The Wake Woods: "Treselectrica" (Album)

wakewoods22 20220222 1586089410VÖ: 21.01.2022; Label: Jayfish Records; Katalognummer: JFR202101; Musiker: Helge Siara (electric & acoustic guitars, piano, synthesizer, harmonica, percussion, background vocals, bass guitar on Sweet Silence), Ingo Siara (lead vocals, bass guitar, percussion, synthesizer), Sebastian Kuhlmey (drums, percussion, background vocals) Als Gäste: Lisa Lystam (background vocals on Paycheck & All Of My Life), Katrin Sperling (background vocals on Paycheck & All Of My Life) Kelly O'Donohue (trumpet & flugelhorn on Another Way To Rule The World & Sweet Silence) Jan Fischer (piano on Take The Money And Run); Bemerkung: Das Album ist auf CD und als Download erhältlich;

Titel:
Take The Money And Run o Electric Boogie o Mr. Wizard o Paycheck o All Of My Life o Hole In The Sun o Another Way To Rule The World o Welcome To The Sanatorium o Magic Smashrooms o Sweet Silence


Rezension:
Zugegeben, Rezensionen über neue Alben von Bands zu schreiben, gehört nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Ausnahmen mache ich gewöhnlich bei Bands und Künstlern, die ich ausgesprochen mag, obwohl meine Einschätzung dann nicht immer von Objektivität geprägt sein muss. Meine Zusage, das dritte Album der Berliner Band THE WAKE WOODS zu rezensieren, resultiert daraus, dass ich die drei Jungs im vergangenen Jahr beim AquaMaria Festival live erlebt habe und mich der Gig des Trios absolut beeindruckt hat.

THE WAKE WOODS veröffentlichten bereits 2015 ihr Debutalbum, spielten als Support für Deep Purple und Status Quo und traten zum 40-jährigen Jubiläum des WDR-Rockpalasts auf. Mir blieben sie bis zum Sommer 2021 jedoch unbekannt, kein Wunder, wenn man überwiegend Progressive Rock hört. Mit "Treselectrica" erscheint bereits das dritte Album der Bru?der Ingo und Helge Siara, die dieses gemeinsam mit ihrem neuen Schlagzeuger, Sebastian Kuhlmey, eingespielt haben. Mit der flotten Rock'n'Roll-Nummer "Take The Money And Run" lassen die Jungs es gleich zu Beginn ihres Albums so richtig krachen. Verzerrte Gitarren, eine verfremdete Gesangsstimme und fantastische Klaviereinlagen, gespielt von Gastmusiker Jan Fischer, zeigen bei diesem kurzen, treibenden Stück an, wo die Wurzeln der Musik dieser jungen Band zu liegen scheinen.
Mit "Electric Boogie" schließt sich eine elektrisierende Rocknummer an. Schlagzeug und Bass treiben das Stück voran. Multiinstrumentalist Helge Siara brilliert nicht nur mit seinen Gitarrenriffs und -soli, er weiß auch die Blues-Harp gekonnt einzusetzen.
"Mr. Wizard" ist eine stampfende Rocknummer mit einer einprägsamen Refrain Melodie auf "aha aha…", die sich live sicher ausgezeichnet dazu eignet, das Publikum zum Mitsingen zu animieren.
Das rockige Stück "Paycheck", das auch als Single ausgekoppelt wurde, lohnt sich, etwas genauer unter die Lupe zu nehmen, vor allem wegen des Textes. Den Song, der mit verstörenden Schlagzeug- und Gitarrenklängen beginnt und endet, empfinde ich wegen seines Textes als Kapitalismuskritik. Besungen wird die ewige Jagd nach dem Geld, mit dem letztendlich auch Kriege finanziert werden. Harte Gitarrenriffs, abgefahrenes Schlagzeugspiel, Gesangsunterstützung von zwei Background-Sängerinnen und der eindringliche, kratzige Gesang von Ingo Siara, lassen das Stück für mich zum ersten Highlight des Albums werden.
Viel ruhiger und versöhnlicher geht es mit der Nummer "All Of My Life" weiter. Auch hier holt sich die Band Unterstützung von den Sängerinnen Katrin Sperling und Lisa Lystam. Letztere habe ich schon als Front-Frau der schwedischen Hard-Rock-Band SIENA ROOT erlebt. Mit ihrer großartigen Stimme und einer beeindruckenden Bühnenpräsenz, hatte mich die sympathische kleine Schwedin voll in ihren Bann gezogen.
Im Folgenden wird es auf dem Album der WAKE WOODS wieder rockig. Der Einsatz von Bläsern und eines Fender-Pianos verleihen dem Stück "Another Way To Rule The World" einen mächtigen Touch psychedelischen Retro-Sound.
Die Songs "Welcome To The Sanatorium" und "Magic Smashrooms" sind wieder erdige Rocknummern, bei denen die Jungs zunehmend Satzgesang einsetzen.
Der Abschluss-Song des Albums "Sweet Silence" ist für mich ein weiteres Highlight. Seine bluesige Struktur, die durch das Piano noch besonders zur Geltung kommt, der dezente Gesang und die wunderbare Trompeten-Improvisation zum Ende des Stücks, heben dieses gefühlvolle Lied deutlich von den anderen Songs ab.

THE WAKE WOODS legen mit "Treselectrica" ein Album vor, das vor Spielfreude nur so strotzt. Neben von Classic-Rock und Blues beeinflussten Songs, zeigt sich das Trio bei einigen Stücken sehr experimentierfreudig, so dass die 43 Minuten Musik sehr abwechslungsreich klingen und nie langweilig werden.

Nun bin ich sehr auf die Live-Umsetzung des neuen Materials gespannt. Eigentlich sollten THE WAKE WOODS bereits im März als Support für STATUS QUO auf der Bühne stehen. Doch aus bekannten Gründen wurden die Konzerte in den Herbst verschoben. Doch es bleibt die Hoffnung auf einen schönen Festival-Sommer, auf dem man das Power-Trio aus Berlin hier und da live erleben kann.
(Bodo Kubatzki)





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