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Text: Hartmut Helms (06.09.2012)
Fotos: Hartmut Helms, Pressematerial

 

Es steht ein riesengroßes Arbeitsgerät am Rande vom alten Tagebau bei Lichterfelde. Das 11.000 Tonnen schwere Stahlteil ist einen halben Kilometer lang und damit länger, als der Eifelturm hoch ist. Deshalb nennt man die F60 auch den liegenden Eifelturm von Lichterfelde. Wer einmal vor dem 80 Meter hohen Koloss gestanden hat, dem verschlägt es im ersten Moment die Sprache. Worte für diese technische Meisterleistung, made by VEB TAKRAF in Lauchhammer zu DDR-Zeiten, fällt auch zwanzig Jahre nach seinem letzten Einsatz noch immer schwer. Was muss das für eine Menge Arbeit gewesen sein, was für eine technische Meisterleistung und welche Mühen gab es damals, ehe die Förderbrücke zum Einsatz kommen konnte!
Die F60 ist heute eine touristische Attraktion und die zahlreichen Veranstaltungen, die hier regelmäßig stattfinden, ziehen mitunter Tausende Besucher zur Brücke und in deren Bann. Natürlich eignen sich ein solch geschichtsträchtiger Ort und das technische Denkmal hervorragend dazu, ganz besondere Momente auch mit einer Videokamera einzufangen. Zumal das schwere Gerät heute am Rande eines beginnenden Sees steht, aus dem in späteren Jahren und durch aufwendige Rekultivierung ein erholsamer Platz entstehen soll. Erste Anzeichen kann man beim genauen Betrachten schon heute erkennen. Die unberührte Natur ist auch der Grund, weshalb ich hier am Nachmittag die Band RUE LACAR wieder treffe.

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Der Weg zum Drehort führt durch nicht öffentliches Gelände, über holprige Wege und an überall wild wachsenden Bäumchen jeglicher Art vorbei, bis hin zum "Strand" des großes Sees. Hier ist das Ufer noch wild, doch an manchen Stellen kann man sehen, wie die Arbeiten zur Rekultivierung schon greifen. Über all dem überhebt sich das übergroße Stahlgerüst aus dem Hintergrund.

Das Team ist dabei, die letzten Vorbereitungen für den Dreh abzuschließen. Es ist ziemlich mühsam, denn jedes Teil, gleich ob Stativ, Scheinwerfer oder Kabeltrommel, muss per Hand und per Pedes vom LKW runter nah an das Wasser transportiert werden. Dabei stampfen die Füße schweren Schritts über feinen Sand, der dem an der Ostsee ähnlich ist und auch das Ufer erweckt den Eindruck, eher eine Düne zu sein.

Während sich die Band RUE LACAR auf einem Podium mitten im Sand, beobachtet von der Kamera, schon einzuspielen beginnt, haben die Techniker noch ihre liebe Mühe, die Scheinwerfer einzurichten und zum Leuchten zu bringen. Stromanschlüsse gibt es hier nicht und der mitgeführte Generator hat es schwer, die entsprechende Leistung für mehr als einen Spot zu bringen. Das alles beobachte ich diesmal lieber aus "sicherer" Distanz, denn die Dimensionen sind hier andere, als an den Tagen zuvor. Da kann man mit einem kleinen Digi-Knipser, zumal bei trüben und teilweise regnerischen Wetter, nicht viel anfangen und die Arbeit der Kamera- und Tontechniker möchte ich, der ich hier nur Gast bin, auch nicht behindern. Inzwischen habe ich auch ziemlichen Respekt vor dem, was die beiden Spezialisten da leisten, denn es ist wahrlich nicht immer leicht, im rechten Moment auch wirklich am richtigen Ort zu sein, um das Geschehen im Interesse der Idee dokumentieren zu können.

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Als alles dann fertig ist, erklingen wieder Melodien wie "Satisfy My Soul", nur diesmal eben weit über die Wasserfläche, oder wenigstens in die Gegenrichtung, bis zum Stahlriesen hinter uns. Hoch oben aus luftiger Höhe der Aussichtsplattform beobachten Besucher das komische Treiben unten am Ufer und werden sich wahrscheinlich fragen, was hier los ist.
Dann läuft das Playback und die Dreharbeiten, mit dem Ufer auf der einen Seite und der riesigen F60 im Hintergrund, beginnen wieder einmal von vorn. Die Einstellungen werden wiederholt, neu in Szene gesetzt und dann noch einmal und noch einmal. So geht das sicher den ganzen Nachmittag bis zur Dämmerung.

Spät am Abend, wenn die Förderbrücke ihre Positionslichter gesetzt haben wird, dann werden die Mannen noch einen Nachtdreh dran hängen, um vielleicht wieder irgendwann gegen Mitternacht den Heimweg anzutreten. Auch so kann der "Arbeitstag" eines Musikers aussehen und inzwischen habe ich, obgleich ich sicher nicht unwissend in dieses Projekt gegangen bin, einen Riesenrespekt vor dem, was in den vergangenen Tagen vom Aufnahmeteam und den Musikern geleistet wurde. Allen voran JÖRG ZINKE, der mit seinem Humor und seiner Energie so manch holprige Sekunde locker umgeht und stets das Ziel im Auge hat. Es hat mir viel Freude bereitet, mit Euch unterwegs gewesen zu sein.


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Fotos:
 

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