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Neuhardenberg | Schloss | 28. Juni 2022

Ein Bericht von Thorsten Murr mit Fotos von Thorsten Murr und Wieland Meier
 

 

Heute gibt’s Rock and Roll in Neuhardenberg
PANKOW hatte zu einem Jubiläumskonzert "40 Jahre PANKOW mit Gästen" auf das Schloss Neuhardenberg eingeladen. Ein ungewöhnlicher Tag, ein Dienstag, und ein ungewöhnlicher Ort, etwa eine Stunde mit dem Auto von Berlin-Pankow entfernt, mitten in Märkisch-Oderland. Das schicke Schloss mit seinem weitläufigen Gelände, das 1997 vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband von den Hardenbergs erworben worden war, wird von der 2001 gegründeten Stiftung Schloss Neuhardenberg unterhalten. Neben seiner Funktion als Tagungs- und Begegnungsstätte wird ein hochkarätiges Veranstaltungsprogramm angeboten, nach PANKOW etwa folgen am Wochenende Gastspiele von BAP und John McLaughlin.

 

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Gepflegte Atmosphäre
Es ist ein heißer Sommerabend. Die Bühne und das Zuschauerareal sind glücklicherweise von elegant geschwungenen Zeltbahnen überschattet. Alles sehr hübsch und aufwendig gebaut. Das heutige Publikum ist ein Mix aller Altersgruppen. Manche haben Liegestühle und Picknickdecken dabei, etliche sogar in festlicher Abendkleidung, passend zum Ambiente, aber viele auch wie die üblichen Rockfans, die ihre Band feiern wollen. Einige bekannte Gesichter sind freilich auch da - "… die, die immer hier sind."

Volle Kraft voraus: Hier ist PANKOW!
Ziemlich pünktlich kommen PANKOW auf die Bühne und fetzen sofort los: "Bessere Zeiten", "Ich bin ich", "Wieder auf der Straße", "Neuer Tag in Pankow" - das hat schon mal gesessen. PANKOW waren ja noch nie Leisetreter, aber heute scheinen sie noch eine Schippe Energie und Lebensfreude draufgelegt zu haben. Frontmann André Herzberg ist so sehr in seinem Element, wie schon lange nicht mehr. Ständig in Bewegung, mehr Mimik und Gestik, als auf den letzten Touren, ganz so, als sei der wilde Rockstar von einst in ihm nun endgültig wiedererwacht. Echt stark, André! Die ganze Band scheint heute von sich selbst begeistert zu sein - das ist richtig so, und das ist toll zu erleben! Auch Jürgen Ehle und Bassist André Drechsler, der nun schon seit ein paar Jahren im Line-up ist, sind ständig in Bewegung, während Kulle Dziuk an den Tasten und Stefan Dohanetz an den Drums ihre Jobs meist mit einem Grinsen im Gesicht versehen.

 

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Bodi von ENGERLING
Es ist richtig was los auf der Bühne - und schon wird der erste Gast begrüßt. Alles ist Blues, sagt André Herzberg, als er "Bodi" Bodag von ENGERLING begrüßt. Bodi hatte die Band 2016 schon unterstützt, als das Album "Aufruhr in den Augen reloaded" an zwei Konzert-Abenden im Frannz-Club aufgenommen worden war. Heute spielt er einen typischen von ihm geschriebenen Bluessong, "Spiel der Fliegen", begleitet von PANKOW. Sehr fein. Auch beim folgenden PANKOW-Song "Ich mach 'ne Liste" singt Bodi einige Zeilen - ein seltenes Bild, ihn stehend hinter einem Mikrofon singen zu sehen.

Toni von CITY
Nach einigen PANKOW-Stücken dann der nächste prominente Gast des Abends: Toni Krahl von CITY! Seine Strahlkraft als Rocksänger ist hinlänglich bekannt. Auch heute gibt er Vollgas. "Glastraum", gespielt von PANKOW, gesungen von Toni, ist eine interessante Version des Originals, und mit dem mitsingfreundlichen "Drüben in Amerika" kommt noch ein Schuss extra Partystimmung auf. Danach dann "Freitag", der PANKOW-Song, der seinerzeit im Programm der GITARREROS-Tour war und auch damals von Toni gesungen wurde. Eine sehr schöne Erinnerung, gut gemacht!

Ritchie und AnNa von SILLY
An Überraschungsmomenten mangelt es heute nicht. Denn schon bald kommt Ritchie Barton von SILLY ans Keyboard. André Herzberg singt "So 'ne kleine Frau", was erstaunlich gut rüberkommt und durch Ritchies Mitwirken klingt das alles tatsächlich auch ein bisschen nach SILLY. Zum wunderschönen SILLY-Song "Asyl im Paradies" tritt AnNa R., einst Sängerin von ROSENSTOLZ, jetzt unter anderem bei SILLY, ans Mikro. Sehr rührend, dieser Exkurs in SILLY-Gefilde. Das örtliche Publikum, das vermutlich zu Teilen nicht ganz so oft zu Konzerten unserer "Ostrock"-Helden geht, bekommt heute jedenfalls allerhand geboten.

Danach gibt's wieder echt PANKOW. "Gabi" ist ja schon ewig einer meiner Lieblingssongs, mit Unterstützung von AnNa R. bekommt er jetzt noch ein Extra obendrauf, aber besonders das letzte Viertel des Stückes, wo alles zusammenkommt, knallt heute so richtig. Dazu Jürgen Ehles scheinbar schwebende Leadgitarre - ein Traum!

 

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Im Finale noch mal alles auf eine Karte
Zum Schluss geht es noch mal richtig zur Sache: "Rock'n' Roll im Stadtpark" und "Wetten du willst", wobei alle Mitwirkenden wieder auf der Bühne versammelt sind. Erste Zugabe mit "Gib mir 'n Zeichen" und einer wiederum interessanten Version von "Stille", bei der im Anfangsteil AnNa R. und Bodi Bodag jeweils einige Zeilen singen - und schön auch der von allen Vokalisten fröhlich gesungene Refrain des ENGERLING-Oldies "Da hilft kein Jammern, … da hilft nur fortzugehn".

Nach einer erneuten Verbeugung und einer kurzen Pause, in der begeistert geklatscht und gejohlt wird, dann die - traditionell - definitiv letzten zwei Stücke: "Inge Pawelczik" und schließlich "Kille Kille Pankow".

Fazit: Ein wunderbar straffes, rockiges und abwechslungsreiches Jubiläumskonzert. PANKOW, frisch, gut gelaunt und voller Energie, hat sich ein feines Programm mit klug ausgewählten und clever platzierten, sehr illustren Gastkünstlern ausgedacht. Schön wäre, wenn sich dieses Programm mit diesem oder einem ähnlichen Line-up auch an anderen Orten wiederholen ließe.

 


 

Fotostrecke

 

Bilder von Wieland Meier

 

 

 

Bilder von Thorsten Murr

 

 

 

   
   
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