© Deutsche Mugge (2007 - 2026)
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Berlin - Gärten der Welt - 12.09.2026

Ein Bericht mit Fotos von Reinhard Baer
Bilder in der Textillustration: KI generiert



Es war im Jahre 1975, da stellte die ansonsten ziemlich Blauhemd-lastige Jugendsendung RUND im DDR-Fernsehen eine neue Band vor, die sich KARAT nannte. In kurzer Zeit hatte diese Formation, die sich aus sechs Musikern aus teilweise bekannten DDR-Bands zusammensetzte, mehrere neue Titel herausgebracht. Das alles ist jetzt schon über 50 Jahre her und diese Band gibt es noch immer. Von den damaligen Gründungsmitgliedern ist heute keiner mehr dabei. Die längste Bandmitgliedschaft kann der Gitarrist Bernd Römer vorweisen. Er wurde 1976 von der HORST-KRÜGER-BAND zu KARAT geholt. Die restliche Besetzung stammt aus der Nachwende-Zeit: Seit 1992 ist der Keyboarder und Mundharmonikaspieler Martin Becker dabei. Claudius Dreilich nahm den Platz als Sänger 2005 ein, und den übernahm er von seinem 2004 verstorbenen Vater Herbert Dreilich. Seit 2023 sind Daniel Bätge am Bass und Heiko Jung am Schlagzeug bei KARAT. Zum 50. Jubiläum hat KARAT mit "Hohe Himmel" ein Album herausgebracht und gegenwärtig findet auch immer noch die Jubiläumstour statt, bei der sich bis zum Jahresende Termin an Termin reiht. Zu feiern gibt's bei dem Quintett immer was, und so geht es 2027 auch weiter, denn dann wird das Erfolgsalbum "Der blaue Planet" 40 Jahre alt. Auch hier ist der Kalender bis zum Jahresende schon voll mit Terminen.

Am letzten Samstag stand ein KARAT-Konzert auf der Freilichtbühne in den Gärten der Welt in Berlin-Marzahn an. Ich habe die Gelegenheit genutzt, mal wieder nach längerer Zeit ein Konzert der Band zu besuchen. Ab 18:00 Uhr war Einlass und als Vorprogramm sang und spielte Dirk Michaelis. Der ehemalige KARUSSELL-Sänger begann seinen Kurzauftritt um 19:00 Uhr. Als Begleitmusiker unterstützen ihn eine junge blonde Frau namens Paula Möller. Sie spielte Klavier und Geige. Weiterhin war als Gitarrist Jörg Weisselberg mit von der Partie. Dirk saß spielend am Klavier und sang. Er begann mit "Feld aus Gold", seiner ganz eigenen Version des STING-Klassikers "Fields Of Gold". Etwa dreißig Minuten dauerte sein Auftritt, natürlich nicht ohne "Als ich fortging" und "Schattenkreuze", zwei Songs aus seiner KARUSSELL-Zeit, zu singen. Danach gab er die Bühne frei, um der KARAT-Crew alles für den KARAT-Auftritt vorzubereiten.


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Pünktlich um 19:00 Uhr war es dann soweit. Das Licht ging an, die Bühne wurde eingenebelt und die fünf Musiker stürmten auf die Bühne. Als erstes spielten sie drei Titel vom aktuellen Album "Hohe Himmel". Neben dem Titelsong des Albums waren das "Immer noch da" und "Ausgeträumt". Danach gab es einen Titel vom Album "Weitergeh'n", nämlich "Steh wieder auf". Erst danach ging es mit den bekannten Titeln los, die jeder kennt und die die Band haben groß werden lassen, wie "Jede Stunde", Schwanenkönig" und "Hab den Mond mit der Hand berührt" weiter. Auch der "Albatros" schwebte etwa acht Minuten lang durch die Luft des Open Air Areals, und es war irgendwie auch der Höhepunkt des Konzertes.

Vor der Bühne gab es genügend Sitzplätze, aber im Verlauf des Konzerts sind viele Besucher aufgestanden und drängten sich an den Bühnenrand. Claudius Dreilich zeigte, dass er sich auch auf der Gitarre etwas auskennt: Jemand von der Crew brachte ihm einen Stuhl und eine Akustikgitarre, und Claudius sang - auch begleitet von Martin am Keyboard - ein kleines Lied. Ähnliches tat in früheren Zeiten auch sein Vater Herbert zusammen mit Ed Swillms. Apropos "sein Vater": Auch bei diesem Konzert gab es wieder eine kleine Erinnerung und einen Gruß an Herbert Dreilich von Claudius, verbunden mit dem Stück "Mich zwingt keiner auf die Knie". Erstmals live bei einem Konzert habe ich den Titel "Der 8. Tag" gehört. Das klang gut. Auch "Marionetten" hat mir in der gehörten Version an diesem Abend gut gefallen. In der 2026er Fassung klingt er zwar nicht mehr so wie seinerzeit auf der Platte, aber er hörte sich irgendwie frischer an. Herbert Dreilich hat damals im Palast der Republik bei "Rock für den Frieden" den Titel angesagt mit "ein Lied für alle Holzköpfe dieser Welt".

Wie ich im Vorfeld der Mugge mitbekommen habe, sollte in den Gärten der Welt die Mugge aus Gründen des Lärmschutzes um 22:00 Uhr beendet sein. Etwa eine halbe Stunde vorher kündigte KARAT auch an, dass sich das Konzert langsam dem Ende nähern würde. Nach dem Ende des regulären Sets verließen die Musiker dann unter großem Beifall die Bühne. Sie kamen aber kurz darauf wieder, um noch eine Zugabe zu spielen, nämlich "Das Monster". Die Nummer ist auf der ersten Langspielplatte von KARAT zu finden. Der hauptamtliche Sänger der Band hieß damals Hans-Joachim "Neumi" Neumann. Er sang diesen Titel, damals übrigens auf Konzerten sogar mit einer gruseligen Maske und vielen Einlagen. Der Rausschmeißer des Abends war dann schließlich "König der Welt", der im Original übrigens auch auf dieser Platte zu finden ist.


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Das Konzert war zu Ende, und noch an der Bushaltestelle schwärmten die Leute von dem, was sie gerade gehört hatten. Es ist schon bemerkenswert, was für große Kompositionen und Inhalte Herbert Dreilich, Norbert Kaiser und Ed Swillms hinterlassen haben. Auch Thomas Kurzhals darf man da nicht vergessen. Ich kann mir gut vorstellen, dass es der heutigen Besetzung alles andere als leichtfallen dürfte, sich nur für eine kleine Auswahl dieser Titel für ein Konzertprogramm entscheiden zu müssen. Ich habe jedenfalls große Lust, mir die Songs aus "meiner Zeit" im nächsten Jahr wieder live bei einem Konzert anzuhören. Mal sehen, wo und wann …






Fotostrecke:
 
Dirk Michaelis
 
Karat




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