© Deutsche Mugge (2007 - 2025)
000 20130906 1882210802

Bericht:
Jens Lorenz

Fotos:
Olaf Telle,
Jens Lorenz,
Pressematerial (Textillustration)





Open Air Festival in der Festung Mark


Irgendetwas war mit dem Zeitplan durcheinander gekommen. Was für alle Bands ziemlich ärgerlich war (keine einzige konnte ihre komplette Set-List spielen) entpuppte sich für CHARLIES CREW zu einer einzigen Katastrophe. Offiziell - so hieß es im Vorfeld - sollte der Einlass um 17:00 Uhr sein, der Beginn um 18:00 Uhr.

Die Running Order (Ablaufplan) aber wurde vom Veranstalter kurzerhand umgestellt. Einlass 17:00 Uhr, Begrüßung 17:15 Uhr, CHARLIES CREW 17:20 Uhr. So und so hätte das zu einer Katastrophe geführt. Bei einem geschätzten Fassungsvermögen von ca. 1.500 Zuschauern wäre es entweder unmöglich gewesen den kompletten Einlass in nur 15 Minuten zu bewältigen, oder aber die meisten würden eh erst frühestens um 18:00 Uhr erscheinen. Letzteres von beiden trat ein. Sehr zum Leidwesen der Magdeburger Urgesteine, verliefen sich die Zuschauer zum Konzertbeginn noch unter dem riesigen Magic Sky.a 20130906 1299598617 Dieser erwies sich im Übrigen als durchaus notwendig. Auch wenn die Temperaturen durchaus noch angenehm waren, kam es doch während der Veranstaltung immer wieder zu kurzen Nieselregen-Schauern.

TRANSIT und ROCKHAUS wurden von ihren eigenen Fanclubs begleitet. Schön zu sehen, dass sich einige Bandmitglieder auch um ihre Fans kümmerten und zu einem Schwätzchen den Back Stage-Bereich zu verlassen. Aktive Fanarbeit nennt man so etwas wohl. Ansonsten war noch nicht viel los um 17:20 Uhr.

Besetzung CHARLIES CREW:
- Charlie Ludwig (Gitarre, Gesang)
- Uwe Jahn (Bass)
- Hannes Andratschke (Gitarre, Gesang)
- Marius Stieler (Gitarre)
- Sebastian Symanowski (Schlagzeug)

Die Lokalmatadoren können mittlerweile auf eine über 15-jährige Bühnenerfahrung zurückblicken und zählen schon zu so etwas wie dem Inventar des IMPRO REVIVAL. Seit Anfang an waren sie jedes Jahr dabei. Sichtlich bemüht dem Publikum schon von Anfang an ordentlich einzuheizen, standen sie aber den Umständen geschuldet auf verlorenem Posten. Der Sound im Innenhof der Festung Mark war vom Opener bis zum Headliner des Abends durchweg gut. Was die Bühnenshow (Licht) betrifft, gab es zu Beginn noch nicht wirklich viel zu sehen. Schwer möglich auch, da es ja zu diesem frühen Zeitpunkt noch taghell war. Es ist ja im Allgemeinen für Innenstadt-Locations sehr schwierig, da sie sich gezwungenermaßen an ein Konzertende um die 23:00 Uhr zu halten haben. Dafür wurde aber mit Nebel zu keiner Zeit gespart.

Gleichwohl CHARLIES CREW auch über eigene Titel verfügen, spielten sie an diesem Abend ausnahmslos Coversongs. Da ich die Eigenkreationen der Magdeburger Band nicht kenne, kann ich mir auch nicht wirklich ein Urteil über die Qualität der Set-List erlauben. Aber zur Einstimmung des Events bekannte Titel zu spielen, um die Zuhörer mit kraftvollen Gitarren zu "Überrollen", war sicherlich nicht die schlechteste Strategie. Es gab viel von CCR zu hören und man muss den Musikern zugestehen, dass sie trotz der (noch) geringen Zuhörerschaft gute Laune und Spielfreude verbreiteten. Dass der Funke nicht richtig überspringen wollte, lag ganz bestimmt nicht an den eingestreuten Gitarrensoli oder an der Band selbst. Mir kamen die Jungs ob der geänderten Running Order ein wenig verheizt vor. Mit ein bisschen guten Willen hätte man den Ablaufplan des Festivals sicher auch noch anders gestalten können.

b 20130906 1324609349Die beiden Moderatoren Frank Hengstmann und Ted Stanetzky führten mit sprachlicher Gewandtheit durch den Abend und überbrückten so gekonnt die unvermeidlichen Umbauphasen. Ein wenig ins Rudern gerieten sie allerdings im späteren Verlauf, als es bei den Zöllnern doch etwas länger dauerte als gedacht. Allerdings kam das nicht wirklich überraschend. Neun Musiker sind eben beim Abmischen doch etwas anderes als vier oder fünf. Marcel hat das aber letztlich wieder hervorragend am FOH gemeistert.
Ansonsten spielten sich die beiden Moderatoren geschickt die (verbalen) Bälle zu, reagierten auf die Stimmung im Publikum und versuchten erfolgreich den Abend am Laufen zu halten.

Mit Christiane Ufholz und Eberhard Klunker gab sich kurz vor 18:30 Uhr ein Liedermacher-Duo die Ehre, die beide (getrennt und zusammen) eine lange musikalische Karriere vorzuweisen haben.

Die Duo-Besetzung:
- Christiane Uffholz (Gesang)
- Eberhard Klunker (Gitarre, Gesang)

Christiane, auch an diesem Abend immer mit einem verschmitzten Lächeln in den Augen, sang schon bei den Butlers, im Studio-Team Leipzig, bei Lift, der Modern Soul Band und vielen anderen. Sie produzierte unter anderem Platten mit Manfred Krug und Frank Bartzsch. Sie galt als eine der wenigen Rock Ladies in der ehemaligen DDR.
Eberhard begann seine musikalische Laufbahn als Gitarrist bei der Modern Soul Band, spielte später in der Hansi Biebl Blues Band, mit Klaus Lenz, Theo Schumann und Etta Cameron. Seit gut vier Jahren sind sie nun als Duo auf den Bühnen des Landes unterwegs und arbeiten mittlerweile auch schon an ihrem zweiten eigenen Album.
c 20130906 1810067398So nach und nach füllte sich die Location langsam. Was noch kam, war der schon angesprochene Nieselregen. Noch fanden alle Zuschauer bequem ein trockenes Plätzchen und es blieb zu hoffen, dass das Wetter nicht noch feuchter werden würde. Umso voller es wurde umso besser wurde auch die Stimmung. Schon bei Uffholz & Klunker konnte man die ersten zaghaften Tanzversuche im Publikum sehen.

Was sich dem Line-Up nach rein personell auf eine akustische Gitarre und Gesang reduzieren lässt, ist in Wirklichkeit viel mehr. Ich habe ja in den letzten Jahren schon sehr viele Gitarristen zu hören bekommen. Klunker zählt dabei ganz sicher zu den Besten. Dabei lässt sich sein Stil in keine Schublade stecken. Seine Fingerakrobatik grenzt schon fast an perkussive Klangmalereien. Damit umspielte er sehr wirkungsvoll die warme Stimme der Uffholz, die auch mit Oktavensprüngen innerhalb eines Songs keine Probleme hatte und zielsicher den richtigen Ton traf. Sie war und ist wohl eine der besten Sängerinnen Deutschlands. Beide scheinen mit jeder Faser ihres SEINS Musik zu leben.

Leider, leider waren auch ihre eigenen Titel ausnahmslos in Englisch. Bei einer so großen Bühne und einem doch eher lebhaften (rockigen) Publikum hatte man kaum die Chance, sich in die Texte hinein zu hören. Überhaupt scheint mir das Duo viel besser in kleine Clubs zu passen. Eine intellektuelle Zuhörerschaft wird von den beiden ganz sicher aufs Beste bedient.d 20130906 1311515101 Imponieren ließ sich das Duo aber weder von der großen Bühne noch von den Zuschauern. So hatten sie dann auch kaum Mühe ihr Publikum zu erreichen. Uffholz & Klunker berühren und überzeugen auf fast schon selbstverständliche Art und haben deutlich Eindruck hinterlassen.

Nicht wirklich überzeugen konnte mich aber das Konzept der Veranstalter, die zwischen den einzelnen Hauptacts dann auch noch jeweils eine unplugged-Session der Magdeburg Band CROSSFIRE einbauten. Sicher ein gut gemeinter Versuch, neben den Moderatoren die Umbauphasen auf der Bühne zu überbrücken. Hier allerdings wäre wohl weniger mehr gewesen. Denn auch wenn die fünf Musiker unplugged spielten, mussten sie doch erst einmal mit samt ihren Instrumenten auf die Bühne. So geriet der Zeitplan immer mehr in Verzug und jede einzelne Band musste ihre Set-List fast schon radikal kürzen. Hätte man CROSSFIRE eine eigene durchgehende Session zugestanden, und sich während der unvermeidlichen Pausen auf den Umbau und die Moderation konzentriert, wäre man sicher besser gefahren.

Besetzung CROSSFIRE:
- Thomas Wischnewski (Gitarre, Mundharmonika)
- Hardy Schmitz (Gitarre)
- Gerhard Paul (Bass)
- Michael Isensee (Gesang)
- Olaf Timme (Percussions)

Lokal vornehmlich bekannt geworden durch die Interpretationen von Rockhits der 70er und 80er, komponieren und texten sie inzwischen auch ihre eigenen Songs. Die "Zerstückelung" ihres Auftrittes hatte dann allerdings auch den faden Beigeschmack eines Lückenfüllers. Ich persönlich konnte mich nie in sie hinein hören, da man die Pausen zwangsläufig für Versorgung und Toilette nutzte. So kann ich denn auch nicht wirklich ein aussagekräftiges Urteil über die Magdeburger Band abgeben. An der Reaktion des Publikums konnte man aber ablesen, dass sie ihre Sache durchaus gut machten und sie so mit dem Status des "Lückenfüllers" wohl unter Wert verkauft wurden.

e 20130906 1603778727Nach knapp zwei Stunden gab es dann ein Wiedersehen mit alten Bekannten der Ostrockszene, die bei mir schon fast in Vergessenheit geraten waren. TRANSIT.

Besetzung TRANSIT:
- Egon Linde (Gitarre, Gesang)
- Eghard 'Ege' Schuhman (Keyboards)
- Jörg Dobersch (Bass)
- Hans-Jürgen Beyer (Schlagzeug)

Nach vielen Höhen und Tiefen in der Bandgeschichte, ihrer Auflösung Ende der 80er und ihrer Wiederauferstehung 2009, gab es bereits im Dezember 2010 ein neues Album der Berliner Band mit zehn aktuellen und zwei neu arrangierten alten Songs.

Egon Linde schien sich all die Jahre kaum verändert zu haben. Noch immer mit der ihm eigenen freundlichen Gelassenheit, seiner Gibson Les Paul (die irgendwann in den 70ern gebaut wurde, wie er mir später im Backstage verriet) begann er quasi übergangslos dort, wo er vor gut 24 Jahren aufgehört hatte. Natürlich durften auch Eghard Schuhmann an den Keyboards und das schon zum Kult gewordene TRANSIT-Schild nicht fehlen. Von der Magie des Rock'n Roll haben die Musiker noch immer eine ganze Menge im Blut, auch wenn die Songs 2013 wohl eher an den Texten, denn an brachialen Rock orientiert sind.

Ihr eigener Fanclub erwies sich als gewohnt textsicher und zwischendrin wurde auch mal ein Smartphone von der Bühne gereicht, um einen kleinen Live-Mitschnitt zu machen. Es gab eine Menge von ihrer neuen CD "Durchs Leben" zu hören, natürlich aber auch ältere Stücke. Liedhafter Rock, dem aber insgesamt das ganz große "Feuerwerk" fehlte. Durchaus solide, aber auch ohne Überraschungen.

f 20130906 1691253218Zum Tanzen und Abrocken ist TRANSIT 2013 sicher nicht geeignet. Etwas getragen und mehr auf textliche Inhalte bedacht wird der TRANSIT-Fan aber nach wie vor von seinen Idolen nicht enttäuscht.

Etwas flotter, vor allem aber bluesiger zur Sache ging es hernach. Blueslegende Jürgen Kerth, unterstützt von SILLY-Schlagzeuger Ronny Dehn und Fabian Henschel am Bass.

Besetzung Jürgen Kerth & Band:
- Jürgen Kerth (Gitarre, Gesang)
- Ronny Dehn (Schlagzeug)
- Fabian Henschel (Bass)

Angetreten in der klassischen Blues-Formation ging es auch sofort zur Sache. Mit dabei, Kerths unverwechselbare "Migma"-Gitarre. Der Altmeister und Gitarrenvirtuose aus Erfurt verzauberte sein Publikum wie eh und je, und hätte man ihn denn gelassen, er hätte wohl die ganze Nacht gespielt. Seine Gitarre flüsterte, schrie und wimmerte, ließ den hartgesottenen Blues-Fans einmal mehr die Augen feucht werden, und zelebrierte die ganze eigenen KERTH'sche Klangfabrik.

Mit "Komm herein" ging es los, und hereingekommen waren mittlerweile schon deutlich mehr als zu Beginn. Ronny Dehn und Fabian Henschel bereiteten das musikalische Fundament einer Blues-Session, die sowohl mit Jazz und Soul als auch mit Reggae durchwoben war. Improvisierend wie inspirierend gleichermaßen.
Jürgen Kerth zu hören bedeutet aber auch immer, sich mit den melancholischen und dann doch wieder trotzig optimistischen Texten auseinander zu setzen. Man genießt die überlangen Lieder, wiegt sich im Blues, küsst sich hin und wieder (sofern man den entsprechenden Partner dabei oder gefunden hat), lächelt und greift zu Bier und Zigarette. Wer es ganz stilecht mag, auch mal zur Zigarre.

g 20130906 1981063643Jürgen Kerth, den ich das erste Mal in dieser Besetzung sah, legte die Messlatte für die beiden Headliner des Abends hoch. Und was folgte war zunächst einmal eine überlange (ungewollte) Umbauphase, die die beiden Moderatoren, wie schon angesprochen, nun letztlich doch an die Grenzen ihrer Kreativität brachte, die sich letztlich aber doch noch gut aus der Affäre zogen. Verantwortlich dafür: Die ZÖLLNER.

Besetzung Die Zöllner:
- Dirk Zöllner (Gitarre, Gesang)
- André Gensicke (Keyboards)
- Werner Neumann (Gitarre)
- Heiko Jung (Schlagzeug)
- Oliver Kemp (Bass)
- Marcus Gorstein (Keyboards, Percussion)
- David Skip Reinhardt (Trompete)
- Gerald Meier (Posaune)
- Frank Fritsch (Saxophon)

Das best gehütete Geheimnis des Abends wurde also endlich aufgeklärt. Werner Neumann (u.a. Wolf Maahn) vertrat Andreas Bayless, der an diesem Abend mit den Söhnen Mannheims unterwegs war. Und er vertrat ihn würdigst. Ganz ehrlich, vor Konzertbeginn war ich eher skeptisch. Werner hatte zuvor weder mit den Zöllnern zusammen gespielt noch geprobt. Dirk schickte ihm die Set List des Abends, das musste reichen. Dass es mehr als reichte, bewies er sehr eindrucksvoll und ließ mich ein ums andere Mal die Augen erstaunt aufreißen. Was Werner Neumann auf der Bühne ablieferte war eingedenk der Voraussetzungen ganz große Klasse.

h 20130906 1725190527Anlässlich des 25-jährigen Bühnenjubiläums haben Die ZÖLLNER nach 15 Jahren Abstinenz wieder ein Album produziert. Zöllner, der bekannt dafür ist, seine künstlerischen Ideen kompromisslos und ohne Rücksicht auf den Mainstream in die Tat umzusetzen, bewies mit diesem Album, wie auch bei dem Konzert am Samstagabend, dass seine Musik in keine herkömmliche Schublade passt. Dirk und André (Gensicke) lassen sich bei ihren Kompositionen von den verschiedensten musikalischen Einflüssen inspirieren. Daraus entsteht dann bei Live-Auftritten ein abwechslungsreicher Mix aus den verschiedensten Stilrichtungen, mal leidenschaftlich offensiv, mal melancholisch aber immer auf allerhöchstem Niveau. Die ZÖLLNER zelebrierten eine Zeitreise, die bis zurück zu den Zeiten von Chicorée reichte und auf dem aktuellen Album endete.

Diese Kreativität, für jeden Künstler ein Segen, erweist sich aber auch als Fluch. Man hat den Eindruck, dass sich Die ZÖLLNER bei jedem Konzert ihr Publikum "neu erspielen" müssen. So auch in Magdeburg. Wer sich aufmerksam im Publikum umhörte, wurde überrascht von Aussagen wie: "Man die Zöllner sind aber Klasse. Das hätte ich ja gar nicht gedacht". Als Kenner der Band weiß man natürlich, dass sie eine Menge "auf dem Kasten" haben. Auch die eingefleischten ZÖLLNER-Fans wissen das. An der großen Masse aber laufen sie irgendwie vorbei, was angesichts der Quantität (teilweise stehen ja bis zu 12 Musiker auf der Bühne, von denen jeder für sich genommen schon einen hohen Anspruch verkörpert) und Qualität sehr verwunderlich ist. Ein wenig erinnert mich ZÖLLNER immer an die großen Genies der Vergangenheit, die von ihren Zeitgenossen verkannt erst nach ihrem Tod Ruhm und Anerkennung erfuhren.

Was der gemeine Mitteleuropäer vielleicht mit fehlender Kontinuität beschreiben würde, wäre für Zöllner und Band wahrscheinlich nichts anderes als Stillstand. Ständig geht es nach vorne, auf einem Weg, der nie geradeaus verläuft, sondern der jeden Abzweig, jede Kreuzung voll auslotet um das Optimale herauszuholen.i 20130906 1526543795 Die ZÖLLNER wurden an diesem Abend von einem dankbaren Publikum getragen, das auch trotz des in Verzug geratenen Zeitplans nicht auf ihre Zugabe verzichten wollte. Und trotzdem steht zu befürchten, dass sich Zöllner, Gensicke und Co das Publikum beim nächsten Konzert wieder neu erspielen müssen.

Was die bisherigen Bands an Vorlagen lieferten wurde von den Berlinern ROCKHÄUSlern eindrucksvoll verwandelt, und das Open Air endete mit einem wahren Feuerwerk aus Rock und Leidenschaft.

Besetzung Rockhaus:
- Mike Kilian (Gitarre, Gesang)
- Reinhard "Herr" Petereit (Gitarre)
- Michael "Heinz Angel" Haberstroh (Schlagzeug)
- Reinhard "Maxs" Repke (Bass)
- Carsten "Beathoven" Mohren (Keyboards)

Warum ROCKHAUS wie eh und je zu den besten Live-Bands Deutschlands gehört, wurde schnell klar. Gitarristen, die auf der Bühne umhersprangen, als sei der Leibhaftige selbst hinter ihnen her, Gitarren, die meterweit in die Luft flogen um nur mit Mühe wieder aufgefangen zu werden, ein Heinz Angel, der die Felle seiner Trommeln bearbeitete, als würde sein Leben davon abhängen. Dazwischen ein Reinhard Repke mit seinem Bass, der außerhalb seines "ROCKHAUSlebens" die Kreativabteilung des CLUBS DER TOTEN DICHTER ist, in welcher er alte Klassiker (Schiller) neu vertont und ein Carsten Mohren, der genüsslich an seinem Zigarillo ziehend die ganze Sache von seinen Keyboards betrachtet. Gegensätze, wie sie kaum grösser sein könnten, und die auch schon zur zeitweiligen Trennung und gar zu einem Versuch, Kilian durch einen anderen Sänger zu ersetzen, führten. All das ist Schnee von gestern. ROCKHAUS ist ROCKHAUS und wird es immer bleiben. Das Konzept der fünf Musiker, eine Platte zu machen, auf Tour zu gehen und danach eine Schaffenspause einzulegen, scheint voll aufzugehen. Das ein jeder dabei noch andere Projekte verfolgt, scheint der Band eher gut zu tun.

j 20130906 1420903822Mike Kilian steht auf der Bühne und singt sich wahrlich sein Rockerleben aus der Seele. Es sind knackige Rock-Songs mit Texten, die Geschichten erzählen, die sich irgendwo wohl schon mal bei jedem im Leben abgespielt haben. Sicherlich gibt es Gitarristen (mit Reinhard Petereit [u.a. SILLY] hat er ja einen direkt neben sich stehen), die technisch ausgefeilter und künstlerisch reifer (?) Instrumentalzaubereien zelebrieren können, aber Kilian hat einfach nur sein Rockerherz in die Finger genommen und hat damit seiner Gitarre gezeigt, warum sie auf dieser Welt ist. Um zu rocken, bis die Fetzen fliegen.

Und genau so stellt sich dann ein ROCKHAUS-Gig auch dar. Gradliniger Rock, klare Riffs und die unverwechselbare Stimme des Frontmanns. Keiner, der dabei ruhig vor der Bühne stehen konnte, keiner der nicht wenigstens ein Körperteil - ob gewollt oder ungewollt - dem Rhythmus opferte. Mit Rockhaus, und dem unvermeidlichen "I.L.D." als Zugabe, endete das IMPRO REVIVAL 2013.

Ein wohl durchdachtes Line-Up, das sich immerhin gegen das R.SA Sommerfestival und andere hochkarätige Veranstaltungen an diesem Tage zu beweisen hatte, und mit durchaus gelungenen Set Lists. Dass die beiden Festivals auf der Hutbergbühne in Kamenz und in Magdeburg zeitgleich stattfanden, empfand ich als sehr unglücklich. Auch die Kritik an dem teilweise sehr gehetzten Zeitplan muss ich so stehen lassen. Fast jeder Band kostete er zwei bis drei Titel in ihrer Set-List. Hier haben die Organisatoren für das Festival 2014 ganz sicher noch Potential.



Über diesen Bericht könnt ihr in unserem Forum diskutieren.




Bitte beachtet auch:

- off. Homepage von Die Zöllner: www.dirk-zoellner.de
- off. Homepage von Rockhaus: www.rockhaus.net
- off. Homepage von Transit: www.gruppe-transit.de
- off. Homepage von Ufholz & Klunker: www.christiane-ufholz.de
- off. Homepage von Jürgen Kerthg: www.kerth-music.de
- off. Homepage von Charlies Crew: www.charlies-crew.de
- off. Homepage von Crossfire: www.crossfire-rock.de
- off. Homepage von Festung Mark: www.festungmark.de
- off. Homepage von Radio SAW: www.radiosaw.de
- off. Homepage vom Impro Festival: www.impro-im-stadtpark.de




Live-Impressionen


 
Charlies Crew:
 
 
 
 
Christiane Ufholz & Eberhard Klunker:
 
 
 
Crossroads:
 
 
 
Transit: 
 
 
 
Die Zöllner:
 
 
 
Rockhaus:
 
 
 

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.