© Deutsche Mugge (2007 - 2026)
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Ein Bericht mit Fotos von Reinhard Baer




Am letzten Samstag zeigte das Thermometer so um die 30 Grad an und selbst gegen Abend, als ich mich in Richtung meines zweiten Konzerts an diesem Wochenende in die Patronatskirche Schulzendorf aufmachte, war es noch drückend. Ich staunte nicht schlecht als ich am Zielort ankam, mein Auto parken wollte und fast keinen Parkplatz mehr fand. Dies war noch vor ein paar Wochen, als ich schon einmal von hier berichtete, nicht so. Dieses Mal fand ich gerade eben noch ein Plätzchen für meinen Straßenkreuzer.a 20160725 1837977330 Ich musste zwar noch ein paar Schritte laufen, aber das machte nichts. Die nächste Überraschung: wo viele Autos sind, sind auch viele Leute angereist. Bandmanager Mario Molitor konnte mir deshalb auch nur sagen: "Tut mir leid, Du musst heute leider stehen". Ich stellte mich in den Eingangsbereich und von dort habe ich auch fast alle Fotos gemacht. In der Kirche rumlaufen ging wegen der vielen Leute einfach nicht. Lediglich nach der Pause war ich kurz auf der Empore und habe von dort mal ein paar Bilder gemacht. Dann bin ich aber wieder schnell nach unten gegangen, denn hier oben saßen auch Leute und es war fast noch wärmer als da, wo ich vorher stand. Da oben war man inzwischen auch schon total durchgeschwitzt.

Diese Veranstaltung war das vierte und letzte Konzert des Schulzendorfer Jazzsommers, und dazu hatte man sich die Modern Soul Band und drei weitere Gäste eingeladen. In der Patronatskirche waren Bilder des Malers Günter Böhme ausgestellt und diese bildeten auch die Kulisse, vor der pünktlich um 19:30 Uhr die Musiker um den Bandchef und Pianisten Gerhard "Hugo" Laartz ihre Plätze einnahmen. Hugo mit seinen Keyboards saß links vor der Altarnische, daneben stand Gitarrist Wolfgang "Nick" Nicklisch und daneben das Schlagzeug von Matthias Fuhrmann. Rechts neben der Altarnische arbeiteten Bassist Jörg Dobersch sowie die drei Bläser Ferry Grott (tp), D.-Mercedes Wendler (sax) und Dagobert Darsow (tb). Los ging es wie immer mit dem MSB-Intro. Danach kam dann auch der Sänger auf die Bühne, und der heißt seit dem letzten Jahr wieder Dirk Lorenz. André Siodla, der seit 2011 am Gesangsmikrofon stand, stieg im vorigen Jahr aus und Hugo Laartz holte dessen Vorgänger wieder zurück in die Band.

b 20160725 1929346596Mit einigen älteren Titeln und auch einem neueren MSB-Songs sorgten Hugo und seine Musiker dafür, dass es in der ohnehin schon sehr warmen Kirche nicht kälter wurde. Etwas neueren Datums ist das Stück "Chicago". Ich habe ihn aber schon bei meinem letzten Konzertbesuch bei der Modern Soul Band gehört, damals noch gesungen vom Bandchef Hugo selbst. Nun hat er den Gesang seinem Sänger übertragen. In dem Song geht es um die aus den Staaten stammende Jazzrock-Band CHICAGO, an deren Musik sich in den 60er und 70er Jahren viele Bands - so auch die Modern Soul Band - orientiert hatten. Der Bläsersound war damals und ist auch heute noch "in", und wird von beiden Kapellen in Perfektion zelebriert. Allerdings spielt die MSB keine Songs mehr von CHICAGO, denn schließlich kann man im Gegensatz zu früher, als die Mauer noch stand und das Reisen nicht möglich war, Konzerte der US-Band besuchen gehen. In der musikalischen Umsetzung dieses Titels klingen der CHICAGO-Bläsersound und die Melodie des Songs "25 Or 6 To 4" kurz an.

Nach "It's Crazy" sagte Dirk Lorenz den ersten Gast des Abends an, die aus Rostock angereiste Jazz- und Soulsängerin JAQUELINE BOURLANGER. Für einige Titel gehörte die Bühne jetzt einer Sängerin mit einer sehr facettenreichen Stimme, und sie hatte sofort nach den ersten Tönen das Publikum auf ihrer Seite. Ob "Ain't Nobody" oder dem Amy-Whinehouse-Song "Valerie", Jaqueline bewies bei ihren Vorträgen, eine tolle Sängerin zu sein und eine tolle Stimme zu haben. Zudem konnte sie sich zwischen den Liedern auch noch prima mit dem Publikum unterhalten. Nach ihrem von der Modern Soul Band begleiteten Block sagte Jaqueline auch noch gleich den nächsten Gast an. Mit ihr hat sie, wie sie selbst sagte, schon viele Bühnen des Landes unsicher gemacht. Die Rede ist von USCHI BRÜNING, die jetzt auf die Bühne kam. Eher unauffällig nahm gleichzeitig auch ERNST-LUDWIG PETROWSKY mit seinem Saxophon hinter einem Mikrofon Platz. Beide Sängerinnen sangen noch einen Song gemeinsam, und übergaben dann das Mikrofon wieder an Dirk Lorenz.

c 20160725 1585856034Es gab noch einen Song von der MODERN SOUL BAND, danach war - endlich - Pause. Man brauchte einfach mal frische Luft. Nach der Pause waren USCHI BRÜNING und ERNST-LUDWIG PETROWSKY die beiden Hauptdarsteller "an der Rampe". USCHI BRÜNING sang unter anderem den Titel "Zeit vergeht", geschrieben von Hugo Laartz und "Georgia", einen Song den sie - wie sie sagte - immer wieder singen wird, solange sie es kann. ERNST-LUDWIG PETROWSKY war dabei nicht nur einfach der Begleiter auf dem Saxophon. Dass hier in einer kleinen Kirche in Brandenburg ein Musiker von Weltklasse spielt und improvisiert, wurde einem bereits nach den ersten Tönen bewusst. Einiges an Improvisation war auch in Sachen Mikrofonständer gefragt, aber dass wir "Ossis" uns zu helfen wissen, ist ja hinlänglich bekannt.

Nach USCHI BRÜNING ging es nochmal mit der MODERN SOUL BAND und ihrem Sänger Dirk Lorenz weiter. Vorher spielte und sprach aber Trompeter Ferry Grott noch seine Version des CITY-Klassikers "Casablanca", natürlich unterstützt von seinen Kollegen. Mit "Himmel und Hölle" bekam das Publikum dann einen MSB-Klassiker zu hören, den seinerzeit noch der Sänger Klaus Nowodworski sang. "Sommer in Berlin" dagegen ist auf der CD anlässlich des 40. Bandjubiläums zu hören. Wie angekündigt, kamen jetzt noch einmal JAQUELINE BOURLANGER und USCHI BRÜNING auf die Bühne. Beide sangen gemeinsam "You've Got A Friend" und "Son Of The Preacher Man", zwei alte Soulklassiker. Inzwischen war das Publikum von den Plätzen aufgestanden und alle klatschten oder hoben die Arme in die Luft. Die Stimmung darf gut und gerne als ausgelassen beschrieben werden ... Ich hatte nun das Problem, dass ich irgendwie über die Köpfe hinweg fotografieren musste und hoffe, dass es mir auch ein wenig gelungen ist.

d 20160725 1659465479Nach dem Soulmedley der MODERN SOUL BAND mit Titeln wie "Soulman", "I Feel Good" und "When A Man Loves A Woman" näherte sich das Konzert dem Ende. Das begeisterte Publikum wollte aber noch einmal die beiden Frauen sehen und hören, und sie kamen auch nochmals auf die Bühne zurück. Zusammen mit der MODERN SOUL BAND samt Sänger Dirk Lorenz sang und spielte man von BLOOD SWEAT AND TEARS den Titel "Hi-De-Ho". Danach war das Konzert und auch der 10. Jazzsommer zu Ende. Und wie sagte nach der Mugge jemand so passend: "Nun muss man wieder 11 Monate warten, bis es wieder so weit ist." Stimmt, denn im nächsten Jahr gibt es den 11. Schulzendorfer Jazzsommer. Mal sehen, wer dann hier für ein Konzert herkommt.


Setlist:
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Termine:
• 27.08.2016 - Cottbus - 2. Soulnacht
• 02.09.2016 - Neuwestuckermark - Openair Konzert in der Wassermühle-Gollmitz
• 10.09.2016 - Görlitz - Landskorn Kulturbrauerei
• 15.10.2016 - Limbach-Oberfrohna - Stadthalle
• 18.11.2016 - Gera - Comma
• 17.12.2016 - Berlin - Neu Helgoland

Alle Angaben ohne Gewähr! Nähere Infos und weitere Termine auf der MSB-Homepage



Bitte beachtet auch:
• Off. Homepage der Modern Soul Band: www.modernsoulband.de
• Portrait über die Modern Soul Band bei Deutsche Mugge: HIER klicken
• Homepage der Patronatskirche in Schulzendorf: www.patronatskirche.de





Fotostrecke:



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