lp01 20121208 1578380845 lp02 20121208 2073288290 lp03 20121208 1727079674 lp04 20121208 1106479526 lp05 20121208 1696439694

Am Tag, als die Musikwelt still stand...
Zum 20. Todestag von Freddie Mercury


a 20121208 1860567672

The Great Pretender
(von Hartmut Helms, 24.11.2011)

Für mich war er einer der ganz ganz Großen, eine schillernde Rock'n'Roll-Figur, der die Musik, das Leben und die Liebe in vollen Zügen aufsog und wieder von sich gab. Letzteres vor allem in seinen unverwechselbaren und, je nach Stimmung, hinreißend schönen oder brachial aufmüpfigen Liedern. Die Alben, die er mit Queen eingespielt und die Shows, die sie gemeinsam auf die Bühnen gebracht haben, waren Meilensteine. "Er wollte alles, er wollte es jetzt und hier", so eine seiner Textzeilen. Er hat es sich genommen, er hat es bekommen und er hat es ausgekostet - die bleibende Musik inklusive.

Was könnte ich jetzt für Hymnen schreiben, die Historie breit auffächern und Wortschöpfungen miteinander verbinden. Nichts von dem würde auch nur annähernd die Ausstrahlung, das Leben und Musik widerspiegeln. Deshalb setze ich mich heute irgendwann in meinen Sessel, lege mir eine der Vinyl-Scheiben auf und falte das Cover der "Bicycle-Race" mit den "Fatt Bottom Girls" vor mir auf dem Teppich auseinander. Der Regler wird sich irgendwo bei 80% einpegeln und dann höre ich mir diese Musik an, über der die Stimme von FREDDIE MERCURY thront. Heute vor 20 Jahren ging er, doch der Mythos und die Musik werden bleiben bis zum "Heaven For Everyone" und weit darüber hinaus.

 


Kein normaler Tag
(von Christian Reder, 24.11.2011)

Die Musikwelt war für mich eine, in der es ausschließlich unsterbliche Helden gab, die weit weg, auch von weltlichen Problemen, waren. Na klar... da war Elvis, der King of Rock'n Roll, der in den 70ern gestorben war. Das habe ich aber - wohl noch viel zu jung an Jahren - kaum wahrgenommen. In meiner Musikwelt lebten alle Helden noch, und meine Helden waren weder krank noch zu alt um Musik zu machen. Schon gar nicht FREDDIE MERCURY, der das Leben auf der Überholspur lebte. Ein echter Held, der die vielzitierten "Sex, Drugs & Rock'n Roll" lebte. Die Leidenschaft, die er auf der Bühne zeigte, beherrschte auch sein Privatleben. Ungebremst, echt und spektakulär. Wer würde denken, dass ausgerechnet Liebe einen umbringen würde...?! Nein, in meiner Welt waren die Helden unsterblich. Bis zum Sonntag, den 24. November 1991...

b 20121208 1468947120

An diesem Sonntag gewann Monica Seles das Tennis Masters Turnier von New York, und in der langsam zerbröckelnden Sowjetunion gab es weitere Veränderungen, an die wenige Monate zuvor noch keiner zu glauben wagte. Ein Sonntag wie viele eigentlich... Doch nicht wirklich. Einen Tag vorher, am Samstag, machte die Nachricht in den Medien die Runde, dass Freddie Mercury, Frontmann und Stimme der britischen Gruppe QUEEN, an AIDS erkrankt sei. AIDS... eine tödliche Krankheit, die erst in den 80ern "auftauchte", und an der man sich durch die Liebe infizieren konnte - welch Ironie! Ihr bis dahin prominentestes Opfer war der US-Schauspieler Rock Hudson. Und jetzt FREDDIE? Unfassbar. Andererseits wurde jetzt Gewissheit, was man selbst und viele andere schon lange vermutet hatten. Ich denke da noch an das Video zum Lied "These are the days of our lives", wo man es ihm schon ansah, dass mit ihm gesundheitlich etwas nicht stimmen konnte. Keine Diät würde so ein Bild verursachen wie das, was man von ihm in diesem Video sehen kann. Auch im zuvor schon veröffentlichten Clip zu "I'm going slightly mad" gab er ein besorgniserregendes Bild ab. Doch lange hielt es MERCURY geheim, reagierte auf Mutmaßungen zu seinem Gesundheitszustand nicht und hat - so wurde es damals geschrieben - nur einen engen Kreis Vertrauter eingeweiht. Nun also machte er seine HIV-Infektion öffentlich und entschuldigte sich gleichzeitig für die Geheimhaltung. Versetzte das einem schon einen Tiefschlag, brach für die Musikwelt und seine Fans nur einen Tag später die Welt komplett zusammen. Keine 24 Stunden später erklärte sein Pressesprecher, dass Freddie Mercury am Abend des 24. November gestorben sei. Er starb an einer Lungenentzündung, die durch AIDS hervorgerufen wurde. Ich bekam das über die Tagesschau mit - ich glaube Wickert war's, der uns darüber informierte - und mir stockte der Atem. Das konnte nicht sein, was da gerade gesagt wurde. Das gesprochene Wort in dem folgenden Beitrag bekam ich nur am Rande mit. Ich sah nur die Bilder... ein Foto von ihm, sein Haus in London, trauernde Fans und erste Blumen, die niedergelegt wurden. Ein Held aus meiner Musikwelt ist gestorben? Unfassbar, irreal... "Der Champion hat sein Lebenslicht an beiden Enden angezündet - und in der Mitte auch", schrieb mal ein englischer Journalist über das exzessive Leben des FREDDIE MERCURY. Nun war es abgebrannt.

Der Tod von FREDDIE MERCURY hat zum ersten Mal meine Musikwelt erschüttert. Wirklich zum ersten Mal habe ich bewusst erlebt, dass Helden doch sterblich sind - so wie wir alle! Ich wusste nun, was Fans von Elvis, Jimi Hendrix oder THE DOORS bzw. Jim Morrison gefühlt haben mussten. Ich dachte wieder an den Video-Clip zu "These are the days of our lives". Die letzten Worte von FREDDIE waren "I still love you" - Wer hätte da gedacht, dass es die wirklich letzten Worte von FREDDIE sein würden...


lp06 20121208 1551887798 lp17 20121208 1316497974 lp08 20121208 1377594233 lp09 20121208 2089019513 lp10 20121208 1939826760

 

 


   
   
© Deutsche Mugge (2007 - 2021)

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.