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Ein Bericht mit Fotos von Ralf Ebenhöh (Foto oben von Familie Bartzsch)



a 20220718 1437084142Die Vorfreude und auch die Spannung auf diesen Abend war groß - war doch der Anlass für dieses Konzert ein ganz besonderer: Der gebürtige Schmöllner Musiker und Komponist Franz Bartzsch hätte heute seinen 75. Geburtstag feiern können - ein Jahr, nachdem die schöne kleine Holzbrücke am Knopfmuseum seinen Namen erhalten hat. Und dann hätte auch das DDR-Plattenlabel AMIGA in diesem Jahr auf sein 75-jähriges Bestehen zurückblicken können. Doch mal der Reihe nach …

Schon ein Blick auf die Gästeliste ließ einen wunderschönen, interessanten und unterhaltsamen Abend erwarten: Wolf Weber als DJ und Moderator des Abends, Jörg Stempel (der "letzte Chef" von AMIGA), Helga Dreßler, die Frau von Franz' leider auch schon verstorbenen Klavierlehrer Ewald Dreßler, und dann natürlich noch die Musikerinnen und Musiker Ulrike Weidemüller, Tochter der "Lütten" Angelika Mann, Ivonne Fechner und Bodo Kommnick (alias BLACKBIRD), sowie Manuel Schmid zusammen mit Marek Arnold sowie Ekki und Markus Dreßler.

Schon eine gute Viertelstunde nach Einlass war der kleine Platz vor der Museumsschänke bei strahlendem Sonnenschein sehr gut besucht - mein an der Abendkasse erworbenes Ticket zeigt mir die Nummer 352 … Knapp 400 Gäste wurden insgesamt gezählt. Auch für das leibliche Wohl war bestens gesorgt. Kurzzeitige Schlangenbildung am "Verpflegungstrakt" ließ irgendwie Erinnerungen an alte Zeiten erwachen - aber das hat keinen der Besucher gestört und passte ja irgendwie auch zum Feeling. Viele Freunde und Bekannte waren anwesend, und immer wieder war die Spannung auf diesen Abend herauszuhören … Welche/r der Musiker wird/werden wohl den Anfang machen? Welche Titel werden wir hören?

Und dann ging es mit dem "Vorprogramm" los, und dieses übernahm kein geringerer als Wolf Weber. Mit Musik aus der "Konserve" und vielen Infos, die auch für mich neu waren. Zum Beispiel, dass die Titelmusik von "Neues aus Büttenwarder" und "Schloss Einstein" ebenso wie der durch "Bolland & Bolland" interpretierte Tatort-Song "Tears of Ice" aus Franz' Feder stammten. Nun ging es richtig los: Zu Beginn versammelten sich alle Musiker zusammen auf der Bühne bevor dann das Duo BLACKBIRD übernahm: Sie spielten die Stücke "Guten Tag" und "Auf der Wiese" von Veronika Fischer und Band. Dass es sich um Kompositionen von Franz Bartzsch handelt, versteht sich von selbst.

Der nächste Gänsehautmoment: Im Publikum befanden sich auch Franz' Kinder Daniela und Matthias, und Letzterer trat jetzt ans Mikro. Mit einen Dank an die Schmöllner Bürger, den Bürgermeister und den Rat der Stadt für die Umsetzung der Brücken-Namensgebung und das gemeinsame feiern des 75. Geburtstag des Vaters, der sich darüber sicherlich auch gefreut hätte, meldete sich Matthias zu Wort.


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Musikalisch folgten das "Champus-Lied" sowie "Nachtigall" - interpretiert von Ulrike Weidemüller zusammen mit Manuel Schmid und "seinen Mannen" - an diesem Abend auch liebevoll MANUEL SCHMID BAND genannt.

Helga Dreßler, die Frau von Franz' Klavierlehrer Ewald, konnte im Folgenden von einigen Anekdoten aus der "Sturm- und Drangzeit" berichten. Der Franz kam wohl auch gerne mal zu spät zum Klavierunterricht. Und die Pausen nutzte Ewald Dreßler um selbst Klavier zu spielen. Als Franz mal wieder zu spät kam und sich nicht rein traute, hörte er seinem Lehrer von draußen zu. Und da ist wohl der Knoten geplatzt: "So möchte ich auch mal spielen können"... dies war wohl die Initialzündung für seinen weiteren musikalischen Weg.

Weiter ging es musikalisch mit den Titeln "Sommernachtsball", "Niemals mehr" und "In uralter Zeit" von Veronika Fischer - dargeboten von der "MANUEL SCHMID BAND", bevor es dann zum zweiten Geburtstagskind des Abend überging: Jörg Stempel, der zu DDR-Zeiten letzte Chef des Plattenlabels AMIGA, trat ans Mikrofon und konnte berichten, wie wichtig doch das Jahr 1947 für die Musik war: AMIGA, Franz Bartzsch, Uschi Brüning, Thomas Natschinski, Christiane Ufholz, Ed Swillms - alle sind in diesem Jahre geboren. Ebenso interessant die Anekdote, dass Roland Kaiser zur 750-Jahrfeier des Friedrichstadtpalastes eingeladen wurde, aber sein Bandleader und Keyboarder Franz Bartzsch nicht einreisen durfte… Einem Brief von Roland an Honecker mit Androhung der Konzertabsage folgte die prompte Antwort von E.H. an die zuständigen Grenzorgane: Der Musiker durfte einreisen!

Als kleine Hommage folgte Holger Bieges Titel "Sagte mal ein Dichter". Die von Anfang an gute Stimmung des Publikums steigerte sich immer weiter und die Gesangsparts wurden textsicher vom großen "Chor" unterstützt. Das ließ auch bei "In jener Nacht" (Veronika Fischer), dem "Zweigroschenlied" (4PS), "Wind trägt alle Worte fort" (Franz Bartzsch mit Lift) sowie "Kommt doch einfach mit" (Lift) nicht nach.

Zum Finale standen nochmals alle Künstler gemeinsam auf der Bühne. Zur Erinnerung an den leider auch im vorletzten Jahr verstorbenen CITY-Schlagzeuger "Admiral" Klaus Selmke ertönte "Am Fenster" - der Geigenpart, hervorragend gespielt von Markus Dreßler, und die Stimme von Manuel Schmid klangen genau wie die von Joro Gogow und Toni Krahl - eine klasse Interpretation von allen Musikern!


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Und mit einem der ersten Titel des Abends ging dieser nun leider und viel zu schnell zu Ende ... "Auf der Wiese haben wir gelegen und wir haben Gras gerau..." … ähm "gekaut" … Auch nach dem offiziellen Teil gab es noch sehr viele Gespräche zwischen Musikern und Besuchern, viele gemeinsame Fotos entstanden, u.v.m.

Es war ein wundervoller, unvergesslicher Abend und mein großer Dank und tiefster Respekt zollt allen beteiligten Akteuren und Organisatoren, die dieses Event ermöglicht haben. Bedanken möchte ich mich auch ganz herzlich nochmals bei Helga Dreßler, Matthias Bartzsch, Jörg Stempel und Wolf Weber für ihre Zuarbeit für diesen Bericht!



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