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(Bildquelle: pixabay)



Sowas wie die Neue Deutsche Welle würde heute aus vielerlei Hinsicht nicht mehr funktionieren, und sie tat es am Ende schon damals, auf ihrem Höhepunkt 1982, nicht mehr. Spätestens als der Kommerz einzog war es vorbei mit der eigentlichen Idee des "Andersseins" und der Revolution in der deutschen Musikszene.

Die Wurzeln der Bewegung


Die Anfänge liegen bereits im Jahr 1976, als der Punk und New Wave von der britischen Insel hierher aufs Festland wehte und man diese kurz darauf begann mit deutschen Texten zu verbinden. Etwas Neues war entstanden und Gruppen wie D.A.F., Mittagspause, Abwärts oder The Wirtschaftswunder sprachen das junge Publikum an. Der eigentliche Höhepunkt dieser Bewegung lag deshalb auch in den Jahren 1979 bis 1981, denn weder davor noch danach war sie so kreativ und abwechslungsreich. Der offizielle Höhepunkt war aber das Jahr 1982, doch da war die NDW längst mehr Schlager und massentauglich als Punk und unangepasst.



Von Telespielen zu Spielautomaten Apps

Ich will Spaß … Heute sind es Smartphones, Slot Apps - einen tollen Vergleichs fürs Jahr 2022 findet man hier - und schnelle E-Autos, die eine Menge davon bereiten, früher waren es der Zauberwürfel, Telespiele und Gas geben im Maserati ("Ich will Spaß" von Markus). Auch die Musik und das Lebensgefühl haben sich inzwischen verändert. Vor 40 Jahren waren die Spider Murphy Gang mit "Skandal im Sperrbezirk" und Falco mit dem "Kommissar" die erfolgreichsten Lieder des Jahres im Bereich NDW. Weitere Erfolgstitel kamen von Hubert Kah, Frl. Menke, UKW, Relax und dem hier schon zitierten Markus. Alles Musiker und Bands, die eher dem Mainstream angepasste Lieder produzierten, und denen man nunmehr auch vermehrt in in Dieter Thomas Hecks Schlageraufgalopp namens "Hitparade" antreffen konnte. Für die Bands der ersten Stunde eigentlich undenkbar.

Aufspringen auf den fahrenden Zug


Die Plattenindustrie hatte die Bewegung längst für sich entdeckt und bemerkt, dass sich damit Geld verdienen ließ. Teile der NDW waren inzwischen in dem Lager angekommen, das man eigentlich verdrängen wollte, nämlich beim Schlager. Schräge Töne und Experimentelles trat in den Hintergrund, spaßige und partytaugliche Nummern wurden jetzt am Fließband produziert. Was heute als Höhepunkt bezeichnet wird, hat weniger mit dem kreativen Output als mit dem Geldverdienen zu tun. Der Rubel rollte nämlich schnell und mit jeder neuen Platte folgten ihm viele weitere davon.



Das Ende


Und so versandete langsam aber sicher eine Bewegung, die so viel Neues und Andersartiges in eine von Krautrock (Amon Düül II, Can, Birth Control), Schlager (Gitte, Lena Valeitis, Peter Alexander) und Easy Listening (James Last) geprägte Musiklandschaft brachte. Einzelne Musiker begannen damit, Popmusik in englischer Sprache zu machen (Peter Schilling, Hubert Kah, Markus), andere wurden hinterrücks von der Presse erdolcht (Joachim Witt) und wieder andere spielten später ihr Repertoire in Bierzelten und auf Schützenfesten. Die NDW starb leise.

Ausläufer bis in die Neuzeit


Wie jede Musikrichtung und Bewegung hat auch die NDW ihre Ausläufer bis ins Heute. Der eine oder andere Star von damals tingelt noch heute über die Dörfer, andere haben sich weiterentwickelt und sind in anderen Richtungen unterwegs (Witt). Aber es kommen auch immer wieder neue Bands auf, die auch damals ins Muster gepasst hätten. Auf den kleinen Bühnen trifft man sie heute noch, die Bands die den Geist von damals in sich tragen. Die ganz große Welle erzeugen sie auch aufgrund einer völlig veränderten Medienlandschaft nicht mehr, aber sie sind da und kreativ.









   
   
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