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Ein Beitrag von Hartmut Helms. Fotos: Pressematerial





Mir fehlen die Worte. Langsam aber sicher holt sich der Gevatter die Helden meiner Jugendjahre. Einen nach dem anderen, und die sind inzwischen nur noch wenig älter als ich selbst. Mir bleibt nichts, als all diese Nachrichten ungläubig entgegenzunehmen. Mir fehlen einfach nur die Worte.001 20150126 1758949665 Wer, so wie ich, mit der Musik der 1960er Jahre, von langen Haaren und wilder Mode, sozialisiert wurde, der kam an Griechenlands APHRODITE'S CHILD, den Kindern der Aphrodite, und deren berauschender früh-progressiver Musik nicht vorüber. Mit der einzigartigen Stimme von DEMIS ROUSSOS brannten sich Lieder wie "Rain And Tears" oder das hymnische "Spring, Summer, Winter & Fall" in das kollektive Bewusstsein unserer Generation ein, ehe uns VANGELIS mit der ungeheuren Wucht seiner instrumentalen Klangbilder völlig sprachlos machte. Doch das ist schon ein anderes Thema.

Zu Beginn der 1960er gründeten sowohl ROUSSOS als auch VANGELIS unabhängig voneinander im heimatlichen Griechenland ihre ersten eigenen Bands, ehe sie 1968 gemeinsam, dann schon in Paris, das Quartett APHRODITE'S CHILD aus der Taufe hoben und so eine internationale Karriere starteten. Während der Arbeiten zum dritten Album "666", eine sehr experimentelle Adaption von Abschnitten der Apokalypse, begann die Band zu zerfallen und löste sich schließlich auf. Das Doppelalbum "666" wurde zu einem Klassiker für Fans progressiver Rockmusik, die Band selbst blieb in der Erinnerung vieler ein Geheimtipp für Liebhaber und so unvergessen.

Sowohl VANGELIS als Komponist und Keyboarder, als auch dem Sänger DEMIS ROUSSOS, gelangen eine erfolgreiche Solo-Laufbahnen. Dem stimmgewaltigen langhaarigen Sänger mit dem Rauschebart vor allem bei seinen deutschen und weiblichen Fans. Die verzauberte er mit seinen wunderschönen balladesken Melodien und seiner unvergleichlichen Stimme, die sicher in schwindelerregende Höhen aufzusteigen vermochte. Ich gebe zu, dass ich ihn allerdings am liebsten in englischer Sprache hören wollte, weil er sich auf diese Weise elegant einer, hierzulande leider üblichen, Einordnung in Genres und irgendwelche Schubladen entziehen konnte. Es ist seine emotionale Musik, die überleben wird, ganz gleich, welche Bezeichnung wir dafür finden werden.

Mir fehlen einfach die Worte und nun auch diese faszinierende Stimme.

 


 

Videoclips:

Aphrodite's Child: "I Want To Live" (1969)


Aphrodite's Child: "Rain And Tears" (1969)


Solo: "Goodbye My Love, Good Bye" (1973)


Solo: "Forever And Ever" (1973)


Solo: "Souvenirs" (1979 in Sopot)


Solo: "Time" (1988)


Solo: "Medley" (2011)


 
 

   
   
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