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Fury in the Slaughterhouse
Leipzig | Clara-Zetkin-Park | 17. Juli 2025
 
Bericht: Antje Nebel, Fotos: Karla Kotzsch
 
 
Sommer, Sonne, Sonnenschein… Naja, so ganz ging diese Rechnung an diesem Abend nicht auf. Dennoch machte sich eine beachtliche Menge Fans der Band FURY IN THE SLAUGHTERHOUSE auf den Weg, um ihre Band zu sehen. Im Rahmen der Tour "Fury live - 25" war eigentlich nur ein Stop am nächsten Tag geplant. Doch da die Tickets schneller weggingen als die sprichwörtlichen warmen Semmeln, wurde kurzerhand ein Zusatztermin am Vortag eingeplant.

Auch in diesem Jahr haben es sich die Furys wieder zur Aufgabe gemacht, etwas Hoffnung zu verbreiten. Soll im Klartext heißen: an jedem Konzertabend durfte sich eine andere gemeinnützige Organisation vorstellen. Das Publikum hatte die Möglichkeit, den Becherpfand eben für diese Organisationen zu spenden. Der Gitarrist der Furys, Christof Stein-Schneider, kam gegen 19:00 Uhr auf die Bühne und stellte das Projekt "Africa Rise" vor. Im Anschluss wurde auch ein kurzes Video gezeigt.

Als Voract waren Mrs. Greenbird und Michèl von Wussow im Wechsel mit auf Tour. Das Konzert in Leipzig wurde von Michèl und seiner Band eröffnet. Unter anderem gab es von ihm "Narbenherz" zu hören. Den Song hat er für seine Mama geschrieben und auch schon bei "Inas Nacht" präsentiert. Er bedankte sich beim Publikum, dass es trotz des Regens in Feierstimmung war. Michèl macht auch gleich noch Werbung für seine Headliner-Tour im kommenden Jahr. "Mutig" und "Hauptsache du bist glücklich" präsentierte er auch noch, bevor er sich vom Publikum verabschiedete.

Kurz vor 20:00 Uhr war es nach einer kleinen Umbaupause dann soweit: FURY IN THE SLAUGHTERHOUSE enterten die Bühne. Mit "Protection" und "Letter to myself" legten sie auch gleich los. Dann begrüßte Kai Wingenfelder das Publikum. "Wir hätten auch gerne Sonne gehabt. Wir lächeln im Herzen", war sein Kommentar zum Wetter. Mit einem Grinsen auf den Lippen sagte er, dass die Ausstattung auf der Bühne langsam altersgerecht wird und spielte dabei auf die beiden Sessel an, die auf die Bühne gestellt wurden. Als lustiges Detail wurde im Setting eine Minibar versteckt.

Die Setliste hielt auch eine Überraschung bereit. "Hang the DJ" war sehr lange nicht live zu hören. Erschienen ist der Song auf dem 1995er Album "The hearing and the sense of balance". Christof sagte zwischendurch, dass sie nicht geglaubt hätten, zwei Konzertabende nacheinander auszuverkaufen zu können. Tja, sie haben es tatsächlich geschafft. Die Songs folgten Schlag auf Schlag und hielten die Betriebstemperatur bei den Fans während des gesamten Abends am Anschlag. Es gab auch einen ganz neuen Song zu hören. "Sorrowland" war der erste Song, der als Vorgeschmack auf das kommende Album veröffentlicht wurde. Kai erzählte passend die Geschichte zum Video, welches auch im Hintergrund lief. Thorsten stellte im weiteren Verlauf des Abends fest, dass es Fury in the Slaughterhouse seit fast 40 Jahren gibt. Er stellte auch die Band vor, die übrigens in dieser Besetzung seit 1996 besteht. Da er einmal am Mikro war, sang er auch gleich "Then she said".

Während "Radio Orchid" unternahm Kai einen Spaziergang durchs Publikum. Nach "Every Generation got it's own disease" und "Riding on a dead horse" gab es auch eine noch nicht veröffentlichte Nummer. Das war ein besonderer Moment, denn es herrschte eine aufmerksame Stille. An dieser Stelle möchte ich noch nicht zu viel über das Stück verraten. "Everyday heroes" war der folgende Song, der sich eben genau um diese stillen und im Alltag oft übersehenen Helden dreht, die selbstlos ihre Zeit einsetzen und um wichtige Dinge kümmern. "Won't forget these days" wurde im Anschluss gespielt und war auch vorerst der letzte Song. Doch das Publikum war mit dem Konzertabend noch nicht fertig.

Nach ein paar Minuten kamen die FURYS wieder und machten einfach mit dem Refrain von "Won't forget these days" weiter. "Goodbye so long" und "Time to wonder" wurden gespielt, bevor die Männer erneut von der Bühne gingen. Doch auch dieses Mal waren die Fans damit noch nicht einverstanden. Also kam die Band nach wenigen Augenblicken zurück. Kai erklärte, dass die Security gleich zwei Leute auf die Bühne holen würde. Es wurde ein Pärchen ausgesucht und die beiden nahmen in den Sesseln Platz. Es folgte "Hello and goodby". Während des Songs fingen die beiden spontan an zu tanzen, was schon alleine schön wirkte. Doch dann kam etwas Unerwartetes: die Frau nahm ihren Mut zusammen und machte ihrem Partner einen Heiratsantrag. Er sagte natürlich ja und das Publikum jubelte. Da kann man den beiden nur alles Glück der Welt wünschen.

"Seconds to fall" war dann endgültig das letzte Stück. Nach zwei Stunden war das Konzert zu Ende. Irgendwann war es auch fast egal, ob es zwischendurch kurz regnete oder die Sonne doch nochmal aufblitzte. Das Wetter konnte der Stimmung nichts anhaben. Beim Sound und Licht gab es auch absolut nichts auszusetzen. Bei Michèl war der Sound schon ebenso klasse, was ja leider bei einem Voract zugunsten des Hauptactes nicht immer der Fall ist. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an die Leute hinter den Kulissen, die einen tollen Job machen, um anderen ein geiles Konzerterlebnis zu ermöglichen.

Die Setliste war ein sehr schöner Querschnitt aus mittlerweile fast 40 Jahren Bandgeschichte. Doch wie schon erwähnt, ist auch neues Material in Arbeit. Ich bin immer wieder sowohl rundum begeistert als auch fasziniert, dass die Männer mit den Songs aus ihrer Anfangszeit genauso gut ankommen wie mit den neueren Stücken. Sie verbiegen sich nicht mit einer ausgefeilten und durchchoreografierten Show, sondern machen einfach das, was sie verdammt gut können: den Fans mit ihrer Leidenschaft eine schöne und unvergessliche Zeit bescheren.

Zwei Aussagen schwebten über dem gesamten Abend: zum einen macht euch nicht zu viele Sorgen, am Ende kommt es sowieso, wie es soll. Zum anderen schaut genau hin und helft, wo ihr könnt und wo es angebracht ist. Vielen Dank für einen grandiosen Abend!






Fotostrecken:

Michèl von Wussow

 
 
 
Fury in the Slaughterhouse:





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