pond-pvsaf 20130622 1148933414 Titel:
Interpret:
Label:
VÖ:

Titel:
"Planetenwind vs. Am Fenster"
POND
PONDerosa Records
12.06.2013

1. Radio Mix
2. Long Mix
3. Fun Mix
4. Short Mix
5. Video (normal)
6. Video (HD)





Wenn einzelne Musiker eine Band verlassen, ist das manchmal wie der Verlust einer großen Liebe. Mit dem Musiker geht etwas verloren, das sich nicht so leicht in Worte kleiden lässt. Es ist eine Mischung aus einem vertrauten Sound, spezieller Elemente in der Musik, die nur dieser eine Musiker einbringen kann, und der Verlust eines gemeinsamen Traumes, den die Musiker bei Bandgründung hatten und ein Stück gemeinsam haben Wirklichkeit werden lassen. Nach einer Trennung ist dieser Traum beendet, weil er von einem wichtigen Teil der Gruppe nicht mehr mitgestaltet und umgesetzt werden kann. Oft warten Fans Jahre darauf, dass dieser Musiker zurückkommt um seine Mission zu erfüllen. Oft warten sie aber auch vergebens, denn eine Rückkehr wird es nicht mehr geben. So schmerzhaft solche Trennungen sind, so großartig sind Wiedervereinigungen in der Musik. Sie stehen nicht selten für die Rückkehr eines altvertrauten Sounds, einer längst vergangenen Handschrift oder eines fast schon vergessenen Bildes im Kopf. In diesem Jahr steht eine ganz besondere Wiedervereinigung auf dem Plan. Die Gruppe POND feiert nicht nur den 35. Bandgeburtstag, sondern auch die Rückkehr von Manne Hennig, der POND einst im Jahre 1978 mit Wolfgang 'Paule' Fuchs gründete. Diese Wiedervereinigung ist schon längst vollzogen, und beide arbeiten schon wieder fleißig am gemeinsamen Projekt. Denn wie meldet man sich nach einer solchen Wiedervereinigung zurück? Richtig! Mit einer Tour und einer neuen Scheibe. Die Tour geht nächste Woche schon mit einem Konzert in Chemnitz los, und die neue Scheibe steht inzwischen auch bereit. Die Meldung darüber, dass POND wieder in der Originalbesetzung spielen wird, ist so frisch, dass (noch) nicht viel Zeit blieb, um ein komplettes Album zu produzieren. Aber für eine Single hat's gereicht...

Die Single trägt den Namen "Planetenwind vs. Am Fenster", und schon der Titel verrät, worum es hier geht. Während der eine Teil von POND (Wolfgang Fuchs) mit "Planetenwind" Anfang der 80er den größten Erfolg der Bandgeschichte eingefahren hat, durfte der andere Teil (Manne Hennig) nach seinem Wechsel zur Gruppe CITY einen über die Grenzen der DDR hinaus bekannten Megasong spielen und an dessen Verbreitung mitwirken. Auch wenn die beiden Musiker das verbindende "vs." im Songtitel dadurch unterstreichen, in dem sie sich die Fäuste ballend und sich gegenüberstehend auf einem Foto haben verewigen lassen, um dieses auf der Rückseite des CD Cover zu veröffentlichen, so ist von einem "Gegeneinander" auf der CD nichts zu spüren. Ganz im Gegenteil. Die beiden Hits wurden von Wolfgang und Manne in einem Song vereint, dabei wirkt das Zusammenspiel so harmonisch und schön, dass eben erwähntes "vs." eigentlich komplett fehl am Platze ist. Der "Planetenwind" bekam soundtechnisch einen neuen Anstrich, er eröffnet das Stück und verwandelt sich im zweiten Teil in "Am Fenster". "Planetenwind" kennt man in der ihm typischen Elektro-Fassung ja schon, aber "Am Fenster" hat man bisher in einer rein synthetischen Fassung noch nicht gehört. Der Übergang vom "Planetenwind" zu "Am Fenster" ist wie aus einem Guss. Das liegt u.a. auch daran, dass "Am Fenster" komplett anders, nämlich elektronisch, arrangiert wurde, so dass er hervorragend zum "Planetenwind" passt. Beide verbunden bilden eine perfekte Einheit. Auch in dieser "künstlichen" Fassung muss der CITY-Klassiker nicht auf die berühmte gezupfte und markante Geige verzichten, auch wenn sie hier in der Studiofassung aus der Konserve kommt. Schön wäre es vielleicht gewesen, die Geige bei der Aufnahme des Songs tatsächlich von einem Menschen spielen zu lassen, hätte es dem Song doch etwas Wärme verliehen. Auch das Schlagzeug hätte man live einspielen können, wo man mit Paule Fuchs doch einen erstklassigen Drummer an Bord hat. Hat man aber alles nicht gemacht, und das war garantiert volle Absicht der beiden "Elektroniker", ihr synthetisches Werk nicht durch "echte" Instrumente zu verwässern. Man bleibt sich seinem Stil treu und verlässt keinen Zentimeter den eingeschlagenen Weg, der der Gruppe POND seit Jahren schon Erfolg bringt und den Musikern in ihrem Tun Recht gibt. Den Song "Planetenwind vs. Am Fenster" gibt's auf der CD in vier verschiedenen Versionen plus zwei Videoclips. Während der erste Track der für das Radio vorgesehene Mix ist (nicht viel länger als vier Minuten, sonst überfordert man die Radioredaktionen und es könnte zu sehr nach Kunst riechen), ist an Position zwei der gleiche Song in Überlänge zu hören. Etwas für die 80er Kinder, die mit "Extended Versionen" groß geworden sind. Und hier kann man sich dann auch ganz wunderbar austoben. Die Einleitung ist schonmal wesentlich länger, und nach etwas über 2 Minuten beginnt sich die Melodie-Figur von "Am Fenster" aus dem Synthie-Teppich zu erheben. Eine Minute später wird diese von der "Planetenwind"-Melodie abgelöst. Den Schlussteil dieser langen Fassung bildet dann nochmal "Am Fenster". Beide Lieder sind auch in dieser Fassung so gut ineinander verwoben, dass man meinen könnte, es war nie anders. Mit dem "Fun Mix" und dem "Short Mix" folgen dann noch zwei weitere Versionen. Der "Fun Mix" unterscheidet sich von den vorherigen Versionen und dem ihm folgenden "Short Mix" nur durch die Länge und einer eingemischten Computerstimme.
Den Zugabe-Teil bilden dann zwei Videos. Es ist das offizielle Video zum Song, einmal in normaler Fassung und dazu noch in der HD-Fassung. Aufgezeichnet im Besucherbergwerk Pöhla bilden diese Filmchen auch etwas für's Auge.

Wer bei "Planetenwind vs. Am Fenster" typische POND-Musik erwartet, wird voll auf seine Kosten kommen. Die beiden über 30 Jahre alten Songs sind ausgesprochen gut überarbeitet worden. Es ist keiner dieser sonst üblichen Remixe, wo irgendein DJ stupiden und eintönigen Discobeat unter ein Original mischt, sondern hier wurde sich Gedanken gemacht, wie man zwei Klassiker in einer Musikrichtung vereinen kann. Ich halte den Versuch für absolut gelungen. Wieviel Liebe zum Detail hier drin steckt, lässt sich schon am Cover ablesen. Ein Hochglanz-Cover zum Aufklappen. Auf der einen Seite steckt die CD drin, auf der anderen ein Poster. Kaufen kann man die Scheibe auf der POND-Tour (Die Termine sind auf unserer Plakattafel zu finden) oder über den Webshop von PONDerosa Records. Die Anschaffung lohnt sich!
(Christian Reder)




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