METROPOL in Ludwigsfelde
(aus Melodie & Rythmus 9/1983, Autor: Walter Kutzner, Fotos: Walter Kutzner)

Carsten Große und Axel Gröseling
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Anfang Juni war es, da die Ludwigsfelder Automobilwerker ihre Betriebsfestspiele abhielten und innerhalb eines Jugendprogramms auch die renommierte Berliner Rockband METROPOL einige Tanzblöcke anbot. Tanzbeteiligung und Stimmung dürfte nicht zuletzt auch am METROPOL-Rock gelegen haben, dem sich mit seinem motorisch-fülligen und trotzdem leichten Grundcharakter auch eine ausgezeichnete Tanzbarkeit zueignet. Und interessant war diese Sichtung der Band insofern, als sie sich mir zum ersten Mal live ohne den ehemaligen Bandleader Rainer Tesch darbot (Tesch hatte die Band aufgrund künstlerisch-konzeptioneller Differenzen zugunsten einer Solo-Karriere verlassen). Zwar zeugten nach der Teilnahme von METROPOL an "Rock für den Frieden" und den Erfolgen im Funk allein schon die reichlich zehn Fernsehauftritte von deren uneingeschränkter Popularität auch in diesem Jahr, aber live bietet sich eben noch immer der ungebrochenste Eindruck. Dieser jedenfalls war - summarisch - bestens, vom typischen METROPOL-Entree-Song "Zu den Sternen", einer sehr gelungenen, in sich ausgewogenen Komposition, bis hin zum subtilen, schwebend-sehnsuchtsvollen "Und ich sehn' mich nach dir" - Höhepunkt in der Programmdramaturgie von METROPOL. Aber auch andere Stücke der Band haben es mir angetan; so etwa die "Hilflosen Worte", dann der leicht bittere Diskotheker-Song "Auf Achse" oder besonders das in Anlage und Drive phantastische "Berlin"-Stück, wie vorhergehendes übrigens gleichfalls mit einem Text von Gerd Pfeil und insgesamt auch ein Lied, das einer Band mit einem solchen Namen gut ansteht.

Roland Fischer
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Manfred Kusno
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Generell indessen scheint sich mir im Textbereich die Zusammenarbeit der Band mit Ingeburg Branoner am konstruktivsten zu gestalten, gleichwohl dies auch mit der Absicht der Gruppe - sich künftig auf Liebesthematik zu konzentrieren - übereinstimmen dürfte. Klein, aber dafür umso hochkarätiger, ist die internationale Sektion, mit der METROPOL aufwartet: "Afraid Of Love" von der viel gerühmten LP "Toto IV", das phantastische TUBES-Stück "Talk To You Later", "Since You've Been Gone" von RAINBOW oder "Rockin' All Over The World" nebst "Caroline" von STATUS QUO.
Was METROPOL, dieser seit nunmehr zwei Jahren im professionellen Status arbeitenden Band samt ihrem rührigen Org.-Leiter Jürgen Lewandowski, zu wünschen wäre? Dass sie mit gleicher, womöglich noch zu steigernder Dynamik und Brillanz in der heutigen, nicht nur die beiden attraktiven Frontmänner betreffenden Besetzung weitermacht: Carsten Große (g, voc), Axel Gröseling (bg, voc), Roland Fischer (dr, voc) und Manfred Kusno (keyb.)
Übernahme des Textes mit freundlicher Genehmigung der "Melodie & Rhythmus"
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