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Highway To Hell auf dem Lausitzring AC/DC live in Deutschland am 16. Juni 2001
Es wurden an die 60.000 Karten zum Preis von ca. 100,- DM verkauft. Als Vorgruppen waren angekündigt die Band Megadeath aus den USA und die Toten Hosen aus Düsseldorf. Beginn der Veranstaltung war 17:00 Uhr. An diesem Tag war einigermaßen schönes Wetter, und ich setzte mich am Nachmittag ins Auto, um auf der BAB 13 Richtung Lausitzring zu starten. Kurz vor Freienhufen stand dann alles im Stau. Wenn 60.000 Leute zum großen Teil per Auto anreisen, dauert es natürlich länger bis jeder auf seinen Parkplatz eingewiesen ist. Es war 17:00 Uhr und ich stand noch immer im Stau! Aber irgendwann kommt man an sein Ziel... Von Megadeath habe ich nichts mitgekriegt. Vom Parkplatz musste man noch ein gutes Stück die Rennstrecke entlang laufen oder abkürzen, indem man querfeldein über einige Leitplanken klettern musste. Die große AC/DC-Bühne und die beiden Lautsprechertürme mit der roten Kappe mit Hörnern war schon von weitem zu sehen.
Nach den Toten Hosen war es dann so weit: zunächst ein Videoclip und dann legten AC/DC los. Der erste Titel war dann auch der Titelsong "Stiff Upper Lip", leider auch der einzige des Programms vom neuen Album (ich hätte mir zumindest noch "Save In New York City" gewünscht). Weiter ging es dann mit "You Shout Me All Nigth Long", "Thunderstruck", "Hell Ain't A Bad Place To Be", "High Voltage", "Problem Child", "Let There Be Rock" u. a.: Die Musik war das eine, was sich in Sachen Show auf der Bühne abspielte, und die war ganz einfach großartig. Während Bassist Cliff Williams und Gitarrist Malcolm Young mehr im Hintergrund agierten, sprang Lead-Gitarrist Angus Young in seiner Schuluniform wild auf der Bühne umher. Es dauerte nicht lange und er hatte Jacke und Hemd abgelegt, und spielte jetzt mit freien Oberkörper. Auf die Mütze hatte er an diesem Tag von vorn herein verzichtet. Angus lief mal im Entengang, dann sprang er auf Lautsprecherboxen und Podeste... der Schweiß lief ihm über Gesicht und Körper. Der Sänger Brian Johnson agierte auch mehr an der Bühnenrampe, aber der eigentliche Showmacher war Angus Young. Einmal trat er an die Bühnenrampe, drehte dem Publikum sein Hinterteil zu und deutete an, er werde jetzt die Hosen runter lassen. Er tat es dann aber nicht. Das alles wiederholte sich 2 oder 3 Mal, bis er dann doch die Hose runter riss. Es kam aber nicht das zum Vorschein, was mancher dachte, er hatte lediglich eine Unterhose mit den Farben Schwarz-Rot-Gold auf dem Gesäß darunter. Beim fast 20-minütigen Titel "Bad Boy Boogie" spielte Angus ein langes Gitarrensolo. Dabei legte er sich auf den Rücken, stützte sich nur auf Füße und Schultern, drehte sich im Kreis um die Schultern und spielte dabei auf seiner Gibson SG.
Noch einiges zur AC/DC-Bühne. Die Bühnenrampe war sehr hoch, so dass man gut sehen konnte. Auf einem Podest im Bühnenhintergrund standen 6 Kanonen-Attrappen. Über der Bühne hing eine große Glocke mit den AC/DC-Initialen. Zum Gelingen des Konzertes trug auch eine ausgefeilte Lichtshow bei, die mit zunehmender Dunkelheit zum Tragen kam. Auf einer Videoleinwand konnte man das Geschehen auf der Bühne noch mal groß sehen. Beim Titel "Whole Lotta Rosie" wurde auf der Bühne eine große Gummipuppe aufgeblasen, so eine Art "Seemannsbraut". Das Konzert wurde nach etwa 50 bis 60 Minuten von einer Pause unterbrochen. Nach der Pause war die große Glocke etwas herunter gelassen worden, und am Glockenstrang hing jemand in Mönchskutte mit übergestülpter Kapuze. Die Glocke schlug mehrmals und jetzt ging es weiter mit "Hells Bells". Danach kamen u.a. noch "Back In Black", "TNT" und "Highway To Hell". Am Ende vor dem Zugabenteil erklang "For Those About To Rock (We Salute You)". Jetzt kamen die Kanonen zum Einsatz. Immer wenn es im Text hieß "Shout", wurden zwei Kanonen abgefeuert. Als Zugabe gab es noch mehrere Titel. Der Schlusstitel war "Rock And Roll Aint No Pullotion", danach gab es noch ein Feuerwerk und der ganze Platz war in Rauch gehüllt. Nun musste ich noch in der Dunkelheit mein Auto suchen. Als ich es gefunden hatte, waren die Parkplätze schon fast leer. Dicht neben mir hatten schon Leute ein Zelt aufgebaut. Sie wollten wohl erst im Morgengrauen die Heimreise antreten. Ich fuhr dann in aller Ruhe und völlig stressfrei in Richtung Heimat. (Reinhard Baer, 14. April 2011) Liveimpressionen:
Aus den Booklets der CDs "AC/DC live" und "Iron Man" ![]() ![]() |