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Ein Beitrag von Gerd Müller. Fotos: Pressematerial





Sollen es wirklich schon 25 Jahre her sein, dass uns Loreena McKennitt mit ihrer Veröffentlichung „The Visit“ nicht nur einen „Besuch“ abstattete, sondern mit einem äußerst innovativen und tiefsinnigen Album überraschte? Bis heute erschien die CD weltweit in einer Auflage von über 1,5 Mio Exemplaren. Es war aber beileibe nicht ihr Erstlingswerk.001 20160609 1077419573 Ihre erste Veröffentlichung kam 1985 mit „Elemental“ auf den Markt, mit dem sie die internationale Musikszene aufhorchen ließ. Selbst produziert auf ihrem eigenen Label Quinlan Road. Quinlan Road ist eine Landstraße in Stratford (Ontario), wo sie ihren Wohnsitz hat. Dass sie mal als Straßensängerin mit Harfe ihr Zufallspublikum erfreute, dürfte kaum bekannt sein. Auf jeden Fall ist es aufschlussreich und beeindruckend, wie sich die Kanadierin aus so kleinen Anfängen zu einem Weltstar empor arbeitete. Ihre Familie ist irisch-schottischer Herkunft. Das erklärt ihre musikalische Hinwendung zu dem Genre, das sie absolut authentisch präsentiert. Wenn man alle ihre inzwischen erhaltenen Auszeichnungen, Ehrendoktorwürden und ihre Arbeit für wohltätige Zwecke aufführen würde, ergäbe dies alleine schon eine sehr lange Auflistung. Nur ein Beispiel sei herausgegriffen: 2002 durfte sie als prominenteste Künstlerin beim Staatsbesuch in der Provinz Manitoba für Königin Elisabeth II. und Prinz Philipp singen.

Bis heute hat sie neun Studio-CDs und einige Live-CDs/DVDs herausgebracht. Sie macht das nicht inflationär, um ihrem anspruchsvollen musikalischen Niveau gerecht zu bleiben. Nun erscheint also am 24. Juni 2016 zum silbernen Jubiläum von „The Visit“ eine von Jeff Wolpert remasterte Version als limitierte LP auf 180 Gramm Vinyl - samt kostenlosem DigitalDownload. Erstaunlich ist es schon, dass die alte kratzanfällige Langspielplatte seit einigen Jahren eine kaum in diesem Ausmaß erwartete Renaissance erfährt. Bei 180 Gramm bestem Vinyl gehören auch die früher gefürchteten Höhenausschläge der meist hauchdünnen Scheiben der Vergangenheit an. Mittlerweile gibt es die übrigen acht Studioproduktionen auf diesem wieder aktuellen Tonträger. Ihre Mischung aus Pop, Folk und Weltmusik mit unüberhörbaren Einflüssen keltischer Musik löst bei der mit einem Juno Award ausgezeichneten Platte eine Faszination aus, der man sich kaum entziehen kann. Musik für stille Stunden.

Die musikalische Weiterentwicklung gegenüber den drei vorangegangenen CDs ist augenfällig. Mit ihrer oft eindringlichen, aber auch sanften engelsgleichen Stimme wandert sie vom mystisch geprägten und mit orientalischen Instrumenten angereicherten Opener „All Souls Night“ bis zu „Cymbaline“ mit Texten von William Shakespeare. Das Instrumental „Between the Shadows“ baut eine Brücke vom Traditional „Bonny Portmore“ zum besonders eindrucksvoll unter die Haut gehenden Song „The Lady of Shalott“. Ein fast zwölfminütiges Epos.002 20160609 1856189170 
Mit Ausnahme von „Bonny Portmore“ und dem bekannten Volkslied „Greensleeves“ komponierte sie alle Songs. Selbst der außergewöhnliche mollgeprägte „Tango to Evora“ passt in dieses Gefüge. „The Visit“ ist in meinen Augen ein musikalisches Gesamtkunstwerk. Überhaupt vertont sie gerne klassische Manuskripte, darunter auch eines des englischen Königs Heinrich VIII. Neben ihrem Lieblingsinstrument Harfe spielt Loreena McKennitt auf der Platte noch Synthesizer, Piano, Akkordeon und Bodhrán, eine irische Rahmentrommel. Namhafte Musiker begleiten sie mit Percussion (auch Udu-Drums), Gitarren, Cello, Tamburin, Balalaika, Fidel, Uilleann Pipes und mit der kaum zu überhörenden indischen Sitar.

Wer noch wenig Berührungspunkte zu ihrer Musik hat, dem sei diese Veröffentlichung unbedingt empfohlen, nicht nur als Vinyl, sondern natürlich auch als remasterte CD-Version oder als Download.



Bitte beachtet auch:
• Off. Homepage von Loreena McKennitt: www.loreenamckennitt.com
• Homepage der Plattenfirma Quinlan Road: www.quinlanroad.com
• Portrait über Loreena McKennitt auf Gerds Musicpage: HIER entlang




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