“ das allererste Album seiner Band CRYSTAL erschienen, das wir euch HIER auch ausführlich vorstellen. Jetzt wurde es Zeit, sich mit „Friede“ mal über seine Arbeit, seine Band und über die eben genannte LP zu unterhalten. Dies tat unser Kollege Christian vor ein paar Tagen …
Was ist das für ein Gefühl, wenn man vierzig Jahre nach dem Entstehen eigener Lieder endlich sein erstes eigenes Album in den Händen halten darf?
Ja, das ist natürlich sehr schön. Mit einigen Musiker-Kollegen von CRYSTAL hat man sich immer mal wieder getroffen. Aber weißt du, was komisch ist? Man hat ja von jeder Band, mit der man irgendwann mal zu tun hatte, eine CD im Regal. Aber von denen, mit den man in der DDR zehn Jahre lang gearbeitet hat und die eigentlich der wichtigste Lebensinhalt waren, von denen hat man nichts Bleibendes. Keine Erinnerungen außer ein paar alte Schwarz-Weiß-Fotos. Und das ändert sich jetzt glücklicherweise gerade im Fall von CRYSTAL.
So geht es ja vielen Bands aus der damaligen Zeit, denn es konnte ja längst nicht jeder eine Platte machen.
Vielleicht hätte es ja später mal geklappt, aber wir hatten ohnehin erst zwei Titel aufgenommen und dann kam auch schon die Wende. Und dann musste ich auch noch vor der Wende zum Wehrdienst, wo ich mir jedoch ein halbes Jahr gespart habe, da ich desertiert bin.
Wir stellen dich mal kurz vor. Deinen Namen haben sicher viele schon mal gelesen, denn auf ganz vielen Schallplatten steht der hinten drauf. Aber wer bist du, wo kommst du her, wo wurdest du geboren?
Ich bin Rostocker, habe in Rostock nicht nur Musik gemacht, sondern auch Musik studiert. Ich habe auch von der Musik gelebt. Zuerst war es Tanzmusik und dann entwickelte sich das Ganze nach und nach. Während der Armeezeit bin ich desertiert, und zwar nach Bremen, wo ich mir meinen Wunschtraum erfüllte und mein eigenes Studio aufmachte. Dieses Studio führte ich dann zwanzig Jahre lang.
So, das wollen wir jetzt mal Step by Step aufdröseln. Wann hat dich denn der Musikvirus erwischt? Was war die Initialzündung bei dir?
Ganz einfach: mit 13 habe ich Hardrock, Heavy Metal und vor allem DEEP PURPLE gehört und für mich entdeckt. Auch BLACK SABBATH oder LED ZEPPELIN haben mich begeistert. Also vor allem die harten Töne waren es. Eine Zeitlang hörte ich auch ganz gerne Punk. Eigentlich wollte ich immer Schlagzeug spielen, aber im Plattenbau und dann ein Schlagzeug? Das ging nur ein paar Schläge lang gut. Also beerdigte ich meinen Traum vom Schlagzeug und sattelte um auf Gitarre, weil man die auch mal leiser spielen konnte.
Wie wurdest du denn damals auf diese Musik aufmerksam? Über das Radio?
Na ja, wir hatten ja Kassetten. Jeder rannte mit seinem Kassettenrekorder herum, mit dem er ein paar Platten aufgenommen hatte. Bei mir waren es zuerst Bands wie SWEET, was sich aber schnell weiterentwickelte zur härteren Musik. "Smoke on the water" von DEEP PURPLE war für mich so ein Meilenstein, später kam dann RAINBOW usw. Ich war für diese Art Musik Feuer und Flamme.
Du bist also ein Kind der Siebziger.
Absolut!
Du wolltest erst Schlagzeug spielen, hast dann aus den genannten Gründen zur Gitarre gegriffen. Wann ging das bei dir los?
Es fing an mit zehn Jahren, aber nur ganz kurz, da man zur damaligen Zeit nur sehr schwer an passende Instrumente rankam. Außerdem hatte ich noch andere Interessen, machte zum Beispiel sehr viel Sport. Aber im Alter von dreizehn Jahren fing ich dann so richtig ernsthaft an zu üben. In einem Bericht zu meiner Person stand dazu geschrieben: "Mit dreizehn entschied er sich für lange Haare".
Was für einen Sport hast du gemacht?
Judo. Ich begann dann also volle Pulle mit der Musik. Zuerst hatte ich eine Tanzband und bald auch meinen ersten Schein, die sogenannte Einstufung. Das war in der DDR absolute Pflicht.
Wie alt warst du da?
Siebzehn. Zuerst spielten wir nur sporadisch zum Tanz, nach und nach wurde es mehr und später war es richtig top. Ich weiß noch, dass wir mit achtzehn, neunzehn Jahren zum Beispiel zu Silvester mal die ganze Nacht Tanzmusik spielten, was unter anderem auch doppelte Gage für uns bedeutete.
Warst du denn zu dieser Zeit schon Profimusiker?
Nein, da noch nicht, das kam erst später. Zunächst kümmerten wir uns darum, dass wir mit CRYSTAL immer höhere Einstufungen bekamen, was dazu führte, dass wir hier und da mal im Radio liefen, dass wir zur Werkstattwoche der Tanzmusik nach Suhl durften und sogar mal im Fernsehen zu sehen waren. So kam es, dass die komplette Band an der Kulturakademie Neubrandenburg Musik studierte. Das war im Prinzip eine Ausbildung, denn die reinen Musikschulen waren ja voll. Nun wollte man aber den "Tanzmuggern", also den Leuten, die Tanzmusik spielten und sich weiterentwickeln wollten, auch ermöglichen, eine solide Musikausbildung zu bekommen. Und genau diese Ausbildung hat mir bis heute unendlich viel Nutzen gebracht, vor allem auch das gelernte Wissen über Musiktheorie. Natürlich beschäftigten wir uns auch vorher schon mit der Welt der Töne, aber gerade mit Noten taten wir uns schwer. Das lernten wir dann während des Musikstudiums. All diese Themen brauchte ich auch später immer wieder, da ich auch in den Bereichen Klassik und Musical tätig war.
Jörg-Rainer Friede
Wann ging es mit CRYSTAL los? Und vor allem interessiert mich, wie viel Bands hattest du schon vor CRYSTAL?
Warte, da muss ich kurz überlegen… Drei oder vier Bands waren es schon, aber da waren auch Schülerbands dabei, die muss man hier nicht mit aufzählen. Aber zwei Amateurbands hatte ich vorher auf jeden Fall. Da spielte ich sogar schon mal mit Frank Maertin, dem späteren Bassisten von CRYSTAL, zusammen, oder auch mit Detlef Flade, der dann Drummer bei CRYSTAL wurde, der heute aber leider nicht mehr lebt. Die Anfänge von CRYSTAL gehen meines Wissens zurück ins Jahr 1978. Nur hatte das damals überhaupt noch nichts mit Heavy Metal zu tun. Deshalb sagen wir heute, die Band besteht seit 1979/80, denn da ging es ernsthaft mit Musik los bei uns und ab da wird es interessant.
Hast du CRYSTAL mitgegründet?
Nein, der hauptsächliche Gründer der Band war unser Gitarrist Schelle. Ich stieß aber recht schnell zur Band und war in allen relevanten Besetzungen der Band dabei.
Gab es denn im Laufe der Zeit Besetzungswechsel?
Durchaus. Wenn du eine Platte von uns hast, dann schau mal auf den Covertext, da haben wir unsere wichtigsten Besetzungen aufgeschrieben.
Irgendwann habt ihr beim Rundfunk der DDR zwei Lieder produziert. Weißt du noch, wer die Aufnahmen mit euch gemacht hat? War das vielleicht sogar im Zuge der Werkstattwoche in Suhl?
Das war Jürgen Matkowitz. Wir hatten seinerzeit in Neubrandenburg so eine Art Kulturchef mit Namen Bauer. Der war sehr wichtig für uns, weil der eine Menge Kontakte für uns herstellte. Der war es auch, der uns zu dieser Werkstattwoche nach Suhl geschickt hatte. Bei dieser Gelegenheit lernten wir Jürgen Matkowitz kennen, in dessen Studio wir letztlich aufnehmen konnten.
Sind diese Lieder tatsächlich auch beim Rundfunk eingesetzt worden oder sind sie nach der Aufnahme ganz einfach verschwunden?
Nein, die wurden wirklich auch gespielt. "Alles Lüge" kam sogar auf Platz 1 der Beatkiste, "Bergringrennen" immerhin auf Platz 2.
Und trotzdem ist AMIGA nicht auf euch zugekommen und hat gesagt: "Jungs, wir müssen mal was mit euch machen"?
Na ja, wir hatten noch zu wenig eigenes Material. Zwar hatten wir bereits einen dritten und vierten Song in Planung, aber die Band flog dann ja leider auch auseinander. Das alles spielte sich im Zeitraum von 1985 bis 1987 ab. 1988 wurde ich dann zur Armee eingezogen und damit war CRYSTAL gestorben. Nicht zu vergessen ist auch die Phase, in der wir Spielverbote hatten. Da machte die Polizei uns ziemlichen Stress, wodurch enorm viele Konzerte wegfielen. Es hieß immer, es kommen zu viele Leute zu unseren Konzerten, die dann Unruhe stiften.

Im Studio ...
Zu den schönen Dingen an der Platte, die jetzt erschienen ist, gehört unter anderem ein Livemitschnitt von 1988. Da stellt sich mir die Frage, wo kommt die Aufnahme her?
Ich selbst hatte das gar nicht mehr auf dem Schirm. Wir machten zwar auch mal Liveaufnahmen beim Rundfunk, aber die haben wir trotz eifriger Nachforschungen nie wieder gefunden. Es gab aber auch hin und wieder bei Konzerten Mitschnitte, direkt über das Mischpult. Der Großteil dieser Aufnahmen war aber totale Gülle, denn der eigentliche Zweck eines Mischpults ist ja der, dass es live in der Halle gut klingt. Nun hatten wir mal ein Konzert in Rostock, wo auch wieder mitgeschnitten wurde, was aber für die damaligen Verhältnisse qualitativ auch nicht wirklich der Hit war. Jetzt ist ja bekannt, dass ich seit einiger Zeit die Sache mit den Schallplatten für ROKKfilm mache. Und in diesem Zusammenhang habe ich hier in Rostock unter anderem mal mit einer ganz tollen AC/DC-Coverband zu tun gehabt: Five Men on the Rocks. Das Cover für die Band machte Frank Maertin, der Bassist von CRYSTAL. Frank kam damit zu mir und ich habe den Jungs geholfen, die Platte bei einem Presswerk zu machen. Durch dieses Ding habe ich Frank mal wieder getroffen und erfuhr so ganz nebenbei von ihm, dass er noch diese Liveaufnahme vom CRYSTAL-Konzert aus Rostock besitzt. Wir haben uns dann zeitnah getroffen, uns das in Ruhe angehört und uns tierisch amüsiert. Weißt du, wenn man sich fast vierzig Jahren erstmals wieder selber hört, noch dazu total ungeschminkt und unbearbeitet, das war einfach herrlich.
Also kann ich davon ausgehen, dass auf der Kassette von damals mehr als die vier Lieder drauf sind, die jetzt auf der Platte erscheinen?
Ja klar, die Kassette war ja randvoll. Also sechzig oder neunzig Minuten Laufzeit waren das. Aber natürlich wollten wir auf keinen Fall die Coversongs nehmen. Immerhin hatten wir in dem Konzert damals sechs oder sieben eigene Nummern gespielt. Allerdings waren da auch Nummern dabei, die wir selber nicht so richtig mochten. Du weißt ja, wie das ist: man nimmt manchmal Titel auf, die man nach ein paar Jahren dann doof findet. Jedenfalls kamen wir erst durch diese wiederentdeckten Liveaufnahmen auf die Idee mit der Platte. Wir fuhren dann als erstes zu den beteiligten Musikern und fragten, ob die mitmachen würden, was von allen mit einem lauten "Ja!" abgenickt wurde. Nur unser Schlagzeuger konnte nicht mehr zustimmen, der lebt ja nicht mehr.
Du hast ja für diese Platte einige Instrumente völlig neu eingespielt?
Nein, das ist nicht korrekt. Ich sagte ja vorhin, dass wir das Mischpult so eingestellt hatten, dass der Sound live gut rüberkommt. Nun war es so, dass man in diesem Raum mit etwa 200 Zuschauern die eine Gitarre auf die eine Raumseite gelegt hatte und die andere Gitarre auf die andere Raumseite. Und genau dieser Aspekt hat das Vorhaben gerettet. Heutzutage ist es ja möglich, dass ich aus dem linken oder rechten Kanal nur je eine einzige neue Spur mache. Dadurch hatte ich ziemlich sauber die eine Gitarre von links und genauso sauber die andere Gitarre von rechts. Das lässt sich mit der heutigen Technik wunderbar voneinander trennen. Wenn ich dann links und rechts wegdrehe und nur die Mitte laufen lasse, dann finde ich alle anderen Töne. Kaputtgemacht hat das Ganze die Snare, denn live wollte man immer, dass die Snare richtig knallt. Hier war die Snare aber so laut, dass sie alles andere regelrecht weggedrückt hatte. Das war das Einzige, was ich bei der CRYSTAL-Platte neu machen musste. Ähnlich verhält es sich übrigens bei der PRINZIP-Platte "Live Kamenz '78". Da hatte der Live-Mischer das seinerzeit ziemlich versaut. Der legte nämlich auf eine Seite die Bassgitarre und auf die andere Seite die Gitarre von Jürgen Matkowitz. Das klang schon damals schrecklich. Aber mit den heutigen Möglichkeiten konnte ich das alles neu mixen und somit die LIVE-LP von PRINZIP machen.
Ah, so verhält sich das …
Genau. Bei CRYSTAL war also die Snare das Problem. Die Becken-Parts gingen einigermaßen, da musste ich nur mal einzelne Schläge nachliefern. Die Bass-Drum war so weit okay, ich habe sie nur etwas knackiger im Klang gemacht.

CRYSTAL live ...
Und wie machst Du sowas?
ich arbeite mit einer ganz speziellen Software, nämlich mit Nuendo. Bemerkenswert an Nuendo ist unter anderem, dass hier der Gesang ganz deutlich rausgefiltert wird. Fast schon wie bei einer KI. Das bedeutet, ich konnte bei all dem Soundbrei den Gesang ganz sauber rausziehen. Ich ließ mir dafür auch richtig viel Zeit, was ich sonst nicht in dieser Ausführlichkeit mache, aber wenn es für die eigene Band ist, dann ist man schon mal doppelt gründlich. Beim Gesang gab es noch zwei, drei schiefe Töne, die ich auch noch korrigierte. Insgesamt sind an der CRYSTAL-Platte aber nur circa fünf Prozent verändert.
Das klingt richtig spannend.
Ja, das ist es auch. Man weiß vorher nie, was einen erwartet und was am Ende daraus wird. Ich hatte zum Beispiel mal Aufnahmen der Band Chicorée von ROKKfilm bekommen, die waren so kaputt, dass ich erstmal die Arbeit daran abgelehnt hatte, weil ich sicher war, dass man da nichts mehr retten kann. Ich wurde dann davon überzeugt, es doch wenigstens zu versuchen, also setzte ich mich ran und gab mein Bestes. Unter anderem war bei jedem Schlag der Bassdrum der Wurm drin. Die Aufnahmen wurden wahrscheinlich früher mal auf Band aufgenommen, was ja noch relativ gut klang. Aber dann digitalisierte man diese Aufnahmen, um sie auf eine CD zu pressen. Und der Typ, der für die Überspielung zuständig war, hat schlicht und einfach nicht aufgepasst, denn bei jedem einzelnen Bassdrum-Schlag war eine digitale Übersteuerung drin. Wirklich bei jedem. Wir reden hier von etwa eintausend Schlägen der Bassdrum während des Konzertes. Auch hier gibt es wieder eine Software, mit der ich ungefähr die Hälfte der Schläge korrigieren konnte. Aber man kann die Software nicht stumpfsinnig auf die kompletten Songs anwenden, weil dabei manchmal auch der Gesang in die falsche Richtung bearbeitet wird oder der Bass entfernt wird, oder was sonst noch so passieren kann. Die Hälfte konnte ich also mit Hilfe der Software bereinigen, aber die anderen ca. 500 Bassdrum-Schläge habe ich tatsächlich von Hand bearbeitet.
Was für eine Arbeit …
Das Schwierige daran ist, dass du wirklich nur den verzerrten Teil wegmachst. Du musst dir das so vorstellen, dass ich diesen Punkt markiere und dieser dann weggelöscht wird. Und aus dem Signal der Zehntelsekunde davor und danach errechnet die Software, wie es dazwischen geklungen haben muss.
Also steckt hier eine Art KI dahinter?
Nein, das ist keine KI. Das gibt es schon seit zwanzig Jahren. Wenn da also irgendwo in der Aufnahme ein Knackgeräusch ist, kann man das rausnehmen, wodurch eine kleine Lücke entsteht. Dann nimmst du die Momente davor und danach, schiebst das zusammen und schon ist es fertig. Das Prinzip lautet also: hinhören - markieren - weglöschen - zusammenführen. Anschließend hörst du weiter. Das fordert auf Dauer schon eine Menge Aufmerksamkeit, denn wenn in diesen Schlag der Bassdrum sich plötzlich noch ein Beckenschlag mischt und du löscht diese Frequenz, fehlt danach auch der halbe Beckenschlag. Das ist wie ein riesiges Puzzlespiel. Und vom Rauschen, Brummen und Knistern habe ich jetzt noch gar nicht geredet.
Die zweite Seite der CRYSTAL-LP ist ja auch nicht uninteressant. Abgesehen davon, dass die zwei Rundfunkproduktionen dabei sind, habt ihr auch zwei neue Songs gemacht.
Das ergab sich daraus, dass ansonsten nur zehn Minuten auf der B-Seite gewesen wären. Also haben wir uns entschieden, zwei neue Lieder zu schreiben und aufzunehmen. Schelle hatte den Auftrag für einen Song, den anderen sollte ich schreiben.
Die beiden Nummern sind also kein Material aus der Schublade, sondern die sind komplett neu.
Genauso ist es. Mein Song ist zwar an sich schon etwas älter, was aber für einen Musiker nicht ungewöhnlich ist. Ich habe immer so zehn Titel auf Halde, an denen ich gerade arbeite. Einen davon habe ich für unsere Platte genommen, weil der gut passte. Aber die Entscheidung, was für Songs wir neu aufnehmen, war echt schwer. Jetzt sind wir zufrieden, denn die Songs sind recht melodisch und passen gut zu dem, was wir früher gemacht haben.
Beide Songs fangen mit "wild" an. Ihr seid also auch heute noch "wild".
Das war purer Zufall. "Wilde Zeiten", die wir erlebt hatten und "Wilde Jahre", was für uns eine Erinnerung an die Achtziger darstellt. Das waren doch tolle Zeiten damals, oder?
Aber die Idee, dieser Platte hier noch mal etwas Neues folgen zu lassen, es nochmal richtig krachen zu lassen, steht nicht im Raum, oder?
Nein. Klar, das hat uns alles riesigen Spaß gemacht, uns durch die Platte noch einmal mit der CRYSTAL-Zeit zu befassen. Aber es ist total schwer, die Leute zusammenzubringen. Und auch dieses Herumreisen, ganze Nächte auf der Autobahn verbringen, das ist für uns "Rentner" nicht mehr ganz so erstrebenswert. Ich persönlich bin ja noch sehr oft unterwegs für die Arbeit an Schallplatten, CDs, Clips, Filmdrehs usw. Gerade im Moment bin ich durch meine Arbeit mit Hansi Biebl manchmal ganze Wochenenden in Berlin.
Das Remastern von alten Platten und Aufnahmen ist also heute deine Hauptbeschäftigung?
Richtig. Die Arbeit mit ROKKfilm macht derzeit einen großen Teil aus. Ansonsten mache ich ja auch noch Filmarbeiten, Videoclips und ich sitze nach wie vor im Studio. Außerdem mache ich für Bands Livemitschnitte oder nehme für Bands CDs auf. Irgendwie scheine ich auch so eine Art Überlebenskünstler zu sein.
Vielleicht darfst du jetzt mal ein wenig spoilern, denn du hast eben erwähnt, dass du gerade mit Hansi Biebl zusammenarbeitest. Im Herbst soll dann das Album kommen, so viel darf man sicher verraten. Woran arbeitest du sonst noch?
An einem Doppelalbum mit BERLUC. Das wird kein neues Album, sondern hier geht es um alte Liveaufnahmen. Das ist im Moment das Wichtigste, woran ich arbeite. Über meine Arbeit mit AMOR & DIE KIDS bist du ja unterrichtet und darüber habt ihr bei Deutsche Mugge auch schon ausführlich berichtet. Lass mich kurz zurück zu BERLUC schwenken. Hier handelt es sich um eine relativ gute Aufnahme mit nur wenigen technischen Fehlern. Ein, zwei Probleme muss ich dennoch beheben. So ein Livemitschnitt besteht ja immer aus einzelnen Momentaufnahmen. Und hier hatte vor allem am Anfang des Konzertes der Mann am Mischpult ein wenig geschlafen, denn da ist die Gitarre etwas zu leise. So besteht meine Aufgabe jetzt in erster Linie darin, in der ersten Konzerthälfte die Gitarre lauter zu bekommen. Alles in allem wird das eine richtig schöne Sache, zumal es sich hier um ein Doppelalbum handelt. Auch die Besetzung der Band ist echt cool. Zum Beispiel singt hier noch der sehr beliebte Manne Kähler, dazu der Gitarrist, der seinerzeit "No bomb" gesungen hat. Dietmar Ränker hat sogar ein Schlagzeugsolo beigesteuert, was das Ganze zu etwas Besonderem werden lässt.
Du beschäftigst dich ja nun schon eine ganze Weile mit dem Thema. War das denn in deiner früheren Jugend und in der Erwachsenenzeit auch deine Musik oder hat dich die Musik aus dem Osten gar nicht interessiert?
Doch, das hat mich sehr interessiert. Nehmen wir nur mal das Beispiel PRINZIP. Ich mag Matko und seine Art Gitarre zu spielen. Und die LP "Feuerrock" habe ich schon als Kind gehört. Songs wie "Sieben Meter Seidenband" fand ich großartig. Das kam genau zu der Zeit raus, als ich auch anfing Gitarre zu spielen. Deshalb fand ich es auch toll, ihn später persönlich kennenzulernen. Uns beide verbinden übrigens auch geschäftliche Dinge, denn Matko hatte mich in der DDR mit Instrumenten versorgt, was ja damals bekannterweise nicht unbedingt einfach war. Ich brauchte ihm nur zu sagen, was ich brauchte und er hat mir das dann aus dem Westen rübergebracht. Natürlich musste ich dafür auch ordentlich löhnen, aber im Zweifelsfalle konnte ich die Instrumente ja im Osten auch jederzeit weiterverkaufen. Dank Matko wurde ich eine Zeitlang richtig reich.
Jetzt muss ich noch eine Rückfrage stellen. Du hast anfangs erzählt, dass du zum Ende der DDR noch zur NVA eingezogen wurdest, aber desertiert bist. Wie kann ich das verstehen? Bist du einfach abgehauen oder wie war das?
Also ich leistete ganz normal meinen Wehrdienst ab. Während der Tage, als die Wende passierte, hatten wir erhöhte Gefechtsbereitschaft, Ausgangsperre und all dieses Theater. Es war ja auch wirklich eine wirre Zeit und in der Armee rumorte es mächtig. Später erfuhr ich übrigens, dass während dieser Zeit ein Drittel aller NVA-Angehörigen abgehauen war. Ich selber durfte während der Armeezeit Musik machen, und zwar in einem Fähnrich-Orchester. Jedes Wochenende haben wir irgendwo einen Auftritt gehabt, was zunächst toll klingt, nur leider musste ich nach den Auftritten immer wieder rein in die Kaserne, während die anderen nach Hause gefahren sind. Das war schon eine Qual. Eines Tages kam ich von der Orchesterprobe, als mir alle ganz aufregt erzählten, dass die Mauer auf sein soll. Wir rannten dann ganz schnell zu einem Fernseher und holten uns die Bestätigung, dass die Grenzen auf sind. Mein Kumpel und ich fragten uns daraufhin, was wir eigentlich noch hier machen. Ein paar Tage später sind wir dann einfach abgehauen. Natürlich wurden wir anfangs noch gesucht und auch zuhause war die Stimmung angeheizt, denn ich galt ja als Deserteur. Deshalb bin ich auch erst ein halbes Jahr später, als sich alles wieder beruhigt hatte, wieder nach Hause gefahren.
Das waren schon verrückte Zeiten. Und wie ging es dann nach der Wende für dich weiter? Ich nehme mal nicht an, dass du mit CRYSTAL weitergemacht hast, sondern dich in irgendeiner Form umorientiert hast, oder?
CRYSTAL war in dem Moment schon auseinander. Ich hatte zwar noch sehr gute Kontakte zu unserem Schlagzeuger und wir überlegten auch wirklich darüber nach, in Bremen was auf die Beine zu stellen. Aber nun waren wir ja plötzlich in einem neuen Land unterwegs und mussten zunächst mal irgendwie arbeiten, um Geld zu verdienen. Ich bekam einen Job als Bootsbauer und arbeitete auch ungefähr zwei Jahre in dem Job. Mein Traum war aber ein eigenes Studio, weshalb ich schon sehr bald anfing, mir ein Homestudio aufzubauen. Gleich von meinem ersten Geld als Bootsbauer kaufte ich mir einen Drumcomputer, vom zweiten Geld eine Bandmaschine, mit der man zuhause aufnehmen konnte. Und so konnte ich loslegen und Musik machen. Da gab es auch eine sehr gute Band aus dem Bremer Umland, Dee Tail, bei der ich mitspielte, die hatten einen englischen Sänger. Das war für mich ein großer Anreiz, mal mit einem echten Engländer zusammen Musik zu machen.
Und dann?
Danach machte ich mit der Band NORTHERN TALES waschechten Gothic Metal. Ich machte mich dann aber auch sehr schnell selbstständig, meine Firma wuchs stetig mit, ich produzierte sogar Musicals. Und ein Verlag gehörte auch dazu. Stellenweise arbeiteten neun Leute für mich. Das hieß aber auch, dass ich nur noch am Arbeiten war, kaum Freizeit hatte und auch kaum noch zum Musikmachen kam.
Das klingt nach einem sehr spannenden Leben. Damit sind wir auch schon am Ende unseres Gesprächs. Vielleicht zum Abschluss noch eine Frage zu ROKKfilm. Eure CRYSTAL-LP ist ja auf 400 Stück limitiert, daran wird auch nicht gerüttelt. Aber was wünschst du dir für deine Firma DREAMLAKE und vor allem für die CRYSTAL-LP?
Zuerst mal hoffe ich natürlich, dass wir alle Platten verkaufen. JUB (Chef Jens-Uwe Berndt, Anm. d. Red.) geht ja immer ins finanzielle Risiko mit den Platten, während wir anderen ja "nur" Zeit investiert haben. In meinem Umfeld gibt es jedenfalls ganz viele Leute, die richtig heiß sind auf all diese Sachen. Allein schon der alten Zeiten wegen.
Ich danke dir vielmals für die ausführlichen Antworten auf meine Fragen und drücke die Daumen für die Platte.
Herzlichen Dank.
Interview: Christian Reder
Übertragung: Torsten Meyer
Fotos: Jörg-Rainer Friede privat, ROKKfilm
Was ist das für ein Gefühl, wenn man vierzig Jahre nach dem Entstehen eigener Lieder endlich sein erstes eigenes Album in den Händen halten darf?
Ja, das ist natürlich sehr schön. Mit einigen Musiker-Kollegen von CRYSTAL hat man sich immer mal wieder getroffen. Aber weißt du, was komisch ist? Man hat ja von jeder Band, mit der man irgendwann mal zu tun hatte, eine CD im Regal. Aber von denen, mit den man in der DDR zehn Jahre lang gearbeitet hat und die eigentlich der wichtigste Lebensinhalt waren, von denen hat man nichts Bleibendes. Keine Erinnerungen außer ein paar alte Schwarz-Weiß-Fotos. Und das ändert sich jetzt glücklicherweise gerade im Fall von CRYSTAL.
So geht es ja vielen Bands aus der damaligen Zeit, denn es konnte ja längst nicht jeder eine Platte machen.
Vielleicht hätte es ja später mal geklappt, aber wir hatten ohnehin erst zwei Titel aufgenommen und dann kam auch schon die Wende. Und dann musste ich auch noch vor der Wende zum Wehrdienst, wo ich mir jedoch ein halbes Jahr gespart habe, da ich desertiert bin.
Wir stellen dich mal kurz vor. Deinen Namen haben sicher viele schon mal gelesen, denn auf ganz vielen Schallplatten steht der hinten drauf. Aber wer bist du, wo kommst du her, wo wurdest du geboren?
Ich bin Rostocker, habe in Rostock nicht nur Musik gemacht, sondern auch Musik studiert. Ich habe auch von der Musik gelebt. Zuerst war es Tanzmusik und dann entwickelte sich das Ganze nach und nach. Während der Armeezeit bin ich desertiert, und zwar nach Bremen, wo ich mir meinen Wunschtraum erfüllte und mein eigenes Studio aufmachte. Dieses Studio führte ich dann zwanzig Jahre lang.
So, das wollen wir jetzt mal Step by Step aufdröseln. Wann hat dich denn der Musikvirus erwischt? Was war die Initialzündung bei dir?
Ganz einfach: mit 13 habe ich Hardrock, Heavy Metal und vor allem DEEP PURPLE gehört und für mich entdeckt. Auch BLACK SABBATH oder LED ZEPPELIN haben mich begeistert. Also vor allem die harten Töne waren es. Eine Zeitlang hörte ich auch ganz gerne Punk. Eigentlich wollte ich immer Schlagzeug spielen, aber im Plattenbau und dann ein Schlagzeug? Das ging nur ein paar Schläge lang gut. Also beerdigte ich meinen Traum vom Schlagzeug und sattelte um auf Gitarre, weil man die auch mal leiser spielen konnte.
Wie wurdest du denn damals auf diese Musik aufmerksam? Über das Radio?
Na ja, wir hatten ja Kassetten. Jeder rannte mit seinem Kassettenrekorder herum, mit dem er ein paar Platten aufgenommen hatte. Bei mir waren es zuerst Bands wie SWEET, was sich aber schnell weiterentwickelte zur härteren Musik. "Smoke on the water" von DEEP PURPLE war für mich so ein Meilenstein, später kam dann RAINBOW usw. Ich war für diese Art Musik Feuer und Flamme.
Du bist also ein Kind der Siebziger.
Absolut!
Du wolltest erst Schlagzeug spielen, hast dann aus den genannten Gründen zur Gitarre gegriffen. Wann ging das bei dir los?
Es fing an mit zehn Jahren, aber nur ganz kurz, da man zur damaligen Zeit nur sehr schwer an passende Instrumente rankam. Außerdem hatte ich noch andere Interessen, machte zum Beispiel sehr viel Sport. Aber im Alter von dreizehn Jahren fing ich dann so richtig ernsthaft an zu üben. In einem Bericht zu meiner Person stand dazu geschrieben: "Mit dreizehn entschied er sich für lange Haare".
Was für einen Sport hast du gemacht?
Judo. Ich begann dann also volle Pulle mit der Musik. Zuerst hatte ich eine Tanzband und bald auch meinen ersten Schein, die sogenannte Einstufung. Das war in der DDR absolute Pflicht.
Wie alt warst du da?
Siebzehn. Zuerst spielten wir nur sporadisch zum Tanz, nach und nach wurde es mehr und später war es richtig top. Ich weiß noch, dass wir mit achtzehn, neunzehn Jahren zum Beispiel zu Silvester mal die ganze Nacht Tanzmusik spielten, was unter anderem auch doppelte Gage für uns bedeutete.
Warst du denn zu dieser Zeit schon Profimusiker?
Nein, da noch nicht, das kam erst später. Zunächst kümmerten wir uns darum, dass wir mit CRYSTAL immer höhere Einstufungen bekamen, was dazu führte, dass wir hier und da mal im Radio liefen, dass wir zur Werkstattwoche der Tanzmusik nach Suhl durften und sogar mal im Fernsehen zu sehen waren. So kam es, dass die komplette Band an der Kulturakademie Neubrandenburg Musik studierte. Das war im Prinzip eine Ausbildung, denn die reinen Musikschulen waren ja voll. Nun wollte man aber den "Tanzmuggern", also den Leuten, die Tanzmusik spielten und sich weiterentwickeln wollten, auch ermöglichen, eine solide Musikausbildung zu bekommen. Und genau diese Ausbildung hat mir bis heute unendlich viel Nutzen gebracht, vor allem auch das gelernte Wissen über Musiktheorie. Natürlich beschäftigten wir uns auch vorher schon mit der Welt der Töne, aber gerade mit Noten taten wir uns schwer. Das lernten wir dann während des Musikstudiums. All diese Themen brauchte ich auch später immer wieder, da ich auch in den Bereichen Klassik und Musical tätig war.
Jörg-Rainer FriedeWann ging es mit CRYSTAL los? Und vor allem interessiert mich, wie viel Bands hattest du schon vor CRYSTAL?
Warte, da muss ich kurz überlegen… Drei oder vier Bands waren es schon, aber da waren auch Schülerbands dabei, die muss man hier nicht mit aufzählen. Aber zwei Amateurbands hatte ich vorher auf jeden Fall. Da spielte ich sogar schon mal mit Frank Maertin, dem späteren Bassisten von CRYSTAL, zusammen, oder auch mit Detlef Flade, der dann Drummer bei CRYSTAL wurde, der heute aber leider nicht mehr lebt. Die Anfänge von CRYSTAL gehen meines Wissens zurück ins Jahr 1978. Nur hatte das damals überhaupt noch nichts mit Heavy Metal zu tun. Deshalb sagen wir heute, die Band besteht seit 1979/80, denn da ging es ernsthaft mit Musik los bei uns und ab da wird es interessant.
Hast du CRYSTAL mitgegründet?
Nein, der hauptsächliche Gründer der Band war unser Gitarrist Schelle. Ich stieß aber recht schnell zur Band und war in allen relevanten Besetzungen der Band dabei.
Gab es denn im Laufe der Zeit Besetzungswechsel?
Durchaus. Wenn du eine Platte von uns hast, dann schau mal auf den Covertext, da haben wir unsere wichtigsten Besetzungen aufgeschrieben.
Irgendwann habt ihr beim Rundfunk der DDR zwei Lieder produziert. Weißt du noch, wer die Aufnahmen mit euch gemacht hat? War das vielleicht sogar im Zuge der Werkstattwoche in Suhl?
Das war Jürgen Matkowitz. Wir hatten seinerzeit in Neubrandenburg so eine Art Kulturchef mit Namen Bauer. Der war sehr wichtig für uns, weil der eine Menge Kontakte für uns herstellte. Der war es auch, der uns zu dieser Werkstattwoche nach Suhl geschickt hatte. Bei dieser Gelegenheit lernten wir Jürgen Matkowitz kennen, in dessen Studio wir letztlich aufnehmen konnten.
Sind diese Lieder tatsächlich auch beim Rundfunk eingesetzt worden oder sind sie nach der Aufnahme ganz einfach verschwunden?
Nein, die wurden wirklich auch gespielt. "Alles Lüge" kam sogar auf Platz 1 der Beatkiste, "Bergringrennen" immerhin auf Platz 2.
Und trotzdem ist AMIGA nicht auf euch zugekommen und hat gesagt: "Jungs, wir müssen mal was mit euch machen"?
Na ja, wir hatten noch zu wenig eigenes Material. Zwar hatten wir bereits einen dritten und vierten Song in Planung, aber die Band flog dann ja leider auch auseinander. Das alles spielte sich im Zeitraum von 1985 bis 1987 ab. 1988 wurde ich dann zur Armee eingezogen und damit war CRYSTAL gestorben. Nicht zu vergessen ist auch die Phase, in der wir Spielverbote hatten. Da machte die Polizei uns ziemlichen Stress, wodurch enorm viele Konzerte wegfielen. Es hieß immer, es kommen zu viele Leute zu unseren Konzerten, die dann Unruhe stiften.

Im Studio ...
Zu den schönen Dingen an der Platte, die jetzt erschienen ist, gehört unter anderem ein Livemitschnitt von 1988. Da stellt sich mir die Frage, wo kommt die Aufnahme her?
Ich selbst hatte das gar nicht mehr auf dem Schirm. Wir machten zwar auch mal Liveaufnahmen beim Rundfunk, aber die haben wir trotz eifriger Nachforschungen nie wieder gefunden. Es gab aber auch hin und wieder bei Konzerten Mitschnitte, direkt über das Mischpult. Der Großteil dieser Aufnahmen war aber totale Gülle, denn der eigentliche Zweck eines Mischpults ist ja der, dass es live in der Halle gut klingt. Nun hatten wir mal ein Konzert in Rostock, wo auch wieder mitgeschnitten wurde, was aber für die damaligen Verhältnisse qualitativ auch nicht wirklich der Hit war. Jetzt ist ja bekannt, dass ich seit einiger Zeit die Sache mit den Schallplatten für ROKKfilm mache. Und in diesem Zusammenhang habe ich hier in Rostock unter anderem mal mit einer ganz tollen AC/DC-Coverband zu tun gehabt: Five Men on the Rocks. Das Cover für die Band machte Frank Maertin, der Bassist von CRYSTAL. Frank kam damit zu mir und ich habe den Jungs geholfen, die Platte bei einem Presswerk zu machen. Durch dieses Ding habe ich Frank mal wieder getroffen und erfuhr so ganz nebenbei von ihm, dass er noch diese Liveaufnahme vom CRYSTAL-Konzert aus Rostock besitzt. Wir haben uns dann zeitnah getroffen, uns das in Ruhe angehört und uns tierisch amüsiert. Weißt du, wenn man sich fast vierzig Jahren erstmals wieder selber hört, noch dazu total ungeschminkt und unbearbeitet, das war einfach herrlich.
Also kann ich davon ausgehen, dass auf der Kassette von damals mehr als die vier Lieder drauf sind, die jetzt auf der Platte erscheinen?
Ja klar, die Kassette war ja randvoll. Also sechzig oder neunzig Minuten Laufzeit waren das. Aber natürlich wollten wir auf keinen Fall die Coversongs nehmen. Immerhin hatten wir in dem Konzert damals sechs oder sieben eigene Nummern gespielt. Allerdings waren da auch Nummern dabei, die wir selber nicht so richtig mochten. Du weißt ja, wie das ist: man nimmt manchmal Titel auf, die man nach ein paar Jahren dann doof findet. Jedenfalls kamen wir erst durch diese wiederentdeckten Liveaufnahmen auf die Idee mit der Platte. Wir fuhren dann als erstes zu den beteiligten Musikern und fragten, ob die mitmachen würden, was von allen mit einem lauten "Ja!" abgenickt wurde. Nur unser Schlagzeuger konnte nicht mehr zustimmen, der lebt ja nicht mehr.
Du hast ja für diese Platte einige Instrumente völlig neu eingespielt?
Nein, das ist nicht korrekt. Ich sagte ja vorhin, dass wir das Mischpult so eingestellt hatten, dass der Sound live gut rüberkommt. Nun war es so, dass man in diesem Raum mit etwa 200 Zuschauern die eine Gitarre auf die eine Raumseite gelegt hatte und die andere Gitarre auf die andere Raumseite. Und genau dieser Aspekt hat das Vorhaben gerettet. Heutzutage ist es ja möglich, dass ich aus dem linken oder rechten Kanal nur je eine einzige neue Spur mache. Dadurch hatte ich ziemlich sauber die eine Gitarre von links und genauso sauber die andere Gitarre von rechts. Das lässt sich mit der heutigen Technik wunderbar voneinander trennen. Wenn ich dann links und rechts wegdrehe und nur die Mitte laufen lasse, dann finde ich alle anderen Töne. Kaputtgemacht hat das Ganze die Snare, denn live wollte man immer, dass die Snare richtig knallt. Hier war die Snare aber so laut, dass sie alles andere regelrecht weggedrückt hatte. Das war das Einzige, was ich bei der CRYSTAL-Platte neu machen musste. Ähnlich verhält es sich übrigens bei der PRINZIP-Platte "Live Kamenz '78". Da hatte der Live-Mischer das seinerzeit ziemlich versaut. Der legte nämlich auf eine Seite die Bassgitarre und auf die andere Seite die Gitarre von Jürgen Matkowitz. Das klang schon damals schrecklich. Aber mit den heutigen Möglichkeiten konnte ich das alles neu mixen und somit die LIVE-LP von PRINZIP machen.
Ah, so verhält sich das …
Genau. Bei CRYSTAL war also die Snare das Problem. Die Becken-Parts gingen einigermaßen, da musste ich nur mal einzelne Schläge nachliefern. Die Bass-Drum war so weit okay, ich habe sie nur etwas knackiger im Klang gemacht.

CRYSTAL live ...
Und wie machst Du sowas?
ich arbeite mit einer ganz speziellen Software, nämlich mit Nuendo. Bemerkenswert an Nuendo ist unter anderem, dass hier der Gesang ganz deutlich rausgefiltert wird. Fast schon wie bei einer KI. Das bedeutet, ich konnte bei all dem Soundbrei den Gesang ganz sauber rausziehen. Ich ließ mir dafür auch richtig viel Zeit, was ich sonst nicht in dieser Ausführlichkeit mache, aber wenn es für die eigene Band ist, dann ist man schon mal doppelt gründlich. Beim Gesang gab es noch zwei, drei schiefe Töne, die ich auch noch korrigierte. Insgesamt sind an der CRYSTAL-Platte aber nur circa fünf Prozent verändert.
Das klingt richtig spannend.
Ja, das ist es auch. Man weiß vorher nie, was einen erwartet und was am Ende daraus wird. Ich hatte zum Beispiel mal Aufnahmen der Band Chicorée von ROKKfilm bekommen, die waren so kaputt, dass ich erstmal die Arbeit daran abgelehnt hatte, weil ich sicher war, dass man da nichts mehr retten kann. Ich wurde dann davon überzeugt, es doch wenigstens zu versuchen, also setzte ich mich ran und gab mein Bestes. Unter anderem war bei jedem Schlag der Bassdrum der Wurm drin. Die Aufnahmen wurden wahrscheinlich früher mal auf Band aufgenommen, was ja noch relativ gut klang. Aber dann digitalisierte man diese Aufnahmen, um sie auf eine CD zu pressen. Und der Typ, der für die Überspielung zuständig war, hat schlicht und einfach nicht aufgepasst, denn bei jedem einzelnen Bassdrum-Schlag war eine digitale Übersteuerung drin. Wirklich bei jedem. Wir reden hier von etwa eintausend Schlägen der Bassdrum während des Konzertes. Auch hier gibt es wieder eine Software, mit der ich ungefähr die Hälfte der Schläge korrigieren konnte. Aber man kann die Software nicht stumpfsinnig auf die kompletten Songs anwenden, weil dabei manchmal auch der Gesang in die falsche Richtung bearbeitet wird oder der Bass entfernt wird, oder was sonst noch so passieren kann. Die Hälfte konnte ich also mit Hilfe der Software bereinigen, aber die anderen ca. 500 Bassdrum-Schläge habe ich tatsächlich von Hand bearbeitet.
Was für eine Arbeit …
Das Schwierige daran ist, dass du wirklich nur den verzerrten Teil wegmachst. Du musst dir das so vorstellen, dass ich diesen Punkt markiere und dieser dann weggelöscht wird. Und aus dem Signal der Zehntelsekunde davor und danach errechnet die Software, wie es dazwischen geklungen haben muss.
Also steckt hier eine Art KI dahinter?
Nein, das ist keine KI. Das gibt es schon seit zwanzig Jahren. Wenn da also irgendwo in der Aufnahme ein Knackgeräusch ist, kann man das rausnehmen, wodurch eine kleine Lücke entsteht. Dann nimmst du die Momente davor und danach, schiebst das zusammen und schon ist es fertig. Das Prinzip lautet also: hinhören - markieren - weglöschen - zusammenführen. Anschließend hörst du weiter. Das fordert auf Dauer schon eine Menge Aufmerksamkeit, denn wenn in diesen Schlag der Bassdrum sich plötzlich noch ein Beckenschlag mischt und du löscht diese Frequenz, fehlt danach auch der halbe Beckenschlag. Das ist wie ein riesiges Puzzlespiel. Und vom Rauschen, Brummen und Knistern habe ich jetzt noch gar nicht geredet.
Die zweite Seite der CRYSTAL-LP ist ja auch nicht uninteressant. Abgesehen davon, dass die zwei Rundfunkproduktionen dabei sind, habt ihr auch zwei neue Songs gemacht.
Das ergab sich daraus, dass ansonsten nur zehn Minuten auf der B-Seite gewesen wären. Also haben wir uns entschieden, zwei neue Lieder zu schreiben und aufzunehmen. Schelle hatte den Auftrag für einen Song, den anderen sollte ich schreiben.

Die beiden Nummern sind also kein Material aus der Schublade, sondern die sind komplett neu.
Genauso ist es. Mein Song ist zwar an sich schon etwas älter, was aber für einen Musiker nicht ungewöhnlich ist. Ich habe immer so zehn Titel auf Halde, an denen ich gerade arbeite. Einen davon habe ich für unsere Platte genommen, weil der gut passte. Aber die Entscheidung, was für Songs wir neu aufnehmen, war echt schwer. Jetzt sind wir zufrieden, denn die Songs sind recht melodisch und passen gut zu dem, was wir früher gemacht haben.
Beide Songs fangen mit "wild" an. Ihr seid also auch heute noch "wild".
Das war purer Zufall. "Wilde Zeiten", die wir erlebt hatten und "Wilde Jahre", was für uns eine Erinnerung an die Achtziger darstellt. Das waren doch tolle Zeiten damals, oder?
Aber die Idee, dieser Platte hier noch mal etwas Neues folgen zu lassen, es nochmal richtig krachen zu lassen, steht nicht im Raum, oder?
Nein. Klar, das hat uns alles riesigen Spaß gemacht, uns durch die Platte noch einmal mit der CRYSTAL-Zeit zu befassen. Aber es ist total schwer, die Leute zusammenzubringen. Und auch dieses Herumreisen, ganze Nächte auf der Autobahn verbringen, das ist für uns "Rentner" nicht mehr ganz so erstrebenswert. Ich persönlich bin ja noch sehr oft unterwegs für die Arbeit an Schallplatten, CDs, Clips, Filmdrehs usw. Gerade im Moment bin ich durch meine Arbeit mit Hansi Biebl manchmal ganze Wochenenden in Berlin.
Das Remastern von alten Platten und Aufnahmen ist also heute deine Hauptbeschäftigung?
Richtig. Die Arbeit mit ROKKfilm macht derzeit einen großen Teil aus. Ansonsten mache ich ja auch noch Filmarbeiten, Videoclips und ich sitze nach wie vor im Studio. Außerdem mache ich für Bands Livemitschnitte oder nehme für Bands CDs auf. Irgendwie scheine ich auch so eine Art Überlebenskünstler zu sein.
Vielleicht darfst du jetzt mal ein wenig spoilern, denn du hast eben erwähnt, dass du gerade mit Hansi Biebl zusammenarbeitest. Im Herbst soll dann das Album kommen, so viel darf man sicher verraten. Woran arbeitest du sonst noch?
An einem Doppelalbum mit BERLUC. Das wird kein neues Album, sondern hier geht es um alte Liveaufnahmen. Das ist im Moment das Wichtigste, woran ich arbeite. Über meine Arbeit mit AMOR & DIE KIDS bist du ja unterrichtet und darüber habt ihr bei Deutsche Mugge auch schon ausführlich berichtet. Lass mich kurz zurück zu BERLUC schwenken. Hier handelt es sich um eine relativ gute Aufnahme mit nur wenigen technischen Fehlern. Ein, zwei Probleme muss ich dennoch beheben. So ein Livemitschnitt besteht ja immer aus einzelnen Momentaufnahmen. Und hier hatte vor allem am Anfang des Konzertes der Mann am Mischpult ein wenig geschlafen, denn da ist die Gitarre etwas zu leise. So besteht meine Aufgabe jetzt in erster Linie darin, in der ersten Konzerthälfte die Gitarre lauter zu bekommen. Alles in allem wird das eine richtig schöne Sache, zumal es sich hier um ein Doppelalbum handelt. Auch die Besetzung der Band ist echt cool. Zum Beispiel singt hier noch der sehr beliebte Manne Kähler, dazu der Gitarrist, der seinerzeit "No bomb" gesungen hat. Dietmar Ränker hat sogar ein Schlagzeugsolo beigesteuert, was das Ganze zu etwas Besonderem werden lässt.

Du beschäftigst dich ja nun schon eine ganze Weile mit dem Thema. War das denn in deiner früheren Jugend und in der Erwachsenenzeit auch deine Musik oder hat dich die Musik aus dem Osten gar nicht interessiert?
Doch, das hat mich sehr interessiert. Nehmen wir nur mal das Beispiel PRINZIP. Ich mag Matko und seine Art Gitarre zu spielen. Und die LP "Feuerrock" habe ich schon als Kind gehört. Songs wie "Sieben Meter Seidenband" fand ich großartig. Das kam genau zu der Zeit raus, als ich auch anfing Gitarre zu spielen. Deshalb fand ich es auch toll, ihn später persönlich kennenzulernen. Uns beide verbinden übrigens auch geschäftliche Dinge, denn Matko hatte mich in der DDR mit Instrumenten versorgt, was ja damals bekannterweise nicht unbedingt einfach war. Ich brauchte ihm nur zu sagen, was ich brauchte und er hat mir das dann aus dem Westen rübergebracht. Natürlich musste ich dafür auch ordentlich löhnen, aber im Zweifelsfalle konnte ich die Instrumente ja im Osten auch jederzeit weiterverkaufen. Dank Matko wurde ich eine Zeitlang richtig reich.
Jetzt muss ich noch eine Rückfrage stellen. Du hast anfangs erzählt, dass du zum Ende der DDR noch zur NVA eingezogen wurdest, aber desertiert bist. Wie kann ich das verstehen? Bist du einfach abgehauen oder wie war das?
Also ich leistete ganz normal meinen Wehrdienst ab. Während der Tage, als die Wende passierte, hatten wir erhöhte Gefechtsbereitschaft, Ausgangsperre und all dieses Theater. Es war ja auch wirklich eine wirre Zeit und in der Armee rumorte es mächtig. Später erfuhr ich übrigens, dass während dieser Zeit ein Drittel aller NVA-Angehörigen abgehauen war. Ich selber durfte während der Armeezeit Musik machen, und zwar in einem Fähnrich-Orchester. Jedes Wochenende haben wir irgendwo einen Auftritt gehabt, was zunächst toll klingt, nur leider musste ich nach den Auftritten immer wieder rein in die Kaserne, während die anderen nach Hause gefahren sind. Das war schon eine Qual. Eines Tages kam ich von der Orchesterprobe, als mir alle ganz aufregt erzählten, dass die Mauer auf sein soll. Wir rannten dann ganz schnell zu einem Fernseher und holten uns die Bestätigung, dass die Grenzen auf sind. Mein Kumpel und ich fragten uns daraufhin, was wir eigentlich noch hier machen. Ein paar Tage später sind wir dann einfach abgehauen. Natürlich wurden wir anfangs noch gesucht und auch zuhause war die Stimmung angeheizt, denn ich galt ja als Deserteur. Deshalb bin ich auch erst ein halbes Jahr später, als sich alles wieder beruhigt hatte, wieder nach Hause gefahren.
Das waren schon verrückte Zeiten. Und wie ging es dann nach der Wende für dich weiter? Ich nehme mal nicht an, dass du mit CRYSTAL weitergemacht hast, sondern dich in irgendeiner Form umorientiert hast, oder?
CRYSTAL war in dem Moment schon auseinander. Ich hatte zwar noch sehr gute Kontakte zu unserem Schlagzeuger und wir überlegten auch wirklich darüber nach, in Bremen was auf die Beine zu stellen. Aber nun waren wir ja plötzlich in einem neuen Land unterwegs und mussten zunächst mal irgendwie arbeiten, um Geld zu verdienen. Ich bekam einen Job als Bootsbauer und arbeitete auch ungefähr zwei Jahre in dem Job. Mein Traum war aber ein eigenes Studio, weshalb ich schon sehr bald anfing, mir ein Homestudio aufzubauen. Gleich von meinem ersten Geld als Bootsbauer kaufte ich mir einen Drumcomputer, vom zweiten Geld eine Bandmaschine, mit der man zuhause aufnehmen konnte. Und so konnte ich loslegen und Musik machen. Da gab es auch eine sehr gute Band aus dem Bremer Umland, Dee Tail, bei der ich mitspielte, die hatten einen englischen Sänger. Das war für mich ein großer Anreiz, mal mit einem echten Engländer zusammen Musik zu machen.

Und dann?
Danach machte ich mit der Band NORTHERN TALES waschechten Gothic Metal. Ich machte mich dann aber auch sehr schnell selbstständig, meine Firma wuchs stetig mit, ich produzierte sogar Musicals. Und ein Verlag gehörte auch dazu. Stellenweise arbeiteten neun Leute für mich. Das hieß aber auch, dass ich nur noch am Arbeiten war, kaum Freizeit hatte und auch kaum noch zum Musikmachen kam.
Das klingt nach einem sehr spannenden Leben. Damit sind wir auch schon am Ende unseres Gesprächs. Vielleicht zum Abschluss noch eine Frage zu ROKKfilm. Eure CRYSTAL-LP ist ja auf 400 Stück limitiert, daran wird auch nicht gerüttelt. Aber was wünschst du dir für deine Firma DREAMLAKE und vor allem für die CRYSTAL-LP?
Zuerst mal hoffe ich natürlich, dass wir alle Platten verkaufen. JUB (Chef Jens-Uwe Berndt, Anm. d. Red.) geht ja immer ins finanzielle Risiko mit den Platten, während wir anderen ja "nur" Zeit investiert haben. In meinem Umfeld gibt es jedenfalls ganz viele Leute, die richtig heiß sind auf all diese Sachen. Allein schon der alten Zeiten wegen.
Ich danke dir vielmals für die ausführlichen Antworten auf meine Fragen und drücke die Daumen für die Platte.
Herzlichen Dank.
Interview: Christian Reder
Übertragung: Torsten Meyer
Fotos: Jörg-Rainer Friede privat, ROKKfilm

