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Ein Konzertbericht mit Fotos von Mandy Dutsch



001 2 20260901 1392006751Ein Sommerabend auf der Freilichtbühne Killesberg in Stuttgart klingt eigentlich nach lauer Luft, Sonnenuntergang und Konzert-Feeling unter freiem Himmel. Dieser 18. August hatte allerdings andere Pläne. Schon vor dem Konzert von Amy Macdonald öffnete der Himmel seine Schleusen, und zwar ordentlich. Rund zehn Minuten vor Beginn regnete es unfassbar stark. Regenmäntel statt Sommerkleider, nasse Sitze statt trockener Picknickdecken. Und trotzdem blieb das Publikum.

Bereits gegen 17:45 Uhr begann der Einlass. Die Vorfreude war spürbar, auch wenn sich der Himmel zunehmend zuzog. Um 19:15 Uhr betrat schließlich Blair Davie als Support die Bühne und spielte etwa eine halbe Stunde. Danach hieß es: Warten. Auf den Hauptact, aber vor allem darauf, dass der Regen irgendwann nachlässt.

Gegen 20:00 Uhr war es dann soweit: Amy Macdonald kam auf die Bühne. Und plötzlich war das Wetter fast nebensächlich. Den Auftakt des Konzerts bildete ihr Song „Is This What You’ve Been Waiting For?“, gefolgt von „Dream On“ und „The Hudson“. Spätestens bei „Spark“ war klar, dass dieser Abend nicht davon leben würde, perfekte Wetterbedingungen zu haben. Er lebte von der Musik und von einem Publikum, das sich die Stimmung nicht nehmen ließ. Macdonald wechselte mühelos zwischen großen, treibenden Rocksongs und den ruhigeren Momenten ihres Repertoires. „Mr. Rock & Roll“ sorgte für einen der ersten großen Mitsingmomente, bevor es mit „Woman of the World“ und „Pride“ weiterging. Besonders schön war dabei zu beobachten, wie schnell aus dem anfänglichen „Hoffentlich hört der Regen auf“ ein kollektives „Jetzt ist es auch egal“ wurde.

Und genau das machte diesen Abend so besonders. Eine Freilichtbühne im strömenden Regen ist normalerweise nicht unbedingt der Ort, an dem man sich einen Konzertabend vorstellt. Doch die Zuschauerinnen und Zuschauer standen in ihren Regenmänteln da, sangen mit und feierten die Schottin, als würde über Stuttgart gerade die perfekte Sommernacht hereinbrechen. Mit „Don’t Tell Me That It’s Over“, „I’m Done (Games That You Play)“ und „Run“ nahm das Konzert weiter Fahrt auf. Danach folgten unter anderem „Slow It Down“, „Poison Prince“ und „Can You Hear Me?“ … alles Songs, die zeigten, warum Amy Macdonald auch nach vielen Jahren noch so gut funktioniert: Ihre Musik ist direkt, melodisch und gleichzeitig groß genug für eine Freilichtbühne. Ein weiterer besonderer Moment kam, als Macdonald über ihre Karriere und die vergangenen Jahre sprach. Dabei verriet sie dem Publikum, dass 2027 ihr 20-jähriges Jubiläum ansteht. Zwei Jahrzehnte Musikgeschichte – und angesichts der Reaktion im Publikum wurde schnell klar, dass viele der Anwesenden sie schon deutlich länger begleiten, als es sich vielleicht anfühlt.
 
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Mit „Statues“ und „Barrowland Ballroom“ ging es Richtung Finale. Danach verabschiedete sich Macdonald zunächst mit „This Is the Life“. Ein passender Song für einen Abend, der trotz, oder vielleicht gerade wegen des Wetters in Erinnerung bleiben dürfte. Natürlich durfte die Zugabe nicht fehlen. Mit „We Survive“ kam die Band zurück auf die Bühne. Danach wurde es noch einmal besonders: „The Glen“, eine Coverversion des Beluga-Lagoon-Songs, brachte einen etwas anderen Moment in den Abend. Zum Abschluss folgte „Let’s Start a Band“ und spätestens hier war aus dem verregneten Augustabend endgültig eine gemeinsame Party geworden.

Was bleibt ist weniger der Regen als das Gefühl dieses Abends. Ja, es war nass. Sehr nass sogar. Aber kaum jemand schien sich am Ende noch wirklich dafür zu interessieren. Amy Macdonald schaffte es, die Freilichtbühne Killesberg trotz widrigster Bedingungen in einen Ort zu verwandeln, an dem für knapp zwei Stunden nur die Musik zählte. Als 22-jährige Musikjournalistin erlebt man viele Konzerte, bei denen alles bis ins kleinste Detail stimmt. Perfektes Wetter, perfekte Bühne, perfekter Ablauf. Dieser Abend war anders. Er war chaotischer, nasser und irgendwie ehrlicher. Und vielleicht sind es genau diese Konzerte, an die man sich später am liebsten erinnert.






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