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Bad Doberan | Kamp | 31. Mai 2025
 
Ein Bericht mit Fotos von Bodo Kubatzki




Am Samstag Ende Mai fand bereits das dritte Konzert unter dem Motto "Rock für den Frieden" statt - eine Veranstaltung, die von einer engagierten Gruppe musikbegeisterter und friedliebender Menschen aus der Mecklenburgischen Schweiz ins Leben gerufen wurde. Diese bunte Gemeinschaft von Menschen aus unterschiedlichen Berufen, verbindet ein gemeinsames Anliegen: der Einsatz für eine friedliche Welt und ein friedliches Miteinander.

Das erste Konzert dieser Reihe wurde im März 2023 in Teterow veranstaltet und fand damals viel mediale Beachtung, unter anderem bei Deutsche Mugge. In diesem Jahr konnte das Organisationsteam Gleichgesinnte aus Bad Doberan gewinnen, die Bereitschaft zeigten, die Veranstaltung auf dem Doberaner Kamp im Open-Air-Format mit zu organisieren. Besonders hervorzuheben ist dabei der Doberaner Bürgermeister Jochen Arenz, der mit seinem Team aus der Tourist-Info Bad Doberan tatkräftig bei der Organisation des Konzerts unterstützte. Auch rockradio.de ist heute anwesend und überträgt das Konzert live in Bild und Ton.


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Bei strahlendem Sonnenschein und perfektem Wetter startet das Konzert pünktlich um 18:00 Uhr und lockt zahlreiche Besucher auf den Kamp im Herzen des Ostseebads. Für den musikalischen Auftakt sorgt "Lindi", ein Udo Lindenberg Double aus Teterow. Mit seinem authentischen Outfit des Panik-Rockers und seiner stimmlichen Ähnlichkeit begibt sich "Lindi" sofort mitten ins Publikum und sorgt mit bekannten Songs von Beginn an für gute Stimmung. In einer seiner Moderationen macht "Lindi" deutlich, dass er sich von Udo Lindenberg und anderen prominenten Künstlern mehr Engagement wünschen würde gegen den Wahnsinn, der uns zunehmend umgibt. Aus dem Repertoire seines Vorbilds pickt sich "Lindi" vor allem Songs mit der Friedens-Thematik. Er hat aber auch Lieder mitgebracht, die er für sein Doberaner Publikum umgedichtet hat. So wird aus "Reeperbahn" mal eben "Doberan" und statt "Hinterm Horizont..." geht's "Hinterm Ostseestrand" weiter. Im Publikum fällt ihm eine Frau mit einer roten Mütze auf, die er zu sich ans Mikrofon bittet. Es ist Martina von den "Friedensfreunden Ostseebad Nienhagen". Auch Martina ist es ein Bedürfnis, für eine friedliche Welt ein Zeichen zu setzten. Dafür gibt es von "Lindi" ein kleines Fläschchen Eierlikör.

Während "Lindi" die Gäste weiterhin mit Musik von Udo Lindenberg unterhält, unternehme ich einen Rundgang über den Kamp. Dabei fallen mir nicht nur die blauen Fahnen mit dem Symbol der Friedenstaube ins Auge. Besonders beeindruckt mich die Wiese neben der Bühne, die mit bunt bemalten Schirmen und Friedensbotschaften geschmückt ist. Mittendrin sitzt die Berliner Aktionskünstlerin und Friedensaktivistin Ute Bella Donner, die dort weitere "Friedensschirme" gestaltet. Diese können heute auch käuflich erworben werden. Ute ist eine leidenschaftliche Pazifistin, die sich aktiv für Frieden und Menschenrechte engagiert. Ihr bekanntestes Projekt, "umbrella peace art - menschenrettungsschirme", wurde im Jahr 2012 ins Leben gerufen. In den letzten Jahren fanden ihre Schirme vermehrt Verwendung, um Bühnenbilder bei Konzerten und Theateraufführungen zu gestalten. So kamen sie bei Konzerten von Udo Lindenberg oder Nina Hagen zum Einsatz. Auch heute zieren ihre Schirme die Bühne in Bad Doberan.

Inzwischen steht der stimmgewaltige Liedermacher Wolfgang "Wolle" Meier auf der Bühne. Als bekennender Fan von Gerhard Gundermann und Christian Haase stehen natürlich vorrangig Songs dieser Künstler auf "Wolles" Setlist. Doch auch Reinhard Meys "Nein, meine Söhne geb' ich nicht" und Dirk Zöllners "Bleifrei" gehören zu den Songs, mit denen "Wolle" seine Botschaften gegen Krieg und für ein friedliches Zusammenleben zum Ausdruck bringt.


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Nach diesem fantastischen Auftritt bekommen Ute Bella Donner und Roland "Seppern" Herzig Gelegenheit, über ihr Projekt "Freunde für Frieden" zu berichten, mit dem sie jeweils freitags auf dem Pariser Platz in Berlin eine Aktion für Frieden, Gewaltfreiheit und Menschenrechte durchführen.

Nach einer kurzen Umbaupause auf der Bühne geht es richtig los - denn jetzt wird es rockig. Der Lokalmatador Ola van Sander, Sänger und Gitarrist der Folk-Rock-Band "Bad Penny", hat E-Gitarren und einen Schlagzeuger mitgebracht, um das Publikum mit kraftvollen Klängen zu begeistern. Schnell gelingt es Ola, für eine lockere und gute Stimmung im Rund zu sorgen. Sein Programm verbindet eingängige Celtic-Folk-Rhythmen mit Songs, die dem Anlass "Rock für den Frieden" gerecht werden. Klassiker wie "Sag mir, wo die Blumen sind" oder Bob Dylans "Blowing in the wind" sind ebenso vertreten wie die mitreißenden Nummern "Loch Lomond" oder Iggy Pops "The Passenger". Bei letzterem Stück kommen sogar "Wolle" Meier und Max Zeug mit ihren Gitarren auf die Bühne, was die Performance noch rockiger macht. Ola schafft es auf beeindruckende Weise, das Publikum mit seinem Programm mitzureißen und für eine ausgelassene Stimmung zu sorgen.

Auch bei dem letzten Künstler des Abends soll die Stimmung ausgelassen bleiben. Max Zeug - wir haben ihn gerade schon auf der Bühne erlebt - begeistert zum Abschluss mit einer Auswahl von Bruce Springsteen Songs. Mit kraftvoller, ausdruckstarker Stimme zelebriert er die Lieder vom "Boss" auf seine eigenen Weise. Immer wieder betont er auch, dass die Texte von Bruce Springsteen meist sehr kritisch sind. Der bekannte Song "Born in the U.S.A." beispielsweise handelt von einem Vietnam-Veteranen, der traumatisiert aus dem Krieg in eine perspektivlose Realität zurückkehrt. Die mitreißenden Springsteen-Songs locken viele der Anwesenden vor die Bühne und verleiten zum Mitsingen und Tanzen. Ola van Sander und sein Schlagzeuger gesellen sich schließlich zu Max Zeug, so dass eine komplette Band auf der Bühne steht, die bis kurz nach 22:00 Uhr rockt.

Zum Abschluss des "Rock für den Frieden" versammeln sich alle Künstler des Abends und die Organisatoren des Konzerts auf der Bühne und richten ein Dankeschön an alle, die mit ihrer Anwesenheit ein Zeichen gegen Kriege und für ein friedliches Miteinander gesetzt haben. Ich bin mir sicher, dass es im nächsten Jahr eine vierte Auflage dieser Veranstaltung geben wird.






Fotostrecke:



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