© Deutsche Mugge (2007 - 2026)
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Ein Konzertbericht mit Fotos von Hans-Peter Lauschke





a 20160720 1015800537Die Leipziger Band "Four Roses" zelebriert in diesem Jahr zwei Jubiläen: Während am 16. September auf der Parkbühne des GeyserHauses in Eutritzsch "Fünfzehn Jahre auf Tour" gefeiert werden wird, ging letzten Samstag die 15. Rocknacht im Hof des Schlosses zu Taucha über die Bühne - eine Veranstaltung, die ganz maßgeblich mit den "Rosen" in Verbindung zu bringen ist. Besonders Basser Ingo Paul ist es zu danken, dass die Rocknacht dereinst im Rahmen einer privaten Wanderung und Schlossbegehung gleichsam erfunden wurde und schließlich als Reihe etabliert werden konnte. Der jährliche Termin des Rock-Events, im Sommer, so Mitte Juli, ist in den Kalendern zahlreicher Stammgäste dick unterstrichen vermerkt. Die Rocknacht nordöstlich der Messestadt hat Lokalgeschichte geschrieben und vielen, auch internationalen Acts, eine große Bühne und Resonanz geboten. Der aktuelle Jahrgang reihte sich hierbei ganz mühelos ein.

Gegen 19:00 Uhr Ortszeit waren zunächst einmal ungewöhnliche Klänge zu vernehmen: Der Spielmannszug Taucha nahm den Raum vor der bereits illuminierten Bühne ein und legte voller Schwung eine beachtliche Probe seines Könnens ab. "Pah, was ist schon Wacken!", mögen die Organisatoren gedacht haben, wo die Blaskapelle der Freiwilligen Feuerwehr stets kontrastreich als Opener eines Heavy-Metal-Stadls fungiert. Zunächst wandte sich Bürgermeister Tobias Meyer mit einem Grußwort an die versammelte Menge. Moderatorin Ute Schlossarek begrüßte danach ihrerseits das Publikum und musste zugleich eine Änderung des Programmablaufs vermitteln. Eine gebuchte Dire-Straits-Tribute-Band hiesiger Provenienz hatte arg kurzfristig abgesagt.b 20160720 1821845885 Zunächst war guter Rat teuer, doch schließlich konnte der erste "Slot", gemeint ist der Auftritt einer Musikgruppe bei einem Festival, neu und in bemerkenswerter Qualität besetzt werden. Die Leipziger Nachwuchs-Art-Rock-Gruppe CUBE sprang ein, gewissermaßen direkt aus dem Probenlager kommend. Die Jungs boten ein "cubetastisch"-straightes Set an, gefüllt mit eigenen Songs voller musikalischem Druck und Formwillen. Die Performance wirkt bereits sehr reif, eigenständig und wird mit einer gekonnten Publikumsansprache verknüpft. Das kann sich hören und sehen lassen, genauso wie diese Meldung: In Kürze, am 2. September, um genau zu sein, werden CUBE ihr neues Album "Pursuit" veröffentlichen, welches vom Frontmann der Band SUBWAY TO SALLY, Eric Fish, produziert wurde. Für die Record-Release-Party wurde die Leipziger Location "Noels Ballroom" auserkoren. Die CUBE-Jungs spielten bekanntlich akustisch als Support Act der Leipziger "Ausgabe" der KASKADE-Tour 2013 von FISH & FRIENDS im Werk II. - Nicht nur die mitgereisten Fans, auch die Tauchaer Stammzuschauer anerkannten die sowohl spontan als auch professionell abgelieferte Leistung der sympathischen, wohl auch ehrgeizigen Newcomer, welche für Stimmung sorgte, aufhorchen ließ und mühelos den Boden für die folgenden Programmpunkte ebnete!

Tobias Künzel, Mitglied der PRINZEN, unterhält diverse musikalische Side-Projekte, in welchen er seiner Passion als Drummer huldigt. Eines davon ist die famose Band RUFF AS STONE, die, um 2009, 2010 herum gegründet, sich dem Psychadelic Rock, vielleicht auch ein wenig Glam Rock, verschrieben hat. Seither wird, wann immer es zeitlich einzurichten geht, zwischen Locations in London und - dem bevorzugt östlichen Teil - Deutschlands gependelt. Vor geraumer Zeit gab es eine Änderung im Line Up: An der Gitarre wurde Tom E. Morrison durch Tobias' "großen Bruder" Lutz Künzel ersetzt, dessen Projekt THE FLAMING ROCKS zumindest längerfristig pausiert. Neben Lutz und Tobias agieren der extrovertierte Frontmann Austin Howard sowie Rob Tree am Bass. Vor zwei Jahren hatte Tobias an gleicher Stelle das Konzert seines Kumpels Mike Kilian mit dessen Band STARFUCKER besucht und für sich befunden, hier ebenfalls einmal gastieren zu wollen.c 20160720 1316831268 Tja, was soll man sagen, der Auftritt von RUFF AS STONE hat der langen Erfolgsgeschichte der Rocknacht gewiss ein denkwürdiges Kapitel, "a night to remember", hinzugefügt! Es bedurfte keiner langen Aufwärmphase, sofort befanden sich Musiker und Fans, die unterdessen an die Bühne heran gerückt waren, auf einer Wellenlänge. Sowohl eigene als auch geschickt ausgewählte Coversongs trafen den Nerv des musikalisch kenntnisreichen Tauchaer Publikums. Es machte Freude, wieder einmal die wundervolle Ballade "See The Light", "Lovesucker" oder "Burn, Baby, Burn" zu vernehmen. Schon die Interpretation von Creams "White Room" war hörenswert, aber den Vogel schoss die Combo nach meinem Dafürhalten mit einer furiosen Version von Hot Chocolates "Everyone's A Winner" ab. Ein live lange nicht vernommener Oldie, dessen Original-Arrangement bereits kaum zu toppen ist, wurde in der klassischen Rockbesetzung schnörkellos und "ruff" auf die Bühne gebrettert, dass es eine Art hatte. Spätestens an dieser Stelle muss die Leistung des Sängers Austin Howard gewürdigt werden! Glücklich die Band, die über solch einen "crazy" Shooter mit Soul in der Stimme verfügt, der die Mugge "lebt", "verkauft" und in originärer Weise "transportiert". Stimmliche, tänzerische und mimische Qualitäten gehen hier nahtlos ineinander über. Kein Wunder, dass diverse Fans tanzten und völlig ausflippten ... Im persönlichen Gespräch ist Austin übrigens sehr freundlich und höflich und gab an, glücklich über die aktuelle Bandbesetzung zu sein: Lutz Künzel an der Gitarre eröffne ihm neue künstlerische Ebenen und Freiheiten. Festzuhalten bleibt,d 20160720 1922253277 da haben sich vier Originale gesucht und gefunden. Dass gerade die Leipziger Musikfans des Öfteren in den Genuss eines Konzerts kommen, liegt schlicht und ergreifend daran, dass Künzels hier wohnen. Aber, wer weiß, vielleicht klappt es ja noch mal mit einer Mugge im "Haus Oestreich" in Castrop-Rauxel ;-)

Kurz vor Mitternacht waren schließlich die "Rosen" an der Reihe, die sich nicht von ungefähr im Laufe der Jahre zum Headliner der Tauchaer Rocknächte entwickelten. Wer sich für Coverrock Leipziger Prägung interessiert, kommt an diesem Quartett nicht vorbei. Mit Thin Lizzys "The Boys Are Back In Town" ging es - wieder einmal - zünftig los. Zahlreiche Klassiker der Rockgeschichte folgten, übrigens auch der lokalen. Zu dem kontemplativ angehauchten "Komm doch mit zu 'nem Ritt auf dem Sofa" (Amor & die Kids) gesellten sich Tobias und Tonelli auf die Bühne, um Sänger Thomas zu unterstützen. Das mag es in dieser oder ähnlicher Konstellation schon gegeben haben, aber man hört es immer wieder gern. Gitarrist "Flecke" spielte die Fans einmal mehr schwindelig, dass diese nicht mehr recht wussten, wo unten und oben ist. Die Rhythmusgruppe, Ingo und Henri, lieferte das jederzeit stabile musikalische Fundament. Gut abgehangener Ostrock blieb Bestandteil der Setlist mit eigenständigen Fassungen von Songs derer von City, Renft und Karat. Als Zugabe wurde mit "Purple Rain" an Prince erinnert, wobei Austin Howard noch einmal die Bühne betrat.

Fazit: Angesichts des erfolgreichen, musikalisch sehr abwechslungsreichen Abends steht bereits der nächste Termin fest: 15. Juli 2017


Bitte beachtet auch:
• Off. Homepage des Spielmannszug Taucha: www.spielmannszug-taucha.de
• Off. Homepage der Gruppe Cube: www.cubesound.de
• Off. Homepage von Ruff As Stone: www.ruff-as-stone.com
• Off. Homepage von Four Roses: www.fourroses.de
• Homepage zur Rocknacht in Taucha: www.rocknacht-taucha.de




Fotostrecke:


 
Vor der Show ...
 
 
 


Spielmannszug Taucha
 
 
 


Cube
 
 
 


Ruff As Stone
 
 
 


Four Roses

 
 
 


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