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Titel:
Label:
Cat.-No.:
Produzent:
VÖ:


Titel:

"Forgotten Trail"
Manana Records
242 500-8
Sieghart Schubert
Dezember 2008


1. Spiritual
2. Jägers Lullaby
3. Saksaywámán
4. Sweet Chariot
5. Love's Been Good To Me
6. Welt Okay
7. Ol' Man River
8. Tata San Juan
9. Grapefruit Mond
10. Cherokee Morning Song

Bonus Tracks:
11. Viel zu fern - 'n Cowboysong
12. Draußen in den Feldern

 

seit Dezember 2008 er-
hältlich im Web-Shop von

www.tino-eisbrenner.de



Es gibt nicht viele Musiker, die als Teenie-Idol starten, und sich zu einem ernstzunehmenden Künstler weiterentwickeln. Viele bleiben auf der Strecke oder versuchen sich immer und immer wieder rastlos und ruhelos zwischen Musikstilen, die ihnen nicht liegen und scheitern am Ende doch. Diese Eintagsfliegen ohne bleibende Hinterlassenschaft tauchen immer wieder mal auf und sind so schnell vergessen, wie der musikalische Koks, der von ihnen hinterlassen wurde. Ein gutes Beispiel dafür, dass das nicht immer so sein muss, ist Tino Eisbrenner, der uns seine aktuelle CD "Forgotten Trail" hat zukommen lassen. Das Album beweist sehr eindrucksvoll, dass Tino über all die Jahre reif und erwachsen geworden ist. Er hat es nicht nötig, viele Instrumente für seine Songs einzusetzen. Die gesamte Platte besticht durch die tatsächlich vorhandenen Sangesqualitäten Eibrenners. "Forgotten Trails" ist so weit von populärer Teenie-Musik entfernt wie die Erde vom Mond. Das Album ist voller Traditionals und Klassiker der ruhigeren Art, die Eisbrenner in einen völlig neuen Sound übertragen, und mit seiner persönlichen Note versehen hat. Schon der Opener "Spiritual" kommt ohne große Effekte aus. Eisbrenner wird hier lediglich von einem Orgelteppich und Klavierbegleitung getragen. Seine Stimme steht im Vordergrund und haut einen förmlich aus den Schuhen. Sagenhaft, in welche Tonlagen er sich traut und meisterhaft damit spielt! Der Titel ist eine Mischung aus Liedermacher und Gospel und obendrein eine Garantie auf Gänsehaut.
Zu erwähnen seien auch die Songs "Saksaywámán" und "Tata San Juan". Im Original stammen diese Titel von den Quechua-Indianern. Tino hat sich dieser Titel angenommen und interpretiert sie auf seine eigene Art. Er wird dabei lediglich vom Klavier ("Saksaywámán") oder von der Gitarre ("Tata San Juan") begleitet. Gelegenheit, dem Hörer seine kraftvolle Stimme zu präsentieren. Und das muss und tut er auch, denn die Titel verlangen all sein gesangliches Können. Auch einige Klassiker aus der Musikgeschichte begegnen uns auf "Forgotten Trail". So bekommt man Eisbrenners Interpretationen von Leonard Cohen's "Hunter's Lullaby" ("Järgers Lullaby"), Tom Waits' "Grapefruit Moon" ("Grapefruit Mond") oder Eurythmics' "I Saved The World Today" ("Welt Okay"), zu denen Eisbrenner eigene deutsche Texte geschrieben hat. (Anmerkung zweier Kollegen von "Deutsche Mugge": Deutsch? "Lullaby" ist kein Deutsch und "Grapefruit" auch nicht. Das eine heißt "Schlaflied" und das andere "Pampelmuse").
Die Produktion des neuen Albums - bis auf "Grapefruit Mond" (Hotballoon Studio Berlin) und die Bonus Tracks (auf dem Vier Winde Hof) - wurde im Farmlandstudio Neetzka von Sieghart Schubert übernommen. Als Musiker hat sich Eisbrenner neben dem Produzenten Sieghart Schubert (Programming, Strings, Keyboards) Alejandro Soto Lacoste (Klavier, Keyboards, Gitarren), André Drechsler (Gitarre bei "Draußen in den Feldern") und Matthias "Felix" Lauschus (Klavier / Fl.-horn bei "Grapefruit Mond") mit ins Studio genommen. Das Ergebnis kann sich hören lassen. "Forgotten Trail" ist ein wirklich schönes, erwachsenes und rundes Album geworden. Eisbrenner ist schon lange nicht mehr der Junge mit der roten Mütze. Es ist ein Genuss, ihm zuzuhören und man wünscht sich, dass dies auch möglichst viele andere Leute tun werden. Ich kann nur jedem raten, sich "Forgotten Trail" mal zu genehmigen. Zu beziehen ist die CD offensichtlich nur über Eisbrenners Internetseite (wahrscheinlich auch bei seinen Konzerten). Ich habe jedenfalls keine weitere Quelle im Netz entdecken können, die die CD im Angebot hat. Und das sollte sich schleunigst ändern.

(Christian Reder)

 


   
   
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