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Schmogrow | Festzelt | 16. Oktober 2021
Ein Konzertbericht mit Fotos von Reinhard Baer



Als ich kürzlich durch Lübben fuhr, entdeckte ich ein Plakat, auf welchem die beiden Bands ENGERLING und KARUSSEL angekündigt wurden. Termin war am Samstag, den 16. Oktober und Tickets konnte man über eine Telefonnummer ordern. Auf den Internetseiten der beiden Bands erfuhr ich dann, dass das angekündigte Konzert in Schmogrow, einem ca. 500 Einwohner zählenden Ort bei Burg im Spreewald, stattfinden sollte. Über besagte Telefonnummer meldete ich mich zu diesem Konzert an und so fuhr ich am Samstag in den Spreewald.

Über Lübben und Straupitz Richtung Cottbus überquert man zwischen Byhlegure und Burg den Nordumfluter. Gleich dahinter ging es links ab und bald war ich am Veranstaltungsort. Ich konnte zwar nicht sehen, wo ich da eigentlich war, aber es gab Parkplätze sogar für Wohnmobile, und das Konzert fand in einem beheizten Festzelt statt. Für Essen und Getränke war auch gesorgt, es war ja ein etwas längerer Abend. Das Equipment der beiden angesagten Bands stand bereits auf der Bühne.

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Wolfram "Bodi" Bodag (Engerling)


Das Zelt füllte sich und gegen 20 Uhr legte ENGERLING los. Mit "Little Red Rooster" von Willie Dixon und "Albatros" von FLEETWOOD MAC eröffnete die Band, die inzwischen schon 46 Jahre besteht, den Abend. ENGERLINGs Part ging bis gegen 21.30 Uhr und sie spielten- bis auf ihrer Version von BOB DYLANs "The Times Are A-Changing" ("Zeiten ändern sich") und "Jessica" von den ALLMAN BROTHERS ausschließlich eigenes Material. Neben dem "Herbstlied" und "Tommy Simpson" gab es auch "Mama Wilson" und die Verarbeitung eines Krankenhaus-Aufenthaltes von Sänger, Keyboarder, Mundharmonikaspieler und Bandchef Wolfram "Bodi" Bodag, den "Narkoseblues". Die Zugabe am Ende des Konzertes war dann noch was Internationales. Der Titel erschien in den 60er Jahren, heißt "Cadillac" und wurde damals gespielt von THE RENEGADES. Danach übergab ENGERLING nach kurzem Umbau die Bühne an KARUSSELL. Beide Bands kennen sich noch aus DDR- Zeiten. KARUSSELL hat ENGERLING seinerzeit mal geholfen, den B 1000-Tourbus wieder zum Laufen zu bringen, indem sie ein wichtiges Ersatzteil besorgten.

Gegen 22 Uhr war es dann für KARUSSELL soweit. Wie immer trat zunächst Bandchef- und -gründer Wolf Rüdiger Raschke an sein Keyboard und intonierte "Als ich fortging". Diesen Titel gab es im Laufe des Konzertes noch einmal und voll ausgespielt, aber hier hieß es wohl erst einmal: "wir fangen jetzt an, alles auf die Plätze". Danach kamen die anderen Bandmitglieder auf die Bühne und KARUSSELL spielte eine Auswahl ihres reichhaltigen Fundus an Songs. KARUSSELL wurde 1976 gegründet und Wolf-Rüdiger Raschke und Sänger und Gitarrist "Oschek" Reinhard Huth sind Gründungsmitglieder. Der jüngste Musiker, der an diesem Abend auf der Bühne stand, war Gitarrist Moritz Pachale. Er ist 19 Jahre jung und hat das Gitarrenspiel bei Jens Legler erlernt, der eigentlich Gitarrist bei KARUSSELL ist. Weiterhin standen auf der Bühne noch als Keyboarder, Mundharmonikaspieler und Sänger Joe Raschke, am Bass Jan Kirsten und am Schlagzeug Benno Jähnert. Das aktuelle Album der Band heißt "Erdenwind". Von dieser CD wurden die Titel "Meine Stadt", "Geben oder nehmen" und das von Jan Kirsten nicht nur geschriebene, sondern auch selbst gesungene "Wenn es hart wird" bei dieser Mugge gespielt.

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Wolf Rüdiger Raschke (Karussell)


Auch "Oldies" wie "Entweder oder", "McDonald", "Ehrlich will ich bleiben" und "Das einzige Leben" befanden sich in der Setlist und erinnerten an frühe KARUSSELL-Zeiten. Der ehemalige Gitarrist Peter "Cäsar" Gläser hatte seinerzeit einige Lieder aus seiner RENFT-Zeit mitgebracht, so auch "Wer die Rose ehrt". Seitdem ist dieser Titel, auch als Cäsar nicht mehr in der Band und später auch verstorben war, fester Bestandteil des KARUSSELL-Repertoires. Der "Verrückte Vormittag" ist ein Titel, den DIRK MICHAELIS bei KARUSSELL sang. Auch diesen spielte man an diesem Abend und hier konnte Moritz Pachale mal zeigen, was er auf der Gitarre kann. Das "Zweitgesicht" ist ein Titel von Joe Raschke und hat ca. zehn Jahre auf dem Buckel. Das von Oschek gesungene "Fischlein unter'm Eis" ist da etwas älter. Geschrieben hat es der ehemalige Schlagzeuger der Band Jochen Hohl, der wie Cäsar ebenfalls vor KARUSSELL bei RENFT war. Mit "Autostop" erinnerte mich Oschek an eine Art der Fortbewegung, die ich seinerzeit auch hin und wieder nutzte. Einmal nahm mich sogar ein SIL der "Freunde" mit. Dafür befahl der Offizier im Fahrerhaus einem Soldaten hinten auf die Pritsche zu steigen, damit ich im Fahrerhaus sitzen konnte. Das war deutsch-sowjetische Freundschaft in Aktion ... KARUSSELL nutzte diesen Titel, um ein Schlagzeug-Solo von Benno Jähnert und danach noch ein Bass-Solo von Jan Kirsten anzuhängen. Im Anschluss wurde die Band vorgestellt.

Gegen 23.45 Uhr deutete auch KARUSSELL an, dass nun langsam Schluss sei. Als Zugabe spielten sie noch - ebenfalls aus alten Zeiten - "Gelber Mond". Nach ihrem Auftritt waren die Bandmitglieder am Merchandising-Stand anzutreffen, um CDs zu signieren oder einfach um mit Besuchern zu plaudern. Ein großes Dankeschön an Mandy und Ralph Reichert und all die fleißigen Helfer, die dieses Event organisiert haben. Für mich ging es jetzt zurück auf die Landstraße quer durch den nächtlichen Spreewald.






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